Winter Fahrradhandschuhe Test: Finde den perfekten Handschuh für kalte Tage

Wer sich auf die Suche nach Fahrradhandschuhen im Winter begibt, wird im Internet mit einer Flut an Handschuhmodellen konfrontiert. Dabei gibt es Ihn nicht, der Handschuh, der für alle immer perfekt funktioniert. Dazu haben wir Biker:innen allein schon zu unterschiedliche Erwartungshaltungen.

Denn nicht jeder erwartet von einem Handschuh, dass er bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mollig warme Hände hat. Schönwetterfahrer benötigen keine wasserfeste Membran in einem Handschuh. Die Handschuhhersteller haben darauf reagiert und Modelle entworfen, die auf die verschiedensten Vorlieben und Einsatzgebiete abgestimmt sind.

Passform und Größen

Keine Kompromisse solltet ihr bei der Passform eingehen. Leider sind Handschuhgrößen nicht genormt und jeder Hersteller hat seine eigene Größentabelle. Dabei werden unterschiedliche Größenangaben wie die US-Größen XS-XXL oder das in Europa weit verbreitete numerische Maßsystem von 1-11 verwendet.

Zusätzlich unterscheiden einige Hersteller bei Ihren Größenangaben nach Geschlecht. Der Hersteller SQLab geht sogar noch einen Schritt weiter und bietet seine Handschuhe in Slim (schmale Hände) und Wide (breite Hände) an. Aus diesen Gründen solltet ihr für eine ideale Passform eures Wunschhandschuh die spezifische Größenermittlung der Hersteller befolgen.

Wir haben für euch eine Reihe von verschiedensten Handschuhmodellen getestet und eine Bestenliste erstellt. Jeder Handschuh wurde von uns auf Passform, Wetterschutz und Griffgefühl geprüft. Welche weiteren Features die einzelnen Modelle mit sich bringen könnt ihr in den einzelnen Berichten nachlesen.

Arten von Winterhandschuhen

Wenn es kalt wird, macht Radfahren ohne Handschuhe keinen Spaß. Wintertaugliche Modelle gibt es als klassische Fingerhandschuhe und in der sogenannten Lobster-Variante. Letztere spielt auf die Scheren von Hummern (englisch: Lobster) an.

Fäustlinge wärmen zwar hervorragend, aber die Bremse und besonders die Schalthebel lassen sich nicht vernünftig bedienen. Besser geht das mit Fingerhandschuhen, doch die sind nicht so warm. Lobster-Handschuhe sind eine Art Kompromiss aus beiden: Zwei oder drei Finger können sich gegenseitig wärmen, zugleich bleiben aber immer einer oder zwei flexibel genug, um am Fahrrad die Schalthebel zu bedienen.

Wichtige Eigenschaften

Die beste Wärmeisolierung nützt jedoch nichts, wenn das Material nicht wenigstens wasserabweisend ist. Nasse Handschuhe wärmen nicht. Alle von uns getesteten Handschuhe halten die Hände trocken und sind winddicht.

Es gibt aber auch einige Extras, die nützlich sein können. Sportliche Radfahrer schätzen eine Polsterung der Handfläche. Je mehr sie auf dem Rad nach vorn geneigt sitzen, desto mehr Gewicht lastet auf den Händen. Eine Polsterung verteilt den dadurch entstehenden Druck und dämpft Vibrationen. Gelpolster halten in der Regel länger als solche aus Schaumstoff.

Einige Hersteller verwenden an den Fingerspitzen ein Material, das die Touch-Bedienung von Smartphones ermöglicht. Das ist hilfreich, wenn man unterwegs einen Anruf entgegennehmen möchte, das gezielte Treffen kleiner Schaltflächen in Apps ist mit den kräftigen Handschuhspitzen aber eher Glücksache.

Viele Fahrradhandschuhe haben an der Innenseite der Daumen ein weiches oder frottiertes Material. Die Hersteller nennen so etwas gelegentlich verschämt »Schweißwischer«, obwohl »Nasenwischer« passender wäre: Tatsächlich putzen sich Radfahrer im Winter selten den Schweiß von der Nase, sondern meist andere Flüssigkeiten. Gut also, dass die Handschuhe in der Regel waschbar sind.

Einzelne Modelle im Test

GripGrab Nordic 2

Wer bei Minusgraden fahren will, ist mit dem wärmenden Nordic 2 von GripGrab gut bedient. Der Lobster-Handschuh eignet sich allerdings nicht gut für Rennrad-Schaltungen.

Roeckl Sports Vinadi

Dann wäre der Fingerhandschuh Sports Vinadi von Roeckl die nächste Option - auch wenn er klobig wirkt.

Chiba Bioxcell

Nicht ganz so warm, aber hilfreich gegen eingeschlafene Hände beim Radfahren, ist der Bioxcell von Chiba mit seinem Polster. Der Name ist etwas sperrig, die Handschuhe selbst sind aber weich und angenehm zu tragen. Sie folgen dem Lobster-Design nach dem 1-1-3-System: Daumen und Zeigefinger haben eine eigene Hülle, die drei anderen Finger teilen sich eine weitere und können sich so gegenseitig warmhalten.

Aber anders als bei einigen Konkurrenzmodellen ist der Innenhandschuh ein Fünf-Finger-Handschuh. Das ist beim Hineinschlüpfen erst mal etwas verwirrend, aber bei der Fahrt spielt das keine Rolle.

Die drei zusammengefassten Finger wärmen sich tatsächlich und bleiben warm. Anfällig ist der Zeigefinger: Im Test bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wurde nach einiger Zeit der einzelne Finger kalt. Bei sportlicher Fahrt und höheren Temperaturen hatten wir keine Probleme mit schwitzigen Händen.

Die äußere Haut ist aus Gore-Tex-Material und weitgehend wasserdicht. Im Test bei kräftigem Regen blieben die Hände trocken. An der Handfläche ist das Material weich und griffig. Der Lenker fasst sich gut an. Die Zeigefingerspitze und die Spitze des Dreierfachs haben eine kapazitive Schicht zur Bedienung eines Smartphones. Das funktioniert, aber mit den kräftig isolierten Fingern trifft man keine kleinen Buttons. Zum Wischen und Entsperren mit Gesichtserkennung reicht es.

Schaltung und Bremse am City- und Tourenrad lassen sich mit dem 1-1-3-System gut bedienen, ebenso ein Mountainbike. Probleme habe ich mit der Rennradschaltung von Shimano: Hier sind drei Finger für den kleinen Hebel zu viel.

Gorewear bietet den Handschuh in sieben Größen und in zwei Farben an: neben unserem Neongelb auch in Schwarz.

Das gefällt an den Gore-Tex Isolierten Trigger Handschuhen:

  • Sie tragen sich angenehm.
  • Sind bis etwa null Grad ausreichend warm.
  • Sind wasserfest.
  • Schwitzige Hände bekommt man nicht.

Das weniger:

  • Der Zeigefinger wird schnell kalt.

Valkental GloRider V2 Ultra

Die GloRider V2 Ultra sind Valkentals Handschuh für den Wintereinsatz. Für die Übergangszeit gibt es ein ähnliches, weniger stark isoliertes Produkt mit dem Zusatz »Flex«. Diesen leichten Handschuh haben wir nicht getestet.

Unser »Ultra« ist tatsächlich warm und erfüllt seine Aufgabe für einen Fingerhandschuh gut. Im Testzeitraum lagen die Temperaturen zwischen 3 und 12 Grad. Im oberen Temperaturbereich sind die Handschuhe schon zu warm, und man neigt zum Schwitzen. Die Temperaturen im unteren Bereich wurden gut abgedeckt.

Die Handballen sind nur leicht gepolstert. Bei längeren Fahrten könnten die Hände daher einschlafen, was bei einer 35-Kilometer-Testtour mit Regenschauern aber nicht passiert ist. Außerdem gibt es im Handballenbereich eine Gummierung, die am Lenker für mehr Festigkeit sorgt. Die Zeigefinger und der Daumen sind jeweils mit einer kapazitiven Schicht versehen, sodass man ein Smartphone bedienen kann, ohne die Handschuhe ausziehen zu müssen.

Das wind- und wasserdichte Material der Valkental führt dazu, dass ich schnell an den Händen schwitze. So kam es vor, dass ich beim Ausziehen versehentlich den feucht-verschwitzten Innenhandschuh mit aus den Handschuhen herauszog und dessen Fingerlinge umständlich wieder den fünf Fingern der Hülle zuordnen musste.

Gefahren habe ich die GloRider V2 Ultra im Farbton Silber, der so ausgeführt ist, dass die Handschuhe hell aufleuchten, wenn sie von Autoscheinwerfern erfasst werden. Zusätzlich sind die Farben Schwarz, Neongelb und ein ebenfalls reflektierendes Dunkelgrau im Angebot.

Das gefällt am GloRider v2 Ultra von Valkental:

  • Der Handschuh ist wasserdicht.
  • Ich kann damit bei allen Fahrrädern gut schalten und bremsen.
  • Obendrein wärmt er gut.

Das weniger:

  • Die Durchlüftung ist mangelhaft, sodass man schnell verschwitzte Hände bekommt.

Endura Deluge

Die Deluge sind klassische Fingerhandschuhe, machen also keine Probleme beim Schalten und Bremsen. Sie sind aus einem leichten Material gefertigt, das laut Endura wasserdicht sein soll. Tatsächlich blieben die Hände bei einer Testfahrt im Hamburger Dauerregen trocken.

Die Handschuhe sind nicht ganz so stark gefüttert wie etwa die Lobster Gloves von GripGrab oder Roeckls Vinadi. Ein Vorteil, weil sie die Bewegungsfreiheit der Finger kaum einschränken, aber ein Nachteil bei der Isolierung. Bei unseren Testrunden bei einer Temperatur von etwa sechs Grad blieben die Hände ausreichend warm. Erst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt reicht das Modell nicht mehr für längere Fahrten aus.

Endura gibt an, dass das Thinsulate-Material der Handschuhe atmungsaktiv sei. Das verhindert Schweiß zwar nicht komplett, war aber im Test kein Problem bei sportlichen Fahrten. Das Innenfutter ist weich, und obwohl die Handschuhe eher eng geschnitten sind, lassen sie sich leicht an- und ausziehen.

Die Handinnenflächen des Handschuhs sind mit Gel gepolstert und teils geriffelt, sodass der Lenker sicher gefasst werden kann. Am Zeige- und am kleinen Finger sind jeweils außen reflektierende Elemente angebracht. Wir haben die Version in Neongelb getestet, die auch bei Schmuddelwetter im Straßenverkehr sichtbar ist. Wer die Leuchtfarbe nicht mag, kann die Handschuhe mit reflektierenden Elementen auch in Schwarz erwerben.

Man kann sein Smartphone mit den Handschuhen bedienen, Tippen auf der Tastatur ist aber nahezu unmöglich. Der »Nasenwischer« am Daumen ist vorhanden.

Das gefällt:

  • Der Handschuh ist leicht, sitzt gut und ist für die meisten Einsätze ausreichend warm.

GripGrab Lobster

GripGrab hat das Lobster-System bei seinen Winterhandschuhen als 1-1-3-System aufgebaut: Daumen und Zeigefinger sind einzeln eingehüllt. Die restlichen Finger sind zusammen eingepackt, sind aber im Innenfutter getrennt. Das Anziehen fühlt sich also ähnlich an wie bei Fingerhandschuhen.

Der Bund ist nicht sonderlich lang und wird am Handgelenk mit einem Gummizug und Klett geschlossen. Am Handballen gibt es eine zusätzliche Fütterung, die das Gewicht beim Aufstützen am Lenker etwas abfedert. An den Fingerspitzen und oberhalb des Ballens ist ein Gummibelag aufgebracht, der das Abrutschen verhindert.

Im Test kann man mit dem Lobster-System von GripGrab am Mountainbike und am Tourenrad fast ungehindert schalten und bremsen. Am Rennrad jedoch sind die drei Finger zusammen etwas zu unbeholfen für den kleinen Schalthebel einer Shimano-Schaltung.

Regen perlt von den Handschuhen ab. Bei Temperaturen um etwa acht Grad auf der Testfahrt sind die Handschuhe aber fast zu warm. Knapp unter dem Gefrierpunkt waren sie gut und lange einsetzbar. Auch wenn die Hände schwitzen, lassen sich die Handschuhe gut ausziehen. Den »Schweißwischer« am Daumen gibt es auch.

Zeigefinger und Daumen eignen sich prinzipiell für die Bedienung eines Touchscreens - allerdings macht die starke Fütterung die Fingerspitzen dick. Mit etwas Übung kann man aber zumindest Apps starten oder einen Anruf entgegennehmen.

Das gefällt:

  • Die Handschuhe sind warm und winddicht, in unserem Test blieben die Hände trocken.

Chiba Bioxcell Warm Winter

Die Bioxcell Warm Winter vom Handschuhspezialisten Chiba sind Fingerhandschuhe mit einer Besonderheit: Hinter dem Marketingbegriff Bioxcell verbirgt sich ein kräftiges Gel-Element auf der Handinnenfläche knapp unterhalb des kleinen Fingers und des Ringfingers.

Es ist acht Millimeter dick und polstert mit dieser Höhe die Hand nicht nur dort, sondern hebt sie auch in der Mitte etwas höher. Chiba schreibt, so würden zwei Nerven an der Hand entlastet, deren Überbelastung Radfahrer als »eingeschlafene« Hände empfänden. Wer darunter leidet, könnte es mal mit den Chiba-Handschuhen probieren.

Auch ohne dieses Extra hat Chiba einen durchdachten Handschuh konzipiert: Das äußere Material ist oben wasserdicht und gleichzeitig atmungsaktiv, die Handinnenfläche ist leicht gerippt und sorgt für sicheren Halt am Lenker. Das Innenfutter ist kräftig.

Der Bund am Handgelenk wird per Klett geschlossen. Chiba hat an dieser Stelle Neopren verarbeitet und bezeichnet das als »Pulswärmer«. Sagen wir mal so: Ja, gefroren haben wir an dieser Stelle im Test nicht.

Insgesamt wärmt der Handschuh gut und lässt sich auch nicht von Regen beeinflussen. Bei etwa drei Grad unter null blieben die Hände etwa eine halbe Stunde warm, bei fünf Grad über null dauerhaft. Mit dem Fingerhandschuh lässt sich an allen Systemen problemlos bremsen und schalten.

Allerdings ist die Bewegungsfreiheit der Finger etwas eingeschränkt, das Material ist sehr kräftig. An den Spitzen der Zeigefinger ist eine zusätzliche Schicht für die Touchscreen-Bedienung aufgebracht. Das steife Material macht es aber mühsam, die richtigen Tasten zu treffen.

Kleine Details wie Druckknöpfe zum Zusammenbinden der Handschuhe vor dem Verstauen und eine kleine Lasche als Anziehhilfe sind nicht entscheidend, aber runden den insgesamt positiven Eindruck ab.

Das gefällt:

  • Die Handschuhe sind warm, wasserdicht, und das Bioxcell-System kann gegen eingeschlafene Hände helfen.

Das weniger:

  • Die Handschuhe sind steif und schränken die Bewegungsfreiheit der Finger etwas ein.

Für wen sich die Chiba-Bioxcell-Warm-Winter-Handschuhe eignen: Auf jeden Fall für alle, die unter eingeschlafenen Händen beim Radfahren leiden.

Vaude Tremalzo Softshell Mitten

Die Tremalzo Softshell Mitten sind eine Art Überhandschuh: Sie sind nur leicht gefüttert und kommen in einer Übergröße: So lassen sie sich über andere Handschuhe ziehen und machen diese wind- und wasserdicht. Gleichzeitig bleiben sie atmungsaktiv.

Welche Handschuhe Sie darunter anziehen? Das Material ist unwichtig, es sollten aber relativ dünne Fingerhandschuhe sein. Wir haben sie mit Lederhandschuhen ausprobiert und mit dünnen Rennradhandschuhen, aber es können auch modische Stoffhandschuhe als Unterhandschuh getragen werden.

Das ist toll, um auf Radreisen die Fingerhandschuhe bei Bedarf zu verstärken. Oder hilfreich auf dem Weg ins Büro: Morgens fährt man gut geschützt mit dem Rad ins Büro, kann in der Mittagspause aber mit den Alltagshandschuhen losgehen.

Die Handschuhe sind laut Vaude aus einem ökologisch produziertem Softshell-Material. Die Handfläche sowie der Übergang zwischen Daumen und Zeigefinger sind mit Kunstleder verstärkt. Der Aufbau als Lobster-Zweifingerhandschuh folgt dem 1-2-2-Prinzip: Zeige- und Mittelfinger stecken zusammen, ebenso der Ringfinger und der kleine Finger.

Das funktioniert an Trekking- und Cityrädern gut. Auch an Rennrädern lässt sich mit den üblichen Systemen problemlos bremsen und schalten. Wer am Mountainbike auf das Einfingerbremsen setzt, muss sich nach anderen Handschuhen umsehen.

Am Bund gibt es einen Gummizug, der ausreichend geweitet werden kann, um mit Fingerhandschuhen hindurchzugleiten. Über die Lederhandschuhe gezogen, bleiben die Hände auch bei Kälte warm. Komplett wasserdicht sind die Handschuhe nicht, aber wasserabweisend. Einfache Regenschauer halten sie gut aus.

Das gefällt:

  • Sie sind eine feine Ergänzung zu anderen Handschuhen.

Ziener Windstopper

Dieser Ziener-Fingerhandschuh besteht aus »Windstopper«-Material: ein von der Firma Gore entwickelter winddichter und gleichzeitig atmungsaktiver Stoff. Der ist jedoch nicht komplett wasserdicht, sondern lediglich wasserabweisend. An den Handinnenflächen hat Ziener eine Gummierung verarbeitet, die mit Gel unterfüttert ist. Ebenfalls gummiert sind die Spitzen der Zeigefinger und Daumen. Das kann das Schalten erleichtern. Ein Smartphone lässt sich mit den Handschuhen aber nicht bedienen.

Am Handgelenk ist der Bund aus Neopren, etwas elastisch und wird per Klett geschlossen. Die Hand gleitet leicht in die Handschuhe, geschlossen sitzen sie sehr gut. Auch beim Ausziehen gleitet die Hand gut hinaus.

Der Handschuh ist flexibel und engt die Hand nicht ein. Bremsen und Schalten ist kein Problem - eigentlich fällt der Handschuh kaum auf. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wird es irgendwann kalt. Aber übliche Stadtfahrten bis 20 Minuten Fahrzeit haben im Test kein Problem dargestellt.

Der rechte Testhandschuh hat einen QR-Code für eine SOS-ID eingenäht. Mit diesem System lassen sich Notfallinformationen für medizinische Rettungsdienste online hinterlegen und können von den Einsatzkräften ausgelesen werden.

Das gefällt:

  • Der Handschuh sitzt bequem, sieht gut aus, und das Schalten geht fast so gut wie ohne Handschuh.

Roeckl Vinadi

Diese Fingerhandschuhe sind anders als die Konkurrenz: Sie bestehen aus einem weichen und kräftig gefütterten Stoff. Die Vinadi erinnern so optisch etwas an Skihandschuhe - sitzen aber ebenso eng an der Hand wie etwa die schlankeren Ziener-Handschuhe. Der kräftige, aber geschmeidige Stoff stört zudem nicht beim Schalten oder Bremsen.

An der Handinnenfläche befindet sich ein Material, das an Fleece erinnert. Die Oberhand ist dreilagig, wasserabweisend und winddicht. Der innen liegende Bund ist anders als bei der Konkurrenz ebenfalls aus weichem Stoff und sitzt mit seinem Gummizug eng am Handge...

Weitere getestete Modelle im Überblick

Kalte Finger sind der absolute Killer beim Mountainbiken. Bremsen, schalten, lenken - all das läuft dann wie in Zeitlupe. Unangenehm und zudem auch gefährlich. Wir wollten wissen: Welche Fahrradhandschuhe wärmen im Winter wirklich und sorgen dabei gleichzeitig für einen sicheren Griff beim Biken? Zehn aktuelle Fahrradhandschuhe zum Mountainbiken traten an zum Test.

Achtung: Es wird ein nasser Winter! Anders lässt sich die Auswahl an Handschuhen, die uns die Hersteller zu diesem Test geschickt haben, kaum erklären. Insgesamt sechs von zehn Modellen sind komplett wasserdicht und das, obwohl dies kein Kriterium in unserer Testanfrage war. Doch vielleicht ist der erhöhte Schutz vor Nässe auch einfach ein Tribut an den Wandel unseres Klimas. Die Winter werden wärmer. Schnee an Weihnachten? Daran kann ich mich schon fast nicht mehr erinnern. Dafür stehen die Matschpfützen inzwischen fast den ganzen Winter auf den Trails.

Tabelle: Übersicht der getesteten Winterhandschuhe

Modell Details Preis Fazit
45Nrth Nokken Wind-/Wasserabweisend; Softshell-Außenmaterial; AX-Suede-Innenhand; Silikonfinger; Stretch-Bund; Merinofutter 79,99 Euro Komfortabler Handschuh aber wenig wetterfest. Zudem stören dicke Nähte an den Fingern.
Chiba City Liner wind-/wasserdicht; Primaloft-Futter; Stretch-Bündchen; Touchfinger; leichtes Polster an der Innenhand; Reflex 40 Euro Der Chiba macht auf dem Trail und in der Stadt eine gute Figur.
Craft ADV SubZ All Weather Glove Wind/Wasserdicht; Softshell Handfläche; Silikonprints; Klettriegel; Frotteedaumen; Reflex; Touchscreen-Finger 44,95 Euro Guter Sitz, direktes Griffgefühl aber wenig Schutz vor Kälte und Nässe
Endura MT500 Freezing Point Waterproof Winterhandschuhe wasserdicht; Primaloft Isolierung; Touchscreen kompatibel; Schweißtuch am Daumen; Bund mit Klettriegel; Silikonprints an Finger und Handfläche 59,99 Euro Der Endura ist eine solider Allrounder mit hervorragender Ausstattung
Giro Pivot 2.0 wind-/wasserdicht; Primaloft-Futter; Klettriegel; Touchscreen-Finger; Gelpolster; Reflex 90 Euro Wasserdicht aber nur mäßig warm. Guter Schlechtwetter Handschuh von Giro
Gore C5 GTX Thermo Winterhandschuhe Gore-Tex; wind-/wasserdicht; Wischdaumen; Reflex; Klettriegel 74,95 Euro Sehr hochwertig verarbeiteter Winterhandschuh mit top Wetterschutz
GripGrab Ride Waterproof Winter Glove Klettriegel; Wischdaumen; Silikon-Prints; Gelpolster; Touchscreen-Finger; wind- und wasserdichte Membran; Reflex; isolierendes Futter 69,95 Euro Der GripGrab ist wasserdicht und warm genug für kalte Tage auf dem Bike
Pearl Izumi Cyclone Glove Reflex; Lasche zum Ausziehen; Gel Pads; Ax-Suede Innenhand; Softshell; Wischdaumen; Touchscreen kompatibel 45 Euro Der Pearl Izumi punktet mit gutem Griffgefühl, sitzt aber nicht optimal und wärmt nur wenig
Roeckl Rapallo Wasser- und winddicht; Touchscreen-kompatibel; Silikon-Gripper; Neoprenbund; Klettriegel; Reflex 59,95 Euro Angenehm warm und zudem wasserdicht - leider fällt das Bündchen etwas kurz aus
Troy Lee Designs Swelter 3-lagiges Softshell mit Fleecefutter; Stretch-Bündchen; Clarino-Innenhand; Silikon-Fingerspitzen 54,99 Euro Super Sitz und sehr viel Kontrolle am Lenker aber kaum wärmer als ein normaler Handschuh

Weitere Aspekte bei der Auswahl

Gut für nasskalte Tage: eine wasserdichte MembranFakt ist: Eine wasserdichte Membran im Handschuh muss kein Nachteil sein. Waren die Modelle mit der wasserblockenden Schicht früher häufig störrisch wie Rocker-Lederjacken, haben sich die Materialien inzwischen stark verbessert. So stören die flexibleren Regenmem­branen kaum mehr beim Griff um den Lenker. Zudem erweitern sie den Einsatzbereich eines Handschuhs enorm. Gerade die regenfesten Exemplare sind teils mit viel Reflex ausgestattet oder in gut sichtbarem Neongelb zu haben - perfekt zum täglichen Pendeln. Zusätzlich erhöht Primaloft-Futter oder anderes Iso-Material den Schutz vor Kälte.

Warm und klobig oder kühl aber griffigDas bringt aber gleichzeitig auch einen Nachteil mit sich, und so teilen sich die Testkandidaten grob in zwei Kategorien auf: Erstere heizt den Fingern ordentlich ein und hält sie auch bei miesem Wetter trocken. Weil die unterschiedlichen Schichten auf der Handfläche aber oft nur spärlich miteinander verbunden sind, gleiten sie beim Griff um den Lenker aufeinander - unangenehm in technischem Gelände.

Die zweite Kategorie besteht an der Handfläche aus nur einer Materialschicht. Das verschafft ein direktes Gefühl beim Lenken, Bremsen und Schalten. Ähnlich wie mit einem klassischen Sommerhandschuh. Beim Schutz vor Kälte oder Nässe muss man mit diesen Modellen allerdings Abstriche in Kauf nehmen. Da bleibt dann nur zu hoffen, dass die Hersteller keine Wetterfrösche sind. Vielleicht wird dieser Winter ja wieder erwarten nicht feucht und kalt, sondern mild und trocken.

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