Liegefahrrad: Mehr als nur ein Fahrrad

Der Anblick eines Liegerades im heutigen Straßenverkehr ist keine Seltenheit mehr. Als Liegerad wird im Allgemeinen ein Fahrrad mit nach hinten geneigter Sitzposition oder Liegeposition bezeichnet.

Was ist ein Liegerad?

Das Liegerad besitzt auch keinen Sattel, sondern ist üblicherweise mit einem Netzsitz oder Schalensitz ausgestattet. Der Lenker befindet sich, je nach Radtyp, vor dem Fahrer oder unterhalb des Sitzes. Der Oberlenker befindet sich vor der Brust des Fahrers und ist die verbreitetste Form des Lenkers bei Liegerädern. Der Unterlenker ist unter dem Sitz befestigt.

Verschiedene Typen von Liegerädern

Modern, oft auch als Liegebike bezeichnet, kann man das Liegefahrrad heute in vielen Formen finden. Es gibt das zweirädrige Liegerad, dann das Liegedreirad oder sogar das Liegerad als Tandem. Die häufigste Variante ist das Liegerad als Dreirad - das Liegerad-Trike - mit zwei Rädern vorn und einem hinten.

  • Zweirädriges Liegerad
  • Liegedreirad (Trike)
  • Liegerad-Tandem

Sitzposition und Komfort

Die Sitzposition beziehungsweise Liegeposition beim Fahren eines Liegerades wird von vielen als sehr entspannt und komfortabel angesehen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Fahrrad ist ein Abstützen des Oberkörpers nicht notwendig. Die Körperhaltung beim Liegefahrrad ermöglicht eine Entlastung der Handgelenke und Arme.

Dieses Fahrrad eignet sich vor allem bei Beschwerden im Oberkörper, denn die liegende Fahrposition ist besonders schonend für Rücken, Nacken, Arme und Handgelenke.

Zulassung und Verkehrssicherheit

Ja, diese besonderen Fahrräder dürfen am Straßenverkehr teilnehmen, wenn sie die Vorgaben der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung erfüllen.

Für die Teilnahme am Straßenverkehr und die Straßenbenutzung gelten für Liegeräder, wie für alle anderen Fahrradtypen, die Straßenverkehrsordnung sowie die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO). Darüber hinaus müssen die Räder jedoch verkehrssicher ausgestattet sein. Das heißt, es müssen zwei unabhängige Bremsen sowie ein Frontstrahler und ein Rückstrahler vorhanden sein. Außerdem gehören auch eine helltönende Klingel und Reflektoren an den Rädern zur verkehrssicheren Ausstattung. Ist ein Liegerad nicht verkehrssicher, drohen Bußgelder.

Vor- und Nachteile von Liegerädern

Vorteile:

  • Schonende Fahrposition für Rücken, Nacken, Arme und Handgelenke
  • Entspannte und komfortable Sitzposition
  • Entlastung der Handgelenke und Arme

Nachteile:

  • Eingeschränkte Sichtbarkeit im Straßenverkehr möglich
  • Geringer Wetterschutz bei unverkleideten Varianten

Sichtbarkeit im Straßenverkehr

Über die Sichtbarkeit der Liegeräder herrscht noch Uneinigkeit. Autofahrer geben oft an, dass Sie die Räder hinter parkenden Fahrzeugen nicht sehen können, da die niedrige Fahrposition den Fahrer nicht über andere Verkehrsteilnehmer hinausragen lässt. Durch die liegende Fahrposition besteht die Gefahr, dass Liegeräder im Gegensatz zu normalen Fahrrädern schneller übersehen werden. Dies kann ggf. zu einem höheren Risiko für Unfälle führen.

Wetterschutz

Ein Nachteil kann bei unverkleideten Varianten der Wetterschutz sein. Der Körper wird in der Fahrposition sowohl von Wind als auch von Regen und Schnee auf voller Länge getroffen. Durch die zusätzliche Montage eines durchsichtigen Frontschutzes und spezieller Regencapes kann ein guter Regenschutz erzeugt werden.

Kurzlieger und Velomobile

Moderne Liegefahrräder werden auch oft als Kurzlieger bezeichnet. Hier ist der Radabstand geringer als bei den älteren Langliegermodellen, was sie wendiger macht und für den Alltag sowie für Reisen geeignet.

Das Velomobil ist ein Liegedreirad, welches voll verkleidet ist und oft für sportliche Zwecke verwendet wird. Die Velomobile werden in Leichtbauweise gefertigt und teilweise auch von einem Elektromotor unterstützt. Diese Variante des Liegerades hat meist zwei Vorderräder und ein Hinterrad. Manche Velomobile werden vollverschalt hergestellt, können jedoch auch ohne Verschalung gefahren werden. Bei anderen Velomobilen gehört die Verschalung zur Konstruktion und kann nicht abgenommen werden. Je nach Konstruktionsart gibt es ein Velomobil in komplett geschlossener oder halboffener Form. Das Velomobil wird wegen der Verschalung und dem daraus entstehenden Wetterschutz auch als allwettertaugliches Ganzjahresfahrrad bezeichnet.

Verbreitung

In Deutschland sind etwa rund 50 Millionen herkömmliche Fahrräder unterwegs, das Liegerad bringt es hingegen auf etwa 30.000 Exemplare.

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