Fahrradpumpe für unterwegs Test: Welche ist die Beste für Sie?

Luftgefüllte Reifen dämpfen Erschütterungen und Stöße weit besser als Hartgummireifen und sind obendrein leichter. Zu wenig Luft bzw. Luftdruck schadet nicht nur dem Reifen - vor allem, wenn man über Bordsteine oder Bodenunebenheiten fährt -, es kostet mehr Kraft beim Fahren. Alltagsradler sollten daher regelmäßig ihren Reifenluftdruck überprüfen. Wenn das Rad eine längere Zeit nicht bewegt wurde, sollte der Luftdruck sowieso geprüft werden, bevor die Fahrradtour startet. Jeder Reifen verliert mit der Zeit Luft.

Viele Fahrräder sind beim Kauf schon mit einer Luftpumpe ausgestattet. Wie gut Ihre Fahrradpumpe ist, können Sie ganz leicht selbst feststellen: Pumpen Sie, während Sie die Auslassöffnung Ihrer Pumpe mit dem Daumen zuhalten. In diesem Test konzentrieren wir uns auf Standpumpen, Fußpumpen sowie Minipumpen. Daher haben wir auch mehrere Empfehlungen. Insgesamt haben wir bereits 69 Fahrrad-Luftpumpen für Sie getestet, 45 davon sind aktuell noch erhältlich.

Die verschiedenen Arten von Fahrradpumpen

Es gibt im Markt einige unterschiedliche Ansätze, das Pumpen zu vereinfachen. Die Kleine für die Trikottasche? Die Dicke, die gerade noch in die Fahrradtasche passt? Mit welcher pumpe ich ewig, mit welcher bin ich ewig glücklich?

Standpumpen

Standpumpen sind ideal für zuhause. Sie haben ein höheres Kolbenvolumen als Handpumpen, dadurch geht das Aufpumpen deutlich schneller. Mit ihnen kann man einen Reifen auch richtig schön prall aufzupumpen, denn bauartbedingt kann man mit ihnen mehr Druck aufbauen, als es mit einer Handpumpe möglich ist. Viele Standpumpen kommen mit Manometer.

Minipumpen und Handpumpen

Handpumpen und Minipumpen sind ideal für unterwegs. Mit ihnen kann ein platter Reifen wieder einigermaßen mit Luft befüllt werden, sodass Sie Ihre Runde fortsetzen und wieder nach Hause fahren können. Gängige Minipumpen schaffen es meist aber nicht, so viel Druck wie eine Standpumpe aufzubauen. Ein Manometer ist bei Handpumpen eher die Ausnahme.

Äußerst beliebt sind sogenannte Minipumpen, vor allem bei Tourenfahrern oder im Race-Bereich. Die Leichtgewichte unter ihnen wiegen 60 bis 110 Gramm, sind extrem klein und passen problemlos in die Trikottasche. Das Leistungspotenzial wiederum ist wie bei den Standpumpen äußerst unterschiedlich. Während einige Modell in Tests über 200 Hübe benötigen, um einen Reifen auf 2 bar aufzupumpen, sind es bei anderen Exemplaren lediglich 60 bis 80. Wird die Minipumpe im Rucksack verstaut, empfiehlt es sich, zu einer etwas schwereren (bis zu 200 Gramm), dafür aber leistungsstärkeren Minipumpe zu greifen. Denn in der Regel fallen Handhabung und Ergonomie hier besser aus. Preislich wiederum bewegen sich die meisten Minipumpen grob zwischen 15 und 30 EUR.

Hochwertige Minipumpen besitzen als Zusatztool oft einen Manometer, zudem kann man die Pumpleistung einstellen. Heißt: Sie pumpen entweder mit einem großen Volumen (ideal, wenn der benötigte Reifendruck nicht hoch ist) oder mit hohem Druck (etwa für Rennradreifen). Das macht entsprechende Pumpen flexibel und für mehrere Fahrradtypen einsetzbar. Wenn es, wie etwa im Radrennsport, sehr schnell gehen soll, bietet sich darüber hinaus der Kauf einer Minipumpe mit CO2-Kartuschen an.

Fußpumpen

Fußpumpen sind nur für zu Hause geeignet, für die Radtour selbst sind das Gewicht und die Ausmaße zu groß. Vom Prinzip ähneln sie den Standpumpen, allerdings werden sie mit dem Fuß betätigt und nicht mit der Hand. Somit fällt das Aufpumpen des Reifens viel rückenfreundlicher aus. Wichtig ist, dass die Fußpumpe einen stabilen Stand hat und über ein Manometer verfügt.

Akku-Luftpumpen

Elektrische Luftpumpen gibt es vor allem in Fahrradwerkstätten und sind für den Hausgebrauch überdimensioniert. Inzwischen gibt es aber auch kleine, handliche Akku-Luftpumpen. Sie kosten nicht die Welt und füllen den Reifen, ohne dass man sich anstrengen muss. Klingt toll, hat aber einen Haken: Der Akku muss erstmal voll sein. Und da man eine Fahrradpumpe nicht ständig braucht, ist dann, wenn man sie braucht, garantiert der Akku leer. Bis er aufgeladen ist, vergehen Stunden. Zweites Manko: Akku-Kompressorpumpen sind im Betrieb ziemlich laut. Wirklich überzeugt haben uns diese Modelle für den Einsatz am Fahrrad nicht, für ältere Menschen und alle, die die Pumperei wirklich satt haben, können sie aber dennoch eine gute Wahl sein.

CO2-Kartuschenpumpen

CO2-Kartuschenpumpen - oft auch CO2-Inflator genannt - klingen auf den ersten Blick verlockend: Sie sind winzig klein und benutzen einfach herkömmliche CO2-Kartuschen, wie man sie auch für Soda-Flaschen verwendet, um einen Reifen aufzupumpen - und zwar in Sekundenschnelle. Sinnvoll sind CO2-Kartuschenpumpen daher nur als Pannenhilfe für unterwegs. Problematisch sind Kartuschenpumpen auch in der Anwendung: Die Kartuschen werden beim Aufpumpen sehr kalt, man muss aufpassen, sich keine Erfrierungen zu holen. Und wenn man etwas falsch macht, landet der Inhalt der Kartusche womöglich nicht im Reifen. Hat man nur eine dabei, schaut man dann in die Röhre. Eine richtige Fahrradpumpe ersetzen CO2-Kartuschenpumpen also nicht. Daher haben wir sie hier auch nicht getestet.

Wichtige Aspekte beim Kauf einer Fahrradpumpe

Reifendurchmesser, Reifenbreite, Gewicht, Packmaß und Pumpkomfort sind die bestimmenden Auswahlkriterien. Wird die Pumpe regelmäßig benutzt oder kommt sie nur im Notfall zum Einsatz?

Manometer

Ein voller Reifen hat nicht automatisch ausreichend Druck. Denn ein Fahrradreifen verliert im Durchschnitt in einem Monat 1 bar, daher sollten Sie den Luftdruck regelmäßig überprüfen. Bei Kinderfahrrädern reicht es aus, die Daumenprobe mit Daumen und Zeigefinger zu machen. Idealerweise drücken Sie hier an die Seite des Reifens und nicht auf die Lauffläche. Bei Erwachsenenrädern reicht diese Messmethode nicht aus. Ein Reifen fühlt sich ab circa 2 bar prall an. Um zu messen, wie viel Druck Sie auf dem Reifen haben, sollten Sie eine Fahrradpumpe mit Manometer verwenden.

Lösen Sie die Kappe von Ihrem Fahrradventil und setzen Sie die Auslassöffnung Ihrer Pumpe auf das Ventil und fixieren Sie sie. Überprüfen Sie ein- bis zweimal im Monat, wie viel Druck Sie im Reifen haben. Bei Rädern mit Autoventil können Sie den Luftdruck auch ganz einfach an der Tankstelle testen. Wie viel Luftdruck Ihr Reifen haben sollte, können Sie auf Ihren Reifen nachlesen. In der Regel sind die Angaben auf der Reifenflanke aufgedruckt - und zwar mit Minimal- und Maximaldruck. Generell lässt sich sagen: Je schmaler der Reifen ist, umso mehr Druck ist notwendig für ein komfortables Fahrgefühl.

Zur groben Orientierung: Schmale Rennradreifen brauchen circa 8 bar Druck, Profis pumpen sie auf 12 oder mehr bar auf. Normale Fahrradreifen werden meist mit 2,5 bis 4 bar aufgepumpt. Dicke Fatbike-Reifen, mit denen man auf Sand oder Schnee fahren kann, brauchen dagegen nur 0,5 bis 1 bar. Für den Luftdruck - also die Kraft, die auf eine Fläche wirkt - findet man auf Fahrradreifen entweder die Einheit Bar oder PSI, letzteres steht für „pound per square inch“, also „Pfund pro Quadrat-Zoll“. Fahrradpumpen mit Manometer haben in der Regel beide Einheiten, sodass Sie nicht umrechnen müssen.

Ventilarten

Drei Ventilarten sind für Fahrräder relevant: Presta-, Schrader oder Dunlop-Ventil.

  • Presta-Ventil: Das Presta-Ventil wird auch Rennrad-, französisches oder Sclaverand-Ventil genannt, die Abkürzung lautet SV. Das Ventil ist schmal und hat am Kopf eine Rädelmutter, die man aufdrehen muss, um den Schlauch mit Luft zu füllen. Die Rädelmutter soll verhindern, dass der Schlauch Druck verliert. Für solche Ventile braucht die Fahrradpumpe einen Aufsatz mit einer schmalen Öffnung.
  • Schrader-Ventil: Das Schrader-Ventil ist auch als Auto- oder Mountain-Bike-Ventil bekannt, denn es wird auch für Autos verwendet. Die Abkürzung ist AV. Praktischerweise können Sie ein Rad mit einem Autoventil auch an der Tankstelle mit dem dort vorhandenen Luftdruckgerät aufpumpen beziehungsweise checken. Manche Tankstellen verbieten es wegen der Unfallgefahr Fahrradfahrern und Rollstuhlfahrern, ihre Luftdruckkompressoren zu verwenden.
  • Dunlop-Ventil: Normal-, Fahrrad- und Blitzventil sind zusätzliche Bezeichnungen für das Dunlop-Ventil, abgekürzt DV. Das Ventil finden Sie bei älteren Rädern und bei modernen Alltags- und Tourenrädern. Am weitesten ist es in Deutschland, Österreich und in den Niederlanden verbreitet. Zu erkennen ist das Dunlop-Ventil an der Überwurfmutter, die man abschrauben kann, um das Ventil herauszuziehen. Das Ventil öffnet sich beim Pumpen durch den Luftdruck automatisch. Das hat den Nachteil, dass Sie den Luftdruck nur dann messen können, wenn Sie die Fahrradpumpe betätigen. Den exakten Wert können Sie so auch mit einer guten Standpumpe nicht ermitteln.

Pumpenkopf

Beim Pumpenkopf gibt es verschiedene Systeme. Am komfortabelsten, aber teils groß und schwer, sind Multi-Köpfe. Damit können alle Ventilarten ohne Umbau genutzt werden. Besonders prägnant ist der von SKS. Für alle, die Autoventile (auch: amerikanisches oder Schrader-Ventil, kurz: AV) am Rad haben, also die falsche Wahl. zulassen, aber umgebaut werden müssen. Nur der Umbau ist teils etwas umständlich, weil sich die kleinen Bauteile oft nicht so leicht aus dem Kopf herausnehmen lassen oder man sie leicht verlieren kann. Deutlich einfacher ist es, wenn der Kopf nur in die Länge gezogen oder umgeschraubt werden muss, um die eine oder andere Ventilart nutzen zu können. Dunlop-Ventile (DV) passen theoretisch in die SV-Köpfe.

Empfehlungen für Fahrradpumpen

Standpumpen

Ideal für Alltagsradler und damit unser Favorit für die meisten ist die Topeak JoeBlow Sport III. Die Fahrradpumpe ist recht schwer und hat mit ihrem stabilen, gehärteten Stahlfuß einen festen Stand. Auch der Zylinder ist aus Stahl. Unserem 26-Zoll-Reifen haben wir mit 37 Hüben mit wenig Kraftaufwand auf den Ziel-Luftdruck von vier bar gebracht. Der Pumpvorgang ist angenehm, wir müssen nicht stark drücken, um die Luft reinzupressen. Ist die Luft raus? Die Fahrradpumpe hat einen Twin Head, also zwei Köpfe, einen in Schwarz, einen in Grau. Der schwarze Kopf ist für Schrader-Ventile - man erkennt hier gut den Stift im Inneren -, der graue für Presta- und Dunlop-Ventile. Zum Aufpumpen drückt man den Kopf fest auf das Ventil am Rad und klemmt den Schlauch mit dem Hebel fest. Das geht sehr leicht, der Hebel sitzt gut und fest während des Pumpvorgangs. Das Manometer ist groß und kann auch im Stand gut abgelesen werden. Außen stehen die PSI-Werte, innen der Bar-Wert. Die Verarbeitung der Fahrradpumpe ist sehr hochwertig, sie macht einen sehr stabilen Eindruck. So toll ihre Stabilität auch ist: Zum Mitnehmen ist die Topeak JoeBlow Sport III zu schwer und zu unhandlich. Ein wirklicher Nachteil ist das nicht, denn das ist für Pumpen dieser Art durchaus üblich. Im leider nur kostenpflichtig erhältlichen Test der Schweizer Konsumentenzeitschrift K-Tipp stach die JoeBlow Sport III aus der Masse heraus. »Einige der geprüften Luft­pumpen für Fahr­radreifen erwiesen sich aber auch als sicher und leistungs­fähig. Das Prädikat »sehr gut - Kauftipp« ergatterte die JoeBlow Sport III im Test des Mountainbike-Magazins. „Das am besten ablesbare Manometer im Test zeigt zudem sehr genaue Werte an. Top Ventilkopf, super Handhabung - bis auf den etwas zu kurzen Schlauch. Braucht viele Hübe.

Eine gute Alternative zu unserem Testsieger ist die solide Rose Druckmacher BL Standpumpe. Sie hat einen Aluminiumzylinder und ist mit einer Höhe von 68 Zentimeter gut zu bedienen. Der Schlauch ist flexibel und mit 125 Zentimeter auch recht lang. Der Stand ist stabil, dafür sorgen die drei Beine, von denen auf einem das Manometer untergebracht ist. Das Manometer könnte etwas größer ausfallen und besser lesbar sein. Sehr gut gefallen hat uns der robuste und stabile Pumpenkopf. Um zwischen den Ventilarten zu wechseln, wird der metallic-pinke Aufsatz am Pumpenkopf abgeschraubt, umgedreht und wieder festgeschraubt. Sitzt der Kopf auf dem Ventil, wird der metallene Hebel hochgeklappt, damit er fest draufsitzt. Beim Lösen des Hebels sollte man etwas vorsichtig sein, damit man sich nicht verletzt. Für unseren 26-Zoll-Reifen brauchten wir 33 Hübe, bis der Reifen auf vier bar aufgepumpt war. Der Holzgriff liegt gut in der Hand und lässt sich gut greifen.

Bei der Rose Druckmacher Vario HV/HP Standpumpe kann zwischen Druck- (HP) und Volumenmodus (HV) gewechselt werden. Wer nur von null bis 2,7 bar bzw. 40 psi pumpen möchte, kann HV wählen, beispielsweise für FAT-Reifen, MTB- und Gravelbike-Reifen. Wer mehr Druck auf dem Reifen haben möchte wie Rennradfahrer und Tourenradler, wählt den HP-Modus ab 2,8 bar bzw. 40 psi. Die Bereiche sind auf dem Manometer farblich voneinander getrennt. Der Niedrigdruckbereich ist gelb unterlegt, der Hochdruckbereich schwarz. Wir haben im HP-Modus 35 Hübe gebraucht, um die wünschten vier bar zu erreichen. Die Pumpe steht stabil auf der Stahlplatte, bei Nichtgebrauch lässt sich der Schlauch am Zylinder befestigen. Mit 98 Zentimetern ist der Schlauch allerdings nicht besonders lang.

Die Standpumpe Contec Air Support Max arbeitet effektiv: Nach nur 30 Hüben war der 26-Zoll-Reifen mit vier bar gefüllt. Der ergonomische Kunststoffgriff liegt gut in der Hand, das Manometer ist groß, die bar-Werte sind gut lesbar, während die psi-Werte nicht so gut zu lesen sind. Allerdings haben wir eine Markierungsmöglichkeit für den gewünschten bar-Wert vermisst. Der Zylinder und der Fuß sind aus Stahl gefertigt, die Pumpe hat einen stabilen Stand. Irritiert hat uns der Multi-Valve-Pumpenkopf, da...

Fußpumpen

Die Airstep von SKS Germany ist die Fußpumpe in unserem Test, die uns mit Abstand am besten gefallen hat und daher auch mit gutem Gewissen als Empfehlung genannt wird. Gepunktet hat die SKS vor allem aufgrund ihres sehr stabilen Stands - obwohl sie gar nicht schwerer ist als die anderen Fußpumpen in unserem Test. Der Schlauch, der um das Manometer gewickelt ist, kann auch bei Nichtgebrauch an der Oberseite fixiert werden, sodass er nicht störend herumhängt oder -liegt. Der Multi-Valve-Pumpenkopf kann einfach auf dem Ventil befestigt werden, bevor der Schlauch festgemacht wird. Für unseren Reifen benötigten wir 86 Tritte, bis der Reifendruck bei vier bar war. Die Bewegungsabläufe mit dem Fuß sind rund und leichtgängig, das Pumpen ist auch nicht kraftaufwendig. Die SKS Germany Airstep gibt es auch mit einem digitalen Manometer.

Minipumpen

Die Minipumpe SKS Germany Supershort passt sogar in die Gesäßtasche einer Jeans und damit auch in jede Trikottasche. Die SKS Germany Supershort ist bei allen gängigen Ventilarten einsetzbar. Wirklich gut gefallen hat uns, dass die Schutzkappe als Griff genutzt werden kann: Der Griff kann dank seiner Aussparung an das Ende des Teleskopsrohrs befestigt werden. Wir konnten unseren 26-Zoll-Reifen mit 168 Hüben auf 1,3 bar aufpumpen. Das Pumpen ist sehr leichtgängig und wer mehr Ausdauer hat, bekommt sicherlich noch mehr Luft in den Reifen. Bei Minipumpen ist man immer froh, wenn man sie nicht braucht - aber falls doch, dass man sie dabei hat.

Überrascht hat uns die Hilo Sports Pointer Minipumpe mit Manometer. Mit ihr konnten wir unseren Reifen in kurzer Zeit auf bis zu vier bar aufpumpen! Natürlich wird das Pumpen ab einem gewissen Punkt anstrengend, aber: Wir haben es geschafft! Zugegebenermaßen funktioniert bei uns das Manometer immer auch als Motivator: Wenn man sieht, dass sich die Nadel stetig Richtung der Zielmarke nähert, ist an Aufgeben nicht zu denken. Hilo Sports verwendet bei der Minipumpe einen Universal-Pumpenkopf: Egal ob Presta oder Schrader - der Pumpenkopf muss nicht ausgetauscht werden. Benötigt man den Aufsatz für Dunlop, so muss der beiliegende Adapter genutzt werden. Allerdings kann der Dunlop-Adapter nicht an der Pumpe montiert werden und muss daher gesondert sicher aufbewahrt werden. Damit der Pumpenkopf auch fest an das Ventil angebracht werden kann, zieht man den Kunststoffhebel nach oben. Der Griff der Hilo Sports Pointer kann nach oben geklappt werden, sodass man sie besser greifen kann. Für alle, die ihre Minipumpe gerne am Rad befestigen, liegt eine Halterung dafür bei. Allerdings: Der Pumpknopf und der Übergang zum eingeklappten Griff sind nicht vor Schmutz und Dreck geschützt.

Testergebnisse der Akku-Luftpumpen

Im Praxistest mussten die acht Akku-Luftpumpen ihre Stärken und Schwächen unter Beweis stellen. Wie bereits erwähnt, traten dabei Schwachstellen auf, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Es war enttäuschend, dass nur 3 von 8 Mini-Kompressoren den vom Hersteller versprochenen Maximaldruck erreichten, was zugleich auf mangelnde Produktsicherheit hinwies. Bei mehreren Geräten musste der Test aufgrund besorgniserregender Hitze-, Geräusch- und Geruchsentwicklung nach etwa 5 Minuten abgebrochen werden. Ein negatives Beispiel war die Minipumpe von QCHMM, die sich mit einem 70 Grad heißen Gehäuse aus dem Test verabschiedete. Immerhin: Alle Geräte bewältigten die Mindestanforderung, zwei oder vier Reifen auf 1,8 beziehungsweise 2,5 bar aufzupumpen - ganz ohne Anfeuerungsrufe.

Derzeit bieten die klassischen Pumpen-Hersteller keine akkubetriebenen Luftpumpen an, wobei Topeak ein Modell für die Saison 2025 angekündigt hat. Die meisten unserer Testgeräte sind über Amazon und ähnliche Plattformen erhältlich, wobei die bekanntesten Marken Osram oder Xiaomi sind, die eher für ihre Lampen- bzw. Smartphones bekannt sind. Lediglich drei Pumpen erreichten den Sollwert und bekamen dafür die Note Eins. Bei den übrigen fünf Kandidaten haben wir den Test ab 65 Grad Gehäusetemperatur abgebrochen.

Minipumpen im Einzeltest

Crankbrothers Klic HV CO2

Mit all ihren Gimmicks - drehbarem Staubschutz, Klappgriff, Magnetkupplung, CO2-Aufsatz - ist die Klic HV ein nettes Spielzeug für Technik-Fans. Den „Ernstfall“ meistern andere Pumpen jedoch besser. Man ­benötigt wenig Kraft, dafür aber vergleichsweise viele Hübe, um den Reifen auf Druck zu bekommen. Mit maximal 7,6 bar bringt sie auch schmalere Pneus wieder ins Rollen. Der Klappgriff ist leicht kantig geraten, zudem klemmt man sich damit schnell die Finger­knöchel beim Pumpen, weil der Endanschlag zu knapp bemessen ist.

Decathlon MTB Pump

Decathlon liefert mit der MTB Pump einen Preis-Leistungs-Knaller. Bis auf den fummeligen Schlauchauszug ist sie eine echte Empfehlung, wenn man schnell viel Volumen in den Reifen bringen möchte. Der Ventilanschluss ist clever gelöst und passt ohne Umschrauben auf Presta- oder Schrader-Ven­tile. Top: die Teleskop-Kolbenstange und der Griff mit Einrast-Funktion. Mit maximal 4 bar bringt sie schmalere Pneus aber nur auf „Das-reicht-nach-Hause-Druck“.

Pro Minipump Performance HV

100 Hübe pro Bar sind eine Ansage, 100 Gramm ebenfalls - das Erste allerdings im negativen, das Zweite im positiven Sinne. Die geringen Handkräfte und das kleine Packmaß sprechen für die Pro. Als reine Gravelrad-Pumpe würden wir sie nicht empfehlen, dafür taugt sie auch fürs ­Rennrad mit breiten Reifen, ist eher eine Allrounderin mit Minimalgewicht. Der ­kleine Schlauch und die Schutzkappe sind praktisch, die Verarbeitung des Ventil­kopfes wirkt verbesserungsfähig.

SKS Airflex Explorer

Bis auf die vergleichsweise hohen Handkräfte und minimales Spiel des Kolbens im Zylinder ist die SKS eine absolut empfehlenswerte Pumpe für Gravelbikes. Dank der mittigen Teilung bietet sie beiden Händen einen sicheren Griff, die Gummierung an der Pumphand ist sehr komfortabel. Auch der Pumpenkopf, der sich sehr einfach zwischen Presta- und Schrader-Ventilen umschrauben lässt, überzeugt.

Vergleich von Fahrradpumpen

Um Ihnen bei der Auswahl der richtigen Fahrradpumpe zu helfen, haben wir eine Tabelle mit den wichtigsten Merkmalen einiger der getesteten Modelle erstellt:

Modell Typ Gewicht Maximaldruck Ventilarten Besonderheiten
Topeak JoeBlow Sport III Standpumpe - - Presta, Schrader, Dunlop Twin Head, stabiler Stand
Rose Druckmacher BL Standpumpe Standpumpe - - Presta, Schrader, Dunlop Holzgriff, robuster Pumpenkopf
SKS Germany Airstep Fußpumpe - - Presta, Schrader, Dunlop stabiler Stand, rückenfreundlich
SKS Germany Supershort Minipumpe - - Presta, Schrader, Dunlop kompakt, Schutzkappe als Griff
Hilo Sports Pointer Minipumpe Minipumpe - - Presta, Schrader, Dunlop Manometer, Universal-Pumpenkopf
Crankbrothers Klic HV CO2 Minipumpe 125 g 7,6 bar Presta, Schrader Klappgriff, Magnetkupplung, CO2-Adapter
Decathlon MTB Pump Minipumpe 208 g 4 bar Presta, Schrader Auszieh-Schlauch, Teleskop-Zylinder
Pro Minipump Performance HV Minipumpe 101 g 7 bar Presta, Schrader ausziehbarer Schlauch
SKS Airflex Explorer Minipumpe 135 g 5 bar Presta, Schrader ausziehbarer Schlauch, Softgriff

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