Fahrradsattel Erfahrungen und Test: So finden Sie den Richtigen

Wer wünscht es sich nicht: Drauf auf das Bike und los geht der Fahrspaß, egal wie lange die Tour auch dauert! Der Schmerz oder das Taubheitsgefühl am Hinterteil kann aber selbst die herrlichste Fahrradtour verderben. Dies kann aber viele Ursachen haben. Entweder ist der Sattel zu weich oder er passt einfach nicht zum eigenen Körperbau.

Um einen besseren Überblick zu erhalten, erläutern wir die Ursachen von Problemen, bieten Lösungsansätze und beleuchten die Merkmale eines „passenden“ Sattels. Trotz alledem sollte man folgende Punkte in Betracht ziehen, damit die Bike-Tour zur Wohlfühltour wird.

Beim Radfahren ist es wichtig, auf die Anatomie des Beckens zu achten. Viele Radfahrer klagen oft über Beschwerden im Gesäßbereich, die von empfindlichen Sitzknochen ausgehen können. Es ist ratsam, die Druckempfindlichkeit durch kurze und regelmäßige Fahrten zu Beginn der Saison zu trainieren. Die Knochen nehmen durch das Sitzen keinen Schaden, daher sollte das Körpergewicht vor allem auf ihnen ruhen.

Der Abstand der Sitzknochen am Sattel variiert je nach Sitzposition. Bei aufrechter Sitzposition als Trekkingradfahrer rotiert das Becken nach hinten. Die Breite des Fahrradsattels ist sehr wichtig. Wenn er zu breit ist, können die seitlichen Kanten an den Innenseiten der Oberschenkel scheuern und Druckstellen verursachen. Das kann dazu führen, dass der Biker unbeabsichtigt nach vorne rutscht. Ist der Sattel zu schmal, wird zu viel Druck auf die Weichteile und den Bereich zwischen den Oberschenkeln ausgeübt, wo wichtige Blut- und Nervenbahnen verlaufen, die gequetscht werden können.

Die Bedeutung des richtigen Fahrradsattels

Ein guter Sattel ist entscheidend für das Wohlbefinden auf dem Fahrrad. Im besten Fall spürt man ihn kaum, im schlechtesten Fall verursacht er Druckstellen, Taubheitsgefühle und Schmerzen. Der Wahl des richtigen Sattels kommt daher eine entscheidende Bedeutung zu. Legt man eine Jahreskilometerleistung von 10.000 Kilometern zugrunde, verbringt ein Radsportler rund 360 Stunden pro Jahr auf seinem Fahrrad. Egal ob der Sattel ein Loch in der Mitte besitzt, oder der Entlastungskanal mittig vertieft angebracht ist, dieses Feature ermöglich es, den sensiblen Dammbereich zu entlasten. Bei dem Sattelloch ist zu beachten, dass diese Öffnung unter Umständen Grund für eine Verschmutzung der Hose ist und im Winter ein eher unangenehmes Kältegefühl im Sitzbereich erzeugt.

Viele Sattelhersteller bieten mittlerweile ihre Sattelmodelle in verschiedenen Breiten an. Der beste Sattel nützt nichts wenn er falsch montiert und eingestellt wird. Auch die „Sattelhöhe“ ist ein wichtiges Kriterium damit beim Radfahren Freude aufkommt. Am besten mit einem Foto von eurem Fahrrad und einem Foto wie ihr auf eurem Rad sitzt.

Die ergonomischen Besonderheiten in Bezug auf den gesundheitlichen Nutzen sind wichtig. Der Komfort der Sättel entspricht ihrem Einsatzgebiet. Das heißt Sportsättel sind straffer gepolstert, können aber trotzdem komfortabel sein. Die Terry Sättel haben einen Mittelkanal der die Durchblutung verbessert. Die Polsterung der Satteldecke hat drei verschiedene Härten, entsprechend angepasst an die Belastung durch das Fahrergewicht. Selle Royale nutzt ebenfalls eine Elastomerdämpfung. Die Aufhängung der Satteldecke ist beweglich dadurch kann sich das Becken auf natürliche weise beim Pedalieren bewegen.

Die richtige Sattelbreite finden: Das Messen des Sitzknochenabstands ist eine Methode zur Ermittlung des individuell passenden Sattels. Die „Do-it-yourself“-Variante: Man setzt sich auf ein Stück Wellpappe und misst den Abstand der beiden Eindrücke von Mitte zu Mitte. Noch weiter geht das Konzept von Posedla aus Tschechien: Zunächst erstellt der Käufer mit einem Set einen Abdruck seines Sitzbereichs. Je nach dem Hersteller variiert das Angebot von einer bis zu vier verschiedenen Sattelbreiten.

Satteltypen und ihre Einsatzgebiete

Sportliche Sättel für Rennräder, Gravelbikes und Mountainbikes haben oft eine Obergrenze von 100 kg. Bei Trekkingrädern und Citybikes sind überwiegend Sättel bis 120 kg verbaut.

  • City: Holland- und Tourenrad mit aufrechter Sitzposition.
  • Tour: Trekkingbike, Reiserad und bequemes MTB.
  • Sport: Mountainbike, Rennrad und Gravelbike.

In der Rubrik „Sattelvergleich“ kannst du dann deine Favoriten vergleichen und den am besten passenden Sattel herausfiltern.

Spezielle Sattelformen und ihre Vorteile

Stufensättel: Beim Stufensattel ist der hintere breite Teil des Sattels höher, der vordere Teil liegt tiefer. Der Fahrer sitzt mit seinen Sitzknochen auf dem erhöhten hinteren Teil. Dadurch lastet weniger Gewicht auf dem Dammbereich und den Genitalien. Die empfindlichen Nerven und Blutgefäße im Dammbereich werden nicht komprimiert. Stufensättel können den Druck je nach Modell um bis zu 80 Prozent reduzieren. Der Stufensattel eignet sich sowohl für Männer als auch für Frauen. Entlastung bringt er Radfahrern die bei konventionellen Sätteln Schmerzen oder Taubheitsgefühle im Dammbereich oder den Genitalien haben.

Lochsättel: Lochsättel haben eine Aussparung um die empfindlichen Stellen unterhalb des Schambeinbogens zu entlasten. Der Lochsattel eignet sich für Fahrer/innen die häufig Taubheitsgefühle bekommen aber keine Probleme mit Druck im Dammbereich haben.

Spaltensättel: Die Sattelnase ist zweigeteilt mit einem Spalt dazwischen. Manche Modelle besitzen keine Sattelspitze (ISM Adamo) andere haben eine tiefer gezogene Sattelspitze (Selle SMP). verbessert die Durchblutung und reduziert den Druck im Dammbereich. Ähnlich wie beim Lochsattel verhindert der Spaltensattel Taubheitsgefühle. Allerdings darf der Fahrer nicht druckempfindlich an den Seiten des Dammbereiches sein.

Kernledersättel

Mit Kernledersattel ist eine Bauform gemeint bei der die Sitzfläche komplett aus Leder (meist Rindsleder) gefertigt ist. Diese wird mit der metallenen Unterkonstruktion verbunden. Der Lederbezug kann mit Werkzeug nachgespannt werden. Ledersättel passen sich an die Anatomie des Menschen an. Allerdings dauert dieser Prozess mehrere hundert Kilometer. Kernledersättel wollen regelmässig mit Lederfett gepflegt werden. Da es sich um ein Naturprodukt handelt können Ledersättel am Anfang auch abfärben. Deshalb sollte man keine hellen Hosen tragen. Ledersättel passen sehr gut zu klassischen Fahrrädern und Urbanbikes. Bei richtiger Pflege sind diese Sättel sehr langlebig. Geeignet sind Ledersättel für Fahrer, welche die lange Einfahrzeit nicht scheuen.

Standardsattel

Der Standardsattel sollte eine flache Sitzfläche haben damit sich der Druck großflächig verteilt. Moderne Sättel haben zur Entlastung im Dammbereich Vertiefungen die den Druck reduzieren. Teilweise wird auch bei der Unterkonstruktion und der Polsterung mit verschiedenen Materialien gearbeitet, um die Druckverteilung zu optimieren. Standard Sättel werden von der Mehrheit der Radfahrer gefahren. Sie eigen sich für alle Arten von Fahrrädern. Vorteil guter Kontakt über den Sattel zum Rad. Der Druck verteilt sich auf eine große Fläche.

Medizinische Sättel

Die medizinischen Sättel sind meist so konstruiert dass der Dammbereich zu 100% entlastet wird. Rocksättel wurden ursprünglich für Damen entwickelt die mit Kleid Radfahren. Medizinische Sättel eigen sich nicht für den Radsport. Am besten geeignet sind diese Sättel für Fahrräder mit aufrechter Sitzposition. Der Kontakt und die Führung zum Fahrrad geht durch die fehlende Sattelnase verloren. Ausser beim SQlab Sattel 600 active, dieser besitzt eine tiefergelegte Sattelnase.

Spezielle Modelle und Marken

Die SMC Core MTB Comfort Sättel und die SM-E Core Sättel gibt es für Damen und Herren. Der SMC wurde für das Bio-Mountainbike entwickelt. Von Ergon gibt es für den Tourenfahrer die Modelle ST Core Prime in Damen und Herren Ausführung. Ergon bietet in diesem Segment die SC Core Damen und Herren Modelle. Die Marke Terry hat die Anatomica Modelle für Damen und Herren im Sortiment. SQlab hat für die aufrechte Sitzposition das Modell 621 M-D Active entwickelt. Selle Royal hat das Modell Torx Relaxed am Start. Der Sattel hat eine Breite von 25cm und ist dadurch am besten für eine aufrechte Sitzposition geeignet.

Weitere Tipps für den Sattelkauf

Auch hier gibt es Lösungen, wenn durch das lange Sitzen weiterhin Druckschmerzen oder Hautirritationen an der Tagesordnung sind. Mit beispielsweise einem regelmäßigen Wechseln der Sitzposition durch Aufstehen oder Pausen, kommt mehr Frischluft an den Sitzbereich. Dies verhindert, dass feuchtes und warmes Sitzklima entsteht. Zudem ist eine Radhose mehr als nur ratsam, da diese den Schweiß im Sitzpolster ideal abtransportiert und durch ihr meist antibakteriell und atmungsaktives Material eine hohe Luftzirkulation ermöglicht. Zudem sollte man auf eine korrekte Sitzposition achten.

In diesem Test unter 23 Modellen hatten die Hersteller Acid und Wittkop die Nasen vorne im Punkt Preis-Leistung. Am Ende wurden zwei Testsieger gekürt. Bontrager für den sportlichen Radfahrer mit einer straffen Polsterung und SQlab für Trekking-Biker, der mit einem hochwertigen Fahrkomfort punktet.

Hierbei sitzt man fest im Sattel, wobei das Becken nach links und rechts mehr Spielraum bekommt. Diese Funktion dient dazu, die Lendenwirbelsäule zu mobilisieren und soll Rückenschmerzen vorbeugen. Immer mehr Marken bieten zudem Adaptermöglichkeiten für Werkzeuge, Lichter oder Satteltaschen über Clipsysteme an, wie es beispielsweise bei Selle Royal der Fall ist.

Ganz besonders optisch auffällig sind Sättel, wie der SQlab, mit einem Stufen-Design. Hierbei wird der Druck unter dem Schambeinbogen zusätzlich reduziert. Auch bei Sätteln wird „grün“ gedacht: Selle Italia setzt auf einen automatisierten Prozess zur Herstellung hochwertiger Fahrradsättel, ohne auf umweltschädliche Klebstoffe und Polyurethane zurückzugreifen, um die CO2-Emissionen zu minimieren.

Was man beim Kauf beachten sollte

Höhe, Winkel und Position des Sattels können das Sitzerlebnis stark beeinträchtigen. Bestenfalls sollten Sättel immer waagrecht montiert werden. Leider führt aber auch eine zu hohe Sitzposition zu seitlichen Bewegungen des Beckens über dem Sattel, wodurch das Hin und Her zu Hautirritationen und Reibstellen führen kann. Dort werden untere anderen die Sitzknochen vermessen, der passende Sattel ausgewählt, die Einstellung und die Sitzposition überprüft und bei Bedarf optimiert.

Wenn man sein Rad ab und an für spontane Fahrten in die Stadt oder nur zum Bäcker nutzt, spielen die Sattelqualität, Härtegrad und Breite eine untergeordnete Rolle. Fährt man aber regelmäßig in die Arbeit und geht ab und an auf Tages- sowie Mehrtagestouren, spürt man sofort, ob der Sattel dem Sitzfleisch guttut. Dadurch wird der Druck auch auf den weniger empfindlichen, aber problematischeren Damm- und Schambereich übertragen, wodurch Blut- und Nervenbahnen gequetscht werden können.

Wichtig: Bei einem weichen Sattel wird es schnell eng zwischen Schambeinkufen und Schambeinbogen. Warum? Die Sitzknochen sinken tief in das Polster dadurch wir der Platz zwischen Sattel und Dammbereich zu gering. Alte Radfahrer Weisheit! Je weicher der Sattel desto größer der Schmerz.

Wer mit seinem Fahrrad längere Radtouren oder sogar mehrtägige Radreisen unternimmt muss auf jeden Fall seinen Fahrradsattel schon längere Zeit getestet haben. Eigene schmerzhafte Erfahrung: Bei einer Alpenüberquerung habe ich eine neue Gesäßcreme getestet und dabei einen Ausschlag am Hintern bekommen.

Früher ging man davon aus dass Frauen ein breiteres Becken haben als Männer und darum einen breiteren Sattel brauchen. Heute weis man dass der Unterschied in der Beckenbreite zwischen Mann und Frau gering ist. Das Becken der Frau hat allerdings eine etwas andere Form. Der Schambeinbogen liegt bei den Frauen tiefer als beim Mann. Dadurch entsteht mehr Druck an der Sattelnase. Aus meiner Sicht können Männer wenn sie die richtige Sattelbreite wählen auch einen Damensattel fahren. Vor allem durch die kürzere Sattelnase wird der Dammbereich entlastet.

Die richtige Sitzposition

Die Lösung: Optimiere deine Sitzposition. Hierfür kannst du den Abstand vom Sattel zum Lenker ganz leicht variieren. Dein Gesäß sollte dabei mit der hinteren Sattelkante abschließen und nicht über diese hinweg rutschen. Sind deine Arme zu stark gestreckt und du rutscht immer wieder nach vorne, kannst du den Sattel ein Stück nach vorne versetzen. Beim Fahren solltest du genügend Druck auf das Pedal ausüben können, während du deinen Oberkörper bequem mit deinen Armen abstützt. Die Arme sollten dabei leicht gebeugt bleiben. Eine gleichmäßige, durchgehende Trittbewegung ist optimal, ohne dass kurz nach dem obersten oder untersten Punkt der Pedalstellung eine Kraftspitze zu spüren ist.

Wichtig: Überprüfe die Rahmengeometrie. Wenn alle Einstellungen keine Abhilfe schaffen, kann es an der Rahmengeometrie liegen. Ein zu kleiner oder zu großer Rahmen kann nur bedingt durch die Satteleinstellung kompensiert werden. Reicht die Sattelumstellung nicht, kann noch ein kürzerer oder längerer Vorbau am Lenker Abhilfe schaffen.

Das Material

Bei der Herstellung von Fahrradsätteln kommen zwei Materialien infrage. Wie sich diese unterscheiden und welche Vorteile jede Materialart hat, wird im Folgenden genauer erklärt:

  • Leder: Fahrradsättel aus Leder haben eine besonders edle Optik. Mit der richtigen Pflege sind sie zudem sehr langlebig. Nach einiger Eingewöhnungszeit passt sich das Leder optimal an die Körperform des Fahrers an und garantiert so einen hohen Sitzkomfort. Mit seiner hohen Bequemlichkeit ist ein Ledersattel ideal geeignet für längere Touren. Wer etwas Geld sparen möchte, kann auch auf ein Modell aus Kunstleder zurückgreifen.
  • Kunststoff: Im Vergleich zu einem Ledersattel muss ein Fahrradsattel aus Kunststoff nicht explizit eingefahren werden. Somit können lange Touren quasi direkt gestartet werden. Zudem sind Fahrradsättel aus Kunststoff günstiger in der Anschaffung. Im Laufe der Zeit haben sie jedoch einen höheren Verschleiß im Gegensatz zu Ledersätteln.

Zusammenfassung

Die Wahl des richtigen Fahrradsattels ist entscheidend für den Komfort und die Gesundheit beim Radfahren. Berücksichtigen Sie die Art des Fahrrads, Ihre Sitzposition, Ihren Körperbau und eventuelle spezifische Bedürfnisse, um den idealen Sattel zu finden. Regelmäßige Wartung und die richtige Einstellung des Sattels tragen zusätzlich zu einem angenehmen Fahrerlebnis bei.

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