Viele Kinder empfinden Fahrradhelme längst nicht mehr als lästige Pflicht, sondern tragen sie mit Begeisterung - und oft auch Stolz. Aber wer kann beurteilen, ob ein Fahrradhelm für 10 Euro von ALDI in Sachen Sicherheit genauso gut ist, wie ein Markenhelm für ein Vielfaches an Geld? Zumal die billigen Helme teilweise weniger Einstellmöglichkeiten haben, so dass er entweder passt oder eben nicht passt.
Passform und Sicherheit
Das A und O beim Helm ist halt die Passform, er muss richtig auf deinen Kopf passen. Unternehmen wie Aldi, Lidl usw. bieten zwar günstige Helme an, aber die Frage ist: Ist der Helm TÜV-geprüft? Er müsste irgendwo auf der Packung oder direkt am Helm ein entsprechendes Symbol haben. Der Helm ist TÜV - getestet und entspricht den Sicherheitsbedingungen, also kann man den Helm ohne Sorgen kaufen.
Qualität und Verarbeitung
Die üblichen Riemen plus eine Disc hinten zum schnellen Verstellen der Weite ermöglichen es, den Helm perfekt einzustellen. Die Verarbeitung des Helms ist top, von der Innenausstattung über den Deckel bis hin zum LED-Licht. Das Design ist auch super. Dem Direktvergleich mit teureren Herstellern im Radladen steht der Helm den Markenprodukten in nichts nach.
Wir waren auch im Radladen und haben dort geschaut: Vergleichbare Helme mit LED werden dort zwischen 50 und 80 Euro angeboten. Das einzige, was ich mich frage: Wie kann man so einen Helm zu dem Preis bauen? Wo und durch wen wird er gefertigt? Was verdienen die Arbeiter? Aldi ist ja bekannt, dass sie ab und zu solche Preisknüller anbieten.
Stiftung Warentest und ADAC Tests
Die Stiftung Warentest hat im April 2022 insgesamt 18 Fahrradhelme für Kinder getestet und bewertete den Pico Flash dabei mit der Gesamtnote 2,4 (»gut«). Mit 1,0 besonders gut bewertet wurden die niedrigen Schadstoffwerte des Fahrradhelms. Die Stiftung Warentest bemängelte allerdings das Fehlen von Reflektoren. Wir haben dies wegen der hervorragenden Beleuchtung nicht negativ in unser Testergebnis einfließen lassen.
Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest elf City- und Urban-Fahrradhelme sowie drei S-Pedelec-Helme in den Kategorien Sicherheit, Komfort, Handhabung und Schadstoffgehalt getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass mit Ausnahme des Testverlierers alle Produkte eine ausreichende Schutzwirkung bei einem Stoß gegen den Fahrradhelm erzielten. Den besten Unfallschutz im Vergleich bot der Testsieger von Uvex.
Gut geschlagen hat sich der günstigste Helm im Test: Mit einer Gesamtnote von 2,6 kann sich der Crivit-Fahrradhelm von Lidl im Vergleichsfeld behaupten. Von insgesamt elf Modellen belegt er einen Platz im Mittelfeld. Sein Preis von gerade einmal 15 Euro ist um den Faktor acht günstiger als beim Testsieger von Uvex und beweist, dass ein Kopfschutz beim Radfahren nicht teuer sein muss.
Testergebnisse im Überblick (Fahrradmagazin.net)
Im Fahrradhelm Test wurden verschiedene Modelle untersucht und in der Praxis unter die Lupe genommen. Hier eine Übersicht der Testergebnisse aus dem Fahrradmagazin Fahrradhelm Test:
| Fahrradhelm | Eigenschaften | Ergebnis | Preis |
|---|---|---|---|
| Alpina Mythos 3 | Sehr leichte Bauweise, verstellbares Kopfband, Insektenschutz | 4,5 / 5 | ab 99,95 € |
| Cratoni Pacer Plus | Leichte Bauweise, gepolsterter Kinnriemen, Insektenschutz, Reflektoren | 4,5 / 5 | ab 48,32 € |
| Casco Active 2 | Reflektierende Streifen, 26 Lüftungsöffnungen, Insektenschutz | 4,3 / 5 | ab 94,95 € |
| ABUS Urban-I 3.0 | Integriertes Rotlicht, guter Magnetverschluss, Insektenschutz | 4,1 / 5 | ab 64,95 € |
| Lazer Helm Beam | Leichte Bauweise, verschiedene Farben | 4 / 5 | ab 28,82 € |
Den Testsieger für Fahrradhelme im Jahr ’21 und ’17 gab es bereits für ca. 80 Euro. Eine Top-Platzierung konnte dabei der Casco Active 2 Helm belegen, gefolgt vom Cratoni Pacer. Insgesamt wurden Testnoten von 1,7 (gut) bis 3,9 (ausreichend) vergeben. Teilweise haben Fahrradhelme bei der Hitzebeständigkeit mit einer 4,0 (ausreichend) abgeschlossen.
Sicherheitsaspekte und Technologien
Einige Anbieter versprechen Extra-Schutz durch Mips oder ähnliche Systeme wie Kineticore von Lazer. Mips steht für Multidirectional Impact Protection System, zu Deutsch: Schutzsystem für Zusammenstöße aus verschiedenen Richtungen. An der Helm-Innenseite ist eine Kunststoffschale befestigt, die sich unabhängig bewegt. Sie soll Rotationskräfte abfangen, die während eines Aufpralls auf das Gehirn wirken. Der Fahrradhelm-Test der Stiftung Warentest zeigt, dass Mips keine Voraussetzung für einen guten Fahrradhelm ist. Auch einige Helme ohne dieses System schützen gut vor Kopfverletzungen.
Materialien und Bauarten
Wie im Fahrradhelm-Test von 2021 waren zwei unterschiedliche Bauarten von Helmen vertreten. Beim In-Mold-Verfahren wird die Polycarbonat-Außenschale des Helmes zusammen mit der Innenschale aus expandiertem Polysterol-Schaumstoff (EPS) in einem einzigen Arbeitsschritt hergestellt und miteinander verschweißt. Das Ergebnis ist ein sehr leichter und stabiler Helm.
Hartschalenhelme haben hingegen eine dicke Außenschale aus hartem Plastik. Ihre Herstellung erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren, bei dem die äußere Schale mit der inneren Schale aus EPS verklebt wird.
Empfehlungen für Verbraucher
Da sich jede Kopfform individuell darstellt, ist es empfehlenswert, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. So lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Wunschhelms prüfen und ein Fehlkauf vermeiden. Nehmen Sie am besten auch Ihre Brille zum Probetragen mit.
Die Pflege des Helmes entscheidet über die Dauer der Einsatzfähigkeit. Denn die Schutzwirkung verliert auch ein in die Jahre gekommener Helm nicht wesentlich. Durch regelmäßige Pflege und Reinigung, trockene Lagerung sowie der Schutz vor äußeren Einwirkungen kann der Helm über längere Zeit genutzt werden.
Sichtbarkeit und Beleuchtung
Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Da die Aktivierung vom Nutzer bzw. der Nutzerin jedoch oft vergessen wird, sollte der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen. Ein helles Design in auffälligen Farben erhöht zudem die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht.
Immer öfter werden LED-Rücklichter auf der Hinterseite des Fahrradhelms integriert. Einige sind sehr schick und bieten einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn. Positiv ist den Testern die Handhabung des LED-Rücklichtes mittels Magnet beim Helm von Abus aufgefallen.
Kinderfahrradhelme
Gerade bei Kleinkindern ist die Gefahr durchaus größer, dass diese in der Lernphase oder bei Fahrten in Gruppen stürzen. Kinder sollten sich bereits früh an einen Helm gewöhnen, Eltern können dabei mit gutem Beispiel vorangehen und ebenfalls einen Helm tragen. Safety first lautet hier die Devise und daher verwenden immer mehr Menschen einen Helm beim Fahrradfahren.
Stiftung Warentest und ADAC testen Helme - In der Ausgabe 04/2022 der Zeitschrift „test“ wurden 18 Fahrradhelme für Kinder getestet. Es wurden dabei Fahrradhelme für Kinder als Mitfahrer (kleinere Kinder ab ca. 3 Jahren mit einem Kopfumfang von ca. 48-54 cm) und selbstfahrende Kinder mit einem Kopfumfang von ca. 50-57 cm getestet. Beim Unfallschutz wurde nach DIN EN 1078 getestet.
Weitere Empfehlungen und Tipps
- Passform prüfen: Ein Helm sollte fest sitzen, ohne zu drücken.
- Kinnriemen: Achten Sie darauf, dass sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lässt, wenn der Kinnriemen geschlossen ist.
- Altersgruppe: Helme und ihre Größen lassen sich in vier Altersgruppen unterteilen.
- Farbe: Sichtbarkeit im Straßenverkehr kann Radfahrern das Leben retten. Deshalb ist es ratsam, zusätzliche Reflektoren zu kaufen oder beim Helmkauf auf eine gut sichtbare Farbe zu achten.
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