Warum sind robuste Motorradstiefel beim Motorradfahren so wichtig? Laut ADAC zeigen Statistiken, dass bei Unfällen mit Motorrädern die Füße, Schienbeine, Knöchel oder andere Körperteile der unteren Gliedmaßen am häufigsten von Verletzungen betroffen sind. Für mehr Sicherheit beim Fahren sollten Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer also unbedingt Motorradstiefel tragen, um sich vor Verletzungen bei Unfällen zu schützen. Wichtig ist vor allem, dass Ihre Knöchel und Schienbeine bedeckt und somit geschützt sind. Zum Beispiel fängt die Wade bei Damen im Vergleich zu Herren meist viel weiter unten an.
Was sind die wichtigsten Eigenschaften von Motorradstiefeln?
Motorradstiefel sind an bestimmten Stellen nicht nur bei Unfällen starker Beanspruchung ausgesetzt und müssen besonders strapazierfähig sein. Als stärkstes Material hat sich bei fast allen Typen von Motorradschuhen eigentlich immer noch Leder bewährt. Besonders im Zehenbereich, an der Ferse sowie am Knöchel sollten Motorradstiefel mit speziellen Verstärkungen ausgestattet sein, um gelegentliche Berührungen mit dem Asphalt auszuhalten. Teilweise gibt es auch austauschbare Elemente, wie der Zehenschleifer für sportliche Fahrerinnen und Fahrer. Außerdem sollten Motorradstiefel eine Verstärkung im Vorfuß des linken Stiefels haben - eine sogenannte Schaltverstärkung.
Ein ausgeprägter Absatz sorgt für Halt auf den Rasten ihres Motorrads. Jede Motorradfahrerin und jeder Motorradfahrer hat unterschiedlich geformte Füße und Beine. Achten Sie bei Ihren Motorradstiefeln daher darauf, dass ausreichend Verstellmöglichkeiten in Form von Klettverschlüssen, Reißverschlüssen oder Schnallen vorhanden sind. Auch elastisches Material kann für eine bessere, enganliegende Passform sorgen.
Eine weitere wichtige Eigenschaft von Motorradstiefeln ist die Wasserdichtigkeit des Obermaterials. Wenn Ihre Boots wasserdicht sind, können Sie bei schlechtem Wetter mit Regen auf Gamaschen oder Überzieher verzichten. Die Sohle von Motorradstiefeln muss besonders rutschfest sein, damit Sie stets einen sicheren Grip auf dem Motorrad haben. Einige Modelle sind neben der Außensohle aus Gummi und der Innensohle aus Leder zusätzlich mit einer dünnen Sohle aus Stahl ausgestattet. Das sorgt für ein Plus an Stabilität. Ihre Motorradstiefel sollten jedoch immer noch eine gewisse Flexibilität aufweisen, damit Sie ein besseres Gefühl beim Schalten haben.
Welche Typen von Motorradstiefeln gibt es?
Es gibt viele verschiedene Modelle von Motorrädern. Daher haben die Hersteller mit der Zeit auch ihre Motorradstiefel an die unterschiedlichen Anforderungen der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer angepasst. Wir unterscheiden zwischen vier grundsätzlichen Typen:
- Touren-Motorradstiefel
- Sport-Motorradstiefel
- City-Motorradstiefel
- Offroad-Motorradstiefel
Touren-Motorradstiefel - die komfortablen Stiefel für lange Fahrten
Bei Touring-Motorradstiefeln (Allround) handelt es sich um die Tausendsassa unter den Motorradstiefeln. Die Stiefel sind meist aus schlichtem, schwarzem Leder und mit Reflektoren versehen - das erhöht die Sichtbarkeit und somit ihre Sicherheit bei Nachtfahrten. Touren-Motorradstiefel lassen sich meist per Klettverschluss oder mit Hilfe eines Reißverschlusses öffnen und schließen oder an ihre Fußform anpassen. Sie eignen sich sowohl für längere Touren als auch für die alltägliche Fahrt zur Arbeit und bieten auch abseits des Motorrads einen hohen Tragekomfort.
Sport-Motorradstiefel - die Stiefel mit zahlreichen Protektoren
Sportstiefel sind im Vergleich zu Touren-Motorradstiefeln oft deutlich bunter und mit mehr Verstärkungen ausgestattet. Fahrerinnen und Fahrer von Supersportlern schleifen schon mal über den Asphalt und benötigen daher mehr Protektoren als gemütliche Biker. Ein Sport-Motorradstiefel sollte vor allem über Fersenschleifer und Schalthebelverstärkungen verfügen. Lüftungsöffnungen sorgen für ein angenehmes Klima im Inneren des Schuhs. Das Öffnen und Schließen sowie die Justierung der Passform funktioniert bei Sport-Motorradstiefeln meist mittels Ratschen und Schnallen.
City-Motorradstiefel - urbane Boots für den Alltag
Wenn Sie häufig in der Stadt mit ihrem Motorrad unterwegs sind und auf der Suche nach einem Stiefel sind, der sich sowohl für Ihr Bike als auch für den alltäglichen Einsatz eignet, sollten sie City-Motorradstiefel in Betracht ziehen. Solche Modelle sind häufig auf einem Chopper zu sehen und werden daher auch Chopper Boots genannt. Sie sind meist aus schwarzem oder braunem Leder und haben im Vergleich zu anderen Stiefeln einen nicht ganz so hohen Schaft. Die Knöchel sind zwar geschütz, die Schienbeine jedoch nicht komplett.
Offroad-Motorradstiefel - Boots für Enduro-Fahrer
Wenn Sie Motocross betreiben oder eine Enduro fahren, sind Offroad-Motorradstiefel die beste Wahl für Sie. Solche Modelle sind besonders hohen Belastungen ausgesetzt und bieten durch einen sehr hohen Schaft eine hohe Stabilität mit vielen Protektoren im Bereich des Knöchels, der Ferse und des Schienbeins. Häufig sorgt eine Stahlkappe an den Zehen für zusätzliche Sicherheit. Beim Material von Enduro-Stiefeln handelt es sich oft um einen Mix aus Leder und Kunststoff.
Wie schneiden Motorradstiefel in Tests und Meinungen ab?
Motorradstiefel werden oft in Fachmagazinen, wie MOTORRAD, Motorrad News, Motorradfahrer oder Tourenfahrer getestet. Besonders beliebte Modelle von Herstellern wie Alpinestars oder Daytona werden häufig sogar mehrmals von den Testerinnen und Testern unter die Lupe genommen. In ihren Tests gehen die Experten unter anderem auf den Tragekomfort der Boots ein und beleuchten außerdem die Beschaffenheit des Materials. Sowohl die Wasserdichtigkeit als auch die Atmungsaktivität der Stiefel spielt bei den Tests meist eine große Rolle. Auch in den Meinungen der Kundinnen und Kunden erfahren Sie, ob ein Schuh bequem ist oder nicht.
15 Motorrad-Adventure-Stiefel im Test
Um subjektive Eindrücke und persönliche Vorlieben auszuschließen, wurden die in 2 Größen angefragten Adventure-Stiefel von mehreren Redakteuren bewertet. Zunächst kamen sie auf einer Triumph Tiger 900 Rally und einer Ducati Multistrada V4 im Praxistest zum Einsatz. Bewertet wurden Kriterien wie Halt auf den Rasten, Komfort im Sitzen und Stehen, Gefühl für den Bremshebel, Komplikationen beim Schaltvorgang und derartiges. Auch das Verhalten in unwegsamem Gelände wurde erfahren bzw. erlaufen.
Danach folgte die Betrachtung von Aufbau, Tragekomfort und Verarbeitung. Im Hinblick auf Sicherheit wurden Abstreifschutz, Verwindungs- und Seitensteifigkeit der Adventure-Stiefel beurteilt sowie der Einsatz von Verstärkungen und ggf. speziellen Protektoren. Anschließend mussten die Adventure-Stiefel im Nässetest ihre Wasserdichtigkeit unter Beweis stellen. Abschließend flossen noch weitere Messwerte wie Gewicht und Schafthöhe in die Bewertung ein. Der Preis war hingegen kein Bewertungskriterium.
Eine Pflicht zum Tragen spezieller Schuhe beim Motorradfahren gibt es nicht. Der eigenen Gesundheit zuliebe sollten trotzdem Stiefel getragen werden, die in der Europäischen Norm 13634 festgehaltenen Mindestanforderungen erfüllen. Für die Sicherheit bei Verkehrsunfällen sind vor allem die mechanischen der in der Norm 13634 festgehaltenen (Schutz-) Eigenschaften wichtig. Hierüber müssen Hersteller in einem standardisierten Label im Schuh Auskunft geben.
Wichtig ist dort das Motorradfahrer-Piktogramm, das die Zulassung als "Persönliche Schutzausrüstung" nachweist. Darunter findet sich der Verweis auf die erfüllte Norm und anschließend eine Auskunft über die bei der Zertifizierung erreichten Schutzlevel. Seit 2017 neu ist die Angabe a) zur Schafthöhe, zuvor fanden sich hier lediglich die drei Angaben b), c) und d). Alle vier Kategorien können Level 1 oder 2 entsprechen, höher ist besser.
11 wasserdichte Motorrad-Sneaker im Test
Knöchelhoch mit Protektoren und allerlei Ausstattung, mit integrierter Membran und modernem Look betreten sie den Markt. Alle 11 Paar Sneaker sind als Schutzschuhe für Motorradfahrer zertifiziert, decken den Knöchel als besonders vulnerablen "Schleif"-Punkt ab und kommen den bekannten Kurzschaftstiefeln beachtlich nah. Die Sneaker sollen aber auch abseits vom Motorrad funktionieren, bequem und atmungsaktiv sein.
Testsieger im Überblick:
- Testsieger: Gaerne Rocket Gore-Tex
- Platz 2: Held College Rider GTX - 100 % wasserdicht und komfortabel
- Platz 2: Daytona AC Dry GTX G2 - weniger Sneaker, mehr Stiefel
- Kauftipp: TCX Street 3 WP - gutes Gesamtpaket
Gaerne Rocket Gore-Tex
- MOTORRAD-Urteil: sehr gut
- Preis: 179,90 Euro
- Damen-Passform: nein
- Größen: 39 bis 48
- Farbe: Schwarz
- Gewicht: 480 g (gewogen, einzeln, Größe 41)
- Schafthöhe: ca. 15 cm (gemessen, ohne Sohle, Größe 41)
- Membran: Gore-Tex
- Herstellungsland: Italien
- Ergebnis Nässetest: 100 % dicht
- Ausstattung: Schutz an Knöchel, Ferse, Zehen, Schaltschutz, Reflektoren, Verschlussband
- Obermaterial: Microfiber
- Fazit: Die Testsieger-Rakete bietet von allen elf Teilnehmern den besten Kompromiss aus Komfort, Schutz und Wetterbeständigkeit.
Held College Rider GTX
- MOTORRAD-Urteil: sehr gut
- Preis: 179,90 Euro
- Damen-Passform: nein
- Größen: 37 bis 47
- Farben: Schwarz, Blau
- Gewicht: 540 g (gewogen, einzeln, Größe 41)
- Schafthöhe: ca. 15 cm (gemessen, ohne Sohle, Größe 41)
- Membran: Gore-Tex
- Herstellungsland: Vietnam
- Ergebnis Nässetest: 100 % dicht
- Ausstattung: Schutz an Knöchel und Ferse, Reißverschluss
- Obermaterial: Armalith Denim
- Fazit: Der College Rider steigt direkt mit einer Bestnote und dem zweiten Platz im Test in den Markt ein. Kleinen Mankos zum Trotz ein sehr guter Motorradschuh im modernen Stil - 2022 geht auch das!
Daytona AC Dry GTX G2
- MOTORRAD-Urteil: sehr gut
- Preis: 309,95 Euro
- Damen-Passform: nein
- Größen: 36 bis 49
- Farbe: Schwarz
- Gewicht: 770 g (gewogen, einzeln, Größe 41)
- Schafthöhe: ca. 18 cm (gemessen, ohne Sohle, Größe 41)
- Membran: Gore-Tex
- Herstellungsland: Deutschland
- Ergebnis Nässetest: 100 % dicht
- Ausstattung: verstärkte Sohle, Schutz an Knöchel, Ferse, Zehen, Schaltschutz, Tasche für Schnürung, Reißverschluss
- Obermaterial: Leder
- Fazit: Der AC Dry GTX in der neuesten Version G2 punktet wie vom deutschen Hersteller gewohnt mit höchstem Schutz und 1-a-Verarbeitung.
Neben den genannten Testsiegern wurden auch weitere Modelle getestet, darunter:
- TCX Street 3 WP (MOTORRAD-Urteil: gut)
- Vanucci VC-1 Sympatex (MOTORRAD-Urteil: gut)
- Alpinestars J-6 Waterproof (MOTORRAD-Urteil: gut)
- Furygan Austin D3O WP (MOTORRAD-Urteil: gut)
- iXS Classic Comfort-ST 2.0 (MOTORRAD-Urteil: gut)
- Stylmartin Double WP (MOTORRAD-Urteil: befriedigend)
- Falco Ace (MOTORRAD-Urteil: befriedigend)
- Kochmann Brooklyn (MOTORRAD-Urteil: befriedigend)
Auch wenn die Stiefel nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, wird bereits in den Fahrschulen gepredigt, dass die Füße von festen Schuhen bedeckt sein müssen, die über die Knöchel reichen und gut sitzen. Motorradstiefel verfügen nicht nur über die notwendige Länge, sondern zusätzlich über einen weiteren Schutz, der auf den Fall eines Unfalls oder Sturzes ausgelegt ist.
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