Die Frage, ob und inwieweit Biker-Gangs politisch rechts ausgerichtet sind, ist komplex. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Biker-Gangs politisch rechts sind und dass es auch viele Biker-Gangs gibt, die sich politisch neutral verhalten oder sich sogar für liberale oder linke politische Positionen einsetzen.
Biker sind von der Grundausrichtung her eher neutral. Allerdings unterscheidet sich jeder Biker in einem Punkt von den Rechten: Wir diskriminieren niemanden! Ganz gleich welche Hautfarbe, Geschlecht oder Herkunft. Das kann jeder sehen, wenn zwei Biker sich begegnen: "Linke-Hand-zum-Gruß" ist der Standard und bei einer Panne oder einem Unfall helfen Biker einfach jedem anderen Biker.
Dass es auch unter Bikern rechts-nationalistisch/faschistisch Gesinnte gibt, kann sicher vorkommen. Doch die sind - genauso wie solche Menschen in ganz Deutschland - eher die Ausnahme und ganz sicher eine Minderheit!
Mögliche Gründe für rechte Tendenzen
Einige Biker-Gangs können eine nationalistische oder fremdenfeindliche Einstellung haben, die zu politischen Ansichten führt, die als rechts eingestuft werden können. Ich denke, dass viele Biker-Gangs politisch rechts ausgerichtet sind, weil sie oft eine antiautoritäre Haltung haben und sich gegen die Kontrolle und Regulierung durch die Regierung oder andere Institutionen aussprechen. Sie setzen sich für ihre individuellen Freiheiten und Rechte ein und lehnen eine Einschränkung dieser durch politische Entscheidungen oder Gesetze ab.
Neonazis und Rocker: Ein problematisches Zusammenspiel
Die Verbindung zwischen Bikergangs und Rechtsextremismus erscheint auf den ersten Blick eher fremd. Motorradclubs, wie sie sich in den USA gründeten und in den 1970er Jahren auch in Deutschland Fuß fassten, definieren sich selbst oft als nach innen gerichtet loyale Gruppe, unabhängig von der Herkunft ihrer Mitglieder. Gerade bei „Outlaw Motorcycle Clubs“ (OMC) war das der propagierte Markenkern: Gegen die Regeln, frei von Zwängen, jeder für jeden.
So fern es auch auf den ersten Blick wirken mag, Rechtsextremismus ist dieser Szene nicht fremd. In vielen englischsprachigen Ländern ist die Verbindung von rechtsextremer Ideologie und hierarchisch organisierten OMC schon lange bekannt, in den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland bestehen beispielsweise Abteilungen des Aryan Nations Sadistic Souls Motorcycle Club.
Auch Deutschland sind rechtsextreme „Onepercenter“ nicht fremd: Schon Ende der 2000er gründete sich in Mecklenburg-Vorpommern der mittlerweile aufgelöste „Schwarze Schar MC“, 2015 wurde mit der „Oldschool Society“ eine rechtsterroristische Gruppierung in Form eines OMC aufgedeckt und in Thüringen wurden im März Mitglieder der „Turonen“ wegen Drogenhandels zu hohen Haftstrafen verurteilt.
Spätestens mit der Festnahme eines rechtsextremen deutschen „Bandido“-Mitglieds, der versuchte, mit Maschinenpistolen nach Österreich einzureisen und dessen Verhaftung sich 2023 die Aufdeckung eines riesigen Lagers an Waffen, Munition und NS-Devotionalien anschloss, stellt sich die Frage: Wie groß ist die Bedrohung durch Rechtsextremismus in „Outlaw Motorcycle Clubs“?
Ein konkretes Beispiel: Rechtsrock-Konzert in Bopfingen
Am Samstag (20.07.) hat die Polizei in Bopfingen im Ostalbkreis ein Rechtsrock-Konzert verhindert und fünf Ermittlungsverfahren eingeleitet. Wie unsere Redaktion berichtet hatte, sollten laut Polizei auf einem Industriegelände die bekannte Szene-Band „Kategorie C“ und die Rechtsrock-Gruppe „Heureka“ auftreten.
Wie wir nun erfuhren, sollte das Konzert im Clubhaus eines Biker-Clubs stattfinden. Dessen Präsident sagt, er sei "getäuscht" worden. Am Mittwoch (24.07.) erreichten unsere Redaktion Hinweise, dass auf dem Industriegelände in Bopfingen auch der Treffpunkt der lokalen Rockergruppe „MC Underground Chapter Nomad“ liegt. Dort sollten offenbar die beiden Bands, die vom Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) als rechtsextrem eingestuft wurden, am Samstag auftreten.
„Ich habe gedacht, ich bin bei der versteckten Kamera“, sagt der Präsident des Clubs gegenüber unserer Redaktion. Am Samstagabend hätten Beamte das Clubhaus in Bopfingen gestürmt, in voller Montur - und er habe sich überhaupt nicht erklären können, warum. Mittlerweile wird deutschlandweit über die Vorfälle berichtet.
Was dem Präsidenten zufolge vorgefallen ist: Ein Bekannter habe ihm erzählt, dass ein anderer Bekannter eine Location für eine Geburtstagsparty suche. Beide seien keine Mitglieder im Biker-Club. Der Präsident habe eingewilligt. 60, 70 Leute waren angekündigt. Laut Polizei waren am Ende 50 Personen aus mehreren Bundesländern vor Ort.
„Ich habe vorher noch gefragt: Braucht ihr Musik? Eine Anlage?“, sagt er. Doch der Bekannte habe abgewunken. Der eine, der singt, so stellte sich später heraus, war Hannes Ostendorf, Frontmann der bekannten rechtsextremen Band „Kategorie C“. Der eine, der Gitarre spielen sollte, war sein Band-Kollege Nico Roth, der laut Polizei selbst mit seinem eigenen Rechtsrock-Projekt „Heureka“ habe auftreten wollen. Beide Personen und Bands, so versichert es der Biker-Präsident, hätten ihm vor dem Polizei-Einsatz überhaupt nichts gesagt.
Die Leute, die am Samstagabend gekommen waren, hätten „ganz normal ausgesehen“, sagt er. „Die hatten teilweise Tätowierungen, aber die habe ich auch. Da war keiner mit Bomberjacke und Glatze.“ Gekannt habe er nur eine einzige Person, die aus dem Ostalbkreis stammte. Erst als Sänger Ostendorf auf einem Tisch etwas Merchandise auslegte, sei ihm das inhaltlich „etwas zu rechts“ gewesen. „Aber etwas Verbotenes war nicht dabei, der durfte das alles wieder mitnehmen.“
Bevor Ostendorf überhaupt loslegen konnte, sei das Clubhaus gestürmt worden. Der „MC Underground“ ist eine ursprünglich österreichische Rockergruppe, die in der Vergangenheit in einem Fall mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht wurde. 2014 fand in deren Clubhaus in Kematen (Tirol) eine Razzia statt, weil das Totenkopf-Logo des Clubs nach Ansicht der zuständigen Behörden „bis zum charakteristischen Riss in der Schädeldecke“ dem Logo der Totenkopf-Division der Nazi-Organisation SS glich.
Auch wenn dieser Vorwurf letztlich vor Gericht fallen gelassen wurde, fanden sich bei der Durchsuchung Gegenstände mit Bezug zum Nationalsozialismus: Eine Hitler-Büste, Schnapsflaschen mit Hitler-Emblem, Hitlers Buch „Mein Kampf“ und weiteres.
Geburtstagsparty als Masche? Das „Chapter Nomad“ (Chapter = quasi „Ortsgruppe“) ist so was wie der Bopfinger Ableger des österreichischen Rocker-Clubs. Dem Präsidenten ist dieser Prozess aus Österreich bekannt.
„Ich möchte das auch gar nicht beschönigen, aber es ist schlimm, wenn man immer über einen Kamm geschert wird.“ Von den Leuten, die damals schon Mitglieder des Clubs waren, sei heute kaum jemand dabei. Er selbst und auch sein Club würden Rechtsextremismus entschieden ablehnen, man sei unpolitisch.
„Ich schwöre, bei allem, was mir heilig ist, ich bin kein Rechtsradikaler und ich will mit dem auch nichts zu tun haben.“ Dass in seinem Clubhaus jemand Geburtstag feiern wollte, daran hat er mittlerweile erhebliche Zweifel.
Der Präsident der Bopfinger Biker bemüht sich seit Samstag offenbar um Schadensbegrenzung. „Ich bekomme andauernd Anrufe von Leuten, die fragen, was ich mit diesem 'Gesocks' zu tun habe. Der Motorradclub sei in der Nachbarschaft sehr beliebt, so der Präsident.
Die fünf Ermittlungsverfahren der Polizei würden sich ausschließlich gegen angereiste Personen richten, die nach seinen Informationen ein Messer im Auto oder einen Ring mit verfassungsfeindlichem Symbol am Finger trugen. Trotzdem habe er aus der angeblichen Geburtstagsfeier und ihren Folgen seine Lehren gezogen.
Rockerkriminalität: Strukturen und Tendenzen
Eine Rockergruppe ist ein Zusammenschluss mehrerer Personen mit strengem hierarchischem Aufbau, enger persönlicher Bindung der Gruppenmitglieder untereinander, geringer Bereitschaft, mit der Polizei zu kooperieren und selbst geschaffenen strengen Regeln und Satzungen.
Rockerkriminalität umfasst alle Straftaten von einzelnen oder mehreren Mitgliedern einer Rockergruppe, die hinsichtlich der Motivation für das Verhalten im direkten Zusammenhang mit der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe und der Solidarität zu sehen sind. Rockerkriminalität wird über die Motivation für die begangenen Straftaten, die in direktem Zusammenhang mit dem Motorradclub steht, definiert.
Polizeilich relevante Rockergruppierungen werden als Outlaw Motorcycle Gangs (OMCG) bezeichnet. Die OMCG entstanden Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Strukturen der unterschiedlichen Clubs sind nahezu identisch. Sie sind hierarchisch gegliedert und weisen ein strenges Reglement mit teilweise drastischen Strafandrohungen bei Regelverstößen auf.
Die kleinste Organisationseinheit ist der Ortsverein. Dieser wird bei BMC, OMC und GMC als "Chapter", beim HAMC als "Charter" bezeichnet (nachfolgend: Chapter). Der Chaptername bezieht sich in Deutschland meist auf eine Region oder eine Stadt, in der der Club ansässig ist.
Die zunächst legalen (Vereins-)Strukturen und die internationale Vernetzung von Rockergruppierungen bergen erhebliche Potenziale für eine kriminelle Nutzung. Macht- und Territorialinteressen werden gegenüber konkurrierenden Clubs mit hoher krimineller Energie durchgesetzt.
In Deutschland werden immer mehr Ermittlungsverfahren gegen Rockergruppierungen sowie gegen Angehörige von Rockergruppierungen geführt, in denen festgestellt wird, dass kriminelle Rockergruppierungen auch mit anderen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität zusammenarbeiten.
Der Großteil der von Angehörigen von Rockervereinigungen begangenen Straftaten liegt im Bereich der Rohheitsdelikte (gefährliche Körperverletzung, einfache Körperverletzung, räuberische Erpressung, Erpressung, Bedrohung). Die Schwelle zum Einsatz von teilweise massiver Gewalt bis hin zur Begehung von Tötungsdelikten ist niedrig. Auch vor dem Gebrauch von Stich- und Schusswaffen - unter Inkaufnahme von Verletzungen unbeteiligter Dritter - wird nicht zurückgeschreckt.
Im Phänomenbereich der Rockerkriminalität ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen. Der Verhaltenskodex der Rockergruppierungen verbietet ermittlungsfördernde Verhaltensweisen, insbesondere die Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden.
MC Kuhle Wampe: Ein Gegenbeispiel
Wir wollen dem Treiben alter und neuer Nazis nicht einfach zusehen. Der MC Kuhle Wampe unterstützt antifaschistische Aktionen und Initiativen und wird auch in vielen Fällen selbst aktiv.
Motorradfahren und Umwelt - paßt das überhaupt zusammen? Wir wollen natürlich unseren Spaß am Mopedfahren haben, aber wir sind uns auch klar darüber, daß wir unsere Umwelt darüber nicht einfach vergessen können. Wir machen zum Beispiel Aktionen wie Lärmmessungen und fordern von der Industrie mehr Aktivität in Sachen Umwelttechnik ein. Kuhle Wampe fordert die Stillegung aller Atomanlagen - weltweit und sofort.
MotorradfahrerInnen werden leider immer noch oft als Rocker und Dummköpfe angesehen, die außer Raserei nichts in der Birne haben. Als Folge davon werden wir oft von der Allgemeinheit benachteiligt. Wir sind kein bierernster Verein. Der Spaß kommt nicht zu kurz. Wir treffen uns immer wieder auf allen möglichen und unmöglichen Feten in ganz Deutschland (manchmal auch ganz Europa). Einmal im Jahr findet ein großes Sommertreffen aller KW-Clubs statt. Ansonsten sind wir auch nicht aufs Mopedfahren beschränkt.
Fahrrad-Demonstration gegen Rechts
Es wird bewusst auf eine Bühne verzichtet, um den Fokus auf die friedliche Fahrrad-Demonstration und den sozialen Austausch zu legen. Diese Veranstaltung ist offen für alle nicht rechtsradikalen Parteien sowie Organisationen, Firmen und Fußballvereine.
Die Route über die Erzbahn-Trasse Radweg ermöglicht nicht nur eine landschaftlich reizvolle Fahrt, sondern betont auch die Bedeutung nachhaltiger Mobilität. Das Ende der Demonstration ist auf dem Platz der Zeche Zollverein auf dem Gleisboulevard der Zeche Zollverein in unmittelbarer Nähe zur Halle 12.
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