Willst Du eine längere Motorradtour planen? Damit es nicht nur Spaß macht, sondern auch stress- und risikofrei abläuft und nicht zu kostspielig wird, gilt es einige Vorbereitungen zu treffen. Denn beim Motorradtouren planen geht es nicht nur um die Streckenplanung. Dieser Artikel ist eine Planungshilfe mit nützlichen Insidertipps und -tricks sowie einer Packliste für einen unvergesslichen Roadtrip!
Motorradtour planen: 7 Fragen, die Du Dir vor Deinem Roadtrip stellen solltest
Während kurze Spritztouren von Spontanität leben, kann man sich für einen Roadtrip nicht einfach auf die Maschine schwingen. Um eine Motorradtour zu planen, solltest Du Dir einige grundsätzliche Fragen stellen - und zwar noch bevor praktische Aufgaben wie Motorrad-Check, Streckenplanung oder Packliste angegangen werden.
1. Welche Art von Motorradtour ist geplant?
Auf schnellstem Weg von A nach B fahren oder ein ausgiebiger Roadtrip mit diversen Zwischenstopps: Deine Reiseplanung ist davon abhängig, welche Art von Motorradtour geplant ist. Auch, ob Du allein, zusammen mit einem/einer Sozia oder in einem Konvoi unterwegs bist, ist wichtig für alle weiteren Entscheidungen. In diesem Zusammenhang gilt auch zu entscheiden, welche Landschaftstypen befahren werden sollen - herausfordernde kurvenreiche Wege, gemütliche Überlandstraßen oder aufregende Autobahnstrecken?
2. Soll die Fahrt im In- oder Ausland stattfinden?
Bewegt man sich im eigenen Land, kennt man die gültigen Verkehrsregeln und Vorschriften. Führt die Motorradtour auch ins Ausland, sollte man sich rechtzeitig informieren - über mitzuführende Dokumente und Equipment wie Warnwesten und Ersatzlampen oder Maut- oder Helmpflichten. Um nur ein Beispiel zu nennen: In Italien müssen Motorräder nicht nur tagsüber mit Licht gefahren werden, es gilt auch eine gesetzlich vorgeschriebene Helmpflicht. Zugelassen sind nur Helme, in denen ein Prüfsiegel (ECE-Norm 22-05) angebracht ist. Zuwiderhandlungen führen Bußgelder nach sich - es kann sogar das Motorrad bis zu 90 Tage beschlagnahmt werden.
3. Wie ist meine persönliche Fitness und Fahrpraxis?
Eine mehrtägige Motorradtour planen sollte nicht unterschätzt werden - genauso wenig wie das Motorradfahren selbst. Das Fahren ist ein komplexer sensomotorischer Prozess und inbesondere beim Beschleunigen und Bremsen wirken hohe Fliehkräfte auf die Fahrenden, die Arm-, Nacken- und Schulter- sowie Oberkörpermuskulatur beanspruchen. Die Anforderungen erhöhen sich, wenn man im Gelände, durch Gebirge oder mit Sozia fährt.
Eine umfangreiche medizinisch-wissenschaftliche Untersuchung des ifz ergab, dass ein regelmäßiges wöchentliches Fitnessprogramm von mehr als vier Stunden die Herz-Kreislaufleistung sowie das Regenerationsverhalten bei mehrstündigen Belastungen fördert¹ - und die beste Vorbereitung für einen unfallfreien Roadtrip mit dem Motorrad ist. Um weniger Fehler zu machen, langsamer zu ermüden und im Sturzfall weniger verletzungsanfällig zu sein, sollten beispielsweise beim Bodyweight-Training Kondition, Gleichgewicht und Körperwahrnehmung trainiert werden.
Wichtig ist es aber auch die Fahrpraxis zu trainieren, um mehr Vertrauen in die eigene Fahrzeugbeherrschung zu erlangen. Dafür kannst Du das Fahren bei Schlechtwetter üben oder sogar eine*n Trainer*in beim ADAC nehmen. Je besser Du Dich einschätzen kannst, desto besser kannst Du planen, wie lang die Motorradtour dauern soll und welche Tagesstrecken Du Dir zumuten kannst.
4. Wie sind Straßenverhältnisse und Verkehrslage auf der Tour?
Mit einem Ziel vor Augen kannst Du Dir bereits im Voraus ansehen, wie es um die Straßenverhältnisse und die Verkehrslage auf der geplanten Strecke steht. Navigationssysteme wie Google Maps helfen, um bei der Routenplanung Baustellen, Sperrungen und Umleitungen einzusehen - und bestenfalls zu umgehen. Noch verlässlicher informieren die Routenplaner von ADAC oder Viamichelin kostenlos über die aktuelle Verkehrslage auch über Deutschland, Österreich und die Schweiz hinaus.
Planst Du eine Tour über die Alpen, solltest Du Dich darüber hinaus über gesperrte Alpenpässe informieren, um böse Überraschungen zu vermeiden.
5. Wie ist das Wetter auf der Tour voraussichtlich?
Eigentlich ist klar: Bei einer schlechten Wetterprognose fährt man erst gar nicht los, sonniges Wetter dagegen lädt zu Motorradtouren ein. Anders sieht es für längere Fahrten aus, bei denen man mit plötzlichen Wetterumschwüngen überrascht werden könnte. Letztere liefern sogar Informationen zum Routenwetter: Gibt man Start- und Zielpunkt ein, bekommt man nicht nur die schnellste Route angezeigt, sondern auch verlässliche Wettervorhersagen für die Strecke. So kann man relativ zuverlässig die Motorradtour planen und wetterbedingten Gefahren wie Glätte, Aquaplaning oder Sichtbehinderungen durch Nebel umgehen.
6. Sind Übernachtungen geplant?
Für einen ausgedehnten Roadtrip müssen natürlich Übernachtungen eingeplant werden. Zur Auswahl stehen einerseits Gasthöfe, (Motorrad)Hotels und B&B’s sowie andererseits Campingplätze. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile: Wer sich für Übernachtungen in Hotels entscheidet, profitiert von weniger Reisegepäck, da man kein Zelt, kein Schlafsack und keine Campinguntensilien mit auf die Reise nehmen muss. Dementsprechend kann man mit komfortableren Schlaf- und Duschgegebenheiten sowie besseren Möglichkeiten, Elektronik aufzuladen, rechnen.
Dagegen ist Campen in der Regel günstiger und erlaubt, flexibler unterwegs zu sein. Im Baltikum und in Skandinavien ist Wildcamping gestattet, doch auch generell lassen sich geeignete Stellplätze kurzfristig mit Apps wie park4night oder ACSI Campsites Europe finden. Fällt die Wahl letztendlich doch auf ein Hotel, sollte das Zimmer am besten zu Beginn des letzten Etappendrittels online oder telefonisch reserviert werden, da man bereits absehen kann, wie weit man am Tag kommen wird. Außerdem gibt es oft Angebote für Spätbuchungen.
7. Was kostet mich die Tour?
Damit die Fahrt nicht teurer wird als geplant, sollte man die wichtigsten Kostenpunkte durchgehen und die wahrscheinlichen Einzelkosten (Übernachtungen, Verpflegung, Sprit, ggf. Mautkosten und andere Nebenkosten) in etwa kalkulieren. Vorbereitet sein sollte man auch auf Unvorhergesehenes: Beispielsweise kann es sein, dass Reservierung wieder storniert werden müssen. Auch aufgrund kleinerer Reparaturen oder Strafzettel können zusätzliche Kosten anfallen.
4 Insidertipps für die perfekte Motorradtour
Nach der relativ langen Liste an Fragen, die man sich vor Antritt einer Reise stellen sollte, gibt es gute Nachrichten: Für eine Motorradtour kann man auch zu viel planen! Denn ein Roadtrip mit dem Motorrad ist vor allem eins, nämlich abhängig von Faktoren, auf die Fahrende keinen Einfluss haben. Wir haben in unserem Team Motorradfahrende gefunden - Laura, Marco und Pietsje- und sie nach ihren Insidertipps für den perfekten Roadtrip gefragt.
- Marco Hering aus dem Entwickler-Team von Spreadshirt weiß, dass man gerade, wenn man von geplanten Touren abweichen muss, spannende neue Strecken entdecken kann. Sein Tipp: „Nicht unter Druck setzen und die Tour von Anfang bis Ende durchplanen, sondern einfach starten und schauen, wo man am Abend landet.“ Nach dem Prinzip „Der Weg ist das Ziel“ sollte man den ersten und den letzten Tag der Motorradtour festlegen und alle anderen Tagen frei und flexibel, abhängig von Bedingungen wie Wetter, Verkehrslage und Tagesform gestalten. Startet man am frühen Morgen, kann man am frühen Nachmittag nach Übernachtungsmöglichkeiten suchen - und hat bis dahin genug Zeit, die Region zu erkunden.
- Für sicheres Motorradfahren sind Gleichgewicht, Koordination und Ausdauer gefragt. Marco weiß, dass Pausen viel zu oft vernachlässigt werden. Dabei sind sie mehr als wichtig: Damit die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit immer gegeben ist, um sicher am Ziel anzukommen, sollten genügend, ausreichend lange Pausen eingelegt werden. Die Fahrpausen sind nicht nur Regenerationszeit für die gesamte Muskulatur, sondern auch die perfekte Gelegenheit, die Region und ihre Sehenswürdigkeiten zu entdecken.
- Laura Heming aus dem Design-Team bei Spreadshirt verzichtet nie auf wetterfeste Kleidung wie Regenjacke und -hose, Funktionsunterwäsche und Stiefeln, um auf Klimaumschwünge vorbereitet zu sein. Kälte, Nasse oder Hitze: Auf einer längeren Motorradtour ist es nicht unüblich, durch alle Wetterlagen fahren zu müssen. Die meisten Biker lassen sich ihren Fahrspaß davon nicht verderben - insbesondere, weil sie mit wetterfester Motorradkleidung ausgerüstet sind.
- Pietsje aus dem Customer Service von TeamShirts empfiehlt das Zwiebelprinzip: "Am besten ist praktische Kleidung in Lagen, damit man sich aus- oder anziehen kann, falls es zu warm oder zu kalt ist."
Vorbereitet sein, heißt auch, Werkzeug und Ersatzteile für kleinere Reparaturen im Gepäck zu haben. So fährt Laura nie ohne Tape und Spanngurt, um notwendige Ausbesserungen selbst vornehmen zu können. Abgesehen davon sollte man allerdings nie losfahren, ohne dem Motorrad einen gründlichen Check unterzogen zu haben. Auf der Checkliste sollten Stand von Öl, Kühl- und Bremsflüssigkeit, Reifendruck, Reifenprofiltiefe, Bremsbeläge, Festigkeit aller Muttern, Schrauben und Steckbefestigungen sowie die Funktion der Bremslichter und der Beleuchtung stehen, bevor es losgeht!
Zuletzt gehört es auch zum Motorradtour planen, sich mit lokalen Begebenheiten vertraut zu machen. Vor allem für die Planung von Motorradreisen ins Ausland sollte man sich rechtzeitig über die Besonderheiten vor Ort informieren. Auch Marco betont, wie wichtig es ist, sich nicht nur über die aktuelle Situation in den Ländern zu belesen, sondern auch über Regelungen für Biker im Ausland. Das gilt für mitzuführende Dokumente oder Ersatzteile, Verkehrsregeln und andere Vorschriften.
Packliste für Motorradtouren
Auf dem Motorrad hat man nicht viel Platz, deshalb sollte jedes Utensil, das im Gepäck landet, gut durchdacht sein. Mit unserer Packliste für Motorradtouren kannst Du überprüfen, ob Du alles Notwendige eingepackt hast. Dabei ist unsere Checkliste nur eine Hilfestellung: Was für Deinen Roadtrip notwendig ist, hängt von der geplanten Tour, länderspezifischen Besonderheiten oder individuellen Gewohnheiten ab.
Ob allein oder mit Sozia unterwegs: Alles, was Dir noch für eine perfekte Motorradtour fehlt, ist Deine individuelle Biker-Kleidung! Bei TeamShirts kannst Du hochwertige, individuelle Biker T-Shirts oder Hoodies gestalten - mit eigenen Logos und Namen oder mit unseren Designs.
Die hohe körperliche Belastung beim Motorradfahren
ADAC Experten haben wichtige Tipps und Faustregeln für Motorradtouren hinsichtlich Streckenlänge und Fitness zusammengefasst. Die körperliche Belastung beim Motorradfahren sollte nicht unterschätzt werden.
Die Faustregel der ADAC Motorradexperten für die richtige Streckenlänge pro Fahrtag heißt:
- auf Autobahnen maximal 700 Kilometer
- auf Bundesstraßen maximal 450 Kilometer
- auf Landstraßen maximal 350 Kilometer
- im Gebirge mit Pässen maximal 250 Kilometer
- auf Enduro-Strecken mit viel Schotter maximal 200 Kilometer
Dies gilt auch nur für gutes Motorrad-Wetter: Besonders große Hitze, niedrige Temperaturen oder extreme Temperaturschwankungen sowie Dauerregen erfordern eine Reduzierung der Teilstücke. Gleiches gilt für Fahrten auf Routen mit erheblicher Verkehrsbelastung.
Der Mediziner Christoph Scholl rät nicht nur zur aufmerksamen Selbstkontrolle: "Lockerheit erkennt man am besten an einer entspannten Unterlippe.
Tipps und gute Ratschläge für die Motorradtour
Ideal sind ebenso kurvenreiche wie verkehrsarme Strecken. Wenn dann noch beeindruckende Ausblicke locken… - Ist das perfekt!
Überprüfen Sie vor dem Start unbedingt den Reifendruck, den Ölstand, die Bremsen und die Beleuchtung. Wenn nötig, gönnen Sie Ihrem Bike einen kurzen Boxenstopp in der Werkstatt.
Atmungsaktive Funktionskleidung, eine winddichte Jacke und Regenüberzieher für alle Fälle sollten auf jeder Osterfahrt mit dabei sein.
Ein gemütlicher Kaffee mit Blick auf einen idyllischen See oder eine kleine Brotzeit in einem Dorfgasthof machen die Fahrt nicht nur entspannter, sondern auch erinnerungswürdiger.
Lassen Sie sich doch einfach mal treiben, nehmen Sie sich Zeit für spontane Abzweigungen oder Foto-Stopps. Starten Sie Ihre Tour lieber einen Tick früher als später und bleiben Sie gelassen, auch wenn mal ein Traktor die Landstraße blockiert.
Helm, Handschuhe, Motorradjacke und -hose sowie geeignetes Schuhwerk sind ein Muss. Außerdem kann die richtige Kleidung deine Tour auch noch deutlich angenehmer machen. Eine gute wasser- und winddichte Kombi gibt dir in kalten Gegenden mehr Widerstandskraft gegen die Elemente und du hast mehr von der Reise.
Ein kleiner Werkzeugsatz und einige Ersatzteile wie Sicherungen, Glühbirnen und Schläuche können den Unterschied zwischen einer kurzen Pause und einer mühsamen, langwierigen und kostspieligen Rettungsaktion ausmachen.
Welches Gepäcksystem dabei die beste Wahl ist, hängt stark von der Art der Tour ab und auch dein Reisestil hat großen Einfluss. Fährst du gerne dynamisch? Dann suche nach möglichst leichten Gepäcklösungen. Wirst du mehrere Nächte in einer Unterkunft verbringen? In dem Fall empfehlen sich Gepäcksysteme, welche du flott abmontieren und im Hotel lassen kannst. Auf den folgenden, kurzen Tagestouren bietet sich dann zum Beispiel ein Tankrucksack oder leichter Rucksack an. Geht es eher in wilde Gegenden und du bis ständig in Bewegung, dann sind verschließbare und robuste Koffer dein Freund. Wird es noch abenteuerlustiger, dann wiederum könnten sich die leichteren und enger anliegenden Adventure-Softgepäcksysteme auszahlen. Wenn du die Art deiner Trips immer wieder änderst und vielseitig reist, dann schau dir erweiterbare Gepäcksysteme an.
Ob GPS-Gerät, Smartphone-Halterung oder klassische Straßenkarten, du möchtest nicht in der Pampa verloren gehen. Stell sicher, dass du weißt, wo du hinwillst. Aber stelle auch sicher, dass du weißt, wie du hinnavigierst. Denn heutzutage kann man sowohl mit 500 € teuren Navis, als auch nur mit dem Smartphone quer durch die Welt navigieren.
Was mir geholfen hat, sind erstens multifunktionale Kleidungsstücke. Zum Beispiel Hosen mit abzippbaren Hosenbeinen, die sowohl lang als auch kurz getragen werden können. Mag nicht besonders modisch sein, aber zumindest bei meinen Motorradtrips stehen keine Galas oder Abendessen im Hauben-Lokal am Programm. Als warme Kleidungsstücke empfehle ich dünne Daunenjacken, die sich sehr klein zusammenpressen lassen, statt dicker Pullover oder Westen. Was mir noch geholfen hat mein Reisegepäck wesentlich zu verringern, ist das bekannte Rei in der Tube. Dieses Waschkonzentrat ist perfekt für schnelle Waschvorgänge unterwegs. Ein Waschbecken und 10 Minuten reichen aus, und schon ist die Kleidung nach dem Trocknen wieder frisch. Dadurch war es mir möglich, teils auch für längere Touren nur 3 Sets an Kleidung mitzunehmen.
Ein einfaches Erste-Hilfe-Set kann in Notfällen Leben retten, weshalb diese hierzulande sowieso verpflichtend mitzuführen sind. Aber selbst wenn es nicht gleich um Leben und Tod geht, lohnt es sich eine durchdachte Reiseapotheke mitzunehmen. Es braucht nur ein bisschen Pech und schon passiert ein Missgeschick, die Maschine kippt um und auf den Fuß. Selbst ohne Bruch kann so ein Hoppala recht schmerzhaft ausfallen und die nächsten Urlaubstage vermiesen. Zum Glück gibt es moderne Medizin, also her mit den Schmerzmitteln.
Selbst wenn man eigentlich nur eine kurze Tagestour machen möchte, zahlt es sich aus zumindest ein paar Müsli-Riegel oder Snacks einzupacken. Es muss ja nicht gleich so eskalieren wie auf unserer Tour, schon ein paar Stunden mit knurrendem Magen sind lästig genug, um sich ein paar Riegel sehnlichst herbeizuwünschen. Noch wichtiger ist ausreichend Trinkwasser mitzuführen, vor allem im Hochsommer wenn man unter der Motorradkombi ausrinnt und viel Flüssigkeit verliert.
Deshalb mein persönlicher Tipp: Lieber in der Planung etwas Raum für Ungeplantes lassen. So kann man bleiben, wo es einem gefällt und mehr die Tour selbst genießen, anstatt einem selbstauferlegten Zeitplan nachzuhetzen. In Zeiten des Internets ist es zumindest laut meinen Erfahrungen für Einzelpersonen und kleinere Gruppen kein Problem, auch spontan und rasch eine Bleibe für die Nacht zu organisieren.
Die operative Tourenplanung
Die operative Tourenplanung richtet sich in erster Linie nach den individuellen Wünschen und Bedürfnissen. Will ich in erster Linie Strecke machen, um mein Ziel zu erreichen (z. B. das Nordkap)? Was steht für mich im Vordergrund? Wo liegen meine Prioritäten? Meist wird es eine Mischung aus beidem sein, je nach Etappe, Streckenabschnitt oder Lust und Laune.
Wer lange Touren unternehmen will, muß physisch und fahrtechnisch fit sein. Motorradfahren ist Schwerarbeit, zumal im Gelände, im Gebirge oder mit Sozia. Ein Tag im Sattel erfordert Kraft, Ausdauer und Gelenkigkeit. Wer dies nicht ohnehin schon tut, sollte die Winterzeit nutzen, um sich die für das nötige Fitness anzutrainieren.
Die Länge und Einteilung der Tagesstrecke sind deshalb besonders bedeutsam. Sobald die Gesamtstrecke grob festliegt, teile ich sie in etwa gleich lange Tagesetappen ein. Den größeren Teil der Tagesetappe absolviere ich vor meiner Mittagspause.
Für meine Durchhaltefähigkeit macht es einen Unterschied: Spule ich 400 km mit Tempomat auf der Autobahn ab? Oder schlängele ich mich auf Landstraßen und durch Ortschaften? Oder winde ich mich auf Gebirgsstraßen in die Höhe.
Gerade bei längeren Touren ist es wichtig, sich den einen oder anderen Tag freizuhalten. Für einen Strandaufenthalt z. B, eine Wanderung, eine Besichtigung oder einfach zum Gammeln.
Außerdem habe ich bei unseren ersten gemeinsamen Langstrecken-Touren bei der Streckenplanung immer darauf geachtet: Sind große Bahnhöfe oder Flugplätze in der Nähe? Das hätte meiner lieben Sozia jederzeit die Möglichkeit gegeben, nach Hause zurückzukehren.
Auf bestimmte Zeiten, Ereignisse, Orte und Strecken lasse ich mich erst gar nicht ein und plane deshalb meine Tour drum herum. Da ist alles verstopft, voll oder geschlossen. Hierzu lohnt es sich, die Informationen der jeweiligen Automobilclubs abzufragen.
Wie gut ich auf meiner Tour vorankomme, hängt nicht zuletzt von den Wetterverhältnissen ab. Aber Extremwetterlagen wie Hitzewellen, Schlechtwetterfronten oder Sturmtiefs können die akkurateste Tourenplanung durcheinander bringen. Schlimmstenfalls muß man das Sturmgebraus einen Tag über sich hinweg ziehen lassen und verbringt eine schöne Zeit im Museum oder in einem Wellness-Tempel.
Beim Planen einer Motorradtour, beim stetigen Sammeln von Informationen wächst der Wunsch, möglichst alle interessanten Ziele besuchen zu wollen. Zur Beruhigung: Das Maximalprogramm wird wohl kaum so laufen wie man das gerne hätte. Deshalb ist es nie schlecht, eine Prioritätenliste von Zielen aufzustellen, die man unbedingt besuchen möchte.
Ich selbst habe genügend Biwaks hinter mir und bevorzuge deshalb eine feste Unterkunft. Das hat gewisse Vorteile: Wir kommen mit deutlich weniger Gepäck aus. Wir leisten uns den Luxus eines bequemen Bettes und eines Bades und können die Elektronik über Nacht im Zimmer aufladen.
Es hat sich bewährt, die Unterkunft zu Beginn des letzten Etappendrittels online oder telefonisch zu reservieren. Zu diesem Zeitpunkt hat man schon einen konkreteren Überblick, wie weit man an diesem Tag kommen wird. Damit ist man flexibel und erspart sich vor allem die frustrierende Sucherei nach einer Unterkunft, wenn man an diesem Tag eh schon genug gefahren ist.
Die klassische Art der Kostenberechnung besteht darin, die wahrscheinlichen Einzelkosten (Übernachtungen, Verpflegung, Sprit, Nebenkosten) im voraus zu ermitteln und zu addieren. Das kann man so machen. Aber diese Berechnung ist nie genau, nie verläßlich und auch nicht flexibel genug.
Vor jeder Tour: Der Zweirad-Grundcheck
Ob kurzer Ausflug, Tagestrip oder mehrtägige Tour: Vor jeder Fahrt sollten die wichtigsten Funktionen des Motorrads überprüft werden. Im Fokus stehen die "3 großen B´s".
- Beleuchtung: Funktionieren Scheinwerfer, Blinker und Bremslichter?
- Bereifung: Wie steht es um Reifenluftdruck und Profiltiefe?
- Bremsen: Sind Schäden an Bremsleitungen und Schläuchen sichtbar?
Die Reifenprofiltiefe sollte also nicht bereits vor der Abfahrt an der Mindestgrenze liegen - damit die Heimfahrt ebenso sicher verläuft wie der Hinweg.
Besonders bei längeren Touren und Auslandsfahrten sollte der Check frühzeitig durchgeführt werden, damit bei Reparaturen ausreichend Zeit bis zur Abreise bleibt.
Die richtige Schutzkleidung erhöht nicht nur Fahrkomfort und -spaß, sondern verbessert auch die passive Sicherheit.
Gepäck: Weniger ist mehr
Vor der Planung lohnt sich deshalb ein Blick auf das zulässige Gesamtgewicht, das dem Fahrzeugschein entnommen werden kann.
Die Route: Fahrspaß mit Plan
Besonders Fahranfänger unterschätzen häufig die körperliche Belastung des Motorradfahrens. Route und Tagesetappen sollten deshalb immer an die eigene Fitness, Fahrpraxis sowie das Streckenprofil angepasst werden.
Regelmäßige Stopps mit ausreichend Zeit zur Regeneration sollten immer Teil der Routenplanung sein, denn Überforderung mindert nicht nur den Fahrspaß, sondern stellt auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko für sich und andere dar.
8 wertvolle Tipps für die Motorradtour
Eine sorgfältige Motorrad-Routenplanung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen und sicheren Motorradtour.
- Eine gründliche Motorradtour Planung hilft dir, die besten Motorradstrecken zu finden.
- Eine gute Motorrad Routenplanung kann dir dabei helfen, Zeit und Geld zu sparen.
Deswegen solltest du bei der Planung deiner Motorradtour darauf achten, dass du realistisch bleibst und deine Fähigkeiten sowie die deines Motorrads nicht überschätzt.
Wenn du eine längere Tour planst, solltest du unbedingt Pausen einplanen. Plane eine Pause alle 1,5 Stunden wenn du auf Landstraße oder Gebirgspässen unterwegs bist.
Wenn du zu einer Motorradtour aufbrichst, vergesse nicht die Route auch aufzuzeichnen. Bevor du deine Motorradtour beginnst, solltest du dich über die Strecke und eventuell gefährliche Abschnitte informieren.
Darum ist es wichtig, dass du auf deinen Motorradtouren immer etwas zu trinken und einen Snack dabei hast. Es ist wichtig, sich über lokale Verkehrsgesetze und Tempolimits zu informieren, insbesondere wenn du in einem fremden Land unterwegs bist.
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