Motorradfahrer rast mit 300 km/h auf der A9: Ein Horror-Unfall und seine Folgen

Die Polizei Mittelfranken hat ein heftiges Video im Netz geteilt, das einen Motorradfahrer zeigt, der mit extremer Geschwindigkeit auf der Autobahn unterwegs ist. Als ein Pkw ausscherte, kam es zu einem schweren Unfall. Dieser Vorfall ereignete sich bereits im Jahr 2020 auf der A9 in Mittelfranken, doch die Polizei veröffentlichte das Video erst im November 2023 im Rahmen einer Verkehrssicherheitskampagne.

Der Unfallhergang

Der Motorradfahrer startete damals vom Standstreifen der A9, wechselte auf den linken Fahrstreifen und beschleunigte auf rund 299 km/h. Zur gleichen Zeit war ein Autofahrer mit etwa 120 km/h auf dem mittleren Fahrstreifen unterwegs und scherte nach links aus, um einen Sattelzug zu überholen. Das Unglück nahm seinen Lauf, als der Motorradfahrer nach einer Vollbremsung mit hoher Geschwindigkeit mit dem Heck des Autos kollidierte.

Der Motorradfahrer stürzte und blieb an der Mittelschutzplanke liegen, während sein Motorrad über den mittleren Fahrstreifen schleuderte und die Schutzplanke touchierte. Trotz schwerer Verletzungen überlebte der Motorradfahrer den Unfall. Die an der Unfallstelle gefundene GoPro des Bikers lieferte wertvolle Videoaufzeichnungen, die zur genauen Rekonstruktion des Unfallhergangs beitrugen.

Der Tacho zeigte fast 300 Kilometer pro Stunde - möglicherweise sogar mehr, da dies das Maximum war, das der Tacho anzeigen konnte. Plötzlich scherte ein Skoda-SUV auf die Überholspur aus - mit nur 120 km/h. Am Steuer saß ein 56-Jähriger, der einen Sattelzug überholen wollte und dabei das Motorrad übersah. Ein Ausweichen war unmöglich!

Laut Polizei knallte der Motorradfahrer mit etwa 190 km/h ins Heck des Autos, da der Skoda ja auch mit 120 km/h unterwegs war. Nach dem Aufprall zeigt die Helmkamera nur noch den Asphalt und man hört die vorbeifahrenden Autos. Der Gesamtschaden belief sich laut Polizei auf 29.000 Euro.

Die Reaktion der Polizei und die rechtlichen Konsequenzen

Die Polizei leitete nach dem Unfall gegen beide Beteiligten ein Strafverfahren ein. Dem Autofahrer wurde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, während gegen den Motorradfahrer wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens ermittelt wurde. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth erhob Anklage gegen den Motorradfahrer, während das Verfahren gegen den Autofahrer eingestellt wurde.

Das Gericht verurteilte den Motorradfahrer wegen seiner verkehrswidrigen und rücksichtslosen Fahrweise zu einer Geldstrafe und zog seinen Führerschein für sechs Monate ein.

Appell der Polizei

"Wir möchten alle daran erinnern, wie wichtig es ist, sich im Straßenverkehr stets verantwortungsbewusst und vorausschauend zu verhalten", so der Appell der Polizei. Geschwindigkeiten sollten immer an die Straßen- und Sichtverhältnisse angepasst werden. Die Polizei appellierte in dem Beitrag, auf die eigene Geschwindigkeit zu achten, denn solche Unfälle seien vermeidbar.

Die Polizei appellierte in dem Beitrag, auf die eigene Geschwindigkeit zu achten, denn solche Unfälle seien vermeidbar. "Du entscheidest, wie schnell du fährst. Geschwindigkeitsunfälle sind vermeidbar!" Es ist eines von mehreren Videos, das die Polizei im November 2023 geteilt hat, um darauf aufmerksam zu machen.

Ein weiteres Beispiel: Unfall auf der A73

„Im Juli 2021 befuhr ein 24-Jähriger mit seinem BMW die A73 mit ca. 180 km/h in Fahrtrichtung Suhl“, leiten die Beamten ein weiteres Video ein. Auf Höhe Baiersdorf sei der junge Mann dann beim Durchfahren der Heinleinkurve auf feuchter Fahrbahn auf den Randstein entlang der Mittelschutzplanke geraten. Das Fahrzeug sei daraufhin ins Schleudern geraten und verunglückt.

„Das völlig zerstörte Fahrzeugwrack fängt sofort Feuer und brennt fast vollständig aus. Nur durch glückliche Umstände ist hier niemand ernsthaft zu Schaden gekommen. Bitte fahrt verantwortungsvoll. Du entscheidest, wie schnell du fährst, und du trägst die Verantwortung und die Konsequenzen für dein Fahrverhalten“, so die Polizei in dem Post, der mit „Horror-Crash auf der A73“ überschrieben ist.

Diskussionen im Netz

Das Video des Motorradunfalls löste in den sozialen Medien eine heftige Diskussion über die Schuldfrage aus. Einige Nutzer gaben dem Autofahrer die Hauptschuld, da er den Motorradfahrer beim Ausscheren übersehen hatte. Andere wiederum kritisierten die extreme Geschwindigkeit des Motorradfahrers und warfen ihm vor, das Risiko eines Unfalls billigend in Kauf genommen zu haben.

Auf X sorgte das Video für Streit unter den Nutzern. Die Hauptfrage: Wer ist schuld am Unfall?

  • User „Chris Winterstein“ fragt: Wer ist in dem Fall schuld? Motorrad weil zu schnell, Pkw weil beim Spurwechsel nicht richtig geschaut?“.
  • „Wir sind uns einig, dass der PKW Fahrer die Hauptschuld trägt“, antwortet Userin „Lizzy Love“.
  • Nutzer „Micha“: „Wer mit 300 Kmh unterwegs ist, provoziert Unfälle förmlich. Niemand kann sowas vorher sehen, das ist einfach nur Lebensmüde.“

„Finde großartig,wie ihr hier Aufklärung betreibt - diese Videos helfen zu verstehen, was und wie etwas passiert ist und/ oder passieren kann, was hoffentlich den notwendigen Präventionseffekt hat“, kommentiert eine Frau den Beitrag. „Als ich noch aktiver Motorradfahrer war, wollte ich auch wissen was mein Zweirad so kann, allerdings hatte hab ich sie nicht bei so hohem Verkehrsaufkommen ausgefahren“, schreibt ein ehemaliger Biker zu dem Clip. „Dieses Video dürfte ruhig ein bisschen länger dauern und sollte in jeder Fahrschule gezeigt und besprochen werden“, findet eine weitere Person.

Über 500 Personen haben auf den Beitrag der Polizei reagiert, mehr als 120 ihn kommentiert und über 140 geteilt.

Verkehrssicherheitskampagne "4-Jahreszeiten"

Das Video wurde im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne „4-Jahreszeiten“ veröffentlicht. Sprecher André-Joachim Hempfling zu BILD: „Diese wurde ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für Verkehrssicherheit zu stärken und sichere Verhaltensweisen zu fördern. Im Rahmen dieser Kampagne haben wir im Herbst das Thema ,Geschwindigkeit‘ in den Fokus gerückt und verschiedene Postings veröffentlicht, um die genannten Ziele zu erreichen.“

Tabelle: Vergleich der Unfälle

Unfall Ort Geschwindigkeit Folgen
Motorradunfall A9 A9 bei Allersberg 299 km/h (Motorrad), 120 km/h (Auto) Schwere Verletzungen des Motorradfahrers, Sachschaden
BMW-Unfall A73 A73 bei Baiersdorf 180 km/h Totalschaden des Fahrzeugs, Brand, leichte Verletzungen

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