Motorrad Blinker im Test: Chrom, LED und mehr

LED Blinker liegen stark im Trend und sind relativ einfach zu tauschen. Eine Eintragungspflicht gibt es nicht, soweit einige Vorschriften eingehalten werden.

Qualitäts- und Helligkeitsunterschiede

In unserem Test fallen große Qualitäts- und Helligkeitsunterschiede auf. Bei teureren Modellen werden Power-LED’s verwendet, bei anderen kommen stromsparende, herkömmlichen Dioden zum Einsatz. Entsprechend klaffen auch die Werte für ihre Leistungsaufnahme auseinander: zwischen 0,3 und gut 7 Watt wurden gemessen.

Wir fanden, dass einige Modelle im Vergleich zum originalen ‚Leuchtfaden-Blinker‘ bei Tageslicht schlecht sichtbar sind. Trotz modernem, stromsparendem Leuchtmittel gibt es kaum noch Reflektoren oder taugliche Reflektorgläser, die das gewünschte Streulicht erzeugen.

Die Ausnahme sind auch hier meist die Markenblinker von Kellermann, Motogadget, Rizoma oder Highsider.

Worauf ist beim Austausch zu achten?

Mit dem nackten Blinker ist es beim Austausch meist nicht getan. Nicht alle Modelle werden paarweise angeboten, und manchmal werden eine Menge Extra-Kleinteile fällig.

Neben den Blinkern werden oft noch Blinkrelais, Widerstände, Adapterkabel, Silentblocks, Armverlängerungen oder Abdeckkappen benötigt. Neben Zange und Kabel sind Schrumpfschläuche, Lötkolben und Kabelbinder ein wichtiges Zubehör. Kabelsteckverbindungen sollten nachträglich abgedichtet werden, viele der Blinker sind es bereits.

Den Leuchtmitteltausch kann man bei LED-Blinkern gleich vergessen, manchmal kann noch gelötet werden, kaputt bedeutet meist Neukauf - kommt aber selten vor.

Unterschiede bei den getesteten Blinkern liegen in der Konfektion: Manche Blinker sind am Arm mit Gummi, manche mit Heißkleber, andere gar nicht gedichtet. Ein gummierter Blinkerarm gehört meist zum Standard.

Kellermann verbaut außerordentlich helle Power-LED’s mit Reflektor, Motogadget bedient sich der zum Patent angemeldeten TranzLight-Technology, bei der der gesamte Blinker-Körper erstrahlt.

Besonderheiten und Elektronik

Selbermacher benötigen jedoch Grundkenntnisse in der KFZ-Elektrik, das beschreibt auch schon der empfehlenswerte Louis-LED-Blinker-Ratgeber im Netz. Besonders Fahrzeuge mit komplexer Elektronik (BMW-Modelle mit CAN-Bus, ZFE mit integriertem Blinkrelais, Fahrzeuge mit System-Check beim Start) können auf unbedarftes Tauschen allergisch reagieren und Fehlermeldungen oder Abschaltungen generieren.

In diesem Fall sollte man mit dem Händler etwaige Gewährleistungsfragen abklären.

Empfehlungen für den Wechsel

  • Wechseln Sie LED Blinker immer paarweise und tauschen Sie bei alten Motorrädern das Blinkrelais in ein lastunabhängiges.
  • Nach der Berechnung der passenden Widerstände für jedes Blinkerpaar werden die zum Blinker parallel geschaltet. Somit ist für die Bord-Elektronik alles so, wie es im Originalzustand war.

Vorschriften für den Einbau

Dem TÜV Nord ist dazu ein kurzes Statement zu entlocken:„Ob die Blinker nun mit Glühfaden oder LED arbeiten, ist eigentlich auch unerheblich, solange eine Genehmigung vorliegt.“

Konkret heißt das derzeit noch, dass alle möglichen LED-Lämpchen mit den bekannten Glühfadensockeln derzeit in Deutschland nicht zugelassen sind. Bei kompletten Blinkern mit E-Zeichen sieht das hingegen anders aus. Hier gibt es bisweilen Unterschiede, ob ein Blinker für hinten und vorne oder nur in einer Einbaulage zugelassen ist. Blinker für vorne tragen eine 11 in ihrer Kennzahl, hinten ist es eine 12.

Einige Blinker von Kellermann enthalten schon weiße Positionsleuchten oder ein Rücklicht. Wenn ein Rücklicht im Blinker integriert ist, muss das Original totgelegt werden. Vorne betrifft das das originale Standlicht im Scheinwerfer.

Bei der Blinkfequenz sind 90 Takte mit einer Toleranz von +/- 30 zulässig.

Nur die richtigen Prüfzeichen an den Blinkern und der korrekte Anbau bürgen dafür, dass es bei Polizeikontrollen und Hauptuntersuchungen keinen Ärger gibt. Bei Polizeikontrollen und Hauptuntersuchuneng ist meist die E-Kennzeichnung entscheidend.

Blinker sollten auch paarweise verbaut sein.

Lenkerendenblinker (früher: Hella Ochsenaugen) sind nur noch für Motorräder vor Bj. 1987 als alleinige Blinker zulässig.

Nach EG-Norm zugelassenen Motorräder brauchen in jedem Fall 2 Paar Blinker.

Die Positionslichter sollen die Sichtbarkeit nach vorne verbessern.

Problemlösungen

Eine zu schnelle Blinkfrequenz lässt sich mittels Widerständen/Resistoren (nicht immer im Lieferumfang) oder einem lastunabhängigen Blinkrelais beheben.

Ein weiteres hartnäckiges Problem kann das Blinken von mehr als 2 Blinkern (Warnblinkeffekt) sein.

Hier helfen nur zwei Dinge: Entweder die Kontrollleuchte (temporär) entfernen oder die Kontrollleuchte über zwei einfache Sperrdioden mit Plus versorgen. Eine LED Kontrolleuchte funktioniert nur in eine Richtung.

Eine Ausnahme ist das winzige und lastunabhängige Kellermann-Blinkrelais R1 und R2, bei dem die Kontrolleuchte auch ohne diese Dioden anstandslos funktioniert.

Power-LED-Blinker haben meist keinen Widerstand, sondern eine elektronische Spannungsaufbereitung (vielen Dank an Motogadget für diese Information).

Besondere Hinweise

Alle Blinker die mit Resistor geliefert werden, sollten unbedingt auch damit betrieben werden, da sie sonst durchbrennen würden.

Lange nach dem Test hatten wir zwei durchgebrannte LED Blinker von motogadget. Ursache war eine Überspannung im Bordnetz. Die LED Blinker sind dann irreparabel defekt.

Markenblinker sind von dem Problem weniger betroffen.

Produktempfehlungen

Kellermann Blinkrelais R 1: lastunabhängig, Anschluss­möglichkeit für die Blinkkontrollleuchte, (kein Mitblinken nicht betätigter Blinker) für 6 und 12 Volt Bordnetze, 75 Blinkimpulse pro Minute, Preis: 29,95€.

Die Luxusversion CR4 mit Warnblinkanlage, Alarmanlage, Blinkerrückstellungserinnerung etc. kostet 119,95€ und ist ein Tausendsassa unter den Blinkrelais.

Hinweise zu CAN-Bus Motorrädern

Da eine F aber eine CAN-Bus Elektronik mit ZFE (Zentrale Fahrzeugelektronikeinheit) hat, in die auch das Blinkrelais integriert ist, sollte man zunächst Vorsicht walten lassen.

Wir haben die Information, dass einige ZFE umgeschaltet werden können, bzw. erkennen, welche Blinker verbaut sind.

Wenn es im Cockpit eine Fehlermeldung geben sollte, liegt das meist daran, dass die Bordelektronik den Widerstand misst, um anzeigen zu können, ob Lampen durchgebrannt sind. Ggf. muss dann ein Widerstand vorgeschaltet werden oder die neue Hardware vom Hersteller freigeschaltet werden.

Beispiel: Kellermann Bullet 1000 Serie

Der Bullet 1000 kommt wie aus dem Vollen gefräst daher. Chrom in edelster Form und Verarbeitung, kompromisslose Qualität.

Der Bullet 1000 sieht einfach richtig gut aus.

Der Bullet 1000 erhielt übrigens den Red Dot Award 2015 mit der höchsten Auszeichnung „Best of the Best“.

Die Bullet 1000 Serie im Detail

Vorne bekommt unsere Shadow die Bullet 1000 PL (mit Positionslicht) in chrom, hinten die Bullet 1000 DF in chrom. vorderen Blinker mit integriertem Positionslicht in Form eines gelben Leuchtringes. Die Bullet 1000 DF sind die Variante der hinteren Blinkers mit integrierter Brems-/Rücklichtfunktion.

Das Licht der beiden dauerhaft rot leuchtenden Ringe verleiht dem Heck des Motorrades eine spektakuläre Optik.

Hier ist es ja nicht mit dem bloßen Austauschen getan, sondern wir müssen die gesamte alte Rücklichteinheit incl. Bremslicht und das Rücklicht.

Persönlicher Eindruck von Kellermännern

Die Dinger haben eine irrsinnige Leuchtkraft. in hundert Meter Entfernung wahrgenommen!

Uns haben sie so überzeugt, dass wir unsere VT 1100 in Kürze komplett auf Kellermänner aus der Bullet 1000 Serie umrüsten werden...

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0