Vor- und Nachteile von Blitzeranhängern für Motorräder

Blitzerarten: Vielfalt in Technik und Einsatz

Blitzerarten gibt es viele verschiedene. Sie unterscheiden sich sowohl von der Technik als auch vom Gehäuse und vom Einsatz. Die Polizei setzt sie hauptsächlich für Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße ein. Allerdings werden Blitzer auch für die Nachverfolgung von Handy- und Abstandsverstößen genutzt.

Wie funktionieren Blitzeranhänger?

Blitzeranhänger finden mittlerweile in verschiedenen Bundesländern Anwendung. Auch als Blitzanhänger bezeichnet, stehen sie am Rand der Straße. Ihren Namen haben sie der Form zu verdanken. Auf den ersten Blick ähneln diese mobilen beziehungsweise semistationären Blitzer einem PKW-Anhänger. Inzwischen gibt es verschiedene Modelle auf dem Markt, denen auch Fehler bei der Messung unterlaufen können.

Neben dem sogenannten Enforcement Trailer der Firma Vitronic gibt es noch den Blitzer-Anhänger von Jenoptik mit Namen Traffistar S350.

Messtechnik bei mobilen Blitzern

Mobile Blitzer können mit den unterschiedlichsten Messtechniken ausgestattet sein. Besonders gängig sind allerdings Radar- sowie Lasermessgeräte, die mobil zum Einsatz kommen.

Verfahren und Messtechniken

Hierzulande werden Verkehrssünder entweder mit Radar-, Laser- oder Lichtschrankentechnik geblitzt. Ganz gleich, ob man Blitzer als Abzocke oder wichtige Unfallpräventionsmaßnahme betrachtet, Fehler beim Messen von Tempoverstößen oder bei Aufnahmen von Rotlichtvergehen sind keine Seltenheit. Selbst wenn die Messbeamten alles richtig gemacht haben, die örtlichen Gegebenheiten angemessen sind und die Geräte auch regelmäßig geeicht wurden, sind technische Probleme nicht immer von der Hand zu weisen.

Häufige Messverfahren in Deutschland

  • Radargerät: Das Gerät sendet elektromagnetische Wellen, die von den vorbeifahrenden Fahrzeugen reflektiert und durch einen Radarsensor empfangen werden. Mithilfe dieses Doppler-Effekts wird die Geschwindigkeit des jeweiligen Kraftfahrzeugs errechnet. Messfehler treten auf, wenn die Radaranlage falsch justiert ist, mehrere Objekte gleichzeitig gemessen werden, ein Fahrzeug die Spur wechselt und der ausgelöste Blitz zum Beispiel von einem Verkehrsschild reflektiert wird.
  • Lasermessgerät: Hier werden Lichtimpulse ausgesendet und reflektiert. Multispektralkameras nehmen das zurückgeworfene Licht in mehreren Wellenlängen auf und berechnen damit die Geschwindigkeit des vorbeifahrenden Fahrzeugs. Insbesondere mobile Messgeräte wie Laserpistolen sind fehleranfällig, wenn etwa die Zieloptik falsch justiert oder das Gerät während der Messphase bewegt wird. Zudem müssen Lkw, Pkw oder Motorrad parallel zur Fahrbahn sein, damit der Winkel beim Blitzen stimmt.
  • Lichtschrankenmessgerät: Wenn ein Fahrzeug mehrere Lichtschranken auf einem Streckenabschnitt passiert, wird aus der vergangenen Zeit zwischen den Unterbrechungen die Geschwindigkeit des Fahrzeugs ermittelt. Um Fehler zu vermeiden, dürfen niemals mehrere Fahrzeuge nebeneinander durch die Lichtschranke fahren. Auch muss der Blitzer erschütterungsfrei positioniert werden, um verlässliche Daten zu erheben.

Mobile Blitzer vs. Stationäre Blitzer

Im Gegensatz zu fest installierten Blitzanlagen können beim Einsatz von mobilen Blitzern deutlich mehr Fehler passieren. Ist der Blitzer korrekt justiert? Sind die Messbeamten im Umgang mit Messgeräten wie Laserpistolen ausreichend geschult? Dazu kommt, dass mobile Blitzer häufig in einem Anhänger versteckt oder mit Ästen und Blättern getarnt werden. Die Tarnung von mobilen Messgeräten ist zwar legal, kann aber zu ungenauen Aufnahmen führen.

Vor- und Nachteile von Blitzeranhängern

Vorteile:

  • Flexibilität: Mobile Blitzer machen die Verkehrsüberwachung flexibel. Darin besteht auch ihr größter Vorteil. Sie können an immer wieder neuen Standorten eingesetzt werden.
  • Überraschungseffekt: Im Vergleich zu stationären Blitzern können selbst ortskundige Autofahrer durch mobile Blitzer noch überrascht werden.
  • Präventiver Einsatz: Es gibt Orte, an denen die Geschwindigkeitsbeschränkung nur vorübergehend strenger kontrolliert werden muss, beispielsweise an einer Baustelle. Hier machen mobile Blitzer natürlich mehr Sinn als stationäre.

Nachteile:

  • Aufstellung und Ausrichtung: Ein Nachteil ist das Aufstellen und Ausrichten des Blitzers. Ein mobiler Blitzer muss den Abstand im Verhältnis zum Tempolimit wahren.
  • Fehleranfälligkeit: Ist der Blitzer korrekt justiert? Sind die Messbeamten im Umgang mit Messgeräten wie Laserpistolen ausreichend geschult? Dazu kommt, dass mobile Blitzer häufig in einem Anhänger versteckt oder mit Ästen und Blättern getarnt werden. Die Tarnung von mobilen Messgeräten ist zwar legal, kann aber zu ungenauen Aufnahmen führen.
  • Motorradfahrer: Schwierig sind auch Fälle, in denen Verkehrssünder mit Motorrad geblitzt werden. Ein mobiler Blitzer kann nur von vorne blitzen.

Blitzer von hinten: Spezielle Aspekte für Motorradfahrer

Geschwindigkeitskontrolle durch Blitzer von hinten?

Kann man von hinten geblitzt werden? Geschwindigkeitsüberschreitungen sind in Deutschland an der Tagesordnung und zählen zu den häufigsten Ordnungswidrigkeiten. Oftmals wird dieses Verhalten von den Fahrern selbst bagatellisiert, macht sich doch fast jeder Verkehrsteilnehmer früher oder später eines Tempoverstoßes schuldig. Doch durch ihre riskante Fahrweise gefährden sie sich selbst und andere.

Vorteil der Blitzer von hinten

In Deutschland gibt es tatsächlich Blitzer, die von vorne und hinten blitzen. Im Gegensatz zu unseren österreichischen Nachbarn sind hierzulande Blitzer von hinten allerdings eher die Ausnahme. Dies ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die auf ihr fußenden Bußgeldbescheide und Sanktionen an und für sich gültig sind. Doch was sind nun die Vorteile dieser Blitzgeräte?

Durch Blitzer von hinten können die Motorradhalter zügig ermittelt werden.

Der große Vorteil der Blitzer von hinten im Vergleich zur nach vorn blitzenden Alternative ist zweifellos der, dass auch rasende Motorradfahrer leichter für ihre Verkehrsverstöße belangt werden können. Bei einem Motorrad nutzt der Blitzer von vorne wenig und von hinten zu blitzen, macht bei dieser Fahrzeugklasse durchaus Sinn. Im Gegensatz zum Auto hat das Motorrad nämlich nur hinten ein Kennzeichen, das auf dem Blitzer-Foto festgehalten werden kann.

Das Kennzeichen zu kennen, erleichtert der Polizei ihre Arbeit enorm, weil der Fahrzeughalter dann einfach zu ermitteln ist. Zwar ist er nicht zwangsläufig mit dem Fahrer, der zu viel km/h gefahren ist, identisch, aber im Regelfall sollte sich der Motorradbesitzer daran erinnern können, wem er sein Fahrzeug geliehen hat. Ist dies nicht der Fall, kann die Polizei dem Biker auferlegen, künftig ein Fahrtenbuch zu führen.

Nachteil von einem Blitzer, der von hinten auslöst

Blitzen mobile Blitzer in beide Richtungen, können dadurch sowohl Motorrad- als auch Autofahrer erfasst werden. Davon abgesehen, haben die Blitzer, die von hinten auslösen, allerdings einen gewaltigen Nachteil. Durch die Perspektive ist das Gesicht des Fahrers auf dem Blitzer-Foto nicht zu sehen. Es kann also lediglich das Kennzeichen zweifelsfrei ermittelt werden, aber nicht der Verkehrssünder anhand des Bildes.

Toleranz bei Blitzern

Der Toleranzabzug bei einem Blitzer ist nichts Ungewöhnliches. Jedes Messgerät weist hierbei einen individuellen Wert auf, der von dem Resultat des Messergebnisses, welches im Messprotokoll festgehalten wurde, abgezogen wird. Dabei hat die Physikalisch-Technische Bundesanstalt das Sagen und legt für alle Blitzer, die im Straßenverkehr verwendet werden sollen, eine definitive Toleranzgrenze fest.

Bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h werden in der Regel 3 km/h abgezogen. Darüber hinaus wird oft die sogenannte 3 %-Regel angewandt. Wer also mit 150 km/h geblitzt wird, bekommt demnach etwa 4,5 km/h vom Endresultat abgezogen.

Anfechtung von Blitzer-Messungen

Jedes Messverfahren hat neben seiner Bedeutung für die Verkehrssicherheit auch seine Tücken. Befolgen die Messbeamten dabei nicht die Anweisungen des Herstellers und kommt es zu Abweichungen bei der Installation, können Messfehler entstehen, die eine Anfechtung erfolgsversprechend machen. Manchmal ist die Fehlerquelle auch banal und trotzdem nicht auszuschließen. Ein Paradebeispiel dafür sind Messergebnisse, die einem falschen Kraftfahrzeug beziehungsweise Fahrer zugeordnet wurden.

Wenn Sie in eine Blitzerfalle geraten sind, die von hinten auslöst, hat die Polizei zwar Ihr Kennzeichen, ein Foto von Ihrem Gesicht gibt es aber nicht. Aufgrund der Regelung im Verkehrsrecht, dass der Halter nicht belangbar ist, könnten Sie also Glück haben. Verlassen Sie sich jedoch nicht auf diesen Ausnahmefall.

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