Bluetooth Funkgerät Motorrad Test: Cardo und Sena im Vergleich

Bei der Wahl eines Kommunikationsgerätes für Motorradfahrer stellt sich oft die Frage: Cardo oder Sena? Beide Hersteller bieten Lösungen für verschiedene Preisklassen an, was die Entscheidung nicht immer einfach macht. Dieser Artikel konzentriert sich auf das Duell der beiden "Big Player" im Kommunikationsbereich: Cardo und Sena. Beide Hersteller haben ihr Portfolio in den letzten Jahren stark überarbeitet.

Drei Preisklassen, drei Anforderungsprofile

Dieser Test widmet sich ausschließlich der neueren Generation von Geräten, obwohl auch ältere Modelle noch verfügbar sind. Daraus ergeben sich drei verschiedene Preisklassen und Anforderungsprofile:

  • Einsteiger: Geräte, die vergleichsweise wenig kosten und können. Für viele Anwendungsfälle ist das aber ausreichend.
  • Mittelklasse: Etwas teurer, bietet dafür aber auch mehr Möglichkeiten.
  • High-End: Will mit High-End-Funktionen wie Mesh jedem Wunsch gerecht werden - und kostet dementsprechend.

Einsteiger-Duell: Cardo Spirit HD vs. Sena SF2

Cardo Spirit HD

Das Spirit HD setzt auf den neuesten Bluetooth-Standard und erlaubt die Verbindung zweier Fahrer mit einer Reichweite von bis zu 600 Metern. Im Gegensatz zum Sena bietet es auch eine Radiofunktion, Audioprofile, die Nutzung von Siri und dem Google Assistant und ist wasserdicht sowie darüber hinaus etwas günstiger.

Installation und Einrichtung: Dem Spirit HD liegen sowohl eine Einbauanleitung als auch ein Pocket Guide zur Bedienung bei. Die Installation ist dank simplem Klemmmechanismus schnell erledigt, die Kabel müssen wie bei Sena auch aber erst einmal sauber im Helm verstaut werden. Die Einheit rastet spürbar in der Halterung ein und lässt sich auch leicht wieder entnehmen. Die Verbindung zu einem zweiten Gerät gelingt am Gerät oder bequem in der App.

Funktionen und Bedienung: Das Spirit HD kommt im Gegensatz zum Sena mit Radiofunktion, Smartphone und Navi lassen sich getrennt voneinander koppeln. Die Verbindung mit der App dauert manchmal etwas länger, diese bietet dann aber übersichtlich zahlreiche Einstellmöglichkeiten. Die vier Knöpfe am Gerät sind deutlich zu spüren und auch mit Handschuhen gut zu bedienen, wobei Druckdauer und Tastenkombinationen erst erlernt werden müssen.

Klangqualität: Der Klang ist rund und ausgewogen, der Bass kickt, ohne zu Wummern. Sprache ist gut verständlich, aber begleitet von leichtem Rauschen. Audioprofile (Bassverstärkung, hohe Lautstärke und Stimme) erlauben die Anpassung des Klangs, in der App können die Pegel von Telefon, Musik, Radio, Intercom und System-Ansagen außerdem unabhängig voneinander eingestellt werden. Automatische Lautstärkeregelung und Geräuschunterdrückung runden die Funktionsvielfalt ab.

Cardo Spirit HD - Details:

  • Anbieter: Cardo
  • Preis: 149,95 Euro
  • Abmessungen: 78 x 47 x 19 mm
  • Gewicht: 35 Gramm
  • Technologie: Bluetooth 5.2
  • Reichweite: bis zu 600 Meter
  • Anzahl Gesprächsteilnehmer: 2
  • Sprechzeit: bis zu 13 Stunden
  • Wasserdicht: ja
  • Radio: ja

Fazit: Das Cardo-Gerät entscheidet das Einsteiger-Duell für sich: bessere Tonqualität, grandioser Bass, mehr Funktionen und kleinerer Preis.

Sena SF2

Der Funktionsumfang ist geringer, der Lieferumfang dafür größer und die Reichweite höher als bei Cardo. Somit ist die Reichweite - auch gemessen - höher als bei Cardo, zudem ist die Ladezeit kürzer. Bei nur drei Tasten verdrückt man sich im Praxiseinsatz zudem seltener.

Installation und Einrichtung: Auf die korrekte Installation geht die Anleitung nicht ein, dank einfachem Klemmmechanismus ist das dennoch schnell geschafft. Die Einheit selbst geht etwas schwer in die Halterung rein und auch raus. Etwas nervig: Jedes Produkt hat bei Sena gefühlt eine eigene App, hier ist es "SF Utility", wobei auch "Sena Motorcycles" Einstellungen zulässt. Die Kopplung zum Gesprächspartner gelingt am Gerät sowie per QR-Code in der App.

Funktionen und Bedienung: Durch die Ausstattung mit lediglich drei Tasten gelingt die Kopplung mit dem Smartphone nur über ein extra Konfigurationsmenü, dort finden sich dann aber alle wichtigen Verbindungsfunktionen an einem Ort, die Sena-Stimme führt durch die Menüstruktur. Die Bedienung während der Fahrt ist problemlos möglich, auch trotz der flachen Tasten.

Klangqualität: Trotz deutlicher Unterschiede zwischen den beiden mitgelieferten Lautsprecher-Sets (kleinere mit 32 und größere mit 40 Millimetern Durchmesser) gefallen beide mit einem druckvollen Klang beim Musikhören. Die Sprachübertragung ist kratziger als bei Cardo und stets von leichtem Rauschen begleitet, das auch dann bleibt, wenn die Rauschunterdrückung eingreift. In der App lassen sich Intercom, Telefon, Musik etc. in der Lautstärke einzeln anpassen.

Mittelklasse: Cardo Freecom 4X vs. Sena Spider ST1

Cardo Freecom 4X

Die Verwandtschaft mit dem Einsteiger- Gerät Spirit HD ist unverkennbar, beim Freecom setzt Cardo aber auf ein Drehrad und eine größere Reichweite. Und obwohl der Sound beim Spirit HD bereits grandios war, ist die Klangkulisse beim Freecom dank JBL-Lautsprechern nochmals besser. Ein Gerät für Soundgourmets.

Installation und Einrichtung: Beileger zur richtigen Montage, Bedienung und Wahl der App machen die Installation und Einrichtung sehr einfach. Ein Software-Update war nicht nötig, könnte aber bequem in der App vorgenommen werden. Die Lautsprecher sind eher oval geformt und messen 40 auf 45 Millimeter, dies sollte zum gewählten Helmmodell passen - vorher messen! Cardo verwendet für die Verbindung der Lautsprecher stets einen 3,5-mm-Klinkenstecker, der im Helm versteckt werden muss, dies ist bei Sena schlanker gelöst, dafür ließen sich hier eigene In-Ear-Kopfhörer nutzen. Die Kopplung der Gesprächsteilnehmer dauert bei Cardos Bluetooth länger als beim Sena.

Funktionen und Bedienung: Das Drehrad ist kleiner als bei Sena und wird per Daumen statt Zeigefinger bedient, dies klappt in der Praxis aber ebenso gut. Sehr praktisch ist die Möglichkeit der Sprachsteuerung, mit Befehlen wie "Hey Cardo, Radio an" lässt sich das Freecom so bedienen. Passend dazu: Radioempfang ist bei Cardo im Gegensatz zum Sena integriert. Die App bietet auf Wunsch ebenfalls eine übersichtliche Möglichkeit, das Gerät zu bedienen.

Klangqualität: Der direkte Vergleich zum bereits tollen Klang des Spirit HD zeigt, dass das Freecom dank JBL tatsächlich nochmals besser klingt. Musik wird druckvoll abgespielt, Systeminfos (z. B. "Batterieanzeige: voll") klingen angenehmer als bei Sena. Sprache wird allerdings von einem leichten Grundrauschen begleitet.

Cardo Freecom 4X - Details:

  • Anbieter: Cardo
  • Preis: 269,95 Euro
  • Abmessungen: 78 x 47 x 20 mm
  • Gewicht: 37 Gramm
  • Technologie: Bluetooth 5.2
  • Reichweite: bis zu 1,2 km
  • Anzahl Gesprächsteilnehmer: bis zu 4
  • Sprechzeit: bis zu 13 Stunden
  • Wasserdicht: ja
  • Radio: ja
  • Lautsprecher: 40 mm JBL

Fazit: Die Verbindung der Gesprächsteilnehmer mittels Bluetooth ist wie üblich etwas anstrengend, die Verbindung dann aber auf 600 Meter stabil. Riesiger Pluspunkt des Freecom: die geniale Klangqualität bei Musikwiedergabe.

Sena Spider ST1

Die beiden Spider, das ST mit Drehrad und das SR mit Tasten, können "nur" Mesh, ­keine gewöhnliche Bluetooth-Verbindung zu anderen Kommunikationssystemen. Smartphone und Navi lassen sich natürlich trotzdem koppeln, somit ist diese Lösung für einen großen Teil der an Kommunika­tion interessierten Motorradfahrer genial.

Installation und Einrichtung: Beim Spider gilt ähnliches wie bei Senas Einsteiger-Gerät: Aller Anfang ist etwas umständlich, eine Einbauanleitung liegt nicht bei. Diese findet sich aber als kurze und lange Version in der App "Sena Motorcycles". Die Montage am Helm gelingt dank Klebe- oder Klemmverbindung, je nach Helmform und Schalendicke ist der Einbau damit schnell geschafft. Software-Updates gibt es nur am heimischen Rechner. Die große Frage deshalb: Weshalb hängen dann Lautsprecher und Mikrofon am Gerät statt am Halter?

Funktionen und Bedienung: Dank Mesh könnte das Verbinden untereinander kaum einfacher sein, die App macht das Bilden von Gruppen darüber hinaus einfach. Das Koppeln mit Nicht-Mesh-Geräten von Sena klappt hingegen technologiebedingt nicht. In der App lassen sich viele weitere Einstellungen vornehmen, die nicht unbedingt selbsterklärend sind. Die deutsche Sena-Sprachausgabe klingt härter und nerviger als bspw. das englische Pendant.

Klangqualität: Leider die größte Schwäche des Spider ist die Tonwiedergabe. Diese erreicht nicht die Lautstärke anderer Systeme, zudem neigen die Lautsprecher zum kratzigen Übersteuern. Für eine klare Sprachübertragung muss auf den korrekten Einbau geachtet werden, insbesondere beim Schwanenhalsmikrofon. Sonst wird mehr Wind denn Sprache übertragen, was die Gesprächspartner natürlich stört.

Sena Spider ST1 - Details:

  • Anbieter: Sena
  • Preis: 229,00 Euro
  • Abmessungen: 86 x 52 x 28 mm
  • Gewicht: 60 Gramm
  • Technologie: Bluetooth 5.2
  • Reichweite: bis zu 8 km
  • Anzahl Gesprächsteilnehmer: unbegrenzt
  • Sprechzeit: bis zu 12 Stunden
  • Wasserdicht: nein
  • Lautsprecher: 40 mm

Fazit: Ein Tastendruck genügt, um sich mit anderen Mesh-Produkten wie 50 R, S und C oder 30K zu verbinden, klasse! Wem unkomplizierte Verbindungen zu anderen Senas wichtiger sind als höchste Audioqualität, greift zum Spider.

High-End: Cardo Packtalk Edge vs. Sena 50S

Cardo Packtalk Edge

Beim Vergleichstest im Jahr 2020 bemängelten wir beim Packtalk Bold unter anderem die Update-Funktion nur über den PC, Schwäche bei Nässe und die schlechte Aussprache der Systemmeldungen. An all diesen Punkten hat Cardo gefeilt und mit dem schlankeren und leichteren Packtalk Edge ein neues Spitzenmodell herausgebracht.

Installation und Einrichtung: Wie auch bei den anderen Cardo-Geräten gelingt der Einbau dank Klemm- oder alternativer Klebehalterung sehr schnell und einfach. Zweifel an deren Stärke und Zuverlässigkeit kamen im Test nicht auf. Wie üblich setzt Cardo auch beim Packtalk Edge auf einen Klinkenstecker am Kabel der Lautsprecher, dieser muss wie auch die (bei allen Modellen beider Hersteller) sehr langen Kabel sinnvoll im Helm verlegt werden. Die magnetische Halterung des Geräts am Helm ist clever gelöst.

Funktionen und Bedienung: Dank überarbeiteter Mesh-Funktion ("DMC Gen2") gelingt die Kopplung nun schneller und unkomplizierter im Vergleich zu vorigen Packtalks. Mit all diesen kann das neue Gerät natürlich trotzdem noch kommunizieren. Die Sprachsteuerung funktioniert gut, auch wenn die Gesprächspartner die eigentlich nicht für sie bestimmten Befehle ebenfalls hören. Die Reichweite ist sehr praxistauglich, auch wenn die Verbindung auf unserer Teststrecke im Bereich einer Kuppe etwas früher abbricht als beim Sena 50 S.

Klangqualität: Wie von den anderen beiden Cardo-Geräten schon gewohnt, massiert auch das Packtalk Edge das Trommelfell mit überragend druckvoller und ausgewogener Musikwiedergabe. Auch Sprache wird klar und deutlich übertragen, leise Stimmen müssen aber gegebenenfalls die Mikrofonempfindlichkeit oder gar Rauschunterdrückung in den Einstellungen anpassen, um von anderen gehört zu werden.

Cardo Packtalk Edge - Details:

  • Anbieter: Cardo
  • Preis: 389,95 Euro
  • Abmessungen: 84 x 46 x 23 mm
  • Gewicht: 47 Gramm
  • Technologie: Bluetooth 5.2
  • Reichweite: bis zu 8 km
  • Anzahl Gesprächsteilnehmer: bis zu 15
  • Sprechzeit: bis zu 13 Stunden
  • Wasserdicht: ja
  • Radio: ja
  • Lautsprecher: 40 mm JBL

Fazit: Das schlanke Packtalk Edge gibt sich deutlich moderner als das vorige Packtalk Bold, besitzt dieselben Stärken und meidet dessen Schwächen. Wer Freunde mit Cardos hat, greift zum Cardo und wird damit sehr zufrieden sein.

Sena 50S

Auch Sena hat sein Flaggschiff seit unserem Vergleichstest in Heft 17/2020 überarbeitet: Lautsprecher und Mikrofon wurden für das neuere 50&9;S zusammen mit den Hi-Fi-Experten von Harman Kardon entwickelt, was eine hervorragende Tonqualität zur Folge hat. Auch sonst überzeugt das etwas klobigere Gerät mit klugen Ideen.

Installation und Einrichtung: Als einziges Gerät des Tests besitzt das 50 S eine Halterung, die mit Schrauben an der Helmschale fixiert wird. Dabei kann es beim Anbau etwas umständlich sein, mit dem Inbusschlüssel die Schraubenköpfe am Helmfutter vorbei zu treffen. Alternativ liegt aber auch eine Klebehalterung bei. Software-Updates werden mithilfe des USB-WLAN-Adapters installiert, dieser wollte in unserem Test jedoch nicht mit jedem Smartphone harmonieren.

Funktionen und Bedienung: Wer die Bedienung von Sena-Geräten mit Drehrad kennt, findet sich auch am 50 S sofort zurecht. Dank des dedizierten Knopfes für die Mesh-Funktion stellen aber auch Neulinge ohne große Mühe eine Verbindung zu anderen Mesh-Geräten her. Alternativ lassen sich alle Einstellungen auch in der übersichtlichen App vornehmen. Am Fuß der Helmhalterung bietet Sena eine 3,5-mm- Klinkenbuchse, an der all jene ihre In-Ear-Kopfhörer anschließen können, die diese den He...

Bluetooth-Systeme im Test: Gruppenkommunikation im Fokus

Der Trend geht in Richtung Gruppenkommunikation. In den letzten Jahren bieten die Geräte hier immer bessere Lösungen, wodurch selbst 8 und mehr Motorradfahrer während der Fahrt miteinander sprechen können. Wir testen 4 Bluetooth-Kommunikationssysteme.

Miteinander Sprechen kostet Gehirnkapazität und kann folglich die Konzentration trüben. Daher verzichten viele Motorradfahrer von vornherein darauf, während des Fahrens Musik zu hören oder mit anderen Fahrern über den Bikergruß hinaus zu kommunizieren. Doch Hersteller wie Händler bemerken ein zunehmendes Interesse an Kommunikationssystemen.

Dabei geht es den meisten Kunden nicht um das Quatschen mit dem Sozius. Der Trend weist hingegen deutlich in Richtung Gruppenkommunikation. In den letzten Jahren bieten die Geräte hier immer bessere Lösungen, wodurch selbst acht und mehr Motorradfahrer auf einfache Weise während der Fahrt miteinander sprechen können - unter einer Voraussetzung: Sie nutzen das gleiche System. Zwar ist auch eine Verbindung zwischen Geräten verschiedener Hersteller möglich, dies ist aber oftmals einigermaßen kompliziert. Außerdem fehlt es dann an dem Komfort, den die speziellen Mesh-Lösungen bieten. Dazu gehört, dass die Reihenfolge weder beim Verbinden noch während der Fahrt eine Rolle spielt. Außerdem können einzelne Teilnehmer die Konversation - freiwillig oder aufgrund mangelnder Reichweite - verlassen und problemlos zurückkehren. Jedes einzelne Gerät fungiert in diesem Netz als Relais-Station, sodass auch größere Entfernungen zwischen erstem und letztem Gesprächspartner überbrückt werden können. In der Praxis liegt die Reichweite zwar weit unter den Idealwerten der Hersteller, 300 Meter zwischen zwei Motorrädern sind meist aber kein Problem.

Leider war das BT Mesh von Midland für unseren Test nicht erhältlich, weshalb hier stellvertretend das BTX2 Pro S einsprang. Sena nahm mit dem 50S teil, das eine merkliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Flaggschiff 30K darstellt, welches wir parallel in den Tests mitlaufen ließen. Cardo trat mit dem bewährten Packtalk Bold und Lautsprechern von JBL an, und UClear schickte das mit Features vollgepumpte Motion Infinity ins Rennen.

Unsere Empfehlung für die richtige Gruppenkommunikation ist das Sena 50S* und damit unser Testsieger, trotz des etwas umständlichen Einbaus sind Klangqualität und Bedienung überzeugend und hierfür verleihen wir den ersten Platz.

Übersicht der getesteten Produkte

Produkt Gewicht (einzeln/komplett) Akku Aufladezeit Sprechzeit Reichweite (Herstellerangabe) Bluetooth-Version Maximale Teilnehmerzahl Besondere Funktionen Preis (single/Doppelset) MOTORRAD-Urteil
Cardo Packtalk Bold 59 g/147 g keine Angabe 85 Minuten bis zu 13 Stunden bis zu 8 Kilometer 4.1 15 Radio, Sprachsteuerung, Musik teilen 331,38/584,83 Euro gut
Midland BTX2 Pro S 54 g/115 g Lithium-Akku 120 Minuten bis zu 20 Stunden bis zu 1,2 Kilometer 4.2 8 Radio, Musik teilen 229,00/419,00 Euro befriedigend
Sena 50S 73 g/162 g keine Angabe 80 Minuten bis zu 14 Stunden bis zu 8 Kilometer 5.0 24 in privater Gruppe, unbeschränkt im Open-Mesh-Modus Radio, Sprachsteuerung, Musik teilen, AUX-Anschluss, Ambient-Mikrofon 358,99/628,99 Euro sehr gut
UClear Motion Infinity 33 g/74 g 3,7 V, 650 mAh, Lithium-Ionen-Polymer 210 Minuten bis zu 18 Stunden bis zu 1,2 km pro Person 5.0 unbeschränkt Gestensteuerung, Sprachsteuerung, Musik teilen, Unfallsensor, SOS-Funktion, App für iOS und Android 292,39/526,34 Euro gut

Alternativen zu Bluetooth-Kommunikationssystemen

Die getesteten Bluetooth-Kommunikationssysteme bieten hohen Komfort, sind aber nicht für jeden Bedarf geeignet. Es gibt Alternativen für Motorradfahrer, die weniger Funktionen benötigen oder auf kabelgebundene Lösungen setzen möchten.

  • Albrecht SHS 300 B/i: Kabelgebundene Stereo-Ohrhörer oder Variante mit Mikrofon und Sendetaste für Musik und Navi-Ansagen.
  • Avantree Apico: Kleiner, unauffälliger Bluetooth-Ohrhörer für Audioquellen.
  • Bluebike XL: System für Fahrer und Sozius, mit Teamtalk-Funktion für kurze Ansagen an eine unbegrenzte Anzahl von Bikern mit demselben System.
  • Headwave TĀG 2: Vibrationssystem, das den Helm als Klangschale nutzt.
  • Sena +Mesh: Ermöglicht älteren Sena-Headsets die Kommunikation mit Geräten, die die Mesh-2.0-Technologie nutzen.
  • Sena 10C Evo: Action Cam und Kommunikationssystem in einem Gerät.

FAQ: Motorrad-Headsets

  1. Was ist ein Motorrad-Headset? Ein Gerät, das die Kommunikation während der Fahrt ermöglicht.
  2. Worauf sollte man beim Kauf achten? Soundqualität, Reichweite, Batterielebensdauer, Wasserdichtigkeit und Kompatibilität.
  3. Wie funktionieren Motorrad-Headsets? In der Regel über Bluetooth-Verbindungen.
  4. Welche Arten gibt es? Kabelgebunden, Bluetooth, integriert oder separat befestigt.
  5. Wofür werden sie verwendet? Kommunikation, Anrufe, Musik, GPS-Anweisungen.
  6. Welche Alternativen gibt es? Herkömmliche Mobiltelefone, aber weniger bequem und sicher.
  7. Können zwei „Universal-Headsets für Motorradhelme“ miteinander verbunden werden? Nicht immer, einige sind nur mit Bluetooth-fähigen Endgeräten kompatibel.

Weitere Aspekte und technische Details

Die Nutzung von Kopfhörern zum Kommunizieren und Musikhören auf dem Motorrad ist generell erlaubt, solange die Lautstärke so eingestellt ist, dass Martinshorn und Hupen wahrgenommen werden können. Viele Modelle verfügen über einen integrierten Radiotuner (UKW oder DAB+), MP3-Funktion und Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone für Navigation und Telefonie. Die Bedienung des Smartphones während der Fahrt ist untersagt, Sprachsteuerung ist jedoch erlaubt.

Beim Kauf sind technische Unterschiede wie Sendereichweite, Bluetooth-Version und Akkulaufzeit zu beachten. Die Kompatibilität spielt eine Rolle, besonders bei Touren in wechselnden oder großen Gruppen. Die Rauschunterdrückung ist wichtig, um Fahr- und Windgeräusche herauszufiltern. Die durchschnittliche Akkulaufzeit beträgt 8 bis 13 Stunden. Die Bedienung sollte kontaktlos oder per Sprachbefehl möglich sein. Achten Sie auf eine IP-Zertifizierung für Staub- und Wasserschutz. Apps für Smartphones bieten zusätzliche Funktionen und Einstellmöglichkeiten.

Die Abmessungen der Geräte sind ähnlich (ca. 10 x 5 x 3 cm), das Gewicht stört in der Regel nicht das Gleichgewicht oder die Nackenmuskulatur. Als einfache Alternative können kabellose Bluetooth-Kopfhörer dienen, ihre Anwendungsmöglichkeiten sind jedoch begrenzt und die Rauschunterdrückung fehlt. Die Verwendung von In-Ear-Kopfhörern kann gefährlich sein und zu Problemen bei Polizeikontrollen führen.

Tests und Vergleiche finden sich unter anderem im Kradblatt. Ein Einzeltest des Sena 20S lobte die HD-Sprachqualität und die Filterung von Motor- und Windgeräuschen. Die angegebene maximale Reichweite von zwei Kilometern wurde als etwas optimistisch eingeschätzt, realistischer sei eine Reichweite von etwa 1,2 Kilometern. Ein erwähnenswertes Feature ist das Teilen von Audioinhalten.

Worauf Sie bei Bluetooth-Gegensprechanlagen achten sollten

Wer zu zweit mit dem Motorrad unterwegs ist, muss sich ab und an absprechen. Eine Gegensprechanlage kann hier wertvolle Dienste leisten, wobei Bluetooth-Systeme auf dem Vormarsch sind.

Dabei sollte allerdings nicht allzu mit dem Geld geknausert werden, denn gerade Bluetooth-Gegensprechanlagen unterscheiden sich gravierend hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem Bedienkomfort. Zwar gibt es bereits Modelle für Preise um 30 Euro herum, doch die ermöglichen selten mehr als eine schlichte Sprachverbindung von ausgesprochen fragwürdiger Qualität. Wer bei Produkten jenseits von 100 Euro sucht, dürfte dagegen eine fast perfekte Sprachqualität erwarten, denn in diesem Preissegment sind Rausch- und Störgeräuschefilter mittlerweile Standard.

Dabei passen sich die Filter teils sogar dynamisch dem Fahrtwind an. Das hat zum Vorteil, dass die Sprache ebenfalls weniger stark unter dem Filter leidet und damit klarer und emotionaler klingt. So können bei langsamer Fahrt selbst Stimmungsnuancen verstanden werden, wohingegen bei schneller Fahrt der Filter aggressiver agiert und damit die Sprachverständlichkeit aufrecht erhält - aber eben auf Kosten von übertragenen Emotionen.

Wichtig ist es, auf die Akkulaufzeit und den Nutzungskomfort zu achten. Gute Systeme schaffen derzeit neun bis zwölf Stunden Nutzungszeit. Zudem sind sie möglichst flach gebaut und können teils sogar in Helme integriert werden, was ein Abreißen des Headsets beim Abnehmen des Helms verhindert. Bei der Reichweite können aktuell rund 250 bis 300 Meter erwartet werden, die von Herstellern oft beworbenen 500 Meter sind dagegen reine Illusion, selbst bei Topmodellen.

Wer sich bei Modellen in der Region jenseits von 200 Euro umsieht, wird zudem mit Luxusmerkmalen wie beispielsweise einer Sprachsteuerung belohnt.

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