Smarte Bluetooth-Fahrradhelme im Test: Mehr Sicherheit und Komfort auf zwei Rädern

Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zeigte 2020, dass immer mehr Radfahrende zum Fahrradhelm greifen. Über alle Altersgruppen hinweg sind es 26 Prozent, also gerade einmal rund ein Viertel der Radelnden. Warum sind das nur relativ wenige? Braucht der Kopf nicht einen besonderen Schutz? Das fragt sich nicht nur die Deutsche Verkehrswacht angesichts der Tatsache, dass rund 91 Prozent der Deutschen ihr Handy mit einer mehr oder weniger stabilen Hülle schützen. Dabei hat der Fahrradhelm längst seinen Weg gefunden vom reinen Kopfschutz hin zum schicken Accessoire. Fast für jeden Typ oder Stil gibt es heute den passenden Helm.

Neue Elektronik am Helm

Insbesondere für Stadtradler, E-Biker und Digital Natives werden Fahrradhelme heute auch mit Elektronik vollgepackt. Ein Smarthelm findet seine Zielgruppe, vor allem, wenn man damit beim Radeln telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen. Sicherheitsorientierte Radfahrer freuen sich über helle LED-Lichter, die zusätzlich eine Blink- und Bremslichtfunktion haben können. Allerdings lassen sich alle diese Funktionen nur anwenden, wenn die Akkus geladen sind. Und das muss je nach Nutzungsintensität täglich erfolgen.

Allerdings haben technische Innovationen nicht nur positive Aspekte. Die Überfrachtung mit Elektronik am Kopf kann gerade in puncto Sicherheit leider auch ins Gegenteil umschlagen. Nicht nur der ADFC befürchtet, dass insbesondere im Stadtverkehr das Telefonieren und eine Musikberieselung den Radfahrer zu sehr ablenken und dadurch die Unfallgefahr zunimmt. Außerdem würden sich viele Radfahrer zu sehr auf die Lichter am Helm verlassen, die jedoch keineswegs eine gute Beleuchtung am Fahrrad und die Handzeichen für Richtungswechsel ersetzen. In puncto Sicherheit erfüllen jedoch alle Helme die verpflichtende Euronorm EN 1078.

Smarthelm-Funktionen und Apps

Ein moderner Smarthelm für Radfahrer kann seine vielen Funktionen nur mithilfe des Smartphones oder einer Smartwatch bieten. Je nach Helmmarke lädt man sich die kostenlose App aus dem App- bzw. Google-Play-Store und verbindet per Bluetooth das Handy mit dem Fahrradhelm. Je nach Ausstattung ermöglicht die App dann, dass der Helm blinkt, das Bremslicht aufleuchtet, dass man Musik hören, telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann.

Test von fünf Smarthelm-Modellen

Wir haben fünf Smarthelm-Modelle ausprobiert. Vier davon haben uns „schwer“ beeindruckt. Wobei sich schwer insbesondere auf das hohe Gewicht bezieht. Die zusätzliche Elektronik bringt doch eine Menge zusätzliche Gramm auf die Waage. Und das bedeutet vor allem für sportliche Tourenradler und Pendler ein Minus an Tragekomfort.

Cratoni Smartride

Die Optik des Cratoni Smartride, des teuersten Smarthelms in der Auswahl, erinnert mit seiner Form und dem ansteckbaren Visier etwas an einen Motorradhelm. Kein Wunder, denn er hat auch die Zulassung für die schnellen S-Pedelecs, die als Kraftrad eingestuft sind und für die Helmpflicht besteht. Die S-Pedelec-Norm setzt eine größere Stabilität und Bruchsicherheit als gewöhnliche Fahrradhelme voraus. Die Helmschale ist weit in den Nacken gezogen und bietet einen guten, wertigen Rundumschutz. Das aufsteckbare Visier lässt sich auch für Brillenträger anpassen, allerdings ein bisschen hakelig. Wenn es unter dem ziemlich schweren Smarthelm zu warm wird - was durchaus vorkommt -, kann man sich oben mehr Luft verschaffen mittels eines Schiebereglers.

Beleuchtung und Blinker können über die Fernbedienung am Lenker eingeschaltet werden. Diese muss jedoch zuerst per Cratoni-App und Bluetooth mit dem Helm verbunden sein. Über die App und einen Crash-Sensor kann im Notfall eine Nachricht mit den Koordinaten des Fahrers an einen zuvor eingetragenen Notfallkontakt gesendet werden. Die App zeichnet zudem die persönlichen Tourendaten auf und stellt einen Kontakt zur individuellen Musiksammlung auf dem Smartphone her, sodass man sich unterwegs mit Musik berieseln lassen kann. Fahren in einer Gruppe mehrere Radler mit dem Cratoni Smartride, können sich diese über eine Walkie-Talkie-Funktion verständigen, falls sie nicht allzu weit auseinander radeln.

Details zum Smarthelm

  • Preis: 349,95 Euro
  • Gewicht: 560 Gramm
  • Größen: S/M 54 - 58 cm, M/L 58 - 61 cm
  • Features/Ausstattung: Helmbeutel, abnehmbares Visier (für Brillenträger geeignet), regulierbare Lüftungsöffnung, reflektierendes Gurtband, LED-Blinker, Rücklicht, Micro-USB-Ladekabel, Fernbedienung für Lenker, Cratoni-App, Unfall-Sensor mit SOS-Notruf, integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Walkie-Talkie-Funktion
  • Plus: Gute Verarbeitung, gut sichtbare Rück- und Blinklichter, regulierbare Belüftung, aufsteckbares Visier, für S-Pedelecs zugelassen
  • Minus: Sehr schwer, teuer
  • Fazit: Ein kostspieliger, überaus schwerer, aber robuster Helm für technikaffine E-Biker und S-Pedelec-Fahrer.

Livall BH51 M Neo

Der Livall BH51 M Neo zählt eher zu den Schwergewichten unter den Fahrradhelmen und wiegt rund das Doppelte eines guten Rennradhelmes. Fast ein Pfund Gewicht auf dem Kopf empfinden viele Radfahrer inklusive E-Biker höchstens auf Kurzstrecken noch als angenehm, auch wenn der Smarthelm noch so schick und modern aussieht. Dafür kann dieses Modell mehr mit seinen Funktionen punkten: Zum Beispiel LED-Beleuchtung vorne und hinten mit Blinker. Das Rücklicht leuchtet aufgrund eines Geschwindigkeits-Sensors beim Bremsvorgang auf.

Mittels Bluetooth und integrierter Lautsprecher sowie Mikrofon kann man beim Radeln telefonieren und Musik hören bei mittelmäßiger Tonqualität. Bei einem Sturz wird eine SMS an einen Notfallkontakt gesendet. Und wenn ein Mitradler auch einen Livall-Helm trägt, kann man mit ihm per Gegensprechfunktion kommunizieren, falls er nicht weiter als rund 500 Meter entfernt ist. Um die erweiterten Funktionen des BH51 M Neo nutzen zu können, müssen Helm, Fernbedienung und App miteinander gekoppelt werden. Soll der Smarthelm nur blinken, sind Smartphone und App nicht nötig, das funktioniert auch über die Fernbedienung am Lenker. Die Ladezeit des Helmakkus per Magnet-USB-Kabel beträgt zwei Stunden, die aktive Betriebszeit bis zu zehn Stunden. Die Knopfbatterie für die Fernbedienung soll bis zu zwei Jahre halten.

Wer sich nur für Beleuchtung und Blinkfunktion sowie Sturz-Sensor interessiert, für den genügt das 40 Euro günstigere Modell Livall BH51 T Neo - gleiche Schale, weniger Elektronik.

Details zum Smarthelm

  • Preis: 169,99 Euro
  • Gewicht: 480 Gramm (L)
  • Größen: M 54 - 58 cm, L 57 - 61 cm
  • Features/Ausstattung: Rücklicht, LED-Licht vorne, Bremslicht, Blinker mit Pieps-Ton, Fernbedienung inklusive Knopfbatterie für Lenker, Magnet-USB-Ladekabel, Livall-Riding-App, Lautsprecher, Mikrofon, Sturz-Sensor mit SOS-Alarm-System, Dunkelheits-Sensor, Walkie-Talkie-Funktion
  • Plus: Gut sichtbare Lichter und Blinker
  • Minus: Sehr schwer, Belüftung, spezielles USB-Ladekabel, App
  • Fazit: Gewichtiger Smart-Helm in urbanem Design. Pluspunkte sind die Lichtausstattung und Blinkfunktion.

Livall BH60 SE

Der Livall BH60 SE sieht nicht nur aus wie ein klassischer Tourenhelm; mit seinen 310 Gramm liegt er im Gegensatz zu anderen Smart-Modellen auch in einer komfortablen Gewichtsklasse. Leider nicht auf der Höhe der Zeit ist die Größenauswahl. Mit einer Einheitsgröße für Kopfumfänge von 55 bis ­61 Zentimetern ist die Auswahl etwas eingeschränkt, trotzdem bietet das Modell für gängige Kopfgrößen eine bequeme Passform. Die Sicherheit der Helmschale ist mit der Euronorm EN 1078 bestätigt.

Weitere Sicherheits-Funktionen sind die acht LED-Rücklichter und je drei Blinklichter, die über eine per Gummiband leicht zu installierende Fernbedienung am Lenker bedient werden. Zum weiteren technischen Innenleben zählen zwei Lautsprecher und ein Mikrofon. Wird der Smarthelm per Livall-Riding-App mit einem Smartphone gekoppelt, kann man damit Telefongespräche empfangen, Musik hören oder den Sprachansagen einer Navi-App folgen. Und das funktioniert sogar relativ gut, wobei die Lautsprecher am Helm so angebracht sind, dass der Nutzer auch die Umgebungsgeräusche noch gut mitbekommt. Bei lautem Verkehrslärm stößt die Verständigung per ­Telefon jedoch an ihre Grenzen.

Interessant für die Sicherheit des Radfahrers ist der Sturzsensor im Helm. Bei einem Aufprall verständigt dieser den eingetragenen Notfallkontakt, allerdings nur, wenn sich der Radler nicht in einem Funkloch befindet. Das Laden der Akkus dauert rund zwei Stunden, die Laufzeit beträgt acht bis zehn Stunden. Diese kann sich jedoch halbieren, wenn jemand viel Musik hört und oft mit Licht fährt.

Details zum Smarthelm

  • Preis: 139,99 Euro
  • Gewicht: 310 Gramm
  • Größen: 55 - 61 cm (One Size)
  • Features/Ausstattung: Fernbedienung für den Lenker, USB-Kabel, Livall-Riding-App, 14 LED-Rücklichter in unterschiedlichen Farben, 3 Blinklichter je Seite, integriertes Mi­kro­fon und Lautsprecher
  • Plus: Vergleichsweise leicht und preiswert, gute Headset-Verbindung, Belüftung
  • Minus: Nur eine Einheitsgröße, kryptische App
  • Fazit: Smarter Einsteigerhelm mit gutem Tragekomfort zum relativ günstigen Preis. Durch das geringe Gewicht ist der Livall BH60 SE auch für längere Touren geeignet.

Lumos Kickstart

In Form und Design ähnelt der Lumos Kickstart auf den ersten Blick durchaus einem klassischen Fahrradhelm. Auf den zweiten Blick fallen dann an der Front und am Heck die Leisten bzw. Flächen mit LED-Lichtern auf. Vorne sind zehn weiße LEDs eingelassen, hinten sind es jeweils elf LEDs links und rechts. In puncto Gewicht macht sich beim Lumos Kickstart dann doch die zusätzliche Technik im Inneren bemerkbar. Mit 380 Gramm wiegt er immerhin rund 80 bis 100 Gramm mehr als ein gewöhnlicher Tourenhelm ohne Elektronik in der Schale, was sich aber nur bei längerem Tragen als unangenehm am Kopf herausstellt.

Der Blinker lässt sich über große Tasten an einer Bluetooth-Fernbedienung am Lenker betätigen. Die Fernbedienung ist mithilfe von Gummiringen schnell zu befestigen, ist aber deshalb auch nicht diebstahlsicher. Bei eingeschaltetem Blinker ist zudem ein akustisches Signal hörbar, und der Lenkerschalter blinkt mit. Außerdem blinken die Front-LEDs in der Fahrtrichtung. Geladen werden die Fernbedienung wie auch der Smarthelm in rund zwei Stunden mittels eines speziellen USB-Kabels mit Magnet-Anschluss. Die Akkulaufzeit bei voller Helmbeleuchtung beträgt etwa drei Stunden, in einem der drei Blink-Modi bis zu doppelt so lange.

Richtig smart wird der Lumos Kickstart mithilfe der Lumos-App (IOS und Android). Damit werden vor allem die Geschwindigkeits-Sensoren im Helm aktiviert. Das heißt, beim Bremsen leuchtet das rote Rücklicht als Bremslicht auf. Außerdem zeigt die App den Ladestand des Helmakkus, und über die Auto-Ride-Tracking-Funktion werden Daten zu Aktivitäten gesammelt, die an eine Health App oder die Fitness-App Strava weitergeleitet werden können. Der Helm kann auch mit der Apple-Watch gekoppelt werden.

Details zum Smarthelm

  • Preis: 179,99 Euro
  • Gewicht: 370 Gramm
  • Größen: 54 - 61 cm (Einheitsgröße)
  • Features/Ausstattung: USB-Ladekabel, kabellose Bluetooth-Fernbedienung mit Lenkerhalterung, Lumos-App, 10 weiße LEDs vorn, 11 orange und 16 rote LEDs hinten, Blinker und automatisches Bremslicht, MIPS-Ausstattung (gegen Aufpreis!)
  • Plus: Einfache Bedienung, gute Belüftung, gute Sichtbarkeit im Dunkeln
  • Minus: Nur Einheitsgröße, kein Kinnpolster
  • Fazit: Der Helm ist für Radler interessant, die sich mehr gefühlte Sicherheit wünschen. Die Helmbeleuchtung ersetzt zwar nicht die Radbeleuchtung, aber man wird im Dunkeln als Verkehrsteilnehmer besser wahrgenommen.

Sena R1 Evo

Sena gilt als Spezialist für Motorradzubehör. Und unter Motorradfahrern sind Helme mit eingebautem Funk und Gegensprechanlage längst keine Innovation mehr. Diese Expertise überträgt Sena nun in den Fahrradbereich. Beim Gewicht tendiert der Sena R1 Evo mit mehr als 400 Gramm schwer in Richtung Motorrad. Bei längeren Touren beginnt die Last am Kopf zu drücken. Aufgrund der Einstellmöglichkeiten und der drei Modellgrößen findet zumindest (fast) jeder Radler die passende Schale. Polsterung und Belüftung können dabei durchaus überzeugen.

Auftrumpfen kann der Sena R1 Evo mit seinem technischen Innenleben: Im Smarthelm ist neben Lautsprechern und Mikrofon auch ein UKW-Radio integriert, das nach Installation der Sena-Cycling-App nutzbar ist. Bis zu zehn Sender werden über die App oder - etwas fummelig - direkt am Helm gesucht. Viel interessanter und nützlicher ist jedoch die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone oder GPS-Navigationsgerät. Die Sprachansagen zum Beispiel von Komoot sind gut über die eingebauten Lautsprecher verständlich, ohne dass die ganze Umgebung mithören kann. Mithilfe der Freisprecheinrichtung kann man auch unterwegs telefonieren, ohne dass der Fahrtwind allzu sehr stört.

Wer sich unterwegs gerne mit seinen Mitradlern verständigt, kann dies mithilfe einer Funk-Gegensprechanlage tun. Vorausgesetzt, die anderen tragen auch einen Sena-Helm. Die Reichweite der Funkverbindung liegt im Schnitt je nach Umgebung bei rund 500 bis 600 Metern. Die Einrichtung dieser technischen Features ist gut im Handbuch beschrieben, aber trotzdem etwas diffizil in der Praxis. Der Ladevorgang des Smarthelm-Akkus per USB-Kabel dauert zwei bis drei Stunden. Die Betriebsdauer reicht bis zu zwölf Stunden.

Details zum Smarthelm

  • Preis: 199 Euro
  • Gewicht: 430 Gramm (Gr. M)
  • Größen: S, M, L
  • Features/Ausstattung: Helmhülle, Sonnenblende, reflektierende Halteriemen, Rücklicht, integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Mikro-USB-Kabel, Tastensteuerung am Helm und Sprachsteuerung, Sena-Cycling-App
  • Plus: Gut belüftet, Gegensprechanlage
  • Minus: Schwer, kleines Rücklicht, Fernbedienung für den Lenker nur zum Zukaufen
  • Fazit: Ein Smarthelm für Radler, die gerne beim Fahren kommunizieren, entweder per Smartphone oder mittels Gegensprechanlage.

Coros Omni Smart und Livall BH 62 im Vergleich

Die Firma Coros und Livall hat sich überlegt Lautsprecher in einen Helm zu integrieren. Damit rutscht dir nicht ständig ein Stöpsel heraus. Vom Hersteller bekam ich den Coros Omni Smart* für einige Wochen zum Probe fahren und den Livall BH 62 kaufte ich mir.

Soundqualität

Die winzigen Lautsprecher liegen vor dem Ohr und nutzt den Knochenschall. Der Klang ist gut und es kommt sogar richtig Bass heraus. Die Geräusche des Verkehrs hörte ich mühelos und mit meinen Freunden konnte ich mich unterhalten. Ebenfalls verstand ich entspannt alle Wörter, sogar bei Gegenwind oder schnelleren Fahrten (ca. 30 km/h). Klar bergab wird es schwierig, aber da stoppe ich eh die Wiedergabe. Bei Livall fehlt der Bass und der Klang ist blechern und schlechter wie bei dem Omni Smart. Dennoch hörte ich trotz Wind sogar Hörbücher gut, aber deine Mitfahrer und Umgebung verstehen dafür mehr.

Lichter und Blinker

In dem Helm ist zumindest das rote Rücklicht integriert, welches du über den Controller bequem einschaltest. Mir fehlte nur ein weißes Licht für vorn. Der Livall BH 62 ist Fahrradhelm mit Blinker, welchen du über den Controller steuerst. Obwohl ich kaum denke, dass ein Autofahrer das checkt. Deine Mitfahrer merken das Blinken schon eher, weil der Livall dazu piept.

Telefonieren

Telefonieren beim Radeln, funktioniert über ein kleines Mikrofon im Bluetooth-Helm. Beim Test wurde ich beim Coros besser verstanden. Bei Wind versteht dich dein gegenüber schwer.

Qualität und Komfort

Im Vergleich zu meinem Kask Rapido* Helm ist der Coros Omni nicht so bequem. Du stellst den Omni über das Drehrad ein, aber bei meinen Kask gelingt das einen Ticken besser. Dennoch hat der smarte Omni viele und große Luftlöcher. Da punktet der Livall BH 62, er wirkt hochwertiger als der Omni Smart, trotzdem kommt er nicht an den Kask heran.

Akkulaufzeit

Nach mehreren Fahrten von insgesamt 6:30 Std. sind noch 47% drauf (Habe aber nicht die ganze Zeit Musik gehört). Da sind die angegebenen 10 Stunden realistisch. Davon träumt der Livall Helm, nach ca. 6 Stunden geht ihm der Saft aus.

Fazit

Für Musikhörer ist der Coros die bessere Wahl, wer so wie ich fast nur Podcasts/Hörbücher hört, dem reicht der Livall BH 62. Dazu war der Livall zum Test ca. 80 Euro günstiger. Bei der Qualität des Helmes könnten beide nachbessern und vielleicht ein Frontlicht einbauen.

Sicherheit und Musikgenuss: Was ist erlaubt?

Grundsätzlich ist es Radfahrern erlaubt, während der Fahrt Musik zu hören. Maßgeblich ist § 23 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Das Oberlandesgericht Köln stellte schon 1987 fest, dass man einem Radfahrer erst dann die Benutzung eines Kopfhörers untersagen könne, wenn die eingestellte Lautstärke zu mehr als einer unerheblichen Gehörbeeinträchtigung führe. Die Lautstärke müsse so gering sein, dass wenigstens Warnsignale wie etwa die Sirenen eines Krankenwagens wahrgenommen würden. Kommt es jedoch zu einem Unfall, kann das Musikhören weitreichende Folgen haben, wenn etwa Polizei oder Gutachter feststellen, dass die Gehörbeeinträchtigung ursächlich oder mitursächlich für den Unfall war. Im schlimmsten Fall können sich Ansprüche auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld verringern oder gar ganz ausfallen.

Over-Ear-Kopfhörer mit großen Ohrenschalen und Noise-Cancelling-Funktion haben auf dem Fahrrad nichts zu suchen. Sollten Ihre Kopfhörer eine Noise-Cancelling-Funktion bieten, deaktivieren Sie diese unbedingt. Beschallen Sie mit In-Ear-Kopfhörern nur eine Seite - idealerweise lassen Sie das Ohr der der Fahrbahn zugewandten Seite frei. Letztlich sollten Sie immer der Situation angepasst entscheiden: Fahren Sie im hektischen und lauten Stadtverkehr grundsätzlich besser ohne Musik. Sobald es ländlicher und verkehrsärmer wird, können Sie sich wieder ein (oder zwei) Kopfhörer ins Ohr stecken.

Alternative: Knochenschall-Kopfhörer

Eine Alternative zum klassischen In-Ear-Kopfhörer sind sogenannte Knochenschallkopfhörer wie von Shokz oder Livall, die direkt am Schädelknochen in Ohrnähe anliegen und den Schall in Form von Vibrationen zum Innenohr weiterleiten. Die Ohren bleiben frei, und Sie können Umgebungsgeräusche wahrnehmen. Das Klangbild ist allerdings nicht so facettenreich wie mit klassischen In-Ear-Modellen, zudem ist die Passform gewöhnungsbedürftig.

Bluetooth-Box am Lenker

Eine weitere Möglichkeit ist, eine Bluetooth-Box wie die von JBL am Lenker zu montieren. Beide Ohren bleiben komplett frei, und die Umgebungsgeräusche werden ohne Beeinträchtigung wahrgenommen. Die Montage könnte indes sehr umständlich sind, im schlimmsten Fall stößt die Box bei unruhiger Fahrt ständig gegen den Rahmen.

Die besten Fahrradhelme mit Bluetooth im Vergleich

Hier ist ein Vergleich der besten Fahrradhelme mit Bluetooth, basierend auf verschiedenen Tests und Bewertungen:

Modell Licht Blinker Vorteile Nachteile
Sena M1/M1 Evo Smart Ja Nein Audio-Kommunikationssystem, 4-Wege-Bluetooth-Sprechanlage, große Reichweite Keine Notfallfunktion
Abus MONTRAILER Quin Nein Nein GPS, App-kompatibel, SOS-Funktion, Höhenverstellbarkeit Kein Licht
Sena R1 Nein Nein Für viele Kopfgrößen geeignet, sehr leicht Kein Licht, keine Notfallfunktion
Sena R1 Smart Nein Nein Eingebaute Lautsprecher, waschbares Innenfutter Kein Licht, keine Notfallfunktion
Livall MT1 Neo Ja Ja Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion, besonders leicht Steuerung funktioniert nicht ohne Internet
Livall Bh51m Neo Ja Ja Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion, für viele Kopfgrößen geeignet Keine andere Version verfügbar
Livall BH60SE Neo Ja Ja Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion, für viele Kopfgrößen geeignet, besonders leicht Kein Zubehör im Lieferumfang
Sena R2 Ja Nein Integrierter Lautsprecher und Mikrofon, integriertes LED-Rücklicht Keine Notfallfunktion
Lumos Ultra Ja Ja Bremslichter, Blinker, sehr leicht Keine Notfallfunktion

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