Motorrad Bluetooth Headsets im Test: Komfort und Kommunikation auf zwei Rädern

Motorrad-Headsets sind zu einer unverzichtbaren Ausrüstung für ein angenehmes und sicheres Fahrerlebnis geworden. Ob erfahrener Motorradfahrer oder Anfänger - es ist wichtig, das richtige Modell für Ihre Bedürfnisse zu wählen. Ob alleine unterwegs oder in der Gruppe - mit einem Motorrad-Headset wird die Tour noch besser. Musik hören, telefonieren, Navi-Ansagen mitkriegen oder sich kurz mit dem Sozius abstimmen? Geht alles, ohne vom Gas zu gehen.

Was ist ein Motorrad-Headset?

Ein Motorrad-Headset ist, einfach ausgedrückt, ein drahtloses Kommunikationsgerät, das Motorradfahrern die Kommunikation untereinander sowie mit Mobiltelefon, GPS oder Bordaudiosystem ermöglicht. Die Headsets verbinden sich in der Regel über Bluetooth und bieten so eine stabile und zuverlässige Verbindung.

Wichtige Aspekte beim Kauf eines Motorrad-Headsets

Die Wahl des besten Motorrad-Headsets hängt hauptsächlich von Ihren spezifischen Anforderungen an Reichweite, Akkulaufzeit und Funktionen ab. Hier sind einige wichtige Aspekte, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Reichweite: Die Reichweite variiert je nach Modell und Nutzungsbedingungen von einigen zehn Metern bis zu mehreren Kilometern. Es ist wichtig, die Akkulaufzeit zu überprüfen, um sicherzustellen, dass diese für die geplanten Fahrten ausreicht.
  • Akkulaufzeit: Die Akkulaufzeit liegt je nach Gerät zwischen 8 und 20 Stunden.
  • Audioqualität: Die Audioqualität muss außergewöhnlich sein, um ein optimales Benutzererlebnis zu gewährleisten.
  • Kompatibilität: Es ist unerlässlich, die Kompatibilität Ihres Motorrad-Headsets mit Ihrem Helm sowie mit anderen Geräten (Smartphone, GPS usw.) zu überprüfen.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ein wichtiger Faktor. Es ist nicht unbedingt notwendig, in das teuerste Motorrad-Headset zu investieren, um ein Qualitätsprodukt zu erhalten.
  • Bedienung: Alle getesteten Modelle lassen sich leicht installieren und koppeln, auch ohne Technikkenntnisse.

Installation und Montage

Zum Start unseres Tests wurden alle Headsets in denselben Helm eingebaut - größere Unterschiede beim Einbau gab es nicht. Die meisten Systeme lassen sich per Klett-, Magnet- oder Steckhalterung problemlos am Helm befestigen. Nach spätestens 30 Minuten war jedes Gerät montiert, in wenigen weiteren Minuten eingerichtet und per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden.

  • Positionierung: Platzieren Sie das Headset an einer zugänglichen und bequemen Stelle am Helm.
  • Lautsprecher: Die Lautsprecher sollten in der Nähe Ihrer Ohren installiert werden, ohne dabei den Komfort zu beeinträchtigen.
  • Verkabelung: Verstauen Sie die Kabel sorgfältig, damit sie nicht beim Fahren stören und sich nicht mit der Zeit beschädigen.

Top-Modelle im Überblick

Wir haben zahlreiche Headset-Modelle getestet, die Sie auf dieser Seite entdecken können. Hier sind einige der beliebtesten Modelle:

  • Sena SMH10: Mit einer Reichweite von bis zu 900 Metern und einer Akkulaufzeit von bis zu 12 Stunden ist dieses Gerät ideal für Motorradfahrer, die sich während längerer Fahrten mit ihren Mitfahrern oder anderen Motorradfahrern unterhalten möchten.
  • Cardo Scala Rider PACKTALK: Dieses Modell ist besonders dank seines innovativen Dynamic Mesh Communication (DMC) Systems beliebt. Diese Technologie ermöglicht ein dynamisches Netzwerk zwischen Motorradfahrern und erleichtert so den Sprachaustausch. Die Reichweite des PACKTALK ist mit bis zu 5 Kilometern ebenfalls sehr beeindruckend!
  • Lexin LX-B4FM: Für kleinere Budgets bietet das Lexin LX-B4FM interessante Leistungen zu einem erschwinglichen Preis. Mit einer Reichweite von 1,6 Kilometern und einer Akkulaufzeit von 8 Stunden ist dieses Bluetooth-kompatible Headset nicht nur für die Kommunikation zwischen Motorradfahrern geeignet, sondern auch für Telefonanrufe und Musikwiedergabe.
  • Sena 50R: Der Sena 50R überzeugt auf ganzer Linie: Top-Klang dank Harman-Kardon-Lautsprechern, effektive Geräuschunterdrückung und eine einfache, durchdachte Bedienung machen ihn zum verdienten Testsieger.
  • Albrecht BPA 600: Das Albrecht BPA 600 holt sich den Titel als Preis-Leistungs-Sieger. Es bietet alle wichtigen Funktionen, unterstützt Sprachsteuerung und kann mehrere Geräte gleichzeitig koppeln.

Testergebnisse im Detail

AUTO BILD hat fünf aktuelle Modelle aus verschiedenen Preisklassen getestet. Im Alltagstest funktionierten alle Modelle zuverlässig, Navigation, Musik und Anrufe liefen reibungslos. Kritikpunkt Reichweite: Die vom Hersteller angegebenen Distanzen von 1,2 bis 2 Kilometern für Intercom-Verbindungen erwiesen sich als überambitioniert. In der Praxis lag die stabile Reichweite meist nur bei 200 bis 600 Metern - abhängig vom Gelände, Helmtyp und anderen Störfaktoren. Besonders bei Carbonhelmen sinkt die Reichweite.

Testsieger: Sena 50R

Bereits beim Design macht das 50R deutlich, dass es zu den Topmodellen zählt. Doch dient die schicke Formgestaltung nicht dem Selbstzweck, sondern unterstützt eine einfache Handhabung über drei große, leicht zu ertastende Schalter. Beeindruckend: Die Harmann-Kardon-Lautsprecher begeistern auch bei hoher Lautstärke mit einem ausgewogenen Verhältnis von Höhen und Tiefen. Besonders wirkungsvoll reduziert die Advanced Noise Control sämtliche Hintergrundgeräusche während der Intercom-Kommunikation.

Preis-Leistungs-Sieger: Albrecht BPA 600

Das Gerät verfügt über ein integriertes, zentral zu steuerndes FM-Radio, es unterstützt Smartphones mit Sprachsteuerung (Siri/Ok Google) und baut bis zu zwei parallele Verbindungen gleichzeitig auf, etwa Navi und Telefon. Die vier kleinen Taster lassen sich erst nach einiger Gewöhnung zuverlässig bedienen und wirken wackelig, die Lautsprecher sind scharfkantig, die Kabel dünner als bei den Konkurrenten. Dagegen ist die Geräuschunterdrückung am Mikrofon sehr effizient, und bei Ausführung und Umfang der Bedienungsanleitung kann das Albrecht punkten.

Besondere Funktionen und Alternativen

Neben den Standardfunktionen bieten einige Headsets zusätzliche Features wie:

  • FM-Radio: Einige Modelle verfügen über ein integriertes FM-Radio.
  • Sprachsteuerung: Viele Headsets unterstützen Sprachsteuerung für eine einfache Bedienung während der Fahrt.
  • Musik teilen: Einige Modelle ermöglichen das Teilen von Musik mit anderen Fahrern.
  • Unfallsensor: Das UClear Motion Infinity bietet einen Unfallsensor und eine SOS-Funktion.

Es gibt auch Alternativen zu den klassischen Bluetooth-Kommunikationssystemen, wie kabelgebundene Lösungen oder einzelne Ohrhörer für Navigationsansagen und Musik.

Rechtliche Aspekte

Die Nutzung von Headsets beim Motorradfahren ist grundsätzlich gestattet, solange Umgebungsgeräusche weiterhin gut wahrnehmbar bleiben. Deshalb sind handelsübliche Motorrad-Headsets mit integrierten Lautsprechern ausgestattet, die im Helm verbaut werden - statt mit abschirmenden In-Ear-Kopfhörern.

Wichtiger Hinweis zur Zulassung: Bitte beachten Sie, dass Motorradhelme nur dann rechtssicher mit einem Kommunikationssystem nachgerüstet werden dürfen, wenn sie gemäß ECE-R 22.06 dafür zugelassen sind. Erkennbar ist dies an der „UA“-Kennzeichnung (Universal Accessories) auf dem Helm. Wird ein Intercom-System - etwa per Klebe- oder Klemmbefestigung - an einem nicht freigegebenen Helm montiert, kann dies als bauliche Veränderung gewertet werden und die Zulassung des Helms erlöschen lassen. Dies kann zu Bußgeldern im Ausland, etwa in Luxemburg, sowie versicherungsrechtlichen Problemen im Falle eines Unfalls führen.

Zusammenfassende Tabelle

Modell Reichweite Akkulaufzeit Besondere Funktionen Preis
Sena 50R Bis zu 8 km Bis zu 14 Stunden Harman-Kardon-Lautsprecher, Sprachsteuerung, Mesh-Kommunikation 358,99 €
Albrecht BPA 600 Bis zu 1,2 km Bis zu 20 Stunden FM-Radio, Sprachsteuerung, Parallele Verbindungen 229,00 €
Cardo Packtalk Bold Bis zu 8 km Bis zu 13 Stunden JBL-Lautsprecher, Sprachsteuerung, Musik teilen 331,38 €
UClear Motion Infinity Bis zu 1,2 km Bis zu 18 Stunden Gestensteuerung, Unfallsensor, SOS-Funktion 292,39 €

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