Die BMW F 650 GS ist ein vielseitiges Motorrad, das im Laufe der Jahre verschiedene Entwicklungen erfahren hat. Dieser Artikel beleuchtet die Modellhistorie und technischen Daten der BMW F 650 GS.
BMW F 650 (Funduro) - Baujahre 1993-2000
Die erste BMW F 650 wurde 1993 auf der IFMA vorgestellt und ab 1994 produziert. Sie entstand in Kooperation mit Aprilia und wurde in deren Werk in Noale (Italien) gefertigt. Der flüssigkeitsgekühlte Einzylindermotor stammt von Rotax, die Endmontage erfolgte bei Aprilia. Die F 650 ist das erste BMW-Motorrad mit Kettenantrieb seit den 1960er-Jahren.
Sie richtete sich an Einsteiger und Tourenfahrer, die ein leichtes, vielseitiges Motorrad mit aufrechter Sitzposition suchten. Die Sitzhöhe betrug serienmäßig 820 mm, eine niedrigere Sitzbank mit 790 mm war optional erhältlich.
1997 erfuhr die F 650 kleinere technische Anpassungen, darunter eine geänderte Vergaserabstimmung zur Verbesserung des Kaltstarts und neue Farbvarianten. Die Modellbezeichnung blieb unverändert.
Der Tank fasste 17,5 Liter, was bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 4,5 l/100 km eine Reichweite von rund 380 km ermöglichte.
BMW F 650 GS (Einzylinder) - Baujahre 2000-2007
Im Jahr 2000 ersetzte BMW die Funduro durch die F 650 GS. Trotz ähnlicher Bezeichnung handelte es sich um eine vollständige Neuentwicklung. Die Produktion erfolgte nun im BMW-Werk Berlin-Spandau. Der überarbeitete Rotax-Einzylindermotor erhielt eine elektronische Benzineinspritzung und einen geregelten Katalysator. Die F 650 GS ist das erste BMW-Motorrad der Mittelklasse mit optionalem ABS.
Die Sitzposition blieb aufrecht, die Ergonomie wurde überarbeitet. Die Sitzhöhe betrug weiterhin 820 mm, mit optionalen Sitzbänken zwischen 780 mm und 870 mm. Der Tankinhalt reduzierte sich auf 17,3 Liter, die Reichweite blieb durch den geringeren Verbrauch vergleichbar.
Ab Modelljahr 2004 erhielt die F 650 GS eine neue Motorsteuerung (BMS-C II), die eine präzisere Kraftstoffdosierung ermöglichte. Zudem wurde die Abgasanlage überarbeitet, um die Euro-2-Abgasnorm zu erfüllen. Die Leistung blieb unverändert. Die Modellpflege umfasste kleinere technische Anpassungen, jedoch keine grundlegenden Änderungen an Fahrwerk oder Ergonomie.
2004 wurde die F 650 GS mit Doppelzündung ausgestattet, was die Emissionen senkte und die Laufruhe verbesserte.
Parallel bot BMW die F 650 GS Dakar an. Diese unterschied sich durch längere Federwege, ein 21-Zoll-Vorderrad, eine höhere Sitzbank (870 mm) und eine geänderte Fahrwerksabstimmung. Die Dakar-Version war stärker auf den Geländeeinsatz ausgelegt, während die Standard-F 650 GS straßenorientierter blieb.
Für beide Varianten waren ab Werk oder als Sonderausstattung unter anderem Heizgriffe, Hauptständer, Kofferträger, Aluminiumkoffer, Topcase und ein höherer Windschild erhältlich. Die F 650 GS ist für den Soziusbetrieb ausgelegt und verfügt über einen separaten Soziussitz mit Haltegriffen.
Die Produktion der Einzylinder-F 650 GS endete 2007. Die ursprüngliche Einzylinder-F 650 GS blieb durch Bauzeit und Technik klar abgrenzbar.
Ein LC-Display zeigte Informationen wie Tankinhalt, Reichweite und Bordspannung. Ein Bordcomputer war optional erhältlich.
Weitere Entwicklungen
Parallel erschien 2002 die F 650 CS "Scarver" - eine straßenorientierte Variante mit Riemenantrieb, verändertem Rahmen und unter der Sitzbank platziertem Tank. Sie wurde bis 2005 produziert.
2012 wurde die F 650 GS durch die F 700 GS ersetzt. Die Modellbezeichnung F 650 wurde danach nicht mehr verwendet.
Eignung für Anfänger
Die Einzylinder-Modelle der F 650 gelten als anfängertauglich. Sie bieten eine gutmütige Leistungsentfaltung, ein niedriges Gewicht und eine aufrechte Sitzposition. Die optionale Tieferlegung erleichterte auch kleineren Fahrern den Einstieg. Die F 650 GS gilt aufgrund ihrer gutmütigen Leistungsentfaltung, niedrigen Sitzhöhe und des optionalen ABS als einsteigerfreundlich.
ABS
Die F 650 GS (Einzylinder, ab 2000) ist optional mit ABS erhältlich. ABS ist ab Werk optional erhältlich und lässt sich über einen Schalter am Lenker deaktivieren. Die F 650 GS (Zweizylinder, ab 2008) verfügt serienmäßig über ABS.
BMW F 650 GS vs. F 700 GS - Unterschiede
Die F 700 GS ersetzt 2012 die F 650 GS (Zweizylinder). Sie bietet mehr Leistung, ein überarbeitetes Fahrwerk, neue Instrumente und serienmäßiges ABS. Die Sitzhöhe bleibt vergleichbar.
BMW F 650 Tankinhalt und Reichweite
Die F 650 (1993-2000) hat einen 17,5-Liter-Tank, die F 650 GS (Einzylinder) 17,3 Liter. Der Tankinhalt beträgt 17,3 Liter. Bei einem Verbrauch von 4,3 l/100 km ergibt sich eine Reichweite von etwa 400 km. Die F 650 GS (Zweizylinder) verfügt über 16 Liter Tankvolumen. Die Reichweite liegt je nach Modell zwischen 350 und über 400 km.
Soziusbetrieb
Alle Versionen der BMW F 650 sind für den Soziusbetrieb ausgelegt. Sie verfügen serienmäßig über Soziusfußrasten und Haltegriffe. Ja, die F 650 GS ist für den Soziusbetrieb ausgelegt.
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