BMW Motorrad Batterie wechseln – Eine detaillierte Anleitung

Der Batteriewechsel am Motorrad sollte vom Fahrer oder Halter mit dem mitgelieferten Bordwerkzeug zu machen sein. Das bezieht sich nicht nur auf BMW Motorräder. Natürlich sind geschickte Hände (möglichst nicht doppelt links) auch von Vorteil. Mehr Werkzeug braucht man nicht für diese einfachen Tätigkeiten.

Vorbereitung und Werkzeuge

Bevor Sie mit dem Batteriewechsel beginnen, stellen Sie sicher, dass Sie das richtige Werkzeug zur Hand haben:

  • Bordwerkzeug (falls vorhanden)
  • Kleiner Akkuschrauber (optional)
  • Messingbürste oder Schmirgelleinen
  • Batterieladegerät speziell für Motorradbatterien
  • Kupferpaste
  • Destilliertes Wasser (falls erforderlich)
  • Säureheber (Aärometer, falls erforderlich)
  • Handschuhe

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ausbau der Batterie

  1. Sicherheit geht vor: Die Zündung ist ausgeschaltet!
  2. Batteriefach öffnen: Es ist meist irgendwo unter der Sitzbank oder einem Seitendeckel zu finden; ab und zu auch unterm Tank (in der Betriebsanleitung nachsehen).
  3. Pole abklemmen: Zuerst den Minuspol der Batterie abschrauben (schwarz), dann den Pluspol (rot).
  4. Sicherungsband abnehmen: Batterie ganz herausnehmen.

Reinigung und Vorbereitung der Batterie

  1. Reinigung: Ausgebaute Batterie unter fließendem warmen Wasser reinigen, Wurzelbürste zu Hilfe nehmen.
  2. Trocknen: Batterie gut abtrocknen.
  3. Polanschlüsse reinigen: Polanschlüsse mit einer Messingbürste oder mit Schmirgelleinen blank putzen.

Motorradbatterie laden

Eine Batterie muss geladen werden, wenn ihre Spannung weniger als 12,3 Volt beträgt. Dies ist am »müden« Elektrostarter zu spüren, wenn dieser den Motor nicht mehr richtig durchdreht (oder am flackernden Licht, wenn der Motor mit niedriger Drehzahl läuft). Zum Messen des Ladezustands bleiben die Kabel an den Batteriepolen angeschlossen. Entsprechende Messgeräte sind im Kfz- oder Motorradzubehörhandel erhältlich.

  1. Batterie anschließen: Batterie an Ladegerät anschließen: zuerst Pluspol anklemmen, dann Minuspol. Bei Blei-Säure-Batterien unbedingt ALLE Stopfen entfernen!
  2. Ladegerät einschalten: Ladegerät einschalten, Batterie mit kleiner Ladespannung laden.
  3. Ladezeiten und Ströme beachten: Beim Laden dürfen die auf der Batterie (oder im Beipackzettel einer neuen Batterie) angegebenen Ladeströme und Ladezeiten nicht überschritten werden, weil durch zu hohen Ladestrom und zu lange Ladezeit die Batterie beschädigt werden kann.
  4. Normalladung: Normalladung mit 1/10 der Amperestärke der Batterie, Ladezeit 5 bis 10 Stunden. Wenn am Batterieladegerät die kleinste einzustellende Ladespannung 1 Ampere beträgt, sollte man die Batterie damit aufladen.
  5. Schnellladung vermeiden: Eine Schnellladung darf nur im Notfall stattfinden, ein langsames Laden ist vorzuziehen.
  6. Batterie abklemmen: Batterie von Ladegerät abklemmen: zuerst Minuspol abklemmen, dann Pluspol.
  7. Ruhezeit: Nach der Ladung die Batterie mindestens 30 Minuten ruhen lassen, also nicht sofort einbauen und losfahren.

Motorradbatterie einbauen und anschließen

  1. Vorbereitung: Vor dem Einbau Folgendes abchecken: Ist eine Gummiunterlage für die Batterie im Batteriekasten vorhanden? Batterie nicht ohne Gummi einbauen, sonst drohen Vibrationsschäden. Sind die Batterie-Kabelanschlüsse sauber und ohne Korrosion? Wenn nein, auf beiden Seiten mit feinem 400er-Schmirgel abziehen.
  2. Ladedatum vermerken: Ladedatum auf der Batterie vermerken, Batterie in Batteriekasten einsetzen.
  3. Anschlüsse einschmieren: Schrauben mit etwas Kupferpaste einschmieren, das sichert guten elektrischen Kontakt und beugt Korrosion vor.
  4. Kabel anschließen: Zuerst Pluskabel an Batterie anschließen, dann Minuskabel. Kabel exakt verlegen, sie dürfen sich nicht übermäßig stark knicken oder irgendwo scheuern.
  5. Schutzkappen aufstecken: Schutzkappen auf Anschlüsse aufstecken.
  6. Deckel schließen: Deckel des Batteriekastens schließen.

Besondere Hinweise

Entlüftungsschlauch bei MF-Batterie: Sollte Ihr Motorrad mit einer wartungsfreien MF-Batterie ausgestattet sein und Sie sind aus irgendeinem Grund einmal gezwungen, eine nicht wartungsfreie Bleibatterie anstatt einer wartungsfreien Batterie einzubauen, wird ein Entlüftungsschlauch benötigt. Dieser muss unbedingt knickfrei nach unten verlegt werden, und sein Ende muss so ins Freie gelangen, dass austretende Dämpfe mit keinem Teil des Fahrzeugs in Berührung kommen, sonst entstehen an der Maschine in kürzester Zeit hässliche Säureschäden.

Neue MF-Batterie mit Säure füllen

  1. Klebestreifen über den Einfüllöffnungen der Batterie entfernen.
  2. Schutzfolie vom Säurebehälter abziehen. Säurebehälter genau auf die Einfülllöcher der Batterie ansetzen und gleichmäßig eindrücken.
  3. Nach circa einer Stunde ist die Säure in die Batterie gelaufen: leeren Säurebehälter von der Batterie abziehen. Stopfenleiste fest aufdrücken, gegebenenfalls mit Gummihammer leicht nachklopfen.
  4. Batterie vorschriftsmäßig laden, danach mindestens 30 Minuten ruhen lassen, dann einbauen.

Wartung von Blei-Säure-Batterien

Eine nicht wartungsfreie Bleibatterie ist mit Batteriesäure (Schwefelsäure) gefüllt. Der Flüssigkeitsstand sinkt mit der Zeit durch Verdunstung ab. Wenn er sich unterhalb der auf der Batterie angebrachten Markierung befindet, muss destilliertes Wasser aufgefüllt werden. KEINE Säure zum Nachfüllen verwenden!

Überwinterung der Motorradbatterie

Die Winterzeit ist die optimale Zeit zur Pflege und Wartung der Motorradbatterie. Wenn Minusgrade herrschen, ist es auch bei häufiger Nutzung des Motorrades am besten, die Batterie über Nacht auszubauen und am nächsten Tag vor der Fahrt wieder einzubauen.

  1. Öffnen Sie die Abdeckung am Motorrad.
  2. Nutzen Sie einen Schraubenschlüssel, um die beiden Pole der Batterie abzuklemmen. Zuerst klemmen Sie beim Ausbau der Motorradbatterie den Minuspol ab.
  3. Nachdem Sie die Motorradbatterie ausgebaut haben, laden Sie diese zuallererst wieder auf.
  4. Nachdem Sie nach dem Aufladen den Säurestand getestet haben, füllen Sie die Batterie bis zum Erreichen des Maximums mit destilliertem Wasser auf.
  5. Anschließend legen Sie die Motorradbatterie an einem Ort mit Raumtemperatur ab und lagern die Batterie dort.

Batterietypen

Neben der seit Jahrzehnten weit verbreiteten Blei-Säure-Batterie gibt es eine Vielzahl neuer Starterbatterien, mit denen Motorräder ausgestattet sein können. Es handelt sich zwar ebenfalls um Blei-Akkus, allerdings sind diese anders konstruiert und wartungsfrei. Anders als die übliche Blei-Säure-Batterie haben die Blei-Gel- und die AGM-Akkus einen gebundenen Elektrolyten.

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