BMW Motorrad Modelle Baujahr 1955

Die Baureihe der BMW-Vollschwingenboxer R 50 bis R 69 S der Baujahre 1955 bis 1969 sind längst zu international populären Klassikern gereift. Seit 1923 im Motorradbau tätig, entstanden vor allem in den Jahren nach 1945 Motorräder, die Geschichte schrieben. München war lange ein Zentrum der deutschen Motorradfertigung. Heute noch knüpft BMW mit ihrem Stammsitz an diese Tradition an.

Einmalig ist diese umfassende und fein detaillierte Betrachtung der BMW-Boxer-Motorräder aus der ersten Hälfte der 50er Jahre. Die Modelle R 51/2, R 51/3, R 67, R 67/2, R 67/3 und vor allem die legendäre R 68 werden in diesem Buch aus vielen Perspektiven dargestellt. Persönliche Faszination, technischer Anspruch, Fachwissen und Erfahrung rund um die „Geradwegboxer“ finden sich bei allen drei Autoren.

Die BMW R25/3

Zum Verkauf steht meine liebevoll gepflegte BMW R 25/3, Baujahr 1955. Ich entdeckte auf WILLHABEN eine BMW R25/3 aus dem Jahr 1955, die in der Steiermark zum Verkauf stand. Die BMW R25/3, ein Motorrad, das für seine Robustheit, Zuverlässigkeit und technische Raffinesse bekannt ist, wurde von der Bayerischen Motoren Werke AG (BMW) in der Nachkriegszeit hergestellt und hat sich einen besonderen Platz in der Geschichte der Motorradindustrie gesichert. Die BMW R25/3 steht exemplarisch für die Ingenieurskunst und die Tradition von BMW im Motorradbau der Nachkriegszeit.

Die Überholung war überschaubar: Größeren Ölwanne für bessere Temperaturstabilität inklusive Ölwechsel, Reinigung des Kardanwellen Winkelgetriebes, Justierung des Ventilspiels, Reinigung des Vergasers und des Benzinhahns, Erneuerung von Schläuchen, Luftfilter, Bremsen und Reifen, sowie das Richten und Auswuchten der Felgen. Ausgebauter Motor für Kupplungswechsel.

Die Fahrten sind bis heute ein Vergnügen, mit dem charakteristischen Tock-Tock des Einzylinders und dem sanften Tempo. Doch einige Herausforderungen zeigten sich nach den ersten Kilometern, die einen zweiten Reparaturdurchgang erforderlich machten, einschließlich des Austauschs des Kupplungswellendichtrings und der Kupplung selbst. Seither verläuft alles reibungslos.

Die R 25/3 besticht durch grundlegende Neuerungen. Außer einem leistungsgesteigerten Motor sorgen Vollnabenbremsen, 18-Zoll-Räder und eine hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel für Komfort, Sicherheit und Fahrspaß.

Die BMW R50

Die BMW R 50 ist das erste Modell einer neuen Motorradgeneration mit Vollschwingen-Fahrwerk, das Hinterrad wird in einer Langarmschwinge mit Federbeinen geführt. Am Vorderrad kommt eine geschobene Schwinge nach Earles Bauart, ebenfalls mit Federbeinen zum Einsatz. Erstmals gibt es eine Tellerfeder-Kupplung sowie ein Dreiwellen-Viergang-Getriebe mit Ruckdämpfer.

Die BMW R60

Die BMW R 60 wird 1956 als neues Modell der Vollschwingen-Baureihe eingeführt und bleibt bis einschließlich 1960 im Programm. Sie ersetzt nicht direkt die R 51/3, sondern ist eine eigenständige Weiterentwicklung mit neuem Fahrwerkskonzept. Die R 60 gehört zur ersten Generation der Vollschwingenmodelle mit Schwingenfederung vorn und hinten. Sie ist ausschließlich mit Kardanantrieb ausgestattet, was dem wartungsarmen Antriebskonzept der Marke entspricht.

Die Vorderradführung erfolgt ab Werk über eine sogenannte Earles-Gabel, eine geschobene Kurzschwinge, die BMW ab 1955 bei den Vollschwingenmodellen einführt. Eine Teleskopgabel kommt bei der R 60 zu keinem Zeitpunkt zum Einsatz. Die Earles-Gabel verbessert die Fahrstabilität, insbesondere bei Seitenwagenbetrieb, für den die R 60 ab Werk vorbereitet ist. Die Hinterradfederung erfolgt über eine Schwinge mit zwei Federbeinen.

Die R 60 ist mit einem 6-Volt-Bordnetz ausgestattet. Die Zündung erfolgt über eine Bosch-Magnetzündung, die als robust und wartungsarm gilt. Die Bremsanlage besteht aus mechanisch betätigten Trommelbremsen an Vorder- und Hinterrad. Der Kraftstofftank fasst 17 Liter und ist mit seitlichen Kniepads sowie einem abschließbaren Tankdeckel ausgestattet. Die Reichweite liegt bei durchschnittlichem Verbrauch bei über 300 Kilometern.

Das Cockpit besteht aus einem zentralen Rundinstrument mit integriertem Tachometer und Kontrollleuchten. Ein LC-Display ist nicht vorhanden. Die Bereifung erfolgt auf 18-Zoll-Speichenrädern. BMW liefert die R 60 serienmäßig mit Reifen von Metzeler oder Continental aus, je nach Produktionszeitraum. Der Lenker ist verchromt und ermöglicht eine aufrechte Sitzposition. Ein Windschild gehört nicht zur Serienausstattung, ist aber über das Zubehörprogramm erhältlich. Es handelt sich dabei um einen festen Windschild ohne Verstellmöglichkeit.

Für Tourenfahrer bietet BMW ab Werk oder über das Zubehörprogramm verschiedene Gepäcklösungen an, darunter Kofferträger und Hartschalenkoffer. Ein Topcase ist nicht Bestandteil des Originalzubehörs, kann aber über Drittanbieter nachgerüstet werden. Die R 60 ist serienmäßig mit einem Hauptständer ausgestattet. Ein Seitenständer ist optional erhältlich.

Die Sitzbank ist in verschiedenen Ausführungen verfügbar: als Einzelsitz oder als Doppelsitzbank mit Soziusfußrasten. Damit ist die R 60 auch für zwei Personen geeignet. Die Soziustauglichkeit hängt von der gewählten Sitzbankvariante ab.

Die R 60 (1956-1960) unterscheidet sich von der R 60/2 (ab 1960) durch eine geänderte Motoraufhängung mit Gummilagern zur Vibrationsdämpfung sowie Detailverbesserungen an Fahrwerk und Elektrik. Beide Modelle nutzen die Earles-Gabel.

Modell Tankinhalt Reichweite (ca.)
BMW R 60 17 Liter 300 Kilometer

Sportliche Erfolge der 1950er Jahre

Die 1950er Jahre sind von sportlichen Erfolgen geprägt. Mit der R 68 entwickelt BMW ein sportliches Spitzenprodukt. Mit einer serienmäßigen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h gilt die BMW R 68 als Topmodell der 1950er Jahre. Das legendäre BMW RS-Modell wird mit einer Ventilsteuerung per Königswelle in kleiner Auflage für den Motorsport produziert. 200 km/h erreicht das Modell - und einige Privatfahrer erringen zahlreiche Siege auf den Rennstrecken des In- und Auslandes.

Im Jahr 1954 beginnt BMW, Weltmeisterschaftstitel für Motorrad-Gespanne in Serie zu gewinnen. Wilhelm Noll und Fritz Cron sind die Ersten, die mit dem RS-Gespann den Weltmeistertitel einfahren. Außerdem schafft es Noll mit 280,8 km/h einen weiteren Geschwindigkeitsrekord für BMW einzufahren.

Äußerlich nur an den Ventildeckeln und schmalen Schutzblechen zu unterscheiden, wartet die neue Sportmaschine mit größeren Ventilen und Vergasern, anderer Nockenwelle, höherem Verdichtungsverhältnis und nadelgelagerten Kipphebeln auf. Die erzielten 35 PS verhelfen der R 68 zu einer Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h.

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