BMW Motorrad Modelle 1956: Eine Ära des Aufbruchs

Die 1950er Jahre waren bei BMW von sportlichen Erfolgen geprägt. Mit der R 68 entwickelte BMW ein sportliches Spitzenprodukt. Mit einer serienmäßigen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h galt die BMW R 68 als Topmodell der 1950er Jahre.

Das legendäre BMW RS-Modell wurde mit einer Ventilsteuerung per Königswelle in kleiner Auflage für den Motorsport produziert. Das Modell erreichte beachtliche 200 km/h - und einige Privatfahrer erringen zahlreiche Siege auf den Rennstrecken des In- und Auslandes.

Erfolge im Motorsport

Im Jahr 1954 begann BMW, Weltmeisterschaftstitel für Motorrad-Gespanne in Serie zu gewinnen. Wilhelm Noll und Fritz Cron waren die Ersten, die mit dem RS-Gespann den Weltmeistertitel einfuhren. Außerdem schaffte es Noll mit 280,8 km/h einen weiteren Geschwindigkeitsrekord für BMW einzufahren.

Technische Innovationen der R 68

Äußerlich nur an den Ventildeckeln und schmalen Schutzblechen zu unterscheiden, wartete die neue Sportmaschine mit größeren Ventilen und Vergasern, anderer Nockenwelle, höherem Verdichtungsverhältnis und nadelgelagerten Kipphebeln auf. Die erzielten 35 PS verhalfen der R 68 zu einer Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h.

Weitere Modelle und Entwicklungen

Die R 25/3 bestach durch grundlegende Neuerungen. Außer einem leistungsgesteigerten Motor sorgten Vollnabenbremsen, 18-Zoll-Räder und eine hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel für Komfort, Sicherheit und Fahrspaß. Die BMW R 50 war das erste Modell einer neuen Motorradgeneration mit Vollschwingen-Fahrwerk, das Hinterrad wurde in einer Langarmschwinge mit Federbeinen geführt.

Am Vorderrad kam eine geschobene Schwinge nach Earles Bauart, ebenfalls mit Federbeinen zum Einsatz. Erstmals gab es eine Tellerfeder-Kupplung sowie ein Dreiwellen-Viergang-Getriebe mit Ruckdämpfer.

Die Anfänge von BMW Motorrad

Auf der Berliner Automobilausstellung im September 1923 fiel der Startschuss für den Bau von BMW Motorrädern: Die R 32 war das erste Motorrad der Bayerischen Motoren Werke, entwickelt von Max Friz.

Nach den Kriegswirren gelang BMW 1948 ein Neubeginn mit der Motorrad-Herstellung. In Berlin-Spandau, wo bis 1945 Flugmotoren entstanden und danach eine Werkzeugmaschinen-Fertigung aufgebaut wurde, bekommen die BMW Motorräder ihr neues Zuhause - und Berliner Luft in die Reifen.

Innovation und Wachstum

Etliche neue Modelle und technische Innovationen sorgen bei BMW Motorrad für Wachstum: die neue K-Baureihe geht jetzt mit einem quer eingebauten Motor an den Start; und die neu entwickelte F-Modellreihe befeuert das Segment der Mittelklasse-Maschinen.

Die 2010er sind eine Dekade voller Innovationen und Erfolge. Die Einführung der S 1000 RR setzt neue Maßstäbe im Superbike-Segment. Hinzu kommt ein völlig neues Segment - die Heritage Motorräder. Sie bringen jede Menge Retro-Charme in die Modellpalette, während die GS-Modelle weiterhin Abenteuerlustige begeistern. Fahrfreude aus Leidenschaft für Innovation und Dynamik.

90 Jahre BMW Motorrad

Seit neun Jahrzehnten spielt die Marke BMW eine prägende Rolle bei der Entwicklung der individuellen Mobilität auf zwei Rädern. Innovationskraft, Erfolge im Rennsport, hervorragende Qualitätsstandards und charakteristisches Design haben in dieser Zeit zu jenem Stellenwert geführt, den BMW Motorrad heute einnimmt.

Am Anfang dieser Erfolgsgeschichte standen Motorräder von BMW, die ihre Funktionalität und Zuverlässigkeit sowohl im sportlichen Wettkampf als auch im Alltag unter Beweis stellen konnten, um damit ein Grundbedürfnis an Unabhängigkeit im Straßenverkehr zu erfüllen. Im Laufe von Jahrzehnten gewann der Aspekt der Freude am Fahren zunehmend an Bedeutung.

Die Geburtsstunde des Motorradbaus bei BMW

Der Auftakt zur Automobilausstellung in Berlin am 28. September 1923 markiert die Geburtsstunde des Motorrad-Baus bei BMW. Dem Publikum wurde an diesem Tag die BMW R 32 präsentiert, ein Motorrad, dessen Antriebsprinzip – luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Boxer-Motor mit quer zur Fahrtrichtung liegenden Zylindern, direkt angeblocktes Schaltgetriebe und Wellenantrieb – bis heute die Grundkonzeption für zahlreiche Modelle der Marke bildet.

Entwickelt wurde die BMW R 32 innerhalb weniger Wochen vom Technischen Direktor Max Friz und seinem Team. Das junge Unternehmen BMW hatte sich bis dahin auf Flugzeug-, Boots- und Lkw-Motoren konzentriert. Doch schon seit 1920 wurden außerdem Boxer-Motoren für Zweiradhersteller produziert. Der Schritt zu einem eigenen Motorrad der Marke BMW war da nur folgerichtig.

Dass die Entwicklungskompetenz dafür vorhanden war, bewies die von einem 494 Kubikzentimeter großen und 6,25 kW/8,5 PS starken Motor angetriebene BMW R 32 mit einem stabilen Fahrverhalten, hervorragenden Fahrleistungen und hoher Zuverlässigkeit. Die BMW R 32 war – im Gegensatz zum Wettbewerb, der sich weitgehend an der Fahrradgeometrie orientierte – konsequent als eigenständiges Fahrzeug konzipiert und wies eine im Wettbewerbsumfeld einzigartige Qualität auf.

Rennsport als Inspirationsquelle

Von Beginn an spielte der Rennsport eine maßgebliche Rolle als Ansporn und Inspirationsquelle für die Entwicklung von Motorrädern von BMW. Erste Erfolge wurden bereits mit der BMW R 32 errungen. Die 1924 vorgestellte BMW R 37 erhielt als erstes Motorrad überhaupt einen Motor mit Leichtmetall-Zylinderköpfen. Ihre höhere Leistung brachte zusätzliche Vorteile im sportlichen Wettkampf. Parallel dazu entwickelte BMW das erste Einzylinder-Modell.

Auf der BMW R 39 (247 cm3, 5 kW/6,5 PS) gewann Josef Stelzer schon 1925 die Deutsche Meisterschaft in der Viertelliter-Klasse. Parallel zum anhaltenden Erfolg auf den Rennstrecken entwickelten sich auch die Verkaufszahlen für Motorräder von BMW äußerst dynamisch. Motor für die Erfolge im Sport und auf der Straße war auch in der Folgezeit die Innovationskraft der Motorrad-Entwickler von BMW.

Revolutionäre Neuerungen

Eine revolutionäre Neuerung war die weltweit erste bei einem Serienmotorrad eingesetzte hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel als Vorderradführung bei den 1934 präsentierten 750-Kubikzentimeter-Boxer-Motor-Modelle BMW R 12 und BMW R 17. Außerdem wurden erstmals bei BMW eine ins Hinterrad integrierte Halbnabenbremse und ein Pressstahlrahmen eingeführt. Er verhalf beiden Modellen zu einer wuchtigen Erscheinung, die fortan als "deutsche Schule des Motorradbaus" galt, und darüber hinaus zu gesteigerter Stabilität.

Auch in der 500-Kubikzentimeter-Klasse sowie mit Einzylinder-Motorrädern setzte BMW die Erfolge der Anfangsjahre fort. Mit dem Modellprogramm wurde auch das Engagement im Rennsport immer vielfältiger.

Geschwindigkeitsrekorde

Ernst Henne, der schon 1926 die Deutsche Meisterschaft, 1928 die Targa Florio und von 1933 bis 1935 mit dem BMW Team jeweils die Nationenwertung der Internationalen Sechstagefahrt im Geländesport gewonnen hatte, verblüffte die Fachwelt zudem mit seinen Rekordfahrten. 1929 stellte er mit 216,75 km/h den ersten von 76 Geschwindigkeits- Weltrekorden auf BMW Motorrädern auf. 1937 schraubte er den Bestwert mit einer von einem Kompressor aufgeladenen und vollständig verkleideten 500er BMW auf 279,5 km/h – ein Rekord, der 14 Jahre lang Bestand haben sollte.

Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg

Nachdem die Motorradproduktion in der ersten Hälfte der 1940er-Jahre nahezu vollständig den militärischen Anforderungen untergeordnet war, standen sowohl Entwicklung als auch Fertigung nach dem Zweiten Weltkrieg vor einem kompletten Neuanfang. Ab 1948 wurde im BMW Motorrad Werk in München das Einzylinder-Modell BMW R 24 gebaut. 1950 wurde erstmals wieder ein BMW Motorrad mit Zweizylinder-Boxer- Motor produziert.

Auch die BMW R 51/2 war auf der Grundlage eines Vorkriegsmodells konzipiert. Doch mit steigenden Verkaufszahlen wuchs bald auch der Spielraum für Innovationen. Eine neue Motorengeneration wurde 1951 mit der BMW R 51/3 eingeführt. Im Jahr darauf debütierte die BMW R 68 mit einem 600 Kubikzentimeter großen und 26 kW/35 PS starken Zweizylinder, das erste deutsche Serienmotorrad, das eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreichte.

Die BMW RS 54 Rennmaschine

Im Rennsport ging es noch schneller zur Sache: Für die 1954 eingeführte BMW RS 54 hatten die BMW Ingenieure einen Boxer-Motor mit zwei obenliegenden, mittels Königswelle angetriebenen Nockenwellen entwickelt, der 33 kW/45 PS mobilisierte und die käufliche Rennmaschine auf annähernd 200 km/h beschleunigte.

Im Zeichen des Wirtschaftswunders stieg die Jahresproduktion von BMW 1954 erstmals auf mehr als 30.000 Motorräder an. Und auch im Rennsport nahm der Wiederaufstieg der Marke seinen Lauf. "Schorsch" Meier hatte schon 1947 erneut einen nationalen Meistertitel errungen, Walter Zeller wurde 1956 mit einer 500er BMW RS Rennmaschine Vizeweltmeister.

Erfolge im Gespannrennsport

Noch imposanter nimmt sich die Erfolgsserie im Gespannrennsport aus, die Wilhelm Noll und Fritz Cron mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 für BMW starteten. Die in den Rennmaschinen eingesetzte Kombination aus Vorderrad- Langschwinge und Hinterradschwinge hielt ab 1955 auch in den Serienmotorradbau Einzug.

Weiterentwicklungen und Komfort

Mit Überarbeitungen am Motor sowie einer verstärkten Rahmenkonstruktion präsentierten sich die Boxer-Modelle BMW R 50/2 und BMW R 60/2 im Jahr 1960 als evolutionäre Weiterentwicklungen ihrer jeweiligen Vorgänger. Das sportliche Profil wurde mit der BMW R 50 S und der BMW R 69 S geschärft, die nicht nur über mehr Leistung, sondern auch über hydraulische Lenkungsdämpfer verfügten.

Ein klares Plus an Komfort brachte der Abschied vom Schwingsattel zugunsten der von nun an obligatorischen Sitzbank mit sich. Vor allem die BMW R 69 S stellte ihre Qualitäten bei zahlreichen Langstreckenrennerfolgen unter Beweis.

Wandel im Bereich der individuellen Mobilität

Das fortschreitende Wirtschaftswachstum bewirkte einen grundlegenden Wandel im Bereich der individuellen Mobilität, der schon in den 1950er- Jahren einsetzte und das Unternehmen gleich in zweierlei Hinsicht betraf. Das Automobilgeschäft erlebte einen immensen Boom – zugleich verzeichnete die Motorradsparte einen deutlichen Rückgang der Nachfrage. Die Kunden hatten ihre Prioritäten neu gesetzt.

Und BMW stellte die Weichen auf vielen Gebieten neu. Die Produktion von Einzylinder-Modellen wurde 1966 eingestellt und die gesamte Motorrad-Fertigung schrittweise nach Berlin-Spandau verlagert. Allein die Bereiche Entwicklung und Erprobung von BMW Motorrädern blieben – bis heute – in München angesiedelt.

Neuentwicklung in Berlin-Spandau

Mit dem Beginn der Motorrad-Produktion in Berlin-Spandau war auch der Start einer vollständig neu entwickelten Modellreihe verbunden. Im Herbst 1969 stellte BMW Motorrad die ersten Modelle der Baureihe /5 vor. Kraftvoll in der Leistungsentfaltung und spielerisch leicht im Handling – so präsentierten sich die BMW R 50/5 mit 24 kW/32 PS, die BMW R 60/5 mit 29 kW/40 PS und die BMW R 75/5 mit 37 kW/50 PS.

Der technische Fortschritt schlug sich unter anderem in einer einteilig geschmiedeten Kurbelwelle, Leichtmetallzylindern mit Gusslaufbuchsen, zweifach verschraubten Zylinderköpfen und einem Gleichdruckvergaser für das 175 km/h schnelle Topmodell nieder.

Mit einem neuen Doppelschleifenrohrrahmen aus Stahl, einer Hinterradschwinge mit Öldruckfederbeinen und einer hydraulisch gedämpften Teleskopgabel wurden zudem maßgebliche Beiträge zum Fahrkomfort und zur Sicherheit geleistet, die das Trio zu Wegbereitern für eine neue Generation von sportlichen Reisemotorrädern werden ließ. Vor allem das Spitzenmodell stieß auf große Resonanz. Vom ersten 750-Kubikzentimeter-Motorrad von BMW nach dem Krieg wurden bis 1973 mehr als 38.000 Einheiten abgesetzt.

Ein neuer Impuls war gesetzt, Freude am Fahren auf zwei Rädern wurde nun zu einem attraktiven Motiv für die Freizeitgestaltung, das mehr und mehr an Popularität gewann. Im Jahr 1971 liefen in Berlin 18.000 BMW Motorräder vom Band. 1973 wurde nicht nur das Jubiläum 50 Jahre BMW Motorrad, sondern auch die Produktion des 500.000sten Motorrads gefeiert.

Modellpolitik der 1970er-Jahre

Innovative Fahrzeugkonzepte, technologische Weiterentwicklungen und eine konsequente Ausrichtung auf Sportlichkeit bestimmten die Modellpolitik der 1970er-Jahre. Im Jubiläumsjahr lancierte BMW die Baureihe /6 mit den Modellen BMW R 60/6, BMW R 75/6 und BMW R 90/6. Eine neue Instrumentierung mit getrennten Anzeigen für Geschwindigkeit und Motordrehzahl, ein Fünfganggetriebe und eine hydraulische Bremsanlage mit gelochter Scheibe am Vorderrad dokumentierten den Fortschritt in den Bereichen Komfort und Sicherheit.

Den sportlichen Glanzpunkt markierte die BMW R 90 S, deren 900-Kubikzentimeter-Motor mit großen Dell'Orto- Vergasern 49 kW/67 PS mobilisierte und das neue Topmodell auf bis zu 200 km/h beschleunigte. Als erstes Serienmotorrad verfügte die BMW R 90 S zudem über eine lenkerfest montierte Verkleidung. Damit wurde dieses Modell nicht nur auf Anhieb zum Favoriten für sportlich ambitionierte Kunden, sondern auch zum Anwärter auf Siege auf der Rennstrecke. Hans-Otto Butenuth und Helmut Dähne holten 1976 mit der BMW R 90 S den Klassensieg bei der Production TT.

BMW Motorrad GmbH

Zu Beginn des Jahres 1976 hatte die BMW AG die Aktivitäten im Motorrad- Bereich neu geordnet. Mit der Gründung der BMW Motorrad GmbH gelangte die Sparte zu unternehmerischer Eigenständigkeit. Als 100-prozentige Tochtergesellschaft der BMW AG setzte das Unternehmen seine Modelloffensive mit dem Vorstoß in die Ein-Liter-Klasse fort. Die Boxer- Motoren der neuen Modelle BMW R 100/7 und BMW R 100 S verfügten über einen Hubraum von 980 Kubikzentimetern. Das größte Aufsehen erregte jedoch die BMW R 100 RS.

Sie war das erste Serienmotorrad der Welt, dessen Fahrer hinter einer im Windkanal entwickelten Vollverkleidung Platz nahm. Die fest mit dem Rahmen verbundene Verkleidung bot nicht nur Schutz vor Wind und Nässe, sondern ermöglichte auch Langstreckenfahrten bei hoher Geschwindigkeit in einer aufrechten Sitzposition. Unter Beweis gestellt wurden die einzigartigen Qualitäten mit Weltrekordfahrten auf der Rennstrecke im italienischen Nardo. Dank einer Leistung von 51 kW/70 PS und ihrer einzigartigen Aerodynamik-Eigenschaften erreichte die BMW R 100 RS auch auf der Straße eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

Als konsequente Weiterentwicklung des neuen Konzepts wurde 1978 die BMW R 100 RT eingeführt. Ihre Vollverkleidung war noch stärker auf maximalen Fahrkomfort ausgerichtet. Außerdem wurde ein modellspezifisches Koffersystem angeboten, sodass die BMW R 100 RT zum idealen Motorrad für anspruchsvolle Tourenfahrer wurde.

Im gleichen Jahr präsentierte BMW Motorrad zudem eine zweite Boxerbaureihe. Die leichten und handlichen Modelle BMW R 45 (473 Kubikzentimeter, 26 kW/35 PS) und BMW R 65 (649 Kubikzentimeter, 33 kW/45 PS) sprachen abermals neue Zielgruppen an. Vor allem die BMW R 45, die für eine besonders günstige Versicherungseinstufung auf 20 kW/27 PS gedrosselt werden konnte, ermöglichte auch Neueinsteigern Freude am Fahren.

Erfolge im Geländesport

Mit dem Gewinn der Europameisterschaft knüpfte BMW im Jahr 1980 an frühe Erfolge im Geländesport an. Das Motorrad, mit dem Rolf Witthöft diesen Titel errang, kam kurz darauf auch in einer Serienausführung zu den Händlern. Die BMW R 80 G/S, angetrieben von einem 797 Kubikzentimeter großen und 37 kW/50 PS starken Boxer-Motor, markierte den Vorstoß der Marke in ein neues Segment, sie bot Aufsehen erregende technische Highlights wie die Monolever-Einarmschwinge für das Hinterrad mit einseitig montiertem Federbein und war Pionier für die vollkommen neue Gattung der Reise- Enduros. Das Buchstabenkürzel G/S – später ohne Schrägstrich geschrieben – stand für "Gelände/Straße".

Die K-Baureihe

Für einen Paukenschlag hatten schon 1983 auch die Antriebsentwickler von BMW Motorrad gesorgt. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens statteten sie ein BMW Motorrad mit einem Vierzylinder-Motor aus. Und nicht nur das: Der 987 Kubikzentimeter große und 66 kW/90 PS starke Motor wurde in Längsrichtung liegend und als mittragendes Element in den nach unten offenen Gitterrohr-Stahlrahmen des neuen Modells BMW K 100 positioniert. Oben liegende Nockenwellen und eine Kraftstoffeinspritzung waren weitere wichtige Features.

Der Coup der BMW Motorenbauer gelang, mit den Modellvarianten BMW K 100 RS, BMW K 100 RT und BMW K 100 LT wurde schnell eine komplette Baureihe aufgelegt und schon Ende 1984 waren mehr als 30 000 Einheiten verkauft. Darüber hinaus war die BMW K 100 das weltweit erste Serienmotorrad, für das eine Bremsanlage mit Antiblockiersystem verfügbar war.

Bei der Konzeption des längsgerichteten Motors hatten die Ingenieure von Beginn an auch eine Dreizylinder-Variante berücksichtigt. Eine Besonderheit stellte auch die 1988 vorgestellte BMW K1 dar, die nicht nur ein avantgardistisches Design- und Aerodynamik-Konzept, sondern auch einen dank erstmals eingeführter Vierventiltechnik auf 74 kW/100 PS erstarkten Vierzylinder-Motor aufwies.

Die Vierventiltechnik, eine Hubraumerweiterung auf bis zu 1.171 Kubikzentimeter und eine neue Nomenklatur bestimmte die weitere Entwicklung der Baureihe. Die weit reichendste Innovation war allerdings der erstmals eingesetzte Dreiwege- Katalysator. Sportlicher Höhepunkt: die BMW K 1200 RS, die 1997 auf 96 kW/130 PS sowie auf eine Spitzengeschwindigkeit von 245 km/h kam.

Eine weitere bahnbrechende Innovation der 1990er-Jahre betraf die Fahrwerkstechnik und war nicht allein der K-Baureihe vorbehalten. Zur Paralever-Schwinge, mit der Antriebseinflüsse auf die Hinterradfederung unterbunden wurden, gesellte sich 1993 die Telelever-Vorderradführung. Bei dieser Konstruktion übernahm die Telegabel die Radführung, während die Federungs- und Dämpfungsfunktionen von einem zentralen Federbein übernommen wurden.

BMW Motorrad Modelle um 1956
Modell Merkmale
R 68 Sportliches Spitzenprodukt, 160 km/h
RS-Modell Ventilsteuerung per Königswelle, 200 km/h
R 25/3 Leistungsgesteigerter Motor, Vollnabenbremsen
R 50 Vollschwingen-Fahrwerk

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