BMW Motorrad Baujahr 1958 Modelle

Das Jahr 1958 war ein bedeutendes Jahr für BMW Motorrad, geprägt von Modellen wie der BMW R50 und der BMW R26, die technische Innovationen und Designmerkmale ihrer Zeit verkörperten.

BMW R50 (1955-1960)

Die BMW R50 wurde von 1955 bis 1960 im BMW-Werk München produziert und gehört zur Baureihe der sogenannten Vollschwingen-Modelle, die BMW ab 1955 einführte. Sie ersetzte die R51/3 und markierte einen bedeutenden technischen Fortschritt durch die Einführung eines Doppelschleifen-Stahlrohrrahmens mit Hinterradschwinge und zwei Federbeinen. Diese Konstruktion verbesserte die Fahrstabilität und den Komfort gegenüber den Vorgängermodellen mit Geradwegfederung.

Fahrwerk und Rahmen

Die BMW R50 ist mit einem Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen ausgestattet. Vorn kommt eine hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel zum Einsatz, hinten eine Schwinge mit zwei Federbeinen. Diese Vollschwingen-Konstruktion ersetzt die vorherige Geradwegfederung der R51/3. Die Vorderradgabel basiert auf dem Prinzip der R51/3, wurde jedoch für die R50 überarbeitet.

Elektrik und Ausstattung

Die R50 verfügt über eine 6-Volt-Bosch-Elektrik. Der Scheinwerfer integriert ein zentrales Rundinstrument mit Tachometer und Kontrollleuchten. Das Zündschloss ist im Scheinwerfergehäuse untergebracht. Die Batterie befindet sich unter der Sitzbank. Ab Werk ist die R50 mit einem Einzelsitz ausgestattet, eine Doppelsitzbank ist optional erhältlich. Soziusfußrasten sind serienmäßig vorhanden, was die Mitnahme einer zweiten Person ermöglicht.

Tankinhalt und Reichweite

Der Kraftstofftank der BMW R50 fasst laut offizieller BMW-Betriebsanleitung 17 Liter. Bei einem im Handbuch angegebenen Durchschnittsverbrauch von ca. 4 Litern pro 100 Kilometer ergibt sich eine rechnerische Reichweite von über 400 Kilometern. Diese Werte basieren auf den offiziellen Angaben von BMW zur R50.

Bereifung und Zubehör

Die BMW R50 ist serienmäßig mit 3.50-18 Zoll Reifen vorne und hinten ausgestattet. Die Räder sind Drahtspeichenräder. BMW bietet ab Werk diverses Zubehör an, darunter einen verchromten Gepäckträger, Aluminium-Seitenkoffer und einen nicht verstellbaren Windschild. Ein Seitenwagenanschluss ist serienmäßig vorhanden. Die R50 ist für den Betrieb mit dem BMW-eigenen Seitenwagen Steib S 500 vorbereitet.

Garantie und Wartung

Zur Produktionszeit der R50 gewährte BMW eine Werksgarantie von 6 Monaten. Die Wartungsintervalle sind im offiziellen BMW-Wartungsplan festgelegt. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Ventilspielkontrollen, Ölwechsel sowie die Schmierung der Kardanantriebswelle. Die R50 ist mit einem wartungsarmen Kardanantrieb ausgestattet, was den Pflegeaufwand im Vergleich zu Kettenantrieben reduziert.

BMW R50 vs. R51/3 - Unterschiede

Die R50 ersetzt die R51/3 und unterscheidet sich durch den neuen Vollschwingenrahmen, eine verbesserte Hinterradfederung und einen überarbeiteten Motor mit höherer Laufruhe. Auch die Elektrik und das Design des Scheinwerfers wurden überarbeitet.

BMW R26 (1956-1960)

Die BMW R26 wurde von 1956 bis 1960 im BMW-Werk München produziert. Sie ist das Nachfolgemodell der BMW R25/3 und stellt das letzte Einzylindermodell mit Kardanantrieb im klassischen BMW-Design dar. Die R26 ist mit einem luftgekühlten Viertakt-Einzylindermotor ausgestattet, der liegend im Rahmen montiert ist. Der Motor ist starr mit dem Rahmen verschraubt, was die Verwindungssteifigkeit erhöht. Die Ventilsteuerung erfolgt über stehende Ventile.

Fahrwerk und Rahmen

Die BMW R26 verfügt über einen geschweißten Doppelschleifenrohrrahmen aus Stahl. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen ist sie das erste BMW-Einzylindermotorrad mit einer Hinterradschwinge und zwei Federbeinen. Die Vorderradführung übernimmt eine hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel. Diese Kombination verbessert die Fahrstabilität und den Fahrkomfort gegenüber der Geradwegfederung der R25/3.

Elektrik und Antrieb

Die R26 ist mit einem 6-Volt-Bordnetz ausgestattet. Die Zündung erfolgt über eine Batteriezündung mit Unterbrecherkontakt. Das Vierganggetriebe wird per Fußschaltung bedient und ist über eine Trockenkupplung mit dem Motor verbunden. Der Antrieb zum Hinterrad erfolgt über eine wartungsarme Kardanwelle - ein technisches Merkmal, das in dieser Fahrzeugklasse zur damaligen Zeit selten war.

Sitzposition und Soziustauglichkeit

Serienmäßig ist die BMW R26 mit einem Einzelsattel für den Fahrer ausgestattet. Optional ist ein Soziussattel erhältlich, der auf dem hinteren Schutzblech montiert wird. Die Sitzposition ist aufrecht und für längere Strecken geeignet. Die Soziustauglichkeit ist gegeben, jedoch ohne moderne Komfortmerkmale wie Haltegriffe oder gummierte Fußrasten.

Tank und Reichweite

Der Kraftstofftank der BMW R26 fasst laut offizieller BMW-Dokumentation 15 Liter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3,5 Litern pro 100 Kilometer ergibt sich eine rechnerische Reichweite von über 400 Kilometern. Der Tank ist mit einem abschließbaren Tankdeckel ausgestattet und besitzt seitliche Kniepads.

Instrumentierung und Ausstattung

Die Instrumentierung der R26 besteht aus einem zentralen Rundinstrument im Scheinwerfergehäuse, das Tachometer und Kilometerzähler kombiniert. Eine Tankanzeige ist nicht vorhanden. Serienmäßiges Zubehör wie Windschild, Koffer oder Taschen bietet BMW für dieses Modell nicht an. Solches Zubehör stammt in der Regel von Drittanbietern.

BMW R26 vs. R25/3 - Unterschiede

Die R26 unterscheidet sich von der R25/3 durch den geschweißten Doppelschleifenrahmen, die Hinterradschwinge mit zwei Federbeinen und die hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel. Der Motor ist überarbeitet und starr mit dem Rahmen verschraubt.

Zusammenfassung der technischen Daten

Modell Produktionszeitraum Tankinhalt Federung vorne Federung hinten Antrieb
BMW R50 1955-1960 17 Liter Hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel Schwinge mit zwei Federbeinen Kardanantrieb
BMW R26 1956-1960 15 Liter Hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel Hinterradschwinge mit zwei Federbeinen Kardanantrieb

Die BMW R 68 galt mit einer serienmäßigen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h als Topmodell der 1950er Jahre. Im Jahr 1954 begann BMW, Weltmeisterschaftstitel für Motorrad-Gespanne in Serie zu gewinnen.

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