BMW Motorrad BoxerCup: Eine Legende im Motorradrennsport

Rennsport und Rennerfolge sind untrennbar mit den Motorrädern von BMW verknüpft. Sie begleiten die Marke vom ersten Tag an, haben sie weltberühmt gemacht und wesentlich zu dem Ruf von Überlegenheit und Zuverlässigkeit der BMW Serien-Motorräder beigetragen. Die neue Aufgabe hieß danach BMW Motorrad BoxerCup.

Die Anfänge des BMW Motorrad BoxerCup

Der BoxerCup wurde 1999 aus der Taufe gehoben und war ursprünglich die Idee der BMW Vertriebsorganisation in Belgien und Frankreich. Zwei Jahre wurden die Rennen in diesen beiden Ländern als rein nationale Veranstaltungen durchgeführt. Nach der großen Begeisterung, die die Rennen hervorriefen, wurde diese Rennserie zu einem Markenpokal mit internationalem Status und Beteiligung anderer europäischer Länder weiterentwickelt. BMW Motorrad übernahm 2001 mit Unterstützung der BMW Group die zentrale Leitung und Organisation aller Rennen. Die Rennserie bekam den offiziellen Namen BMW Motorrad BoxerCup.

Seit fünf Jahren begeistern die Rennen mit den großvolumigen seriennahen Boxern auf Basis der R 1100 S die Fans der Marke: 1999 und 2000 wurden sie als nationale Veranstaltungen in Belgien und Frankreich durchgeführt. Seit 2001 ist die Rennserie international und erfreut sich wachsender Aufmerksamkeit beim Rennsportpublikum.

Das Fahrerfeld ist seitdem bunt gemischt und hochkarätig besetzt. International renommierte Rennfahrer, aber zunehmend auch junge Talente interessieren sich für eine Teilnahme. Als Gastfahrer konnten im Laufe der bisherigen Rennserie unter anderem Stars der Rennszene wie Luca Cadalora, Kevin Schwantz und Jorge Martinez gewonnen werden. Auch der ehemalige deutsche Grand Prix Rennfahrer Jürgen Fuchs fuhr mehrfach mit. Der Endurance Weltmeister Stéphane Mertens holte 2001 und 2002 jeweils den Gesamtsieg. Der vierfache Grand Prix Vize-Weltmeister und Driftkünstler Randy Mamola fungiert als Botschafter des Cups.

Eingebettet in das Programm von Weltmeisterschaftsläufen des MotoGP beziehungsweise internationalen Endurance- und Superbike-Meisterschaften fanden und finden die Rennen europaweit hohe Beachtung. Besonders bei den Klassikern unter den Grand Prix Rennen, wie zum Beispiel der legendären Dutch TT in Assen/Niederlande, finden die Rennen vor einer imposanten Kulisse mit bis zu 100.000 Zuschauern statt. Auch der deutsche Grand Prix am Sachsenring, einer traditionell besonders motorradbegeisterten Region, lockt die Zuschauermassen. Erstmals seit Jahrzehnten kann man wieder Rennmotorräder von BMW bei Straßenrennen bewundern. Fernsehübertragungen, namentlich von Eurosport, aber auch von anderen überregionalen TV-Sendern, erreichen interessierte Fernsehzuschauer in ganz Europa. Seit 2002 hat die Rennserie auch den offiziellen Status des europäischen Motorsportverbandes UEM (Union Européenne de Motocyclisme).

Expansion nach Amerika

2003 gelang der Sprung "über den großen Teich". Der BMW Motorrad BoxerCup wurde erstmals in Amerika ausgetragen. Das Eröffnungsrennen der neuen Saison fand im März in Daytona Beach/ Florida im Rahmen der Bikeweek statt. Damit ist der BMW Motorrad BoxerCup der erste Markenpokal, der auf zwei Kontinenten ausgetragen wird. Durch die Sicherung der Fernsehreportage im populären "speed-channel" kann ein Millionenpublikum in den USA am Rennen teilhaben.

Das Reglement und die Attraktivität

Die Attraktivität der BoxerCup Rennen liegt darin, dass mit absolut gleichem Maschinenmaterial gefahren wird. Das Reglement lässt keinerlei Spielraum für technische Veränderungen an den ausschließlich zugelassenen BMW R 1100 S zu, die Motor- und Fahrleistungen verbessern könnten. Es entscheiden also allein das fahrerische Können, der Mut und das taktische Geschick beim Rennen über die Platzierung. Das sichert ein faszinierendes Renngeschehen, packende Überholmanöver und harte Kämpfe um die Positionen bis zur letzten Sekunde. In der Saison 2003 gab es in neun Rennen sechs Sieger aus fünf verschiedenen Nationen, und der Gesamtgewinner stand erst nach dem letzten, unglaublich spannenden Rennen fest. Für die Zuschauer und Fans der Marke ist besonders die Identifikation mit den Motorrädern reizvoll. Die R 1100 S auf der Rennstrecke entsprechen im Kern der Serie. Aber mit Profis im Sattel entfalten sie ein Leistungspotenzial, das geradezu unglaublich erscheint.

BMW Motorrad BoxerCup 2004

Spannung im Motorrad-Rennsport garantiert auch 2004 wieder der BMW Motorrad BoxerCup! Mit dem Cup-Auftakt am 6. März 2004 in Daytona wird eine neue Wertung eingeführt: Die "YoungStar"-Wertung eröffnet Fahrern unter 21 die Chance auf einen Extrapreis. Der Sieger erhält am Ende der Saison einen MINI Cooper. Boxer-Sound und packende Positionskämpfe internationaler Spitzenfahrer werden die Zuschauer auch 2004 wieder in ihren Bann schlagen. Das erste Rennen des Markenpokals wird auch in diesem Jahr im Rahmen der Bikeweek in Daytona/Florida ausgetragen. Es findet im Vorfeld des berühmten 200 Meilen-Rennens vor der beeindruckenden Zuschauerkulisse im Betonoval von Daytona Beach mit seiner einmaligen Atmosphäre statt.

Die weiteren sieben Rennen werden in Europa im Rahmen von MotoGP-Rennen ausgetragen. Es gibt bis zu 36 Startplätze, und die 18 Teams kommen aus zehn Nationen. Renommierte Rennfahrer werden sich spannende Duelle um die attraktiven Preise liefern. Neben Preisgeldern von insgesamt über 90.000 Euro gibt es am Ende der Saison für die Plätze eins bis drei in der Gesamtwertung jeweils Fahrzeuge im Wert von rund 122.000 Euro als Preise. Neu eingeführt wurde 2004 die "YoungStar"-Wertung für junge Fahrer bis 21 Jahre. Der Sieger dieser Wertung erhält ebenfalls ein Fahrzeug. Damit ist der BMW Motorrad BoxerCup der höchstdotierte Motorrad-Markenpokal der Welt. Auch in diesem Jahr können sich die Fans des BMW Motorrad BoxerCup auf ein Wiedersehen mit den Spitzenfahrern freuen, die sich bereits in den Vorjahren gegenseitig das Leben auf dem Rundkurs schwer gemacht haben. Spannung garantiert Stéphane Mertens, zweimaliger BoxerCup-Sieger, der nach einer Pause im letzten Jahr 2004 wieder dabei ist. Beim Auftaktrennen in Daytona gehen über 40 Fahrer an den Start, darunter 27 Stammfahrer. Mit dabei: Katja Poensgen aus Deutschland und zahlreiche Einzelfahrer aus den USA. Über die gesamte Rennserie sind die Vereinigten Staaten durch das Team San José BMW mit dem Spitzenfahrer Brian Parriot vertreten, der schon im letzten Jahr für spektakuläre Szenen sorgte.

Das Eröffnungsrennen in Daytona Beach

Im vierten internationalen Jahr des BMW Motorrad BoxerCup findet der Auftakt zum zweiten Mal in den USA, in Daytona Beach, Florida, statt. Der BMW Motorrad BoxerCup ist der erste Motorrad-Markencup, der auch außerhalb Europas und damit auf zwei Kontinenten durchgeführt wird. Im Rahmen der Daytona International Speedway Rennen während der Daytona Bikeweek startet das Rennen am 6. März unmittelbar vor den berühmten "200 Miles of Daytona", einem Langstreckenrennen der "American Superbike Championship".

Der Rennkurs wurde Ende der 50er-Jahre gebaut. Es handelt sich um ein Trioval mit einer Streckenlänge von rund vier Kilometern mit überhöhten Kurven. Der gesamte, stadionähnliche Komplex fasst über 160.000 Zuschauer und bildet eine ganz besondere Kulisse für die Rennen mit einer einzigartigen Atmosphäre. Als Hochgeschwindigkeitskurs stellt die Strecke allerhöchste Anforderungen an die Maschinen und die Konzentration der Fahrer.

Die Geschichte der Motorradrennen in Daytona

Bereits seit 1904 kommen Motorradfahrer nach Daytona, richtig bekannt wurde die Stadt aber erst ab 1937 mit den 200 Meilen-Rennen und der ersten Bikeweek. Das Rennen wurde zunächst auf dem Strand und auf einer öffentlichen Straße abgehalten. Entlang des 4,1 Meilen-Kurses gab es keine Zäune zwischen der Rennstrecke und den Zuschauern, so dass die Rennfahrer manchmal um die Zuschauer herumfahren mussten. Die Rennen waren so spektakulär, dass sich Daytona Beach zunehmend zum Mekka der amerikanischen Biker entwickelte. Durch die Stadtentwicklung wurde es immer schwieriger, die Strandrennen durchzuführen und ab 1961 wurden die Rennen schließlich vom Strand weg auf den neu errichteten Daytona International Speedway verlegt, wo sie bis heute stattfinden.

Seit den achtziger Jahren drängen während der Bikeweek Massen von Motorradfahrern und solche, die es sein wollen, nach Daytona. Bis zu 500.000 Besucher aus aller Herren Länder wurden schon gezählt, die das Stadtleben in eine große Party verwandeln. Die Bikeweek und das Rennen bekommen Volksfestcharakter.

BMW Renngeschichte - Doppelsieg 1976 in Daytona mit der BMW R 90 S

Es war 1976, als der damalige Importeur für BMW Motorräder in den USA, die Firma Butler & Smith, für eine echte Sensation in Daytona sorgte: Der Juniorchef Dr. Peter Adams hatte für das Produktionsmaschinen-Rennen der AMA (American Motorcycle Association) Motorräder vorbereitet und brachte drei Rennmaschinen auf Basis der BMW R 90 S in Daytona an den Start. Als Fahrer hatte Butler & Smith die amerikanischen Top-Piloten Steve McLaughlin, Reg Pridmore und Gary Fisher verpflichtet.

Competition-Manager Udo Geibel hatte durch raffinierte Auslegung des Reglements (Rahmen und Schwingenarm mussten der Serie entsprechen, die Anordnung der Federbeine war freigestellt) die BMW auf Cantilever-Federung umgestellt. Zur weiteren Verbesserung der Straßenlage war der Motor um 40 mm nach vorn geschoben und durch Versetzen der Kolbenbolzenlagerung und kürzere Pleuel beidseitig um 28 mm schmaler gehalten. Der auf 1.000 ccm aufgebohrte R 90 S-Motor leistete durch sorgfältige Einlass- und Auslassabstimmung etwa 98 PS (SAE) bei 8.500 min-1.

Das Rennen am 5. März gewann Steve Mc Laughlin in einem atemberaubenden Fotofinish vor seinem Teamkameraden Reg Pridmore, dem er noch auf den letzten Metern seinen schon sicher geglaubten Sieg abnahm. Doppelsieg für BMW. Ein Getriebeschaden an der Maschine von Gary Fisher, der das Rennen vorher mehrere Runden angeführt hatte, vereitelte den Dreifachsieg für BMW.

Die Rennen in Europa

Die auf Daytona folgenden sieben der insgesamt acht Rennen dieser Saison werden in Europa ausgetragen und zwar der Reihenfolge nach in Frankreich, Italien, den Niederlanden, Deutschland, England, Tschechien und Spanien. Alle sieben BoxerCup Rennen finden im Rahmen von MotoGP-Rennveranstaltungen statt und zwar zu einem attraktiven Zeitpunkt, in der Regel am Samstag im Anschluss an das letzte Qualifying für die Weltmeisterschaftsläufe.

Europäische Termine im Rahmen der Meisterschaftsrennen:

  • 15. Mai 2004, Le Mans, F, MotoGP von Frankreich
  • 05. Juni 2004, Mugello, I, MotoGP von Italien
  • 26. Juni 2004, Assen, NL, Dutch TT, MotoGP der Niederlande
  • 17. Juli 2004 Sachsenring, D, MotoGP von Deutschland
  • 25. Juli 2004, Donington Park, GB, MotoGP von Großbritannien
  • 21. August 2004, Brünn, CZ, MotoGP Tschechische Republik
  • 30. Oktober 2004, Valencia, E, MotoGP von Spanien

Europäische Rennstrecken 2004

  • Le Mans-Bugatti, Frankreich: Le Mans gehört aufgrund des legendären 24-Stunden-Rennens, das hier seit 1978 ausgetragen wird, zu den berühmtesten Rennstrecken der Welt und bietet eine überwältigende Atmosphäre. Die 4,3 Kilometer lange Bugatti-Rennstrecke wurde um die Startgerade herum gebaut. Alle 100 000 Zuschauerplätze garantieren eine gute Übersicht über das Renngeschehen.
  • Autodromo del Mugello, Italien: Eine halbe Autobahnstunde nördlich von Florenz liegt inmitten der Toskana der Ort Mugello. 1974 erbaut, lebt die Ende der 80er-Jahre modernisierte Strecke vom dynamischen Mix aus schnellen und langsamen Kurven, langen Geraden und hügeligen Abschnitten. Die umgebenden Höhen ermöglichen den Zuschauern einen guten Überblick über das Renngeschehen.
  • Assen, Niederlande: Die Rennstrecke im niederländischen Assen, 160 Kilometer nordöstlich von Amsterdam, steht vor allem für die Dutch TT, die hier seit 1925 stattfinden. Seit 1949 werden auch Motorrad-Weltmeisterschaftsläufe ausgetragen. 1984 wurde die Strecke auf ihre heutige Länge von 6 Kilometer umgebaut. Um ihre insgesamt 16 Kurven stehen Tribünenplätze für bis zu 150.000 Zuschauer zur Verfügung.
  • Sachsenring, Deutschland: Die sächsische Stadt Chemnitz und ihre Umgebung haben eine lange, bis in die 20er-Jahre zurückreichende Motorsport-Tradition. 1996 wurde in der Nähe von Hohenstein-Ernstthal, der Heimat von Ralf Waldmann, der Sachsenring gebaut. Die knapp 3,5 Kilometer lange Rennstrecke ist mit ihren harmonischen Kurven und der gut ausgebauten Infrastruktur eine der modernsten Rennstrecken Europas.
  • Donington Park, Großbritannien: Donington Park liegt 120 Kilometer nördlich von London. 1931 als Motorrad-Rundkurs erbaut, ist die 4 Kilometer lange Stecke eine der ältesten Rennstrecken der Welt. Sie erlaubt überwiegend hohe Geschwindigkeiten, doch die Melbourne-Haarnadelkurve, die1985 eingefügt wurde, verlangt Bremsen und Getriebe alles ab. Die Zuschauer genießen einen exzellenten Überblick.
  • Brünn, Tschechien: Brünn gehört zu den traditionsreichen europäischen Strecken. Der heutige Rennkurs wurde 1987 gebaut.

BMW Motorrad im Motorsport: Eine Chronik der Erfolge

Seit 80 Jahren schreiben Boxer-Motorräder mit dem weiß-blauen Markenemblem Renngeschichte. Bereits das erste BMW Motorrad, die R 32, absolvierte im Jahr ihrer Vorstellung 1923 die "Fahrt durch Bayerns Berge", eine der für die damalige Zeit typischen Zuverlässigkeitsveranstaltungen auf öffentlicher Straße, strafpunktfrei und völlig problemlos. Das Fahrzeug, von seinem Entwicklungsingenieur Max Friz selbst gefahren, stellte damit auf Anhieb die überlegene Zuverlässigkeit seiner Konstruktion unter Beweis.

Es folgten bis heute unzählige weitere sportliche Erfolge. Unvergessen das Rennen von Georg ("Schorsch") Meier, der 1938 mit der Kompressor BMW die bis dato dominierenden Nortons auf der Isle of Man besiegte. Oder die Geschwindigkeitsweltrekorde von Ernst Henne 1929 (216,75 km/h) und 1937 (279,5 km/h), wobei der letztere fast 14 Jahre Bestand haben sollte. Später errangen Solo-Rennmaschinen und Seitenwagen-Renngespanne mit den "RS-Motoren" - Zweizylinder-Boxer in Rennausführung mit obenliegenden, über Königswellen angetriebenen Nockenwellen - unzählige nationale und internationale Siege. Als unschlagbar galt BMW in der Gespann-Weltmeisterschaft. Bis 1974 wurde BMW mit diesem Motor insgesamt 19-facher Marken-Weltmeister.

Beeindruckende Erfolge wurden von BMW in kaum unterbrochener Folge seit 1926 im Geländesport erzielt. Stellte früher die Sechs-Tage-Fahrt, bei der BMW mehrfach erste Plätze einfuhr, die härtesten Anforderungen an Fahrer und Maschinen, so waren es seit Ende der 70er Jahre die Wüstenrallyes. Seit mehr als 20 Jahren nehmen BMW Motorräder daran teil. Mit vier grandiosen Siegen der Zweizylinder-Boxer bei der Paris-Dakar in den Jahren 1981, 1983, 1984 und 1985 ist der Name BMW untrennbar mit dieser legendären Rallye verbunden. 1999 siegte BMW abermals und im Jahr 2000 haben BMW Motorräder mit einem vierfachen Sieg nochmals ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt.

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