BMW Motorrad Dingolfing Produktion: Produktionsstopp und Herausforderungen

Der Münchner Automobilhersteller BMW ruft weltweit insgesamt 1,5 Millionen Autos zurück oder stoppt deren Auslieferung. Das hat auch Auswirkungen auf Europas größtes BMW-Werk im niederbayerischen Dingolfing.

Produktionsstopp in Dingolfing

Mittlerweile ist klar: Seit dem Ende der Frühschicht am Donnerstag stehen im BMW-Werk in Dingolfing die Bänder still. Für 2,5 Werktage soll in Dingolfing nicht mehr produziert werden, wie ein Firmensprecher dem Bayerischen Rundfunk bestätigt hat. Laut Plan soll die Produktion am kommenden Dienstagmorgen wieder hochgefahren werden.

Wie ein Sprecher dem Bayerischen Rundfunk sagte, sind der Grund dafür die gedämpfte Nachfrage in China und Auslieferungssperren wegen Problemen an Bremssystemen. Allein die Gewährleistungskosten für die Bremssysteme beziffert BMW auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Vorausgesetzt, das technische Problem mit dem Bremssystem des Zulieferers Continental sei dann gelöst, fügte der Firmensprecher hinzu. Man brauche natürlich einwandfreie Komponenten, um fehlerfreie Autos zu bauen.

Auswirkungen des Produktionsstopps

Von dem Produktionstopp in Dingolfing sind 12.000 Mitarbeiter betroffen. Über Arbeitszeitkonten und flexible Gleitzeitregelungen werde der Stillstand aufgefangen, heißt es. Auch mit solch kurzfristigen Produktionsanpassungen wisse man umzugehen, da funktioniere auch die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat im Werk gut, so der Sprecher.

Probleme mit dem Bremssystem

Das Unternehmen, das die Bremsanlage für BMW zuliefert, erklärte am Dienstag, dass in Einzelfällen die Bremsverstärkung ausfallen könne. Dann sei mehr Kraft für eine Bremsung nötig.

Es könne sehr selten vorkommen, dass bei den betroffenen Modellen bremsunterstützende Systeme wie ABS und die dynamische Stabilitätskontrolle (DSC) ausfallen, sagte ein Firmensprecher dem BR. Die Bremsleistung bleibe aber auch dann ausreichend stark und über den gesetzlichen Anforderungen, fügte er hinzu. Allerdings müsse das Bremspedal dann stärker getreten werden.

Dem Autohersteller seien aber bisher keine Unfälle wegen des Bremssystems bekannt.

Nach Informationen des BR ist das Conti-Werk in Regensburg von Ausfällen wegen der Probleme an den Bremssystemen wahrscheinlich nicht betroffen. Eine Anfrage läuft.

Weitere Herausforderungen für BMW

Am gesamten BMW-Standort Dingolfing sind rund 18.500 Menschen beschäftigt. Jeden Tag laufen in dem niederbayerischen Werk rund 1.500 Fahrzeuge vom Band. Zuletzt traf der Chipmangel das Werk in BMW-Dingolfing mehrfach hart.

Bereits jetzt stehen schon zahlreiche produzierte Neuwagen bei BMW, die aufgrund des mangelhaften Bremssystems nicht ausgeliefert werden können. Die Rede ist von mehr als 300.000 Autos. Die Abstellflächen seien voll, heißt es in Unternehmenskreisen.

Am Dienstag wurde bekannt, dass insgesamt 1,5 Millionen Autos zurückgerufen werden müssen, davon seien ungefähr 1,2 Millionen bereits an die Kunden übergeben worden. BMW schraubte daraufhin seine Gewinnprognose für das laufende Jahr "deutlich" zurück. Auch der Aktienkurs sank spürbar.

Generell hat der Konzern aktuell wirtschaftliche Herausforderungen: Auch bei den Motorrädern, die BMW in einer Sparte herstellt, sei die Markt- und Wettbewerbssituation "angespannt", unter anderem in den USA und in China.

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