Viele Motorradfahrer stehen vor der Frage, wie sie ihre Lederkombis, Handschuhe und Stiefel am besten pflegen können. Hier sind einige Tipps und Tricks, um Ihre Ausrüstung in Top-Zustand zu halten.
Lederpflege
Leder benötigt regelmäßige Zuwendung, da es sich um ein Naturprodukt handelt. Selbst gegerbte, beschichtete und lackierte Tierhäute sind auf eine intensive Pflege angewiesen. Mindestens einmal im Jahr sollte man sich dem Leder richtig widmen, besser noch nach jeder Regenfahrt oder heißen Sommertagen.
Reinigung
- Oberflächenschmutz entfernen: Lederkluft leicht befeuchten und den Oberflächenschmutz mit einem Schwamm oder einer weichen Bürste entfernen.
- Tiefenreinigung: Spezielle Lederseifen oder eine Lauge aus Duschgel und/oder Neutralseife verwenden, um Schmutz und Fett aus der Lederoberfläche zu lösen. Mit kreisenden Bewegungen arbeiten und anschließend mit einem nassen Lappen den gelösten Schmutz entfernen. Für Rauleder spezielle Bürsten verwenden.
- Trocknen: Mit einem weichen Handtuch abtrocknen und bei Zimmertemperatur trocknen lassen. Nicht über der Heizung oder in der prallen Sonne trocknen.
- Pflege: Ein spezielles Lederpflege-Öl in das noch leicht feuchte Leder einmassieren. Fett eignet sich nur vor längeren Touren, um die Kombi besser vor Nässe zu schützen. Organische Öle und Fette sowie lösungsmittelhaltige Reiniger vermeiden.
Reparatur
Die Reparatur von Leder gestaltet sich meist schwierig. Aufgeklebte Flicken halten nicht lange, und beim Versuch, das Leder selbst zu nähen, kapituliert die heimische Nähmaschine oft. Schäden können nur mit relativ großem Aufwand instand gesetzt werden, daher ist der Gang zum Profi meist der beste Weg.
Textilpflege
Synthetische Textilanzüge sind für viele Einsatzzwecke eine alltagstauglichere Wahl. Die Pflege gestaltet sich weniger kompliziert, sollte aber dennoch nicht vernachlässigt werden.
Pflege von Textilfasern
- Waschen: Textilkombis können in der Waschmaschine gewaschen werden. Weichspüler dürfen auf keinen Fall verwendet werden. Ein Feinwaschmittel reicht meist aus. Die üblichen Angaben zur Waschtemperatur finden sich auf dem Pflegeetikett, ein zusätzlicher Spülgang schwemmt alle Reste sauber raus.
- Protektoren: Die Protektoren gehören nicht in die Waschmaschine.
- Handwäsche: Bei oberflächlicher Verschmutzung empfiehlt sich eine Handwäsche mit reichlich Wasser, Neutralseife und einem Schwamm oder einer Bürste. Achten Sie auch bei der Handwäsche darauf, mit reichlich Wasser nachzuspülen, da Waschmittelrückstände die Funktion der Membran beeinträchtigen.
- Trocknen: Wie normale Wäsche trocknen lassen.
- Imprägnierung auffrischen: Das Pflegeetikett verrät, ob man den Anzug bügeln oder in den Trockner werfen darf. Bügeln auf niedriger Stufe oder 20 Minuten im Wäschetrockner bringen den Abperleffekt zurück. Handelsübliche Imprägnierer werden nur dann aufgesprüht, wenn die ursprüngliche Behandlung nicht mehr ausreichend ist.
Reparatur der Textilkombi
Kunstfasergewebe lässt sich einfach reparieren. Schwieriger wird es, wenn die Klimamembran ein Loch hat. Für eine schnelle, aber nur vorübergehende Lösung kann die Membran mit speziellen Reparatursets abgedichtet werden. Vor dem Einbau der Protektoren können auch diese kurz untersucht werden: Fallen schadhafte Teile wie rissige oder poröse Oberflächen auf? Weg damit!
Weitere Tipps zur Pflege von Motorradbekleidung
Jeans und Co.
Biker-Jeans können einfach in der heimischen Waschmaschine gewaschen werden, nachdem die Protektoren entnommen wurden. In Sachen Temperatur achten Sie hier wie immer auf die Angaben im Pflegeetikett. Risse oder Löcher sollten nur mit hochwertigen Garnen vernäht oder gestopft werden.
Funktionswäsche
Funktionswäsche sollte nach jeder Fahrt getrocknet werden. Es spricht nichts dagegen, Funktionsbekleidung in der Waschmaschine zu waschen. Achten Sie aber unbedingt darauf, sie getrennt von anderen Textilien zu reinigen und keinen Weichspüler zu verwenden. Ein zusätzlicher Spülgang stellt anschließend sicher, dass die Atmungsaktivität nach dem Trocknen gegeben ist. Im Handel finden Sie spezielle Imprägniermittel für Funktionsunterwäsche.
Helme
Reinigen Sie Ihren Helm wie folgt: Für die Helmschale eignen sich ein Schwamm und Wasser mit Spülmittel, das aber nicht in die Lüftungsschlitze gelangen soll. Das Visier sollten Sie nur mit sanften Reinigern und weichen Tüchern säubern. Im Regelfall hat inzwischen jeder noch so günstige Helm ein herausnehmbares Polster: Rein in den Helmbeutel und in der Waschmaschine im Schonwaschgang waschen! Unter der Saison und auf Reisen sind desinfizierende Helmpolsterreiniger eine schnelle Hilfe.
Protektoren
Achten Sie auf spezielle Protektoren, die auch als solche zertifiziert sind (EN 1621-1:2012 bei Gelenkprotektoren sowie EN 1621-2:2012 bei Rückenprotektoren). Sie sollten körpernah sitzen und das Gelenk gut umschließen. Falls Sie Schäden an Ihren Protektoren bemerken, sollten Sie die betroffenen Teile komplett ersetzen.
Handschuhe
Ungefütterte Lederhandschuhe sollten regelmäßig gereinigt werden: In lauwarmem Wasser und mit Seife oder einem speziellen Lederreiniger waschen Sie die Handschuhe, spülen Sie sie anschließend mehrmals ab. Während des Trockenvorgangs an der Luft ziehen Sie den Handschuh an und formen eine Faust, erst nach dem Trocknen kneten Sie den angezogenen Lederhandschuh weich und behandeln ihn mit Lederöl. Bei Textilhandschuhen lässt sich der Reinigungsprozess etwas abkürzen, indem nur der Futterstoff gewaschen wird. Wie Textilkombis verwenden Sie ein mildes Feinwaschmittel und reichlich Wasser.
Stiefel
Äußerliche Verschmutzungen beseitigen Sie am besten mit lauwarmem Wasser und einer Bürste. Anschließend empfiehlt sich je nach Material ein Lederpflegemittel oder eine Imprägnierung, achten Sie hierzu auf die Herstellerhinweise. Die Innensohle können Sie meist problemlos herausnehmen, ausschütteln und auslüften. Vermeiden Sie Wasser im Inneren des Schuhs, schütteln oder saugen Sie das Innere besser aus. Beim Trocknen vermeiden Sie direkte Wärmestrahler, spezielle Schuhtrockner können Sie hingegen verwenden. Bei den meisten Sportstiefeln können Sie die Schleifer am Vorderfuß einfach austauschen.
Geschenkideen für Motorradfahrer
Es gibt zahlreiche Gelegenheiten, Motorrad-Fans zu beschenken. Hier sind einige Ideen:
- Akku-Kompressor/Druckluftpumpe: Praktisch zum Überprüfen und Korrigieren des Reifendrucks.
- Lego Motorrad-Modell: Von Harley-Davidson bis Ducati gibt es verschiedene Modelle zum Zusammenbauen.
- Werkzeugrolle: Besonders, wenn es sich um typenspezifisches Werkzeug handelt.
- Seilzug-Schlüsselring: Praktisch, um den Schlüssel sicher am Kombi-Gürtel zu befestigen.
- Kompressionsstrümpfe: Helfen, eine gute Durchblutung trotz ungünstiger Haltung zu gewährleisten.
- Gehörschutz: Speziell angefertigte Otoplastiken vom Hörgeräteakustiker schützen das Gehör und sorgen für volle Konzentration und Sicherheit.
- Automatische Kettenöler: Sorgen für eine permanente Kettenschmierung.
- Radlerhose: Verfügen über eine spezielle Polsterung am Hinterteil und dämpfen Stöße gut ab.
Reinigungsmittel: Was ist mildes Seifenwasser?
Für die Reinigung von Motorradteilen und -bekleidung wird oft mildes Seifenwasser empfohlen. Aber was genau bedeutet das? Es handelt sich um eine Lösung aus Wasser und einer milden Seife, wie z.B. Neutralseife oder spezieller Motorradreiniger. Spülmittel sollte vermieden werden, da es Farbstoffe, Parfüme und andere aggressive Inhaltsstoffe enthalten kann. Die Seife sollte in Flockenform sein und sparsam verwendet werden (ca. 1-2 Esslöffel auf 10 Liter Wasser).
Einige Motorradfahrer verwenden auch Duschgel zur Reinigung ihrer Motorradbekleidung. Es ist wichtig, ein pH-neutrales Duschgel zu verwenden, um das Material nicht zu beschädigen. Nach der Reinigung sollte das Leder mit Lederöl eingerieben werden, solange es noch feucht ist.
Schadstoffe im Auto-Innenraum
Es gibt Bedenken hinsichtlich der Schadstoffe, die im Innenraum von Autos vorhanden sein können. Kunststoffe, Kunstleder und andere Materialien können Weichmacher und andere Ausdünstungen abgeben. Die Autohersteller haben jedoch strenge Prüfprogramme für die verwendeten Materialien, um sicherzustellen, dass sie keine verbotenen Schadstoffe enthalten.
Einige Fahrer versuchen, den Neuwagenduft zu erhalten oder aufzufrischen. Es gibt verschiedene Produkte und Methoden, um dies zu erreichen, wie z.B. Lederstücke im Kofferraum oder spezielle Klebestreifen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Produkte auch Schadstoffe enthalten können.
Weitere Tipps zur Reinigung und Pflege Ihrer Motorradbekleidung finden Sie in den Bedienungsanleitungen der Hersteller sowie in Fachforen und -zeitschriften.
Verwandte Beiträge:
- Polo Motorradbekleidung: Test, Kollektion & Kaufberatung
- Motorrad Kostüm für Erwachsene: Die besten Outfits für Biker
- Angststreifen Motorrad entfernen: Tipps & Tricks
- Thermo-Unterwäsche Motorrad Herren: Test, Kaufberatung & Modelle - Perfekter Komfort beim Motorradfahren
- Unverzichtbare Tipps fürs sichere Überholen von Radfahrern: Diese Vorschriften müssen Autofahrer kennen!
- Motorrad Wert Berechnen: Der Ultimative Leitfaden für Den Exakten Preis
Kommentar schreiben