BMW Motorrad Eisenach: Eine Geschichte von Innovation und Tradition

Eisenach in Thüringen blickt auf eine lange Geschichte der Automobilherstellung zurück, die in den späten 1890er Jahren begann und bis heute andauert. 1896 gründete Heinrich Ehrhardt die Fahrzeugfabrik Eisenach AG. Zwei Jahre später produzierte er hier das erste Auto, das in Anlehnung an die historische Burg hoch über Eisenach den Markennamen „Wartburg“ erhielt.

Die frühen Jahre der Automobilproduktion

Die Fabrik arbeitete recht erfolgreich, doch die Anteilseigner waren unzufrieden mit den Erträgen und zwangen Ehrhardt 1903, die Firma zu verlassen. Fortan stellte das Werk den Kleinwagen Dixi her. 1927 bemühte man sich um die Lizenz zur Produktion einer deutschen Version des erfolgreichen britischen Kleinwagens Austin Seven, doch bereits im Jahr darauf übernahm BMW den Standort und konstruierte bis 1941 seine erfolgreichen leistungsstarken Autos. Danach wurde das Werksprogramm auf Militärfahrzeuge umgestellt.

BMW übernimmt Eisenach

Das Dixi-Werk wurde 1928 komplett von BMW übernommen. Mit dem Erwerb der Fahrzeugfabrik Eisenach durch die BMW AG am 14.11.1928 begann der Einstieg von BMW in den Automobilbau. In diesen Tagen jährte sich dieses Ereignis das 90. mal. Die Eisenacher Zeit gilt mit dem Aufkauf der damals bereits seit 30 Jahren bestehenden Fahrzeugfabrik als die Keimzelle des BMW Automobilbaus.

BMW baute dort fortan alle PKW und verlagerte die Motorradproduktion 1942 ebenfalls nach Eisenach. Schon im Dezember 1941, im wesentlichen aber während des Jahres 1942, wird der Motorradbau von München in das BMW Werk Eisenach verlagert.

Kriegsjahre und Nachkriegszeit

1942 verlegte BMW seine gesamte Motorradproduktion von München nach Eisenach und stellte hier Tausende der R75-Modelle für die Wehrmacht her. In den Kriegsjahren1939 bis 1945 gehen dem Werk große Teile der Stammbelegschaft durch Einberufung zur Wehrmacht verloren. Juli 1944 bis Anfang 1945 erlebte Eisenach vier schwere Bombenangriffe. Das Werk wurde zu ca. 65 % zerstört. Die Produktion kam am 31.4.1945 zum Erliegen.

Nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes wird ein Teil der Werkseinrichtung als Reparaturleistung von den Alliierten beschlagnahmt. Bis ins Jahr 1947 kann die Arbeit auf den verbliebenen Maschinen mit einer Notproduktion wieder aufgenommen werden.

Die Ära der R35 und EMW

Dennoch weckte es rasch das Interesse der sowjetischen Besatzungsmacht. Ursprünglich sollte das am 3. Juli 1945 enteignete und beschlagnahmte BMW-Werk demontiert werden. Er ordnete den Bau von je 3.000 Motorrädern und PKW pro Jahr an. Die Sowjets hatten bereits vor dem Krieg BMW-Lizenzen erworben und waren von den zuverlässigen Fahrzeugen aus München und Eisenach sehr angetan.

Gebaut wurde ab November 1945 die 350ccm-Einzylindermaschine “ R 35″. Die BMW R 35 war 1937 aus der populären Einzylindermaschine „R 4“ entwickelt worden und fußte konstruktiv in den frühen 30er Jahren. Seinerzeit waren Pressstahlrahmen modern, so dass die R 4 einen starren „Blech“-Rahmen erhielt, den die R 35 erbte.

Das 1:6 verdichtende ohv-Triebwerk mit 72 mm Bohrung und langen 84 mm Hub leistete bullige 14 PS bei 4.500/min. In typischer BMW-Bauweise war die Maschine als Querläufer ausgelegt. Im linken Teil des Motorgehäuses war ein Werkzeugfach unter-gebracht. Dazwischen befanden sich eine Trockenkupplung und ein handgeschaltetes Vierganggetriebe, dessen Schalthebel im H-Schema nach Automobilart in einer Kulisse im rechten Kniekissen geführt wurde.

Zunächst ging die gesamte Produktion als Reparationsgut in die Sowjetunion. Das Eisenacher BMW-Werk wurde am 15. September 1946 in eine staatliche Aktiengesellschaft in sowjetischen Besitz umgewandelt, und firmierte fortan als „Einzelbetrieb BMW der Sowjetischen Aktiengesellschaft (SAG)“ „Awtowelo“.

Ab 1951 prangte das rot-weiße EMW-Emblem auf dem Tank der generell schwarzen Maschine. Bis Ende des Jahres hatten seit dem Neubeginn mehr als 25.000 R 35 die Eisenacher Produktionsstätte verlassen. Das simple Konzept der Maschinen hatte sich als goldrichtig erwiesen, nur das primitive Fahrwerk war auf den DDR-Pflasterpisten ein Problem. So erschien die R 35 1952 mit hydraulisch gedämpfter Teleskopgabel und Fuß- anstelle von Handschaltung.

VEB Automobilwerk Eisenach und die Wartburg-Ära

Zu DDR-Zeiten nahm das Werk unter dem Namen VEB Automobilwerk Eisenach die Produktion wieder auf, und seit 1956 liefen wieder die ersten Wartburgs vom Band. Der Wartburg 311, der im selben Jahr Premiere feierte, durchlief in der Folgezeit viele Modellgenerationen und zählte gemeinsam mit anderen Modellen bis 1991 zu den Erzeugnissen der Autofabrik. April 1991 erfolgte die Einstellung der Pkw-Produktion mit dem letzten Wartburg 1.3 aus dem Automobilwerk Eisenach.

Nach der Wiedervereinigung

Nach der Wiedervereinigung wurde der Betrieb eingestellt, doch dank dem Hersteller Opel, der ein modernes Werk am Stadtrand errichtete, blieb Eisenach auch weiterhin der Automobilindustrie verbunden. Am 23. September 1992 wurde das neue Opelwerk eröffnet.

BMW Fahrzeugtechnik GmbH in Eisenach

Erst 1992 kehrte BMW wieder nach Eisenach zurück. Diesmal nicht mit einer Automobilproduktion, sondern mit einem Großwerkzeugbau. Am 15. Juni 2007 feierte die BMW Fahrzeugtechnik GmbH das 15-jährige Bestehen des BMW Standortes Eisenach. Die BMW Fahrzeugtechnik GmbH in Krauthausen entwickelte sich in den letzten 25 Jahren zu einem der bedeutenden Werkzeugbauspezialisten weltweit.

Die BMW Geschichte ist eng mit Thüringen verbunden, denn schon vor 74 Jahren entstanden dort die ersten BMW Automobile. Die BMW AG übernahm im November 1928 die Ende 1896 gegründete Fahrzeugfabrik Eisenach (Wartburg, später DIXI). Damit war die Geburtsstunde der BMW Automobile gekommen.

Das Automobilmuseum Eisenach

Der Kern der Sammlung, die die Automobile Welt heute zeigt, hat seine Anfänge im Jahr 1967. Die lang gehegten Pläne, die hundertjährige Geschichte der Eisenacher Autoproduktion und des Wartburg im Besonderen zu feiern, mündeten 2005 in der Eröffnung des neuen Museums Automobile Welt. Untergebracht ist die Fahrzeugschau in der 1935 unter BMW-Ägide errichteten Fabrik O2.

Wichtige Daten in der Geschichte von BMW Eisenach

Datum Ereignis
3. Dezember 1896 Gründung der Fahrzeugfabrik Eisenach A.G. durch Heinrich Ehrhardt
17. September 1898 Vorstellung des ersten Wartburg-Motorwagens
März 1904 Ausscheiden der Ehrhardts aus Eisenach
14. November 1928 Die Bayrischen Motorenwerke München AG kauft die DIXI-Fahrzeugfabrik Eisenach A.G.
Juli 1944 bis Anfang 1945 Eisenach erlebt vier schwere Bombenangriffe
23. September 1992 Eröffnung des neuen Opelwerks

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