Die besten wasserdichten Motorradhandschuhe im Vergleich sind immer jene, die das Versprechen halten und zudem in weiteren Kriterien nicht schlecht abschneiden.
So sind ein gutes Griffgefühl mit passendem Sitz und zuverlässiger Abstreifschutz mittels Klettriegel am Handgelenk ein Muss.
Auch Materialverstärkungen und Protektoren dürfen nicht fehlen.
Zudem ist eine gut abschließende Stulpe für optimale Wasserdichtigkeit erforderlich.
Pluspunkte können wasserdichte Motorradhandschuhe sammeln, wenn sie einen am Zeigefinger angesetzten Visierwischer aufweisen.
Materialien und ihre Eigenschaften
Leder als Obermaterial für Motorradhandschuhe bringt bereits wasserabweisende Eigenschaften mit.
Wenn Sie nur bei leichtem bis mäßigem Regen unterwegs sind und die regenreichen Übergangszeiten eher meiden, können Sie mit Lederhandschuhen ohne Klimamembran glücklich werden.
Wagemutigere Motorradfans greifen besser zu einem Modell mit Klimamembran.
Das Material - ob Leder oder Textil - spielt dann eine untergeordnete Rolle, sofern alle wichtigen Merkmale wie gute Verarbeitung, ein Abstreifschutz am Handgelenk, ausreichend Schutz und Visierwischer vorhanden sind.
Vorteile einer Klimamembran
Wird die Wasserdichtigkeit des Handschuhs über eine eingearbeitete Klimamembran realisiert, gehen damit auch Winddichtigkeit und Atmungsaktivität einher.
An kälteren Tagen sind die Hände damit noch besser vor Auskühlung geschützt, ohne dabei gleich ins Schwitzen zu geraten.
Die bekanntesten Klimamembranen sind Gore-Tex (GTX), Hipora oder Outdry.
Da wasserdichte Motorradhandschuhe mit Klimamembran aufwändiger herzustellen sind, sind sie im Allgemeinen auch etwas teurer als ansonsten vergleichbare Handschuhe ohne Membran.
Testumfeld und Ergebnisse
Im Vergleich waren 6 wasserdichte Motorradhandschuhe für den Sommer.
Geprüft wurden sechs Zwei-Kammer-Handschuhe für Motrradfahrer.
Geprüft wurden neun Winter-Motorradhandschuhe.
17 wasserdichte Motorrad-Handschuhe mit Allround-Ansprüchen müssen im Test unter Beweis stellen, wie es um ihre Talente steht.
Der erste Eindruck trügt oft. Das ist das Fazit unseres großen Handschuh-Tests.
Weshalb wir schließlich mit drei Fahrern unterwegs waren und die Qualität in so vielen Punkten wie nur möglich geprüft haben.
So mag ein Handschuh beim Auspacken zunächst das gewisse Wow entlocken. Wer aber wasserdicht verspricht und nicht hält, wer essenzielle Features wie den Abstreifschutz weglässt, landet trotz "Wow" und mancher Gimmicks und Features weiter hinten.
Das große "Aber" können wir auch bei aller Testerei nicht auflösen.
Jede Hand ist anders, und auch bei den drei Testern gibt es an den ein oder anderen Punkten wieder drei Meinungen.
Deshalb ist es schwer, eine Universalempfehlung abzugeben.
Klar ist: Es gibt Handschuhe, die in vielen Punkten vieles richtig machen, dennoch aber mancher Hand nicht passen wollen. Hier hilft nur das, was auch unsere Handexpertin rät: Anprobieren, ausprobieren, selbst entscheiden.
Einzelne Modelle im Test
Hier eine Übersicht einiger getesteter Modelle mit ihren Vor- und Nachteilen:
- Alpinestars WR-2 V2/Stella: Solider Allrounder fürs Touren an kälteren Tagen. Einmaliger Nässeeinbruch trübt den guten Gesamteindruck.
- Bering Loky: Recht warmes Modell, verliert aber Punkte bei der Protektorenausstattung und dem nicht vorhandenen Abstreifschutz.
- BMW Two In One Tech: Bietet durch das Zwei-Kammer-Prinzip einen vielseitigen Einsatzbereich. Überzeugen können vor allem Abstreifschutz und sicherer Griff.
- Dane Skagen: Schön dicht und kann auch an warmen Tagen getragen werden. Der hohe Lederanteil macht ihn zunächst recht steif - Einfahren lohnt.
- Held Air n Dry: Das Zwei-Kammer-Prinzip begeistert: Schutz, Komfort, Ausstattung und ein riesiges Größenspektrum - 1a!
- Icon Raiden: Eindeutig für die kalten Tage konzipiert. Mehr Protektoren und ein besserer Abstreifschutz bleiben aber auch da wünschenswert.
- IXS Viper GTX 2.0: Punktet mit Damen- und Herrenversion und schickt hier ein eher sommerliches Modell ins Rennen. Leider ist es ohne Einfahren extrem steif.
- Macna Rock RTX DL: Selbst bei Dauerregen: Dieser Handschuh hat uns nicht im Stich gelassen und blieb trocken. Sitzt insgesamt sehr bequem und passgenau.
- Modeka Nerano: Ein Modell für eher kurze Finger und breitere Hände. Abstreifschutz, Belüftung und Stulpe lassen deutlich Spielraum zur Verbesserung.
- Orina Blizzard: Kann zwar in einigen Dingen überzeugen, doch Ausfälle bei der Verarbeitungsgüte und im Nässetest vereiteln ein besseres Urteil.
- Reusch 4.0: Kann mit attraktivem Preis und bravourösem Regenschutz punkten. Für den trockenen Alltag mangelt es aber an Passform und Komfort.
- Rev’it Summit 3 H20: Ein solider Allrounder, der sich mit angenehmem Futter bequem tragen lässt. Kleine Mankos: der durchs Futter bedingte etwas mäßige Tragekomfort.
- Rukka Virium/Virve: Ein durchweg gutes Modell für den Sommer, in dem es auch mal ausgiebig regnen kann. Auf der Wunschliste steht etwas mehr Komfort.
- Spidi Rainwarrior: Lockt mit einem auffälligen Design, patzt aber bei sehr alltäglichen Dingen. Was definitiv fehlt, ist ein echter Abstreifschutz.
- Stadler Guard GTX: Dem Guard GTX sieht man eindeutig die Kompetenz eines erfahrenen Handschuhmachers an: Komfort, Griffigkeit und Schutz perfekt kombiniert.
- Vanucci High Rider III: Punktet vor allem durch seinen sehr komfortablen Sitz, der allerdings bei Nässe deutlich nachlassen kann. Schade.
Testmethoden von MOTORRAD
Auf einem immer gleichen Pass in Südfrankreich wurden alle 17 Handschuh-Paare gefahren und in direktem Anschluss bewertet.
Proportionen, Griffgefühl, Ergonomie und Komfort ergeben hier die maximale Teilpunktzahl von 30 Punkten.
Zugleich wurde verglichen: Welcher Handschuh lässt eine gewisse Luftzirkulation zu, wo werden die Hände schnell schwitzig?
Zurück in der Redaktion folgte dann der ausgiebige Nässetest. Jeweils zwei Exemplare pro Marke kommen in ein Tauchbad, jeweils zwei weitere Exemplare werden von innen mit Wasser befüllt.
Maximal 25 Punkte kommen hier auf das Konto der Teilnehmer. Mit 35 Punkten hingegen ist das Thema Sicherheit die wichtigste Komponente: Protektoren, Abstreifschutz, Stulpe und Stabilität werden dafür bewertet.
10 Punkte werden zum Schluss für Verarbeitung und Ausstattung vergeben.
100 Zähler sind maximal möglich, die dann in einen Notenschlüssel umgewandelt werden.
Interview mit Handspezialistin Sabine Haas-Schinzel
Was muss ein guter Handschuh können? Zunächst gilt: Ein Handschuh, der jedem passt, passt niemandem. Jede Hand ist anders, also gibt es hier keine universelle Antwort.
Wichtig ist, dass der Handschuh sowohl zur Hand als auch zu den Anforderungen passt. Ein wasserdichtes Tourenmodell sollte als Allrounder fungieren, ich habe dennoch bei einer mehrtägigen Tour immer mehrere dabei. Es ist ein Trugschluss, zu glauben, dass ein einziger Handschuh alle Bedürfnisse gleichermaßen erfüllt.
Worauf muss ich beim Kauf vor allem achten? Zunächst geht der Weg nur über das Anprobieren. Wenn Sie sich auf Anhieb in dem Handschuh wohlfühlen, ist bereits der erste Schritt getan.
Nehmen Sie sich Zeit und vergessen Sie das gute Image der Marke, wenn Sie dafür Kompromisse wie Druckstellen oder Bewegungseinschränkungen hinnehmen müssten. Klar ist, dass eher teure Modelle in Sachen Ausstattung und Zertifizierung mehr bieten und dass mehr Protektoren auf den ersten Blick auch mehr Sicherheit zu bringen scheinen. Doch auch das ist nicht immer wahr.
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