BMW erweitert sein Helmangebot mit dem Sao Paulo für 2022 um ein fünftes Modell. System 7 Carbon Evo, M Pro Race und Grand Racer bekommen neue Farben. Wer nicht BMW fährt, kann trotzdem BMW fahren, und zwar mit einem Helm der Bayern. Für 2022 steht ein neues Modell beim BMW-Händler des Vertrauens: Der Demi-Jet Sao Paulo. Er ergänzt das bestehende Line-Up aus dem Klapphelm System 7 Carbon Evo, dem sportlichen M Pro Race, dem Adventurehelm GS Carbon und dem integralen Retrohelm Grand Racer.
BMW Helmmodelle 2022
- BMW Sao Paulo: In drei Dekoren, vier Uni-Farben und den Größen 53/54 bis 63/64 bietet BMW den neuen Demi-Jet mit tiefem Visier und zusätzlichem Sonnenvisier an. Die Helmschale ist aus Glasfaser laminiert und deckt mit zwei Helmschalenformaten die genannten Helmgrößen ab. Die Größe 59 (kleine Helmschale) ist mit einem Gewicht von 1.350 Gramm angegeben. Das Innenfutter kann herausgenommen und gewaschen, das Kommunikationssystem Fit-for-all von BMW kann nachgerüstet werden. Die Farben des neuen Sao Paulo von BMW sind Light White, Grey matt, Night Black und Neon. Die Dekore heißen Com, Urban und Rock. Preise hat BMW bislang nicht veröffentlicht.
- BWM System 7 Carbon Evo: Den Klapphelm mit seiner Karbonschale, dem MIPS-System, Doppelscheibenvisier, Sonnenvisier und dem optionalen Umbau zum Jet-Helm bietet BMW 2022 in vier Uni-Farben und drei Dekoren an. Die Größen des System 7 reichen von 52/53 bis 64/65. Das Interkom-System ist nachrüstbar. Den Preis für 2022 hat BMW noch nicht bekannt gegeben.
- BMW M Pro Race: Hergestellt wird der sportliche Integralhelm aus einem Mix aus Karbon, Aramid und Glasfaser. Angeboten wird er 2022 in drei Dekoren sowie in den Größen 53/54 bis 63/64. Das Highlight des M Pro Race ist das wendbare Innenfutter mit seinen kühlenden oder wärmenden Eigenschaften, die zusätzlich den Tragekomfort des Helms dem Einsatz anpassen.
- BMW Grand Racer: Der Retrohelm Grand Racer ist mit seinem Sebring-Design speziell auf die beiden R18-Modelle B und Transcontinental abgestimmt. BMW bietet 2022 die Größe 55/56 bis 62/63 an. Die Helmschale besteht aus einem Mix aus Karbon und Glasfaser, dass Innenfutter besteht teilweise aus Kalbsleder.
Testergebnisse im Überblick
Rechtzeitig zum Beginn der Motorradsaison hat die Zeitschrift "Motorrad" zwölf aktuelle Klapphelme getestet. Testsieger ist der Schuberth C5 für 699 Euro. Doch auch günstigere Helme schneiden gut ab. Die Ergebnisse im Detail:
- Keine Probleme bei der Schlagfestigkeit
- Deutliche Unterschiede beim Geräuschniveau
- Testsieger überzeugt bei Komfort und Handhabung
Ein Motorradhelm ist kein Zubehör, das man mal eben im Vorbeigehen kauft, sondern ein Lebensretter, der bei einem Unfall Kopf und Gehirn vor schweren oder tödlichen Verletzungen schützen kann. Der ideale Helm bietet aber nicht nur Sicherheit, sondern erfüllt auch alle anderen Aspekte, die Motorradfahrerinnen und -fahrern wichtig sind.
Klapphelme im Fokus
Klapphelme sind die Universal-Talente unter den Motorradhelmen: Jethelm-Komfort beim Auf- und Absetzen sowie in der Zigarettenpause oder beim Tanken, Integralhelm-Schutz während der Fahrt - das klappt. Vor allem Brillenträgerinnen- und träger schätzen Klapphelme, weil sie ihre Sehhilfe nicht immer umständlich ab- und aufsetzen müssen. Kleine Nachteile von Motorrad-Klapphelmen sind das etwas höhere Gewicht, tendenziell höhere Windgeräusche und der meist höhere Preis.
Testkriterien
Wie die neueste Generation der klappbaren Integralhelme abschneidet, hat die Zeitschrift "Motorrad" getestet (Heft 11/2024). Im Labor, auf dem Prüfstand und bei Fahrversuchen wurden zwölf Helme unterschiedlicher Preiskategorien in diesen Testkriterien untersucht:
- Passform und Tragekomfort
- Aerodynamik
- Akustik
- Belüftung
- Handhabung
- Ausstattung und Verarbeitung
- Gewicht
- Schlagdämpfung und Rotation
Testergebnisse im Detail
Fünf Klapphelme schneiden im Motorrad-Gesamturteil jeweils mit gut oder sehr gut ab. Zwei Modelle erhalten nur die Note befriedigend. Schlusslicht im Test ist der Harley-Davidson Evo X17 Sunshield Modular, der vor allem beim Gewicht und bei der Akustik Federn - oder besser Punkte - lassen musste. In Sachen Schlagdämpfung bieten jedoch auch die beiden letztplatzierten Helme noch ordentlichen bis sehr guten Schutz.
Zum Sieger kürten die Tester den Klapphelm C5 von Schuberth. Der C5 überzeugte vor allem durch sehr gute Brillentauglichkeit, gute Passform und sehr komfortable und einfache Bedienung. Den Beweis, dass ausreichender Schutz nicht teuer sein muss, lieferte unter anderem der MTR K-4 Evo.
Die alte Prüfnorm ECE-R 22.05 wurde ersetzt, und seit Juni 2022 werden nur noch 06er-Genehmigungen erteilt. Diese enthalten auch die P/J-Norm, die für eine Freigabe des Helms als Integral- und auch als Jethelm steht, also für das "legale" Fahren mit geöffnetem Kinnteil.
Wichtige Hinweise zur Prüfnorm
Zu finden sind die Genehmigungen und die Norm, nach der sie erteilt wurden, auf dem meist am Kinnriemen angebrachten Prüfnorm-Label nebst zugehöriger Prüfnummer. Beginnt die Nummer mit 05, handelt es sich um einen nach alter Norm geprüften Helm. Fängt sie mit den Ziffern 06 an, bedeutet das "neue und aktuelle Norm".
Eine wesentliche Verbesserung für die Durchführung von Helmtests ist der deutlich größere Helmschalenbereich, in dem nun geprüft werden darf. Eine gezielte Versteifung von Konstruktionspunkten bei Motorradhelmen analog zu klar definierten Prüfpunkten ist somit praktisch unmöglich geworden. Salopp ausgedrückt müssen Motorradhelme nun "überall" sicher sein und eine der Norm entsprechende Schlagfestigkeit aufweisen.
Wichtiger Hinweis für die Pflichtkennzeichnung von ECE-Motorradhelmen: Auf dem Prüflabel muss nicht "ECE" oder "ECE-R 22" stehen.
Helmpflicht in Deutschland
Selbst auf dem Mofa muss man seit 1985 einen Helm tragen. Und seit August 1980 wird eine Zuwiderhandlung zudem mit Verwarnungsgeld geahndet.
Weil aber in der Anfangszeit der Helmpflicht einige Motorradfahrerinnen und -fahrer sehr kreative Ideen zeigten, was denn ein Helm sei, reagierte der Gesetzgeber: Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen.
Damit ist also das Benutzen von Arbeits-, Feuerwehr- oder Militärhelmen ohne ausreichende Schutzwirkung untersagt. Wer mit solchen "Schüsseln" erwischt wird, muss nicht nur mit Bußgeld rechnen: Versicherungen können nach einem Unfall sogar Leistungen verringern, selbst wenn der Motorradfahrer bzw. die Motorradfahrerin den Unfall nicht verursacht hat.
Nach Unfall: Motorradhelm richtig abnehmen
Für viele ist es eine unangenehme Situation: Als Erster am Unfallort zu sein und möglicherweise einen schwerverletzten Motorradfahrer vorzufinden. Mit Klapphelmen ist die Erstversorgung oft leichter, weil man nur die Klappe öffnen muss.
BMW System 7 Carbon im Detail
Der Klapphelm BMW System 7 Carbon ist in den Größen 52/53 bis 64/65 erhältlich. Seine Helmschale besteht aus Karbon. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1590 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1558 Gramm gemessen.
Fixiert wird der BMW System 7 Carbon über einen Ratschenverschluss. Der BMW System 7 Carbon ist in den Farben Weiß, Schwarz, Graphitmetallic und Silbermetallic erhältlich.
Im Lieferumfang enthalten sind: Windabweiser am Kinn, Sonnenblende, Pinlock-Visier (montiert, Max-Format), Vorbereitung für Kommunikationssystem, abnehmbares Kinnteil, P/J-Homologation (Integral-/Jethelm).
Der Klapphelm wird in Italien hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E 3 stammt ebenfalls aus Italien. Er kostet 550,00 Euro.
Ersatzvisiere für den BMW System 7 Carbon sind in den Ausführungen klar, getönt und verspiegelt (85/89/125 Euro) erhältlich.
Positive und negative Aspekte des BMW System 7 Carbon
- Positiv aufgefallen: Knackige Passform, Kopf ist perfekt umschlossen, gute Brillentauglichkeit, einfache Kinnteil-Bedienung, perfekte Belüftung, hervorragende Aerodynamik, befriedigendes Geräuschniveau, niedriges Gewicht, praxisgerechtes Visier, einfacher Visierwechsel, Schlagdämpfungswerte vorbildlich, top Verarbeitung.
- Negativ aufgefallen: Aufsetzen mit Brille unmöglich, auch ohne Brille erschwertes Auf- und Absetzen, Sonnenblende deckt nicht weit genug ab, Bedienungshebel zu klein und schwergängig, Preis.
Messergebnisse zum BMW System 7 Carbon
| Test | Ergebnis |
|---|---|
| Aufschlag auf Sigmapfosten mit 7,5 m/s, rechte Seite | Beschleunigung in g: 171, HIC-Wert: 1327 |
| Aufschlag auf Sigmapfosten mit 5,5 m/s, linke Seite | Beschleunigung in g: 132, HIC-Wert: 667 |
| MOTORRAD HIC 1000 (Mittelwert beider Aufschläge) | 997 |
| Aufschlag auf Kantenamboss mit 7,5 m/s, Kinnteil | Beschleunigung in g: 263 (fließt nicht in die Wertung ein, da ein Teil der Kräfte in den Kinnriemen weitergeleitet wird) |
| Öffnung nach Kinnschlag möglich | nein |
| Abstreifversuch | bestanden; 16° |
Fazit zum BMW System 7 Carbon
Die sehr eng anliegende Innenausstattung ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, auf Dauer aber ein echtes Komfort-Plus. Gleiche Punktzahl und gleiches Testurteil wie 2015 beim Systemhelm 6 Evo - kein Fortschritt? Aber ja, der System 7 ist deutlich leichter und kann zum Jethelm umgebaut werden. Er ist aber auch etwas lauter und gewöhnungsbedürftiger.
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