BMW Motorrad blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück, die von Innovation, Tradition und dem unverkennbaren Boxer-Motor geprägt ist. Viele bezeichnen die Motorräder als Retro, Vintage oder Classic, doch BMW selbst nennt sie Heritage. Ein Blick auf das ikonische Design genügt, um zu erkennen, dass es sich um mehr als nur ein Motorrad handelt.
Die Anfänge in Spandau
Die Geschichte von BMW in Spandau reicht bis in die 1830er Jahre zurück. Alles begann in den 1830er Jahren, zu Zeiten der preußischen Monarchie, als die Königliche Pulverfabrik von ihrem ursprünglichen Standort in Berlin-Moabit ans Spandauer Havelufer verlegt wurde. Spandau entwickelte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum der deutschen Rüstungsindustrie, was eng mit der Ansiedlung der Königlichen Geschützgießerei zusammenhing. An der Mündung der Spree in die Havel stand einmal ihre groß angelegte Fabrikanlage.
Im Umfeld der Zitadelle durften nur militärische Produktionsstätten angesiedelt werden. Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Friedrich Wilhelm I. eine Gewehr- und Munitionsfabrik für die preußische Armee. Dieses Gelände wurde 1936 durch die Brandenburgischen Motoren Werke GmbH (Bramo) übernommen, die hier Flugmotoren fertigten. Drei Jahre später erwarben die Bayerischen Motorenwerke (BMW) das Werk und nutzten es zunächst weiterhin als Produktionsstandort für Flugzeugmotoren.
1949 wurde die Fertigung von Motorradteilen für das Stammwerk in München aufgenommen. Komplett hier produzierte Motorräder laufen in Spandau seit 1969 vom Band, 30 Motorräder wurden zu dieser Zeit am Tag fertiggestellt. Das Werk wurde seitdem erweitert und wird kontinuierlich modernisiert. Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge spielen dabei eine ebenso große Rolle wie der achtsame Umgang mit den teilweise denkmalgeschützten Gebäuden.
Verlagerung der Produktion und Entwicklung
1969 zog die Produktion von München nach Berlin-Spandau, die Entwicklung ist bis heute in München. Das Berliner Werk der BMW Group in Berlin-Spandau ist wohl der größte Exporteur von Berliner Luft. Hinter historischen Backsteinfassaden werden in einem hochmodernen Werk BMW Motorräder für Motorradfreund*innen in der ganzen Welt produziert - die Reifen gefüllt mit Luft aus Berlin.
Die Werksführungen geben den Besucher*innen faszinierende Einblicke in die moderne Fahrzeugproduktion.
BMW Motorrad Heritage Tour
Am 22. Juni 2025 startet die BMW Motorrad Heritage Tour in Kooperation mit dem ADAC Berlin-Brandenburg und dem BMW Motorrad Zentrum Berlin. Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Fahrer und Fahrerinnen der genannten BMW Modelle oder deren Vorgänger aus den letzten Jahrzehnten.
Die Motorräder werden auf einer Strecke von ca. 140 km durch das malerische Berliner Umland ge-guided. Die Tour beinhaltet ausgewählte, kurvenreiche Straßen und eine Fahrt auf der großen Rundstrecke des ADAC Fahrsicherheitszentrums in Linthe.
Tour-Details:
- Ankunft: ca.
- Gruppenweise, 30 min.
- Ankunft: ca.
- Abfahrt: ca.
- Dritter Stopp: Garage Du Pont, Berliner Str.
- Ankunft: ca.
- Ziel: AVUS-Treff Spinner-Brücke, Span.
Der Retro-Trend
Große runde Klarglasscheinwerfer, blinkender Chrom, offen sichtbare Zylinderköpfe - wer sich auf der Kölner Motorradmesse Intermot umsieht, könnte sich auf einer Ausstellung für Zweiradtechnik der 70er-Jahre wähnen. Die Aussteller schwelgen im Retro-Trend, kein Stand kommt ohne mindestens ein Motorrad aus, das so aussieht wie ein Modell aus der Vergangenheit. BMW stellt gleich zwei nagelneue Retro-Maschinen vor: Die R Nine T Racer trägt stolz eine Vollverkleidung, die mit ihren runden, fast archaischen Formen auf einer Rennstrecke vor 40 Jahren Punkte eingefahren hätte. Die zweite R Nine T namens Pure fällt so schlicht wie möglich aus, damit die zahlungskräftige Kundschaft anschließend selbst entscheiden kann, wie die Maschine gestylt wird.
Unter dem Tank werkelt der luftgekühlte Zweizylinder-Boxermotor, den BMW eigentlich schon im Jahr 2012 zum alten Eisen erklärt hatte - der wassergekühlte Nachfolger mit mehr Leistung und elektronischer Gassteuerung ist längst tausendfach auf deutschen Straßen unterwegs. Doch anlässlich des 90. Geburtstags von BMW Motorrad durfte der luftgekühlte Boxer noch einmal antreten. Vor drei Jahren stellte der Hersteller die erste Variante der R Nine T vor und traf die Wünsche der Retro-Kunden so genau, dass die Maschine mit der Einfachtechnik und dem Klassik-Look sofort auf Monate ausverkauft war.
Inzwischen ist die R Nine T das am dritthäufigsten verkaufte BMW-Motorrad im deutschen Markt - die Kunden kaufen den Händlern so viele Maschinen vom Hof, dass BMW sogar noch einmal investiert hat, um den alten Motor für neue EU-Abgasnormen fit zu machen.
BMW ruft 14.900 Euro für die Retro-Maschine auf, dazu kommen bei den meisten Kunden noch einmal ein paar Tausend Euro für Umbau, Edelteile und Sonderlackierungen.
„Retro-Motorräder sind der Trend, da sie ein analoges Lebensgefühl vermitteln, das die Kunden in der digitalisierten Arbeitswelt vermissen“, glaubt Reiner Brendicke, Geschäftsführer des Industrieverbandes Motorrad (IVM). Über fünf Prozent Wachstum verzeichnet die Branche in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres, laut IVM verdankt sie das vor allem der Analog-Sehnsucht gut betuchter Hipster jenseits der 30 oder sogar 40.
32 Prozent des Marktes entfallen mittlerweile auf „Chopper“ und „Classic“-Maschinen, die mit klassischem Look die Entdigitalisierung des Motorradfahrens vermitteln wollen.
Das zielt direkt auf die ältere, zahlungskräftige Kundschaft, die vielleicht in ihrer Jugend von Motorrädern geträumt hat - und nun von der Branche genau die Maschinen vorgesetzt bekommt, die sie sich damals noch nicht leisten konnte. Die Kunden suchen unverfälschte Jugendträume. Sie haben einen gewissen Sättigungsgrad an moderner Technik erreicht.
Die Hersteller tun denn auch alles, um den Trend anzuheizen. „Essenza“ heißt eine neue Sprint-Rennserie, bei der Fahrer mit stark modifizierten Retro-Maschinen antreten: Auf einer geraden Strecke von 200 Metern müssen die Fahrer die beste Zeit einfahren, zugelassen sind nur Zweizylinder mit maximal 1,2 Liter Hubraum - typische Motoren der Retro-Szene, die Fahrer treten mit Motorrädern von BMW, Triumph, Ducati, Harley oder Moto Guzzi an. Gesprintet wird auch auf der Intermot - dabei bekommen die Fahrer nicht nur für die schnellste Zeit Punkte, sondern auch für den besten Stil. BMW sponsert gleich zwei Teams, die mit stark modifizierten R-Nine-T-Motorrädern fahren.
Customizing und Individualisierung
„Kaum eine Maschine geht im Serienzustand vom Hof“, weiß Pingitzer - und tut alles, um den Trend zum individualisierten Retro-Motorrad anzuschieben: BMW bietet nicht nur Motorräder und Anbauteile, sondern auch noch passende schwarze Lederjacken und sturzfeste Retro-Jeans.
„Church of Choppers“ heißt die amerikanische Customizer-Schmiede des bekannten Designers Jeff Wright, der den Kunden auf Wunsch das Serienmotorrad komplett umbaut. Seine BMW glänzt mit Hochglanztank, das Stummelheck ist radikaler, als BMW selbst es je bauen könnte.
Der Charme echter Oldtimer
Doch wer ganz und gar authentisch auf zwei Rädern fahren will, der kauft statt einer neuen Retro-Maschine gleich ein echtes Oldtimer-Bike aus den 50er-, 60er- oder 70er-Jahren. „Das war vor einigen Jahren noch eine kleine Szene, da wurden Sie vom Mainstream eher belächelt. Inzwischen werden die echten Klassiker eher bewundert. Die Nachfrage ist so hoch, dass selbst für verbastelten Klassik-Schrott Mondpreise verlangt werden - und ich vor Arbeit kaum hinterherkomme“, erklärt Michael Töwe, der technische Leiter der Klassik-Abteilung von Wunderlich, einem Zubehörspezialisten aus Rheinland Pfalz.
„Wir leben in einer gestressten Moderne - die Leute sind auf der Arbeit von Technik getrieben und wollen in der Freizeit das Gegenteil: Gegenstände mit Seele und Geschichte. Denen verzeihen sie auch, wenn sie einmal nicht funktionieren.“
Wer auch von seinem alten Motorrad Perfektion erwartet, kommt zu Töwe: Er und seine Kollegen hatten die Idee, ein echtes altes Motorrad als neu anzubieten - „Rolling Chassis“ nennt Wunderlich das Konzept. Dafür kaufen die Wunderlich-Schrauber alte BMW-Zweizylinder-Boxer in zweifelhaftem Zustand und schrauben sie komplett auseinander. Dann werden alle Lager und Verschleißteile im Motor ersetzt, neue Kolben eingesetzt, der Rahmen wird gesandstrahlt und lackiert und die Fahrzeugelektrik neu verdrahtet. Das fertige Rohchassis gilt weiter als Klassiker, behält die alte Seriennummer - und ist doch so gut wie neu.
Bonsai, der GS-Flüsterer
Die Geschichte von Bonsai könnte einzigartiger nicht sein. Der selbst ernannte GS-Flüsterer heißt mit richtigem Namen eigentlich Erich Zimmermann und hat mit seinen BMW Motorrädern schon unzählige Orte bereist. Ja richtig, Motorrädern. Denn wer so viele Kilometer zurücklegt, braucht von Zeit zu Zeit auch mal ein neues Modell. Als kleiner Junge wächst Bonsai auf einem Bauernhof auf und ist dort stets eingebunden. So entwickelt er schon in jungen Jahren großes Fernweh und macht 1980 schließlich seinen Motorradführerschein - auf einer R 45. Ein BMW Motorrad Fan ist Bonsai aber nicht von Tag eins. Als Teenager findet er: “BMW ist was für alte Herren”. Das ändert sich schlagartig, als sein Bruder, der damals eine Ausbildung bei BMW macht, eines der Vorführmotorräder zum Probefahren mit nach Hause bringt. Skeptisch rollt Bonsai mit der R 80 G/S vom Hof - und kehrt drei Stunden später total geflasht zurück. Begeistert von der Funktionalität des Modells, begibt er sich wenig später auf seine erste Reise nach Tunesien.
Nach der ersten Reise mit einer GS folgt kurz darauf die nächste und dann die nächste. Bonsai reist unter anderem durch Algerien, Island, Lybien, Kasachstan, Sibirien, Marokko und viele weitere Länder. Im Laufe der Jahre besitzt er neun verschiedene GS-Modelle und bringt damit zusammengerechnet unglaubliche 2.329.000 km auf den Tacho.
100 Jahre BMW Motorrad
Seit 100 Jahren bauen wir Motorräder. Doch die Geschichten, die durch das Fahren erlebt werden, die schreibt Ihr. Deswegen geht es hier um Dich und Deine persönliche BMW Motorrad Story. Mit den Hashtags UnsereGeschichteDeineStory kannst auch Du Deine Story mit uns teilen. Erzähle uns in Deinem Beitrag, wie Du zu unserer Marke gekommen bist, oder welches Erlebnis Du mit Deinem BMW Motorrad verbindest.
BMW Werk in Berlin: 50-jähriges Jubiläum
Chef im großen Berliner BMW-Werk (2300 Leute) ist der Kladower Helmut Schramm. Seine Geburtstagswünsche zum 50-jährigen Bestehen des Werks richtete er jetzt im Tagesspiegel aus, voll auf die Zwölf wie einst Bud Spencer: „Die Anbindung von Spandau und Siemensstadt an den neuen Flughafen ist essenziell.
Wir planen einen Besucher-Hot-Spot auf der Straßenseite für Fans und Kunden, die ihr neues Motorrad abholen wollen. Denken Sie an die vielen denkmalgeschützten Gebäude in unserem Werk. Wir feiern gerade 50 Jahre Motorradproduktion im Werk. Warum sollte man nicht mit der Historie des Ortes umgehen? Wir wollen uns der Stadt und den Kunden mehr öffnen und die Geschichte von BMW erlebbarer machen.“
Besuchen Sie die BMW Welt und das BMW Museum
Besuchen Sie die BMW Welt und das BMW Museum in München - eine perfekte Kombination aus zukunftsweisender Architektur, beeindruckenden Fahrzeugen und faszinierender Historie. Hier haben Sie die Chance, aktuelle Modelle der Marken BMW, MINI, Rolls-Royce und BMW Motorrad aus nächster Nähe zu erkunden und mehr über die Geschichte dieses renommierten Unternehmens zu erfahren.
Die BMW Welt bietet Ihnen mehr als nur Fahrzeuge. Sie ist ein Erlebniszentrum, in dem Sie nicht nur die neuesten Modelle bestaunen, sondern auch tief in die Visionen der Zukunft eintauchen können. Besucher dürfen sich zudem auf ein erstklassiges gastronomisches Angebot freuen, das vom schnellen Snack bis hin zu feinen Restaurants alles bietet.
Direkt neben der BMW Welt finden Sie das BMW Museum, das auf 5.000 Quadratmetern die 100-jährige Geschichte des Unternehmens anschaulich darstellt. Historische Autos, Motorräder und Motoren zeigen, wie sich BMW über die Jahre hinweg entwickelt hat.
Anfahrt:
- Vom Münchener Hauptbahnhof nehmen Sie die U2 Richtung Feldmoching bis zur Station Scheidplatz. Dort steigen Sie in die U3 Richtung Moosach um und fahren bis zur Haltestelle Olympiazentrum.
- Vom Hauptbahnhof aus die U2 Richtung Feldmoching bis zur Station Scheidplatz.
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