Die Wahl der richtigen Motorradbekleidung ist entscheidend, um auf der Straße gut geschützt und komfortabel unterwegs zu sein. BMW Motorrad bietet eine vielfältige Kollektion, die sowohl auf lange Distanzen als auch für kurze Fahrten in der Stadt geeignet ist. In diesem Testbericht werden verschiedene Modelle von BMW Motorrad Lederjacken hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Eignung für unterschiedliche Fahrbedingungen untersucht.
Sicherheit geht vor: Schutzkleidung für kurze Strecken
Viele Motorradfahrer nutzen ihr Bike als praktisches Fortbewegungsmittel im Alltag, sei es für den Weg zur Arbeit oder einen kurzen Ausflug zur Eisdiele. Auch auf kurzen Strecken ist es wichtig, nicht auf entsprechende Schutzkleidung zu verzichten. Gerade im Stadtverkehr lauern viele Gefahren, und wer bei einem Unfall ungeschützt ist, riskiert seine Gesundheit. BMW bietet eine Kollektion, die sich kaum noch von normaler Straßenkleidung unterscheidet und somit ideal für den täglichen Gebrauch ist.
Es ist keine Pflicht, aber durchaus schlau, sich auch auf der Kurzstrecke auf dem Motorrad mit entsprechender Kleidung zu schützen. Nun will aber nicht jeder Motorradfahrer pro Ritt die maximale Fahrstrecke absolvieren. Manchem dient das Bike auch einfach als Ersatz fürs Auto oder als Alternative zum ÖPNV, um schnell an seinen Arbeitsplatz zu kommen. Andere schnippen kurz zur Eisdiele, um sich zu erfrischen und einen Plausch zu machen.
Insofern ist es - und der Autor spricht hier aus eigener schmerzhafter Erfahrung - ein eherner Grundsatz, auch auf der kleinsten Strecke, die man mit dem Motorrad zurücklegt, Schutzausrüstung anzulegen.
Die "Raceflow" Jacke: Sportlich und luftdurchlässig für den Sommer
Für sommerliche Ausritte empfiehlt sich die "Raceflow" Jacke, eine sportliche Herren-Textiljacke. Dank ihres Mesh-Gewebes an der Vorderseite und den offenen Materialeinsätzen an Armen und Rücken ist sie super luftdurchlässig. Für die Sicherheit sorgen Protektoren an Schulter und Ellenbogen sowie doppelte Materialschichten an sturzgefährdeten Stellen. Der NPL-Rückenprotektor sollte selbst nachgerüstet werden.
Für den Tragekomfort sorgen dehnbare Gummieinsätze oberhalb der Ellenbogen und am Rücken unterhalb der Schultern. Ein echtes Highlight ist der weiche Saum am kurzen Stehkragen, der dafür sorgt, dass an Hals und Nacken nichts scheuert. Der Jackenbund lässt sich mithilfe zweier Druckknöpfe in die jeweilige Passform des Bauchumfangs bringen.
Insgesamt sorgen zwei Einschubtaschen innen und zwei außen - allesamt mit Reißverschluss - dafür, dass Fahrzeugschein, Portemonnaie und Schlüssel sicher verwahrt sind. Die Jacke hat natürlich einen 40 Zentimeter langen Reißverschluss, der eine feste Verbindung zwischen Hose und Jacke garantiert. Die Passform ist ein großes Plus aller bisher getesteten BMW-Klamotten. Wer hier die Alltagskonfektionsgröße bestellt, kann ziemlich sicher sein, dass die sich locker eins zu eins auf die Motorradsachen ummünzen lassen.
Allerdings gibt es auch einen kleinen Kritikpunkt: Die weißen Einsätze der Jacke lassen sich nach dem Fliegenfang eines flotten Ritts nicht ganz so einfach reinigen. Hier empfiehlt sich, die Stellen sofort nach der Fahrt mit einem weichen Schwamm und einem sanften Reiniger zu säubern.
Motorradjeans im Vergleich: "Waterproof" vs. "Fivepocket"
Bei den Motorradjeans stehen zwei Modelle im Fokus: die "Waterproof" und die "Fivepocket". Die "Waterproof" Jeans ist, wie der Name schon sagt, wasserdicht. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine normale Five-Pocket-Jeans, aber das Wasser perlt einfach an dem Material ab. Dafür sorgen ein abriebfester Mix aus Baumwolle, Polyester und Cordura sowie eine entsprechende Beschichtung.
Allerdings hat diese Hightech-Jeans auch einen Nachteil: So wie sie das Wasser nicht hineinlässt, lässt sie es auch nicht hinaus. Wer also bei großer Hitze nicht im eigenen Hosenbeinsaft kochen möchte, sollte zur "Fivepocket" greifen. Diese ist nicht nur preiswerter, sondern bietet dank abriebfestem Material und NPL-Protektoren an Knie und Hüfte auch die nötigen Schutzwerte. Zudem ist der Codura-Stoff nicht in der gesamten Hose vernäht, wodurch sie luftdurchlässiger ist.
Erstaunlicherweise hat auch die "Fivepocket" bei einem Test nichts durchgelassen, obwohl BMW hier nicht mit einem wasserdichten Material wirbt. Einen kurzen Schauer übersteht man hier auf jeden Fall trockenen Beines.
Sneaker für die Kurzstrecke: Die "Ride" von BMW
Für kurze Strecken in der Stadt oder zum Eiscafe sind die Sneaker "Ride" von BMW eine gute Wahl. Sie erfüllen die Sicherheitsanforderungen an Motorradschuhe und bieten gleichzeitig ein angenehmes Laufgefühl. Für Sicherheit sorgen innenliegende Verstärkungen an der Ferse und eine entsprechende Zehenkappe sowie zusätzliche Knöchelprotektoren. Am linken Schuh gibt es einen zusätzlichen Schalthebelschutz.
Für den Komfort sorgt im Innenschuh Mash, das die Feuchtigkeit absorbiert und die Luft, die durch das offenporige Rindsleder gelangt, auch an den Fuß lässt. Wer sich über die Schnürung des Schuhs einmal die passende Weite zurechtgezogen hat, der braucht für den Ein- und Ausstieg in Zukunft nur noch den Reißverschluss an der Innenseite zu benutzen.
Die Sohle ist ordentlich profiliert, so dass die Füße nicht von den Rasten rutschen und auch beim Halten sorgt die Gummi-Laufsohle für einen sicheren und rutschfreien Stand. Das Laufgefühl ist nicht ganz so smooth wie bei einem normalen Sneaker, aber ganz dicht dran.
Der "Race" Helm: Universell einsetzbar für sportliche Fahrer
Für sportliche Fahrer, die in der Stadt oder zur Eisdiele unterwegs sind, ist der "Race" Helm von BMW eine gute Wahl. Der Helm ist universell einsetzbar und überzeugt sowohl auf dem Rundkurs als auch im Alltag. Aus einer GFK-Carbon-Mischung gegossen, ist er superleicht und bietet mit seinem großen Visier ein erstklassiges Blickfeld zur Seite. Er kann locker 300 km/h ab, ohne dem Fahrer den Kopf abzureißen.
Hinzu kommt, dass der "Race" ausgezeichnet belüftet ist. Wer die Lüftungsklappen auf der Oberseite des Helms öffnet, hat bei entsprechendem Fahrtwind das Gefühl, dass ihm in zwei Kanälen der Scheitel gezogen wird. Auch die Kinnbelüftung verrichtet einen guten Job. Wie fast alle Rennhelme verzichtet der "Race" auf eine integrierte Sonnenblende. Hier empfiehlt sich für Sommerfahrten der Zukauf eines getönten Visiers.
Ebenfalls eine Zugabe für die Rennstrecke ist der Visierverriegelungsknopf. Der soll verhindern, dass sich die Scheibe bei Höchstgeschwindigkeiten selbständig macht. Hilfreich ist dabei auch der vergrößerte Nackenausschnitt, denn selbst wer nicht auf einem echten Joghurtbecher unterwegs ist, muss sich bei diesen Geschwindigkeiten weit nach vorne lehnen.
Der Helm wird mit einem Doppel-D-Verschluss unter dem Kinn arretiert und ist für einen Rennhelm erstaunlich leise. Optisch, mit getöntem Visier und technisch mit allen vorher genannten Features ist er einfach "geil".
Die "SanDiego" Jacke: Retro-Stil für den Alltag
Die „SanDiego“ Jacke im Retro-Stil ist ein Hingucker, aber ihre Funktionalität ist begrenzt. Sie eignet sich hauptsächlich für Tagesausflüge bei warmem Wetter. Anders als vor diesen Hintergründen ist es schwer zu verstehen, wieso BMW eine Jacke aus gewachster Baumwolle mit Lederverstärkungen für 490 Euro anbietet, die im Motorradschrank eher Zweit- bis Drittjacke sein dürfte. Die Wärmedämmung der Jacke entspricht der einer Sommer-Lederjacke.
Selbst bei kurzen Regengüssen sickert Wasser durch, trotz Wachs eher mehr als bei Leder. Die Abriebfestigkeit von Baumwolle liegt unter der von jenen Nylonarten, aus denen Textilkombis bestehen, und selbst die sind bei Stürzen im Trockenen praktisch sofort durchgerieben.
Für den Motorradeinsatz gibt es leichte Unterarm- und Schulterprotektoren plus eine Tasche für einen Rückenprotektor. Die beim Sturz am stärksten beanspruchten Zonen an Ellbogen und Schultern bestehen aus einem weich gegerbten Leder, das sich sehr angenehm trägt. Ein Reißverschluss verbindet die Jacke bei Bedarf mit einer Motorradhose, damit sie sich beim Sturz nicht hochschiebt und das lebende Rückenleder darunter dem Asphalt freigibt.
Weitere Aspekte bei der Wahl der richtigen Lederjacke
Beim Kauf einer Retro-Motorradlederjacke sollte man nicht nur auf die Optik achten, sondern auch auf die Sicherheitsmerkmale. Alle Testteilnehmer sollten über integrierte Gelenkprotektoren für zusätzlichen Aufprallschutz verfügen und gemäß der in Europa geltenden Norm EN 17092 als Motorrad-Schutzkleidung zertifiziert sein. Reißverschlüsse sollten mit Leder hinterlegt sein, und Sicherheitsnähte sollten aus reißfestem Garn bestehen und doppelt oder dreifach ausgeführt sein.
Die Passform und der Tragekomfort sind ebenfalls wichtige Kriterien. Wesentlich ist hier die Bewertung von Schnitt, Anpassungsmöglichkeiten an den eigenen Körperbau, Bewegungsfreiheit und etwaige Druck- und Scheuerstellen, aber auch Gewicht und Bedienbarkeit fließen hier mit ein.
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