Niemals zuvor hat es in der Geschichte der BMW-Zweiräder einen dermaßen radikalen Schnitt gegeben wie 1983, als BMW die K100-Serie vorstellte. Dieses Motorrad war seiner Zeit so weit voraus, dass auch heute, mehr als 30 Jahre später, niemand einen “Youngtimer” beim Anblick einer K100RS vermutet. Zur Zeit erleben wir einen starken Zulauf an neuen Forums-Usern, worüber wir uns sehr freuen. Zeigt es uns doch, dass die Attraktivität des Youngtimers K ungebrochen ist.
K 100 und K 75 - diese Kürzel stehen für die Geburt des ersten längs liegenden Motorradmotors von BMW. Dies ist die Geschichte der liebevoll als "Fliegender Ziegelstein" titulierten Motorradreihe, die auch heute noch einen ausgezeichneten Ruf genießt und deren Freundeskreis sich stetig vergrößert. Vom Jahr 1983 bis zur heute noch letzten Überlebenden, der Tourenmaschine K 1200 LT, wird die K-Typologie ausführlich dargestellt.
Die Anfänge der K-Baureihe
1983 legte BMW mit der K-Baureihe seine ersten Vierzylindermodelle auf. Kernstück dieser Modellreihe war das „Compact Drive System“ mit dem längs und liegend eingebauten Motor.
- K 100 Plus Verkleidung ergibt K 100 RS/K 100 RT
- Luxus heißt bei BMW: K 100 LT
- Nacktheit fand keine Akzeptanz: K 100/2
- Abenteuer ABS - weltweite Premiere in der K 100
Die K 75 Generation
- Vier minus eins ergibt: K 75
- Premiere mit drei Zylindern: K 75 S und K 75 C
- Dreizylinder pur: K 75
- Reisen mit drei Zylindern: K 75 RT
Innovationen und Weiterentwicklungen
Etliche neue Modelle und technische Innovationen sorgen bei BMW Motorrad für Wachstum: die neue K-Baureihe geht jetzt mit einem quer eingebauten Motor an den Start; und die neu entwickelte F-Modellreihe befeuert das Segment der Mittelklasse-Maschinen.
Gut zwei Jahrzehnte später, zur Intermot 2004, präsentierte BMW mit der K 1200 S seinen ersten quer eingebauten Vierzylindermotor. 167 PS (123 kW) sind ein Vorstoß in eine neue Leistungsdimension für BMW Motorrad. Das geringe Gewicht von 81,3 kg des um 55 Grad nach vorne geneigten Motors (inklusive Kupplung und Getriebe) lässt aufhorchen.
Nach erfolgreicher Markteinführung der K 1200 S folgt 2005 mit der K 1200 R das bis dahin stärkste „Naked Bike“ der Welt, das auch das Basismodell für den BMW PowerCup ist. Als Ergänzung der K-Baureihe zwischen K 1200 LT und K 1200 RS ist die K 1200 GT ein Motorrad für Fahrer, die maximale Agilität und Dynamik mit hoher Reisetauglichkeit verknüpfen wollen.
Die zweite K-Generation
- BMW Meilenstein der jüngsten Zeit: K 1 - Vorbote einer neuen Technik
- K 100 RS 16V - K 1 Technik moderat verpackt
- K 1100 LT - die Tourenmaschine vom Feinsten
- K 1100 RS - mehr Hubraum, mehr Drehmoment und mehr Verkleidung
- K 1200 - Hubraummaximierung des Vierzylinders: K 1200 RS - Ablösung der K 1100 RS
- K 1200 GT - Schattendasein zwischen LT und RS
- K 1200 LT - die Krönung des Tourenmotorrads
Meilensteine in der BMW Motorrad Geschichte
BMW Motorrad hat im Laufe der Jahre zahlreiche Meilensteine gesetzt, die die Entwicklung der Motorradtechnik maßgeblich beeinflusst haben:
- 1923: Auf der Berliner Automobilausstellung fällt der Startschuss für den Bau von BMW Motorrädern: Die R 32 ist das erste Motorrad der Bayerischen Motoren Werke, entwickelt von Max Friz.
- 1950: Gemeinsamer Ölkreislauf für beide Zylinder, schräg montierte Vergaser und verrippte Ventildeckel für BMW R 51/2.
- 1955: Neues Dreiwellengetriebe und Kardanwelle mit nunmehr vorn angeordnetem Kreuzgelenk.
- 1969: Gleichdruck-Vergaser und E-Starter für BMW R 75/5. Neukonstruktion des Boxers für die Baureihe /5 mit unterhalb von Kurbelwelle und Zylinder platzierter Nockenwelle und Stößelstangen. Comeback der Teleskopgabel.
- 1973: Die R 90 ist das weltweit erste Großserienmotorrad mit lenkerfest montierter Verkleidung.
- 1988: Einführung von Vierventil-Technik, DOHC-Zylinderkopf und der weltweit ersten digitalen Motorelektronik für Motorräder im Vierzylinder-Motor.
- 1993: Einführung des Vierventil-Boxers mit Saugrohr-Einspritzung und Dreiwege-Katalysator.
- 2004: In der BMW K 1200 S debütiert der neue, nun quer eingebaute Vierzylinder.
- 2007: Die BMW HP 2 Sport ist bis dato stärkster Serien-Boxer mit 133 PS.
- 2009: Der kurzhubige Vierzylinder-Motor der BMW S 1000 RR leistet 193 PS.
- 2012: Die jüngste Generation des BMW Boxer-Motors erhält eine Luft-/Flüssigkeitskühlung. Das Getriebe ist jetzt in den Motorblock integriert.
Die Vielfalt der BMW Motorrad Modelle
BMW Motorrad bietet eine breite Palette an Modellen für unterschiedliche Bedürfnisse und Fahrstile:
- Enduro: Mit den Modellen F 650 GS und F 650 Dakar überträgt BMW im Jahr 2000 das Endurokonzept erfolgreich auf die Einzylindermodelle. Die beiden Siege von Richard Sainct bei der Rallye Paris Dakar in den Jahren 1999 und 2000 sorgen für zusätzliche mediale Begleitung. Die Nachfolgerin der F 650 orientiert sich optisch an ihrer großen Schwester, der R 1150 GS, und ist als erstes Einzylindermotorrad mit einer digitalen Motorelektronik und geregeltem Katalysator ausgestattet. Die Einzylinder-Baureihe von BMW wird 2006 um die G 650 X-Modelle erweitert.
- Street Carver: Mit der F 650 CS legt BMW 2002 einen „Street Carver“ auf, bei dem erstmals bei einer BMW das Hinterrad per Zahnriemen angetrieben wird. Die F 650 CS überzeugt mit Einarmschwinge, Zahnriemenantrieb und neuartigem Staufachkonzept.
- Reise-Enduro: Mit der Einführung der neuen R 1200 GS im Oktober 2003 führt BMW Motorrad die damals fast 30-jährige Erfolgsgeschichte der GS in eine neue Ära. Mit einem deutlich dynamischeren Motor mit fast 15 PS mehr aber über 30 Kilogramm Gewichtsersparnis setzt diese GS einen Meilenstein im Segment der beliebten Reise-Enduros. Sie führt die neue Boxer-Baureihe erfolgreich ein, wird 2005 mit der Vorstellung der R 1200 GS Adventure erweitert und setzt sich schnell an die Spitze der Verkaufscharts.
- Superbike: 2009 beginnt mit dem neuentwickelten Supersportler S 1000 RR eine neue Ära und BMW Motorrad tritt in Kooperation mit dem Partner Alpha Racing in der Superbike-Weltmeisterschaft an. Racing Power, Alu-Chassis, radiale Bremsen, Tail-up-Nose-down Design und die derzeit ultimative Kombination elektronischer Fahrassistenzsysteme bilden ein Superbike ohne Wenn und Aber. Auch als Serienmodell überzeugt die S 1000 RR mit ihren Rennsport-Genen. Das Superbike des Jahrtausends: die S 1000 RR.
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