Speziell für Motorradfahrer gibt es bereits seit einiger Zeit verschiedene Hersteller und Variationen von Kühlwesten auf dem Markt. Diese Westen versprechen Abkühlung an heißen Tagen und können das Fahrerlebnis deutlich angenehmer gestalten.
Funktionsweise und Typen von Kühlwesten
Grob gesagt, gibt es zwei verschiedene Westentypen. Die meist etwas preisgünstigeren Varianten funktionieren über das Verdunstungsprinzip. Natürlich gibt es auch noch andere Hersteller wie z.B. Alpinestars etc.
BMW Kühlweste Cool Down
Die originale BMW Kühlweste Cool Down nutzt das Verdunstungsprinzip für eine revolutionäre Textil-Kühltechnik und wird mit folgenden Argumenten beworben:
Wird die Weste mit Wasser befeuchtet, nimmt das HyperKewl-System die Feuchtigkeit auf und speichert sie bis zu acht Stunden - für einen Kühleffekt von -6°C bis -12°C gegenüber der Außentemperatur. Im Prinzip kann man sich das so vorstellen (wie hier im Bild dargestellt). Vorne und hinten befindet sich eine Schürze (hier hellgrau dargestellt (innen blau)). Die saugen sich mit Wasser voll und sorgen für den Kühleffekt. Sie ist verbunden, so dass man sie als Weste tragen kann, vorne mit Reisverschluss.
Btw. die Weste sollte nicht zu eng anliegen (denn es soll ja auch bequem sein) und ist auch nicht nötig. Man kann die Kühlweste unter den Wasserhahn halten und oder in ein Wasserbad einlegen. Im Anschluss daran sollte man sie etwas auswringen oder das Wasser etwas abstreifen. Das ist nicht ganz so einfach, denn das Mesh Gewebe ist nicht saugend und tropft leicht nach am Anfang. Laut Hersteller bleibt man trocken. Meine Erfahrungen sind: Man wird nass, auch wenn ich die Weste gut (aber vielleicht nicht sehr gut) auswringe und sollte vielleicht eher als feucht definiert werden.
Ein erster Test (nach dem ich mich auf die "Trockenheit" verlassen habe war, dass ich ein Baumwoll T-Shirt drunter trug, welches dann eben doch feucht wurde. Funktions-T-Shirt ist hier natürlich besser geeignet, aber feucht wurde es allemal. Hose lief.
Einsatz und Erfahrungen
Zunächst einmal sollte man sich vor Augen halten, warum man sich evtl. eine solche Weste anschafft und wann man sie trägt. Wenn man bei höheren Temperaturen Moped fährt und sich einen kühlenden Effekt davon erhofft, schwitzt man in/unter seiner Bekleidung mehr oder weniger - sprich, man wird/ist sowieso immer feucht durch Schweiß. Die Frage ist dann, ob die Weste die Feuchtigkeit besser abgibt oder nicht, denn diese Feuchte der Weste ist tatsächlich angenehmer, als die "Schweißfeuchte". durch die Kühlweste und es ist angenehmer für mich.
Um die beste langanhaltende Kühlung zu bekommen, die mir die Weste bietet, sollte die Jacke trocken nach außen bleibt. Die Hersteller sprechen hier von Kühleffekten von max. bis zu 12-15 Grad unterhalb der Umgebungstemperatur. eher auf der "von bis zu" Aussage (messen kann ich es natürlich nicht, glaube aber schon 10 Grad Unterschied erfühlen zu können).
Es gibt verschiedene Faktoren, welche den Verdunstungseffekt und/oder Kühleffekt begünstigen oder etwa behindern können. Das Ergebnis wäre anders, wenn man vollkommen nackt im Wind fahren würde. Dem ist in der Realität aber normalerweise nicht so. Tex oder Leder obendrüber. Dann hat man vielleicht noch ein Windschild vornedran und/oder fährt auch nicht so schnell. desto besser ist der Effekt.
Zu mir persönlich wäre zu sagen, ich hatte ein Funktionsshirt an, meine KLIM Badlands Goretex Jacke (alle Lufteinlässe voll geöffnet) über und ein Windschild vornedran. her meist im moderaten Bereich gefahren (bis 100km) auf Landstraßen. Ich empfand die permanente Feuchte der Weste als sehr angenehm. angenehm.
Laut Hersteller soll die Weste bis zum 8h Kühlen. Kühleffekt wieder zu verstärken, da die Weste schon einiges verdunstet hatte. Auch kam es mir vor als schwitze ich nicht so stark wie sonst. Das kann man etwas schwer beurteilen, da man ja immer etwas feucht ist. auseinanderhalten. Sie ist sehr empfindlich was höhere Temperaturen und/oder sich "einen Zug holen" angeht. Und meinte abschließend auch, ohne die Weste bei den Temperaturen hätte sie wohl nicht so lange durchgehalten.
Pflege und Handhabung
Zu Beginn riecht die Weste ggf. noch etwas nach "neuer Produktion". für Bakterien werden kann. Laut Hersteller sollte die Weste hier nur per Handwäsche und maximal 30 Grad gewaschen werden. hin. Einmal um den Produktionsgeruch heraus zu bekommen und einmal nun nach dem mehrtägigen Einsatz. Das funktioniert bestens. wir sie allerdings bereits gut mit Wasser gesättigt.
Trocknen aufgehängt. Es kann etwas länger dauern, je nach Umgebungsfeuchte und Temperatur, bis das Wasser aus den Westen komplett verdunstet ist. Wie bereits erwähnt, darf man natürlich nicht zu viel erwarten und die Weste entspricht definitiv nicht dem Effekt einer Klimaanlage im Auto. als die Umgebungstemperatur wohl eher theoretischer Natur und unter Laborbedingungen (wie allzu oft bei solchen Aussagen) zu erzielen.
Fazit
Die Kühlweste erweist sich als nützlich und es sich angenehmer für mich Reisen lässt. Aus diesem Grunde würde ich mir auch wieder eine solche Weste kaufen. Andere Hersteller müssen aber auch nicht unbedingt schlechter sein. Abseits des Motoradfahrens, kann einem die Weste u.U. Ich würde mich natürlich freuen, wenn hier vielleicht auch noch zu anderen Westen ganz gute Berichte reinkommen.
Weitere Meinungen und Erfahrungen
Viele Motorradfahrer haben ihre Erfahrungen mit Kühlwesten geteilt. Hier einige Auszüge:
- "Funktioniert unter meiner Sommerkombi gut. Wenn Du dir die Zeit nimmst und gut kontrollierst ob die Oberfläche abgetrocknet ist wird die Kombi auch nicht nass."
- "Ich bin diverse Male bei >35 Grad gefahren und empfand es tatsächlich wie um die 25 Grad, also eigentlich perfekte Temperaturen zum Motorrad fahren."
- "Die Weste ist für mich quasi wie ein AirFlow im Kleinformat, lässt sich gut transportieren und bei Bedarf jederzeit an- oder ausziehen."
- "Ich hab die von BMW. Machste nass, wringst sie zärtlich aus und hast dann ein paar Stunden eine erfrischende Kühle."
Alternativen und Ergänzungen
Neben den Kühlwesten, die auf Verdunstung basieren, gibt es auch elektrische Klimawesten, die eine einstellbare Temperatur bieten. Diese sind jedoch meist teurer und benötigen eine Stromquelle.
Klimawesten im Vergleich
Einige Hersteller bieten Klimawesten mit Kühl- und Heizfunktion an, wie z.B.:
- Chill Ride Klimaweste: Eine aktiv thermoregulierte Weste mit Kühlkanälen, die per Fernbedienung gesteuert wird.
- Rukka M°Clima Kühl- und Heizweste: Eine Weste mit Lüfter für Kühlung und Wärmeplatten für Heizung, die ans Bordnetz angeschlossen wird.
- Workman Iceman Water Cooling Suit: Eine Kühlweste mit Wasserschlauch und Pumpe, betrieben durch einen Akku.
Kühlwesten Vergleich 2025
Hier ist ein Überblick über einige der besten Kühlwesten für Motorräder im Jahr 2025:
| Modell | Kühlung | Merkmale | Vorteile |
|---|---|---|---|
| Macna Cooling Evo Weste | Sehr gute Kühlleistung | Atmungsaktiv, elastisch | 500 ml Wassertank, viele Größen |
| E.Cooline Powercool SX3 RaceWeste | Gute Kühlung | Nierenschutz, waschbar, antibakteriell | Smarte Fasern, 3D-Kühltechnologie |
| Macna Cooling Vest Hybrid | Sehr gute Kühlleistung | Optional mit Kühlpacks nutzbar | Viele Größen, kühlt bis zu 8 Stunden |
| Shima Hydrocool Vest | Sehr gute Kühlung | Elastisch | Gute Kühlleistung, viele Größen |
| HPXfresh HXF-VE | Sehr gute Kühlung | Mit Nierenschutz, wiederverwendbar | Kühlung bis zu 20 Stunden |
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