Aktuelle Lieferzeiten bei BMW Motorrad und anderen Herstellern

Je gefragter neue Maschinen bei ihrer Markteinführung sind, desto länger müssen Käufer auf sie warten. Doch damit gehen die einzelnen Hersteller ganz unterschiedlich um, wie ein positives und ein negatives Beispiel zeigen. Was kann der Kunde tun, wenn das Wunsch-Bike einfach nicht kommt?

Fallbeispiel KTM: Lange Wartezeiten und mangelnde Information

Mit dem Schicksal, unerwartet Opfer unsäglich langer Lieferzeiten zu sein, ist Elvira Idt keineswegs allein. Etliche andere Neukäufer berichteten MOTORRAD gegenüber von ähnlichen Erfahrungen.

Mitte letzten Jahres hat Elvira Idt die KTM 1290 Super Duke bestellt. Mitte letzten Jahres die Neumaschine bestellt, in diesem Jahr im Sommer immer noch keine bekommen - „wenn ich meine alte Buell XB12 nicht noch behalten hätte, wäre mein geplanter Sommerurlaub zu diesem Zeitpunkt schon beim Teufel ­gewesen“, schilderte sie später MOTORRAD.

Auch Elvira Idt aus Hessen hat ihr „Beast“ im Juli 2014 dann doch noch bekommen. KTM hat seinen Produktionsrückstand mit der Super Duke zwischenzeitlich auf­geholt.

„Wir hörten nur: leider ausverkauft". Erst gegen Zusicherung absoluter Anonymität ( „Ich habe schon erlebt, dass einem Kollegen aufgrund seiner Kritik am Hersteller der Händlervertrag von einem auf den anderen Tag entzogen wurde“) war einer (ein anderer als der Händler von Elvira Idt) bereit zu reden. Nennen wir ihn der Einfachheit halber Hans Huber.

Händler ­Huber sieht sich als Prellbock und zwischen allen Fronten. Und er kritisiert massiv die nicht vorhandene Informationspolitik von KTM: „Wenn ich vom Hersteller oder Importeur was wissen will, dann muss ich in die sozialen Netzwerke schauen. Auf offi­ziellem Weg erfährt man selbst als Händler gar nichts. Da wird nur gemauert. Von der Realität mit den Kunden haben die in Österreich doch keine Ahnung.“

KTM-Sprecher Thomas Kuttruf im Interview

Im Interview schildert KTM-Sprecher Thomas Kuttruf die Situation aus Sicht des Herstellers.

KTM wusste, dass die 1290 Super Duke R gute Chancen im Markt haben kann, aber mit einer derart gewaltigen Nachfrage haben auch wir nicht gerechnet. Was man wissen muss: Die Produktion unterliegt einer längerfristigen Planung (plus sechs Monate). Es ist unmöglich, kurzfristig Planmengen signifikant zu steigern. KTM hat aber im Sinne unserer Kundennähe die globale Supply Chain mobilisiert, um im Juni und Juli noch mal nachzuproduzieren.

Sicher kommt es bei Umplanungen auch immer wieder zu Engpässen auf der Zulieferseite. Von einem generellen Problem im Falle der 1290er kann aber nicht die Rede sein.

Es hat aufgrund von Engpässen auf der Zuliefererseite nach der Auf­stockung der Mengen eine Zeitverschie­bung in der Produktion gegeben. Die Verzögerung macht aber nur einen kleinen Teil des Vakuums aus. Hauptsächlich verantwortlich ist KTM in Bezug auf die langfristige Produktionsplanung.

Dennoch besteht ja in vielerlei Hinsicht immer eine gewisse Abhängigkeit. Durch Transparenz und langfristige Planung kann man schon viel Sicherheit in die Abläufe bringen, aber eine Garantie gibt es nicht. Wichtig ist auch, immer die gewünschte Qualität an den Kunden weiterzugeben. Unterm Strich ist KTM hier in einer guten Situation, da wir weltweit lokal gute Partnerschaften etabliert haben und auch mit vielen Premium-Zulieferern arbeiten.

Anpassungen sind schon möglich, aber die gesamten Ressourcen sind nun mal viel limitierter als etwa im Auto­geschäft. Was getan werden kann, wird getan, so wird zum Beispiel in Stoßzeiten auch samstags produziert. Was im Falle KTM auch zu bedenken ist: In Relation zur Jahresproduktion sind die Mengen pro Modell nicht sehr hoch - und jede Änderung am Produktionsplan hat auch immer sofort eine Auswirkung auf den verfügbaren Modellmix. Wir reagieren darauf mit Maßnahmen zur Kapazitätssteigerung. So werden am Standort Mattighofen aktuell Millionen Euro investiert, um in Zukunft mehr produzieren und noch kurzfristiger auf geänderte Nachfrage­situationen reagieren zu können.

Richtig ist, dass wir einen deutlichen Verzug bei der Auslieferung der 390 Duke des letzten Modelljahres hatten. Aktuell sind Wartezeiten, wenn vorhanden, stark länderspezifisch. Je nach Nachfrage und nationaler Planung bekommen eben manche Länder Bikes schneller als andere. Die Duke- und RC-Modelle müssen wir aktuell in über 80 Ländern verfügbar machen. Dass dann alle genau die richtige Zahl an Motorrädern am richtigen Tag im Laden haben, ist das Ziel, aber nicht immer realistisch.

Yamaha als positives Beispiel: Transparente Kommunikation

Dass es trotz ähnlicher Problematik auch anders geht, zeigt das Beispiel der Stuttgarter Moto Guzzi-Fahrerin Jutta Landmann. Weil sie mit ihrer weinroten, 49 PS starken Breva auf Tour nicht mehr mit den anderen Familienmitgliedern mithalten konnte, entschloss sie sich 2013 nach der Lektüre diverser Tests zum Kauf einer Yamaha MT-09: „Ich wollte unbedingt eine in Deep Armor“.

Schon beim Bestellen im Dezember warnte sie ihr Händler aber vor: „Er hat gleich gesagt, dass es Juni oder Juli werden könne. Oder noch später.“ Als Begründung nannte er, dass es im Moment einfach keine MT-09 aus Japan gäbe, weil das Moped schlicht ausverkauft sei.“

Für Jutta Landmann eine klare Aussage, mit der sie planen und sich zufriedengeben konnte. Im Juni, zum frühest möglichen vereinbarten Liefertermin, informierte sie ihr Händler und teilte ihr mit, dass der Dreizylinder keinesfalls vor August für sie ab­holbereit sei - aber diesen Termin, nämlich Mitte August, hielt er ein.

Während Elvira Idt nicht die einzige KTM-Fah­rerin ist, die ihrer neuen Marke nach den ersten Erfahrungen äußerst skeptisch gegenübersteht.MOTORRAD-Leser Andreas Bauer, der ebenfalls im Herbst 2013 eine KTM 1290 Super Duke R bestellt hatte, ist zwischenzeitlich mit seiner neuen Maschine glücklich. Er hatte im Mai die Schnauze voll, den KTM-Kaufvertrag storniert - und ein paar Tage später eine nagelneue Ducati vor der Tür stehen.

Yamaha Deutschland-Chef Jörg Breitenfeld im Interview

Wir waren von vornherein vom Erfolg der beiden Modelle MT-09 und MT-07 überzeugt, und entsprechend großzügig haben wir auch disponiert. Dennoch gab es aber weltweit eine gigantische Nachfrage, die zu Lieferengpässen geführt hat. Und sicher gab es auch im August noch den ein oder anderen, der noch auf sein Motorrad warten musste. Wir haben alle Register gezogen, um unseren Kunden und unseren Händlern zu helfen. Schließlich leben wir vom Motorradverkauf.

Manche Kunden haben leider schon bis zu mehreren Wochen auf ihr Fahrzeug warten müssen. Gerade bei Neueinführungen ist es anfangs oft so, dass man die Erstnachfrage nicht auf einmal bedienen kann, weil es gerade am Anfang eine Riesennachfragewelle gibt und die Produktion da nur bedingt nachkommt. Es kann halt pro Tag nur eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen gefertigt werden. Mit fortschreiten­der Produktion gleicht sich das dann immer mehr aus.

Da gibt es vielschichtige Pla­nungs­parameter, angefangen bei der Be­wer­­tung der konjunkturellen und po­litischen Lage (Beispiel Führerschein­novelle), über Trends in einzelnen Seg­menten bis hin zu den Ergebnissen aus der Marktforschung. Man muss auch das jeweilige Konkurrenzumfeld der einzelnen Modelle bedenken - extern wie intern. Und es gibt mittel- und langfristige Prognosen.

Das geht nicht, weil die Produk­tionsplanung für den weltweiten Be­darf ein äußert komplexes Thema mit sehr langen Vorlaufzeiten ist. Die vielen Zulieferer können nicht mal eben auf Zuruf 10 000 gerade benötigte Bauteile fertigen und liefern. Wenn also irgendetwas in der langen Lieferkette, aus welchem Grund auch immer falsch läuft, kann es zu Lieferproblemen kommen, die wir natürlich bedauern und die wir auch versuchen, durch andere Aktionen möglichst abzufedern.

BMW Motorrad: Durchschnittliche Lieferzeiten und Einflussfaktoren

Die durchschnittliche Lieferzeit liegt bei zirka einem Monat. Eine pauschale Aussage ist nicht möglich, da dies von sehr vielen Einflussfak­to­ren abhängt. Sind beispielsweise Lagerfahrzeuge in der gewünschten Konfiguration verfügbar, kann sich die Lieferzeit auf ein paar wenige Tage reduzieren. Die überproportionale Nachfrage nach einem Modell kann andererseits auch eine Verlängerung der Lieferzeit nach sich ziehen.

Wir unterscheiden zwischen Sonderausstattung (werksseitig verbaut) und Sonderzubehör (beim Händler verbaut). Die Montage von Sonderausstattungen ist in den regulären Montageprozess im Werk integriert, daher gibt es hier - außer im Falle unplanmäßiger Vorkommnisse - keine Beeinflussung der Lieferzeit. Was das Sonderzubehör betrifft, gibt es in Be­-zug auf die Lieferzeit ebenfalls keine Abhängigkeiten, da Sonderzubehör vor Ort beim Händler verbaut wird.

Für den Fall der Bestellung eines Neufahrzeugs heute, August 2014, gelten ungefähr folgende Liefertermine: R nineT: 2015, R 1200 GS: ein Monat, S 1000 R: Ende 2014.

Um der Saisonalität im Motorradgeschäft Rechnung zu tragen (insbesondere zum Saisonstart) sowie zum Start eines neuen Modells eine ausreichende Verfügbarkeit sicherzustellen, bedarf es einer gewissen Vorproduktion. Grundsätzlich verfahren wir aber nach dem Built-to-Order-Prinzip, welches eine hohe Flexibilität für den Kunden garantiert, da dieser bis zirka zwei Wochen vor Bau seines Fahrzeugs noch Änderungen in der Bestellung vornehmen kann.

BMW R 1300 GS: Innovation und Individualisierung

Markanter Designbruch mit der Tradition: die neue symmetrische Lichtikone. Fern- und Abblendlicht sind integriert in eine Projektoreinheit. Verdichtet auf maximale Fahrfreude. Deine R 1300 GS ist ein smart angeordnetes Gesamtpaket mit hoher Konzentration der Bauteile.

Die Linienführung betont die dynamische GS-Flyline - von der Vorderradabdeckung über Cockpit, Tank und Sitzbank bis hin zum Heck. Alles ist um Deine Bedürfnisse herum gebaut: next Level Fahrkomfort. Die neuartige Teleleverlagerung bietet ein ausgezeichnetes Handling. Die GS-Flyline mit extraflacher Tank-Sitzbanklinie sorgt für eine ganz neue Bewegungsfreiheit, leichtes Rangieren und eine entspannte Sitzhaltung.

Das Anfahren und Anhalten sind mit der automatischen Kupplungsbestätigung einfacher denn je. Der Automatisierte Schaltassistent hebt Dein Fahrgefühl mit präzisen Schaltvorgängen auf ein neues Level.

Der kraftvolle 145 PS Motor zusammen mit dem geringen Fahrzeuggewicht bietet Dir die Power, die Du brauchst. Den Charakter des Boxers der neuesten Generation spürst Du eindrucksvoll in jedem Drehzahlbereich.

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Die R 1300 GS ist die diesjährige Gewinnerin des „Alpen-Masters“! „Alpen-Masters“ ist ein Wettbewerb von MOTORRAD, der seit 2005 jährlich rund 20 Motorräder auf ihre Tauglichkeit in den Alpen testet. Maschinen verschiedener Klassen treten in praxisnahen Prüfungen gegeneinander an. Besonderes Augenmerk liegt auf Tests wie Vollbremsungen auf steilen Straßen, Beschleunigung in Kurven und Handling auf engstem Raum.

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Harley-Davidson: Sonderstatus bei CVO-Modellen

Die CVO-Modelle nehmen einen Sonderstatus ein: Wer da nicht innerhalb von zirka vier Wochen, nachdem es die ersten Fotos des neuen Modelljahrgangs gibt, bestellt, der bekommt in der Regel keine Maschine mehr. Diese von kleinen Teams aufgebauten Harleys sind weltweit so gefragt...

Tipps für Kunden bei Lieferverzögerungen

  • Kommunikation mit dem Händler: Fragen Sie regelmäßig nach dem aktuellen Stand Ihrer Bestellung.
  • Kontaktaufnahme mit dem Hersteller: Wenden Sie sich an die Kundenbetreuung des Herstellers, um Informationen zu erhalten.
  • Alternativen prüfen: Überlegen Sie, ob es alternative Modelle oder Händler gibt, die schneller liefern können.
  • Vertragsbedingungen prüfen: Informieren Sie sich über Ihre Rechte bei Lieferverzögerungen.

Zusammenfassung der Lieferzeiten (August 2014)

Modell Lieferzeit (ca.)
BMW R nineT 2015
BMW R 1200 GS 1 Monat
BMW S 1000 R Ende 2014

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