Das BMW Motorrad Logo, ein Symbol für Tradition und Innovation, ist weltweit bekannt. Weiß-Blau im Innenkreis, schwarz im Außenkreis und ergänzt mit den markanten drei Buchstaben BMW. Doch die Geschichte hinter diesem Emblem ist komplex und voller interessanter Wendungen. Zur Entstehung des Logos herrscht jedoch Uneinigkeit.
Der Propeller-Mythos
Laut der Propeller-Herkunftsgeschichte stellt das Logo einen laufenden Propeller vor dem Hintergrund eines blauen Himmels dar. Der erste bildliche Nachweis für diese Entstehungsgeschichte findet sich 1929 auf dem Titelblatt der BMW Flugmotoren-Nachrichten: Eine Zeichnung zeigt zwei auf den Betrachter zufliegende Flugzeuge. Die BMW Flugmotoren-Nachrichten sollten eigentlich Rat und Hilfe zum Einbau und Betrieb der BMW Flugzeugmotoren bieten.
Trotzdem haben sich die Autoren sehr stark auf die Entwicklungen und Erfolge der BMW Errungenschaften fokussiert, sodass die Nachrichten einen überwiegend werblichen Charakter hatten. Und dieser war auch notwendig im Zuge der Weltwirtschaftskrise. Die BMW-Logo Herkunft mit dem Flugzeugpropeller passte ebenfalls sehr gut in dieses „Marketing-Konzept“.
Auch wenn diese Herkunft von vielen Beiträgen und Berichten unterstützt wird (z.B. in der BMW Werkszeitschrift von 1942, in der der damalige Presse- und Werbeleiter Wilhelm Farrenkopf die Geschichte ausschmückt), wurde sie laut Dr. Florian Triebel, Referent Kommunikationsstrategie bei der BMW Group, höchstwahrscheinlich extra entwickelt, um die Flugmotoren werbewirksam zu vermarkten. Außerdem ist der erste Nachweis erst 12 Jahre nach der Anmeldung des Logos zu finden.
Die bayerischen Landesfarben und die Rapp Motorenwerke
Den Recherchen von Dr. Florian Triebel zufolge gibt es zahlreiche Quellen für die Landesfarben als Herkunft des BMW Logos sowie die Nachahmung des Logos des Vorgängerunternehmens - der Rapp Motorenwerke GmbH. Nimmt man die bayerischen Landesfarben als Basis für die Entwicklung des Logos, dann passt dies zu den grundsätzlichen Empfehlungen für Firmenzeichen: Das Logo sollte einen unmittelbaren Bezug innerhalb der Logo-Bestandteile zeigen, also zwischen Wort und Bild.
Mit der Übernahme des Unternehmens übernahm BMW auch den Geschäftszweck von Rapp, den Bau von Motoren aller Art, plante aber zugleich einen Ausbau des Produktsortiments. So sollten neben Flugzeugmotoren zukünftig auch Motoren für den Automobilbau, die Landwirtschaft und für Boote hergestellt werden. Mit der Übernahme der gesamten Unternehmenswerte von Rapp ist es sehr wahrscheinlich, dass sich BMW auch beim Logo das alte Unternehmen zum Vorbild nahm.
Ein Vergleich der beiden Logos zeigt das deutlich: Das Rapp-Logo besteht wie das BMW Logo aus dem Markenzeichen mit einer schwarzen Umrandung. Bei Rapp ist es der Pferdekopf (bzw. ein stilisierter Rappe), bei BMW die blau-weiße symmetrische Kreisaufteilung. Die Farbreihenfolge der Landesflagge wurde allerdings gewechselt, da Privatunternehmen die Nutzung dieser Hoheitszeichen im Firmenzeichen untersagt war.
Die ersten BMW Motorräder
1923 erblickte das erste Motorrad mit dem Schriftzug BMW auf dem Tank das Licht der Welt - und bis heute baut BMW Motorräder. Diese erste BMW hatte einen Vorläufer, die Helios, die mit seitengesteuertem Zweizylinder-Boxer 1920 bei der Bayerischen Flugzeug-Werke AG erschienen war, die zwei Jahre später mit der BMW AG fusionierte. Ihr 494-cm3-Motor war die Kopie des englischen Douglas-Motors von Flugzeugingenieur Max Friz und Werkstattmeister Martin Stolle. Intern hieß er M2B15. In der Helios lag die Kurbelwelle aber noch quer, die beiden Zylinder also parallel zur Fahrtrichtung.
Da der Versailler Vertrag von 1919 deutschen Firmen untersagte, Flugmotoren zu bauen, blieb man bei der neugegründeten BMW AG zunächst beim Zweirad. Max Friz konstruierte Ende 1922 in nur fünf Wochen ein Motorrad. Dabei übernahm er für den neuen Motor mit der Bezeichnung M2B33 das Bohrung-Hub-Verhältnis von je 68 mm des ursprünglichen M2B15, baute den Boxer jedoch längs ein, mit den Zylindern quer zur Fahrtrichtung.
Die seitlich in den Fahrtwind ragenden Zylinder wurden so besser gekühlt und bekamen gleich viel Luft ab. An diesem Prinzip hat sich bis heute in BMWs R-Baureihe nichts geändert. Die liegenden Zylinder bescherten der R 32 einen tiefen Schwerpunkt, was ihre Handlichkeit förderte. Mittels einer Zahnradkaskade wurde die Nockenwelle angetrieben, die wiederum die darüberliegende Zündung antrieb. Für eine kompakte Bauweise war das Dreiganggetriebe direkt angeflanscht, zudem konnte dadurch das Schwungrad mit der Trockenkupplung kombiniert werden. Ein Kardanantrieb reduzierte den Wartungsaufwand und ermöglichte eine lange Haltbarkeit. Mit der R 32 begann 1923 die Erfolgsgeschichte von BMW.
Max Fritz entwarf die Konstruktionszeichnung des Motorrads mit Boxermotor und Kardanantrieb in nur fünf Wochen. Dem Bauprinzip blieb BMW bei den R-Modellen bis heute treu. Die R 32 hatte einen Doppelschleifenrahmen aus Stahl, besaß einen starre Hinterradführung und vorn eine gezogene Kurzschwinge mit Blattfedern mit einem aufpreispflichtigen Reibungsdämpfer, der in seiner Wirkung eingestellt werden konnte.
Das erste BMW-Motorrad überzeugte auf Anhieb mit Komfort und vor allem durch Zuverlässigkeit - zur damaligen Zeit ein sehr überzeugendes Verkaufskriterium. Schon damals waren sportliche Erfolge die beste Werbung, weil aber die R 32 bei Rennen eher schlecht abschnitt, konstruierte der kurz zuvor eingestellte Rudolf Schleicher einen Aluminium-Zylinderkopf mit im 90-Grad-Winkel hängenden Ventilen. Die Kühlrippen lagen nun quer zur Zylinderachse, was die Kühlung verbesserte.
Schleicher taufte die R 32 mit modifiziertem Motor auf R 37 und trat selbst mit zwei weiteren Fahrern erfolgreich bei Rennen an. 1924 gewann die BMW R 37 die Deutsche Meisterschaft in der 500er-Klasse und ein Jahr später wurde sie in limitierter Auflage zum Kauf angeboten. Die R 37 leistete 22 PS, erreichte 115 km/h und war mit 2900 Mark zu dem Zeitpunkt das teuerste deutsche Serienmotorrad.
1926 wagte BMW das erste internationale Rennen und gewann prompt die International Six Days in England, obwohl die R 37 noch nicht einmal Geländereifen aufgezogen hatte. So gut die R 32 auch geraten war, BMW brauchte unbedingt ein günstiges Einsteigermotorrad als Volumenmodell, deshalb kam 1925 die R 39 mit einem stehenden 247-cm3-Einzylinder in einem Doppelschleifenrahmen auf den Markt.
Der Motor trug den Leichtmetall-Zylinderkopf der R 37 und leistete 6,5 PS. Mit 100 km/h war die R 39 sogar schneller als die R 32. Allerdings unterlag sie höherem Verschleiß und ihr Preis lag zu nah am Zweizylinder-Modell. Die R 42 basierte ab 1926 auf ihrer Vorgängerin R 32, produzierte aber nun zwölf PS aus dem gleichen Hubraum und hatte serienmäßig Zylinderdeckel und Zylinder mit längs angeordneten Kühlrippen. Geänderte Kolben verhalfen ihr zu mehr Laufruhe.
Ihr Doppelschleifenrahmen bekam im Vergleich zur R 32 eine leicht geänderte Führung der vorderen Rohre. Trotz Mehrleistung war sie nicht schneller als ihre Vorgängerin. Auch die R 42 gab es in einer sportlicheren Variante, der R 47. Sie unterschied sich unter anderem durch gusseiserne Zylinder und geänderte Vergaser. Mit 18 PS war sie zwar nicht schneller als die R 37, aber deutlich billiger, was den Verkauf ankurbelte. Deutlich kräftiger war hingegen die 28 PS starke Werks-Rennmaschine.
1928 erschienen gleich vier neue BMW-Modelle, die R 52 mit 486 cm3 und die Sport-Variante R 57 mit 494 cm3. Die eigentliche Sensation war aber die R 62 mit 745 cm3 und Seitenventilen und die R 63 mit 735 cm3 und obenliegenden Ventilen. Doch das genügte BMW noch nicht, sie wollten im Rennsport ganz nach oben.
Auf der Suche nach mehr Leistung wurde 1927 in eine R 57 ein vom Motor direkt angetriebener Kompressor eingebaut, der den Boxer auf 55 PS brachte. Ein Jahr später markierte die aufgeladene R 63 mit 75 PS einen neuen Zenit. Das Ergebnis waren vier Deutsche Meisterschaften in Folge bei den 500ern und eine bei den 750ern. Ernst Henne stellte 1929 mit der R 63 einen neuen Weltrekord von 216,75 km/h über eine Meile auf. Dazu benützte er die von Bäumen gesäumte Straße nach Ingolstadt, trug einen stromlinienförmigen Helm und hatte eine Art Heckflosse umgeschnallt.
Die Zeit zeichnete sich durch einen raschen Wechsel der Modelle aus, schon 1929 wurden R 11 und R 16 vorgestellt, die 1930 auf den Markt kamen. Die Motoren stammten zwar aus R 62 bzw. R 63, sie liefen nur mit größeren Vergasern, aber ihr Rahmen war komplett neu. Probleme mit gebrochenen Rahmen der Vorgängerinnen hatten BMW veranlasst, einen Rahmen aus gepresstem Stahlblech zu entwickeln. Er bestand aus zwei Schleifen mit Querverbindungen, trieb jedoch das Gewicht um gut zehn Kilogramm nach oben. Dennoch erwies sich die R 16 als überraschend erfolgreich im Rennsport.
Beide Modelle trugen zum ersten Mal bei BMW ihren Tank nicht mehr unter dem oberen Rahmenrohr, sie waren vielmehr zwischen den beiden Schleifen eingelassen, so dass die obere Hälfte herausragte.
Weitere Entwicklungen des BMW Logos
In seinen Grundzügen ist das heutige BMW-Logo seit über 100 Jahren bekannt, aber es hat sich auch in vielen Details verändert. Der transparente äußere Ring lässt das Logo viel aktiver mit seiner Umgebung interagieren, dennoch bleibt der Wiedererkennungswert hoch und es besteht niemals ein Zweifel daran, dass es sich um ein BMW-Logo handelt.
Das BMW Logo heute
Fester Bestandteil des neuen Logo-Designs sind auch die Logos der Submarken BMW i und BMW M. Als charakteristisches verbindendes Element bleibt seit über 100 Jahren das weiß-blaue Zentrum, dessen Look sich anders als häufig vermutet nicht von einem Flugzeug-Propeller ableitet: Die heute bekannteste Interpretation des Logo-Ursprungs wurde erst 12 Jahre später erstmals in einer Werbeanzeige gezeigt.
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