BMW Motorrad Navigator V Halterung im Test

BMW präsentiert das aktuellste Modell der hauseigenen Navigationssysteme, den Navigator V. Fünf Zoll misst der berührungsempfindliche Farbbildschirm des neuen Motorrad Navigator V. Die Bedienung kann vollständig über den Touchscreen erfolgen.

Design und Funktionalität

Noch einfacher, vor allem mit Handschuhen, soll es über die vier seitlichen Tasten der optional erhältlichen Motorradhalterung gehen. Die Halterung ermöglicht die Stromversorgung über das Bordnetz. Die vier seitlichen Tasten sollen die Bedienung mit Handschuhen erleichtern.

Das Navigationsgerät wird wahlweise mit vorinstallierten Kartendaten von Europa, Nordamerika oder ohne Karten angeboten. Wer sich für die Version mit vorinstallierten Karten entscheidet, erhält kostenlosen Zugriff auf Updates (Lifetime Map Updates). Die Kartenanzeige bietet Komfort-Features wie einen Fahrspurassistenten und 3D-Gebäudedarstellung in vielen Städten. Ein kompletter Reisecomputer ist ebenso integriert wie die Home-Funktion zur schnellen Routenberechnung nach Hause.

Die Speicherkapazität des Navigator V lässt sich über einen zusätzlichen SD-Kartensteckplatz auf bis zu 64 GB erweitern. Der Navigator V unterstützt den Datenaustausch mit Smartphones unter iOS und Android. Zusätzliche Services können auf diesem Weg über das Navigationsgerät genutzt werden. Neben Bluetooth steht auch der Standard USB, beispielsweise zum Übertragen von Routen zwischen PC und Navi, zur Verfügung.

Ergänzend zur Versorgung über das Bordnetz verfügt der Navigator V auch über einen Akku. Damit kann das Gerät auch bei Outdooraktivitäten verwendet werden.

Navigation und Bedienung

Die verbesserte Routenplanung erlaubt die Erstellung von langen Touren mit bis zu 3750 Punkten. Die Navigationsansagen können per Bluetooth an ein Headset ausgegeben werden. Das Gerät beherrscht die Ansage mit so genannten »Real Directions«. Das heißt, statt der üblichen an Entfernungen orientierten Abbiegehinweise wird der Bezug zu sichtbaren Landmarken hergestellt, beispielsweise »biegen Sie vor der gelben Kirche links ab«.

Für die Navigation abseits von Straßen verfügt der Navigator V über eine große Kompassanzeige und beherrscht die Luftliniennavigation nach Wegpunkten.

Alternativen und Ergänzungen

Wer sich für den Navigator 4/5/6 entscheidet, sollte die abschließbare Navi-Halterung der 12er GS einschließlich Schloss mit ordern. Das GS-Schloss lässt sich problemlos auf den Schlüssel der NineT Modelle codieren.

Da ich die Halterung für den BMW-Navigator abgebaut habe und an der Stelle nun die SP-Connect Halterung montiert ist, wollte ich den WunderLINQ Adapter dezent und nicht sichtbar am Motorrad montieren. Leider bietet WunderLINQ keinen Adapter zum Direktanschluss an den BMW-Navigationsstecker (Cartool) an. Also habe ich die BMW/Garmin Kontakthalterung mit dem eingeklickten WunderLINQ an der rechten unteren Seite, in der Nähe des Cartool Anschlusses angebracht. Nach der mechanischen Installation wird der WunderLINQ Adapter über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden. Mehr gibt es nicht zu tun.

Die Umschaltung zwischen dem TFT-Display und Navigator bzw. dann WunderLINQ erfolgt über die Menütaste. Längeres Drücken nach oben schaltet auf WunderLINQ um. Die WunderLINQ App (Apple iOS und Android) ist das zentrale Dashboard, das ich sehr individuell auf meine Bedürfnisse einrichten kann. Besonders die Schnellbefehle die ich mit dem Drehrad auswählen kann, sind sehr praktisch und sehr gut zu bedienen. Das Dashboard bietet mir aber auch die Möglichkeit alle Apps auf dem Smartphone mit dem App „Lauscher“ zu starten und diese auch wieder zu verlassen. Auch eine Bedienung der Android Oberfläche ist möglich (bei iOS kann ich es leider nicht beurteilen).

Für das WunderLINQ System gibt es eine separate App (iOS und Android), mit der man alle GoPro Kameras ab der Hero 5 und höher über das BMW Drehrad für die Aufnahme steuern kann.

Erfahrungsbericht und Kritik

Der Navigator V ist seit Anfang 2014 in meinem Besitz und bisher knapp 50,000 km unterwegs gewesen. Mich hat an diesem Gerät insbesondere die erstmalige Verfügbarkeit einer mobilen Datenverbindung gereizt, womit Echtzeit-Informationen zu Verkehr, Wetter und auch Blitzern möglich wurden. Hinzu kamen der gegenüber älteren Geräten deutlich größere Bildschirm und die enorme Prozessor-Power, die sehr schnelle Berechnungen ermöglichen und Wartepausen nahezu vollständig eliminierten.

Ich fahre immer mit abgeschalteter Routenneuberechnung, keine 3D-Geländeansicht, Kartenansicht Norden oben, keine POIs entlang der Straße, Bluetooth-Kopplung für Medienwiedergabe, Bluetooth-Kopplung mit Telefon (keine Telefonfunktion, nur Smartlink für Datenübertragung), Daten für Wetter, Verkehr und Blitzer, Musikwiedergabe über den eingebauten Medienplayer. Der Track wird aufgezeichnet und auf der Karte angezeigt. Standard-Kartenmaßstab innerorts 500 m, außerorts 1,2 km.

Erstmals bei diesem Gerät (im Gegensatz zu vorhergehenden Garmin-Geräte) muss man beim Start einer Route das nächste Zwischenziel auswählen, zu dem man navigieren möchte. Das ist wenig hilfreich, weil die Namen der Zwischenziele in der Regel systemgeneriert und selten sprechend sind. Woher soll ich unterwegs nach einer Pause wissen, ob mein nächstes Zwischenziel K12071 oder A1151 sein soll? Das ist weltfremd. Das ist insbesondere auch deswegen weltfremd, weil man in der Kartenansicht nicht erkennen kann, welches Zwischenziel welchen Namen hat. Der wird nämlich nirgends angezeigt.

Bei der Auswahl von POIs erhält man nach Selektion der Kategorie (zum Beispiel Tankstellen) eine Liste der nächstgelegenen Punkte (man kann "nächstgelegen" auch noch modifizieren). Wählt man einen Punkt aus, erhält man nicht etwa Infos zu diesem Punkt und weiter Optionen, sondern die Liste expandiert um eine weitere Zeile mit Schaltflächen Routen, Info, Los! Man muss nochmal tippen, um Infos zu bekommen oder ein Routing einzuleiten. Das ist zwar schick anzusehen, aber funktional sinnlos, weil es einerseits einfach einen zusätzlichen Tipp auf den Bildschirm erfordert und andererseits die Anzahl der angezeigten POIs von 3 auf 2 verkürzt. Außerdem ist es unerwartet und daher nicht intuitiv.

Bitter ist das Thema Navigationsansagen. Die kommen mit zunehmender Nutzungsdauer - spätestens nach einer Stunde deutlich verspätet. Nach nur zwei Stunden kommen die Ansagen so spät, dass die Abbiegeinformation erst nach dem Passieren der Abbiegestelle angesagt wird. Das ist wenig nützlich. Erst vor kurzem habe ich den Workaround in einem Forum gefunden: Wenn man Text-to-Speech (Vorlesen von Straßennamen) abschaltet, tritt das Problem nicht mehr auf und die Ansagen kommen rechtzeitig.

Der Empfang der Satellitensignale ist sehr schlecht. Insbesondere in Tälern. Das konnten Vorgängergeräte deutlich besser. Garmin hat hier versucht, über Simulation solche Empfangsschwächen zu kaschieren. Funktioniert nur nicht besonders gut. Außerdem scheint die Simulation so Prozessor-fordernd zu sein, dass das Gerät dann gern mal die Navi-Ansage vergisst oder gar der Bildschirm einfriert. Auch dafür gibt es einen Workaround: Bildschirm anschieben (mit dem Finger die Karte etwas verschieben). Dann geht es weiter.

Alternativen: Smartphone Cradle

Smartphones sind eine gute und günstige Alternative für klassische Navigationsgeräte. Smartphones sind mittlerweile zu Multifunktionsgeräten geworden, mit denen man weitaus mehr tun kann als nur telefonieren. Doch der Einsatz beim Motorradfahren ist teilweise mangels guter Halterungen noch problematisch. Diese Halterung soll sich schnell und einfach an der Lenkerklemmung und damit im direkten Sichtfeld des Fahrers anbringen lassen - und das sogar im Quer- und Längsformat.

Das Smartphone ist vor Wind und Wetter durch ein Hardcase-Kunststoffgehäuse geschützt und kann seine Stromversorgung über die optionale Bordsteckdose beziehen. Das Smartphone kann entweder über eine Micro-USB oder nach Qi-Standard über elektromagnetische Induktion geladen werden, sofern das Handy diese Funktion ermöglicht.

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