Einige Jahre zurück war der BMW Navigator VI (und wohl auch sein Vorgänger), technisch aus dem Hause Garmin, ein absolutes Must-Have auf der damaligen GS. Das Ding brachte Hightech ins Motorradcockpit: ein für damalige Verhältnisse ordentliches Navi, mit durchdachter Halterung (ab Werk vorbereitet, Stromversorgung, "spontan klauen"-Schutz passend zum Zündschlüssel), Fernbedienung ("Mutliwheel-Drehrad") vom Lenker aus, Steuerung von Telefonanrufen und Mediaplayer und Bordcomputer-Anzeigen. Jedes andere Navi mag noch so gut in der Navigation sein, aber der BMW Navigator ist halt mehr. Doch mit Modelljahr 2018 machte BMW bei der damals noch R1200GS einen "Quantensprung" (Zitat Motorrad-Magazin), inzwischen längst serienmäßig kommt die GS mit einem 6.5 Zoll großen TFT-Farbdisplay statt analogem Tacho.
Und dieses TFT wird bequem vom Lenker (Multiwheel-Drehrad) fernbedient, steuert Telefonanrufe und Medienwiedergabe und ist ein großer Bordcomputer. Besser noch: In Kombination mit der "BMW Connected App" für's Smartphone bietet das TFT eine einfache Navigationslösung an, d.h. selbst in der Hauptaufgabe "Motorradnavi" kann man sich schon fragen, ob man den (sehr teuren) BMW Navigator braucht. Entsprechend kritischer muss man sich heute Vor- und Nachteile des BMW Navigator VI angucken.
BMW Navigator und Alternativen im Vergleich
BMW bietet mit ConnectedRide schon viele hauseigene Navigationslösungen und Apps an, doch die weitverbreiteten Android Auto und Apple Carplay Systeme gehören nicht dazu. Mit dem Chigee AIO-5 Play lässt sich genau dieses Problem und mehr lösen. Der von BMW entwickelte und angebotene Navigator mit ConnectedRide System bietet einige Vorteile. Es ist perfekt in das Motorrad integriert, lässt sich über die Armaturen des Motorrads steuern und verbindet sich schnell und automatisch mit allen relevanten Systemen an Bord einer modernen BMW Maschine.
Hinzu kommt noch die ConnectedRide App und schon hat man Zugriff auf seine Touren und mehr über das Smartphone, der Schaltzentrale unserer modernen Leben. Vermutlich ist es diese überwältigende App-Flut, das massive Überangebot an Programmen, die schlussendlich zum Erfolg von Android Auto und Apple Carplay geführt hat. Diese Fahrzeug-übergreifend nutzbaren Programme sind im Auto-Sektor schon quasi Pflicht, im Motorradbereich aber noch eher eine Randnotiz. Einzig Honda bietet auf einigen Serienmotorrädern Android Auto und Apple Carplay an. Genau hier setzt Chigee an und bietet smarte Displays zum Nachrüsten. Im Fall des von uns getesteten Chigee AIO-5 Play soll es sogar den gleichen Plug&Play-Komfort wie der BMW Navigator mit den Vorteilen von Android Auto und Apple Carplay vereinen.
Chigee AIO-5 Play: Eine detaillierte Betrachtung
Die Hardware des Chigee AIO-5 Play, ein 5-Zoll TFT Display mit einer 720p-Auflösung und 60Hz Bildrate, umgeben von einem Magnesium-Aluminium-Rahmen und widerstandsfähigem, wasserdichten Kunststoffgehäuse, ähnelt dem originalen BMW ConnectedRide Navigator optisch sehr. An der Rückseite befinden sich ebenfalls zwei Reihen von Kontakten für die elektronische Schnittstelle mit dem Motorrad. Dafür braucht es aber die Navigations-Halterung aus dem BMW Zubehör, für welche man etwas über 200 € hinblättern muss. Diese Basis ist auf jeden Fall notwendig. Beide Geräte werden auf die gleiche Art in der Halterung eingerastet und arretiert.
Für den Navigator verlangt BMW im Konfigurator aber 695 €, Chigee gibt auf der Webseite einen Preis von 511,95 € an. Man spart sich also knapp 200 € mit dem Chigee AIO-5 Play. Hauptfeautre des Chigee ist, neben der nahtlosen Integrierung des Displays am BMW Motorrad, mit Sicherheit das Android Auto und Apple Carplay. Das klingt vielleicht nicht so aufregend, eröffnet in der Praxis allerdings ein ganzes Universum an Möglichkeiten.
Beide Systeme ermöglichen den Betrieb und die Spiegelung von Smartphone Apps, normalerweise im Auto, mit dem Chigee auch am Motorrad. Das ist zwar nicht mit allen Apps möglich, sondern nur mit für die zwei Systeme optimierten und freigeschaltenen Programmen, die Auswahl bleibt aber gigantisch, mit einigen wenigen Einschränkungen, dazu später mehr. Navigationsmöglichkeiten, Messenger-Apps, Anrufe, Spotify und vieles mehr können bedient werden. Vor allem bei einer Kopplung mit Bluetooth Headset können die verschiedenen Funktionen optimal genutzt werden.
Über die OBD-Schnittstelle zum Motorrad kann das Chigee AIO-5 jede Menge Informationen anzeigen. Die zweite große Gruppe an Features des Chigee AIO-5 Play nutzt die vielen Fahrzeugdaten, die über die vorher erwähnten Kontakte und darin verbaute OBD(=On-Board-Diagnose)-Schnittstelle von unterschiedlichsten Sensoren des Motorrads an das Display geschickt werden. In verschiedenen Layouts kann das Chigee System dadurch alle möglichen Infos und Parameter, wie Öltemperatur, Trip-Daten, Reifendruck, Drehzahl, Geschwindigkeit, Schräglagenwinkel und mehr anzeigen. Da diese Daten vom Motorrad selbst kommen, sind sie zu 100 % akkurat.
Der dritte große Vorteil des Chigee Systems ist, da es direkt mit dem Motorrad verbunden ist, dass es auch über das originale BMW Bedienkonzept gesteuert werden kann. Einmal lange den Menü-Taster nach oben drücken, und schon wechselt die Bedienung vom originalen Display zur Chigee Anzeige. Nun kann man mit dem bekannten Dreh- und Kipprad am linken Lenkerende durch die Apps, die verschiedenen Anzeigen und Bedienfelder schalten. Soweit die grundsätzliche Funktionsweise des Chigee AIO-5 Play.
Praxistest des Chigee AIO-5 Play
Wir installieren das Gerät auf einer F 900 GS und befahren damit die spektakulärsten Straßen Gran Canarias. Wasserdicht, robust und gut ablesbar. Nur bei direktem Sonnenlicht oder sehr hellem Himmel wünscht man sich zeitweise eine Entspiegelung des Chigee-TFT-Displays. Die schon angesprochene Ähnlichkeit zur originalen BMW Ware führt dazu, dass sich das Chigee sehr nahtlos ins Motorrad integriert. Auch beim ersten Kontakt gibt es nur positives zu Berichten. Das Gerät rastet satt und sicher in der Halterung ein, der Touchscreen funktioniert perfekt und ruckelfrei und auch die Bedienung über die BMW Armaturen geht nach wenigen Minuten der Eingewöhnung logisch und intuitiv vonstatten. Auch bei gleißendem Sonnenschein bleibt das 1000nit helle Display gut ablesbar.
Dank des schnellen Dual-core Cortex-A53 Prozessors im Chigee AIO-5 ist die Anzeige und der Wechsel zwischen Apps sehr flüssig und flott. Es gibt nur eine kleine Verzögerung zwischen Input über die Motorrad-Bedienelemente und Reaktion des AIO-5. Neben den schon geschilderten Vorteilen des AIO-5 Play, konnte das Chigee noch einige Pluspunkte sammeln. Zum Beispiel steckt es sämtliche Schläge, leichte Regenschauer und Temperaturschwankungen ohne mit der Wimper zu zucken. Laut Chigee soll das AIO-5 Play -20 bis +60 °C aushalten.
Was wir aber testen konnten, ist das Zusammenspiel von Smartphone und Chigee. Zuerst fällt auf, dass die kabellose Verbindung per Bluetooth schneller vonstatten geht, als das meiner Erfahrung nach bei vielen modernen Autos der Fall ist. Kein lästiges Warten auf die Verbindung, oder mühsames Suchen des Smartphone-Namens in irgendwelchen Listen. Bluetooth an, mit dem Chigee verbinden und weniger als 10 Sekunden später ist alles bereit. Das gilt sowohl beim Wiederverbinden nach einer Fahrpause, als auch beim Fahrer- und somit Smartphone-Wechsel.
Prinzipiell arbeitet das AIO-5 mit Android und iOS-Geräten einwandfrei zusammen, es gibt aber dennoch Unterschiede in der Nutzbarkeit. Android Auto ist technisch anspruchsvoller und strenger, weshalb es einige Apps gibt, die nur mit Apple Carplay kompatibel sind. Wer also spezifische Apps verwenden möchte, sollte sich vorher die Liste an kompatiblen Programmen ansehen.
Weitere kleine Kritikpunkte sind die teils sehr überladenen Info-Anzeigen mit den Fahrzeugdaten, die es während der Fahrt etwas schwer machen alles zu erkennen. Fahrer mit etwas schlechterem Augenlicht werden generell eine Brille zur Nutzung des Chigee brauchen, da viele Textfelder in den verschiedenen Apps recht klein ausfallen. Für gesunde Augen ist die Ablesbarkeit aber kein Problem.
Einfache Funktionen des Chigee AIO-5 lassen sich sehr gut während der Fahrt bedienen. Dafür kann die vollständige Bedienung aller Programme über die Motorradarmatur als etwas komplex empfunden werden. Wer aber z.B. auch die Zieleingabe in Google Maps oder andere komplexere Vorgänge während der Fahrt über das BMW Drehrad bedienen möchte, der sollte sich vorher mit dem Bedienkonzept genau auseinandersetzen. Und selbst bei guter Kenntnis des Systems empfehlen wir, im Sinne einer sicheren Fahrt, sich lieber im Stand um die detailliertere Einstellung des Chigee und dessen Programme zu kümmern.
Ein Lichtblick für die Zukunft: Selbst die etwas umständlicheren Punkte der Chigee Bedienung und Software könnten bald keine Rolle mehr spielen, da das AIO-5 Play mittels Over-the-Air-Updates laufend verbessert und optimiert werden kann und soll.
Besonders empfehlenswert ist das System für Leute, die Android Auto oder Apple Carplay schon anderweitig nutzen und sich nicht mit einem neuen Navigationssystem, im Fall der BMW mit dem ConnectedRide, auseinandersetzen wollen. Das Chigee gibt es auch in einer universellen Variante, die mit jedem Motorradmodell kompatibel sein soll.
Alternative Smartphone-Halterungen
Da moderne Handys sündteuer sein können, ist eine zuverlässige und stabile Halterung wichtig. Außerdem sollte sie sämtliche Vibrationen auch auf schlechtem Untergrund eliminieren, sehr variable Justierungsmöglichkeiten für den Betrachtungswinkel und praktische Einhandbedienung bieten. Der neue Testsieger Quad Lock Handlebar Mount Pro ist ein Klassiker am Motorradlenker. Er überzeugt durch sehr stabile und sichere Montage an der Griffstange, festen Halt des Handys und Einhandbedienung.
Das Gesamtsortiment von SP Connect ist riesig, da gibt es für jede Anforderung eine optimale Lösung. Die hier getestete 3in1-Smartphone-Halterung Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+ trumpft mit Einhandbedienung und einwandfreier Verarbeitung auf. Als gute und zugleich sehr kompakte Halterung für die Spiegelstange zeigt sich im Test die Quad Lock Mirror Mount. Einhandbedienung und fester Halt überzeugen. Mit dem Prädikat »Luxusklasse« läuft die Smartphonehalterung für Motorradlenker von Peak Design Motorcycle Bar Mount. Die gefräste Aluminiumhalterung mit Kugelgelenk lässt sich sehr variabel an den Blickwinkel anpassen und mit einer Hand bedienen.
Komfortabel ist es schon, wenn sich eine Klemmschelle mit Rändelschraube nach kurzer Zeit stramm und sicher am Lenker des Motorrades befindet. Werkzeugfreie Montage ist praktisch und wohl nur unter dem Betrachtungspunkt der Diebstahlsicherheit nicht ideal. Manche Hersteller im Test setzen auf klassische Verschraubungen der Klemmschellen mit einer oder zwei Innensechskantschrauben. Das ist zwar für Langfinger weniger schnell demontiert, kann aber je nach Lenkerart und Konfiguration des Cockpits Probleme bereiten, wenn etwa die Schrauben in der optimalen Position der Klemme nur schlecht festzuziehen sind oder die Schrauben unten lang aus dem Gewinde hervorstehen und an einem Fahrzeugteil anstoßen.
Ebenso sollte der vielleicht nur gelegentlich montiere Tankrucksack im Reiseformat einmal aufgesattelt werden. Hier zeigte sich im Test, dass die gut im Blickfeld befestigten Halterungen samt Handy beim Lenkereinschlag früh am Tankrucksack anlagen. Lenkerdurchmesser können je nach Modell und Typ des Motorrades sehr unterschiedlich ausfallen, bei konifizierten Griffstangen verjüngt sich der Durchmesser von der Klemmung nach außen hin sogar. Dafür müssen bei den Halterungs-Sets möglichst viele verschieden dicke Gummieinsätze für die Klemmschellen beigelegt sein.
Spiegelhalterungen sind ein eher seltenes Zubehörteil. Praktisch sind sie allerdings, wenn sich auf dem Lenker partout kein Platz für die manchmal recht große Halterung finden lässt. Auch lässt sich das Handydisplay so besser und direkter in das Blickfeld bringen, der Weg der Augen vom Verkehrsgeschehen hin zur Information wird kürzer. Ein klares Manko hingegen ist es, wenn der Adapter für die Halterung zu dick bemessen ist. Das klingt einfach, jedoch muss auf ein kleines, aber essenzielles Detail geachtet werden: Bei dem Spiegel des verwendeten Testmotorrades zum Beispiel lugten nach dem Aufstecken des Halterungsadapters nur noch wenige Millimeter des Gewindebolzens hervor. Zu wenig für eine sichere Verschraubung des Spiegels.
Auf langen Touren kann der Akku mächtig gefordert werden, wenn die Displayhelligkeit auf max. steht und gleichzeitig GPS und mobile Daten für möglichst genaue Orientierung sorgen. Spielt dann noch die Lieblingsmusik via Bluetooth in das im Helm verbaute Headset, ist der Energiespeicher schnell auf null Prozent. Die externe Powerbank im Tankrucksack ist als Krücke okay, eleganter ist die Lademöglichkeit über einen USB-Anschluss in der Halterung oder sogar induktives Laden, wenn das Handy dafür geeignet ist.
Länge, Breite und Höhe aktueller Handys unterscheiden sich zum Teil extrem. Das muss bei den Innenabmessungen der Halterungen bedacht werden. Insbesondere bei der angegebenen maximalen Dicke (Höhe) sind die Werte oft knapp oder Angaben kaum nachvollziehbar. Wenn dann noch besonders robuste und dicke Outdoormodelle oder normale Handys in wasserdichten Hüllen (Cases) sicher eingeklemmt werden sollen, muss reichlich Platz vorhanden sein.
Ob das Smartphone in der Halterung festgeschraubt, per Federklemmung, Magnet oder Bajonettverschluss gehalten wird, ist letztlich Geschmackssache. Jede Methode kann bei ordentlich durchdachter Ausführung und Konstruktion das Handy sicher halten. Praktisch ist es auch, wenn sich der Betrachtungswinkel des Displays ohne Werkzeug ändern lässt. Auch die schnelle Formatänderung von hoch nach quer sollte im Idealfall ohne Werkzeug und Einhand während der Fahrt möglich sein.
In vielen Smartphone-Modellen sind sehr sensible Mechanikbauteile oder Sensoren etwa zur Bildstabilisierung integriert. Apple schreibt dazu beispielsweise recht allgemein: „Motorradmotoren mit hoher Leistung und großem Hubraum erzeugen intensive Vibrationen mit hoher Amplitude, die über das Fahrgestell und den Lenker übertragen werden." Es kann also zu Schäden kommen, muss aber nicht. Letztlich bleibt ein gewisses Risiko. Und die Entscheidung, ob das Smartphone am Lenker montiert wird oder nicht, muss jeder für sich treffen.
Detaillierte Betrachtung ausgewählter Smartphone-Halterungen
Quad Lock Handlebar Mount Pro
Seit fast 15 Jahren tüfteln Zwei- und Mehrradbegeisterte bei Quad Lock an Smartphonehalterungen aller Art. Auf Motorrädern haben sie sich weltweit fast zum Standard entwickelt. Im Lieferumfang befinden sich die geschraubte Lenkerklemme und ein 50 mm langer Verlängerungsarm, beide edel aus Aluminium gefräst und schwarz eloxiert, dazu der sogenannte Indexkopf mit der eigentlichen Verriegelungsmechanik. Für perfekten Sitz am Lenker hat Quad Lock vier Adaptereinsätze (22,2 mm, 25,4 mm, 28,6 mm und 31,8 mm) beigelegt. Das ist eine vergleichsweise sehr große Auswahl, andere Hersteller bieten ab Werk meist nicht so viele Anpassungsmöglichkeiten. Auch ein passender Innensechskantschlüssel sowie eine extra lange Schraube für ein Distanzstück (nicht im Lieferumfang) zwischen Verlängerungsarm und Klemme sind enthalten.
Als Extra muss die zum Indexkopf passende Klebehalterung oder ein entsprechendes Case für das Smartphone gekauft werden. Die Montage des fest verschraubten Halters mit insgesamt drei Variablen zieht sich. Bis die richtige Position gefunden ist, vergehen etliche Minuten, die Einstellungsmöglichkeiten sind groß. Das ist auch gut so, denn schließlich dürfen keine wichtigen Infos oder Schalter im Cockpit verborgen werden. Der Wechsel der Displayposition vom Hoch- ins Querformat lässt sich beim Einklicken des Smartphones bequem wählen, ohne schrauben zu müssen. Allerdings kann das Format nicht während der Fahrt spontan an den Sonnenstand angepasst werden, dafür sollte man einen kurzen Stopp einlegen.
Beim Fahrtest auf grobem Kopfsteinpflaster mit straffen Fahrwerkseinstellungen zeigt sich die Halterung stabil. Anders sieht es auf den gleichen Strecken mit montiertem Dämpfer aus. Schon im Stand ruckelt das Handy im Takt des Boxermotors mit und zeigt sich sehr sensibel. Auf der anschließend flott gefahrenen Holperstrecke wackelt das Gerät stark und mehr als ohne den Dämpfer, kleine Infos auf dem Display sind nicht mehr zu erkennen. Auch auf der Schnellstraße bewegt sich das Handy mehr als ohne das dämpfende Zusatzteil.
SP Connect Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+
Im Fahrtest zeigt die 3in1 von SP Connect mit dem Anti-Vibrations-Modul beste Ergebnisse. Dank des Moduls dringen selbst auf der nahezu unerträglichen Kopfsteinpflaster-Strecke nur minimale Vibrationen bis zum Handy durch, alle Informationen bleiben nicht nur gut erkennbar, sondern auch ablesbar. Auf der Schnellstraße gibt es keine Ruckeleien, das System ist sehr stabil.
Mit einer Innensechskantschraube klemmt sich die Metallschelle sehr fest an den Lenker, ein etwa zehn Zentimeter langer Metallarm kann daran in feinsten Schritten bis zum optimalen Winkel per Schraube ausgerichtet werden. Die eigentliche geschraubte Telefonhalterung aus Kunststoff verbleibt zumindest während der Tagestour am Handy. In ihr befindet sich das Gegenstück zum Drehverschluss, das das Einhand eingesetzte Telefon sehr zuverlässig und stramm hält. Nur mit Werkzeug lässt sich die Halterung von hoch nach quer drehen.
Bei der getesteten Ausführung ist die Dicke des Handys auf ca. elf Millimeter limitiert. SP Connect bietet ein riesiges Sortiment an Sets, Zubehör, Auswahlmöglichkeiten und Ersatzteilen an, hier findet sich für jede Konfiguration geeignetes Material. Auch Halterungen mit Ladefunktion sind im Programm. Die vielen Positionierungsmöglichkeiten, die sichere Verriegelung des Handys am Halter und die komfortable Einhandbedienung machen das gute System einzigartig.
Quad Lock Mirror Mount
Aus dem sehr umfangreichen Halterungs-Angebot von Quad Lock haben wir die kleine, verschraubte Befestigung Quad Lock Mirror Mount mit und ohne Dämpferelement getestet. Das Handydisplay ist in beiden getesteten Fahrsituationen bestens abzulesen. Das mag auch an dem sehr kompakten Aufbau liegen, ein Verlängerungsärmchen fehlt hier, das Smartphone liegt mit nur ca. 2,5 cm Abstand dicht an der Spiegelstange (oder der dünnen Querstange von älteren Enduro-Lenkern). Immerhin drei Adapter liegen der Spiegelhalterung bei, so kann sie an 10, 12 und 14 mm Durchmesser angepasst werden. Ohne Gummiadapter passt der Halter auch an Spiegelstangendurchmesser bis 16 mm. Auch mit dem separat erhältlichen Dämpfermodul haben wir das System getestet.
Peak Design Motorcycle Bar Mount
Die Peak Design Motorcycle Bar Mount ist in Ausstattung und Verarbeitung sehr gut. Ein vielfach justierbares und zur Gewichtsreduktion durchbrochenes, 6,5 cm langes Ärmchen endet in einer klemmbaren Aufnahme für den Kugelkopf der Halterung. Die Handyhalterung selbst ist mit einem nicht zu sensiblen Silikondämpfer ausgestattet, der dezent integriert ist. Darauf befindet sich die magnetische Halteplatte mit zwei kleinen, aber sehr präzise und zuverlässig einrastenden Verriegelungen.
Der nicht super-sensibel gebaute Dämpfer dämpft, aber ohne allzu stark nachzuschwingen oder gar zu wackeln. Auf der groben Kopfsteinpflasterstrecke mit harter Fahrwerkseinstellung bewegt sich das Handy kaum und ist gut abzulesen. Ebenso schluckt der Dämpfer auf der glatten Asphaltstraße Vibrationen nahezu komplett, das Smartphone bewegt sich lediglich minimal. Insgesamt hinterlässt das System von Peak Design einen sehr guten Gesamteindruck.
RAM Tough Claw mit X-Grip
Der Klassiker RAM bietet Unmengen Optionen und Zubehör von Motorrad-Handyhalterungen mit Ladefunktion bis hin zu Gelenk-Verbindungsarmen. Die hier getestete Version mit Schraubklemme (Tough Claw) und der sogenannten X-Grip-Federklemmung stellt zwar eine relativ einfache Variante dar, sie macht ihren Job aber gut. Im Fahrtest dringen selbst auf grobem Kopfsteinpflaster kaum Vibrationen bis zum Handy durch, auf der Schnellstraße liegt das Smartphone absolut zitterfrei im Blick.
Die recht große und sehr kräftige Fotoklemme mit Innengummierung lässt sich weit öffnen und passt so auf alle infrage kommenden Lenkerdurchmesser. Dort lässt sie sich ohne Werkzeug verschrauben, benötigt aber vergleichsweise viel Platz. Zwar verfügt diese Ausführung lediglich über ein Gelenk, das jedoch deckt einen großen Kippwinkel ab, der sich einfach ändern lässt. Der hohe Reibungswiderstand im Gelenk macht eine Überwurfmutter wie an anderen Halterungen überflüssig.
Auch lässt sich die Halterung mit einer Hand und etwas Kraftaufwand zum Beispiel vom Hoch- ins Querformat verdrehen. Einhandbedienung beim Einlegen des Handys bietet RAM aber nicht: Die unter recht hoher Federspannung stehenden Metallarme des X-Grip müssen mit einer Hand geöffnet werden, gleichzeitig legt die andere das Telefon ein. Und zwar so ausgerichtet, dass seitliche Bedienknöpfe nicht betätigt werden. Das erfordert etwas Übung und gutes Zielen.
Interphone Moto Crab
Als Ergebnis der Fahrtests steht bei der Interphone Moto Crab unterm Strich »nur« eine gute Note, weil das System auf Kopfsteinpflaster merklich wackelt. Hier sind die zahlreichen Gelenke Fluch und Segen zugleich, je länger eine Halterung durch Verlängerungen und Verbindungspunkte wird, desto mehr Instabilität kann entstehen. Auf der Schnellstraße gibt es nichts zu kritisieren und insgesamt macht die Konstruktion aus Kunststoff und Metall einen sehr stabilen Eindruck, wo andere Testkandidaten deutlich klappern.
Für die Erstmontage muss eine Schraube per Innensechskantschlüssel festgezogen werden, für Feinjustierungen ist kein Werkzeug mehr erforderlich. Die Befestigung des Smartphones passiert nicht automatisch, zwei innen gummierte Klemmungen rechts und links müssen per Rändelschraube an die untere Hälfte der Navigationshilfe geschraubt werden, der Sitz i...
Zusammenfassung der getesteten Systeme
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eigenschaften und Ergebnisse der getesteten Smartphone-Halterungen zusammen:
| Halterung | Montage | Vibrationsdämpfung | Einhandbedienung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Quad Lock Handlebar Mount Pro | Lenkerklemme | Optionaler Dämpfer (verschlechtert Ergebnis) | Ja | Stabile Montage, viele Adapter |
| SP Connect Moto Bundle AVM | Lenkerklemme | Sehr gut | Ja | Umfangreiches Sortiment, sichere Verriegelung |
| Quad Lock Mirror Mount | Spiegelstange | Optionaler Dämpfer | Ja | Kompakte Bauweise |
| Peak Design Motorcycle Bar Mount | Lenkerklemme | Gut | Ja | Hochwertige Verarbeitung, magnetische Halteplatte |
| RAM Tough Claw mit X-Grip | Lenkerklemme | Gut | Nein | Kräftige Klemme, hohe Kompatibilität |
| Interphone Moto Crab | Lenkerklemme | Mäßig (auf Kopfsteinpflaster) | Nein | Stabile Konstruktion, viele Gelenke |
Die Entscheidung für das richtige Navigationssystem und die passende Halterung hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Während der BMW Navigator und das Chigee AIO-5 Play eine nahtlose Integration in das BMW Motorrad bieten, überzeugen Smartphone-Halterungen durch Flexibilität und eine große Auswahl an Apps.
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