Lass uns gemeinsam in die faszinierende Geschichte der R GS-Modelle eintauchen. Wir schauen uns die komplette Evolution an - von den ersten Gehversuchen mit dem BMW Motorrad Modell R 80 G/S bis zur heutigen, hochmodernen R 1300 GS -, beantworten dabei einige der häufigsten Fragen und erleben, wie BMW über Jahrzehnte hinweg Motorradgeschichte geschrieben hat. Bist du bereit?
Der Beginn einer Legende: Die R 80 G/S (1980)
Die Legende beginnt 1980 mit der R 80 G/S. BMW Motorrad Deutschland brachte mit ihr die erste große Reiseenduro auf den Markt, einen Hybrid aus Straßen- und Geländemaschine - ein völlig neues Konzept. Angetrieben wurde sie von einem 797 cm³ großen, damals noch luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor mit 50 PS und 59 Nm Drehmoment. Was heute fast bescheiden klingt, war zu dieser Zeit revolutionär.
Der moderne Kardanantrieb, das geringe Gewicht von nur 192 kg und das ausgewogene Handling machten sie sofort zum Liebling von Globetrottern und Hobby-Adventurisen.
Die nächste Generation: R 1100 GS (Werkscode R259e)
Nach der Ära der (rein) luftgekühlten Boxer kam mit der R 1100 GS (Werkscode R259e) eine neue Zeit: 1085 cm³, 80 PS und 97 Nm Drehmoment, elektronische Einspritzung, ABS und - ganz wichtig - Telelever! Dieses Vorderrad-Federungssystem löste die klassische Teleskopgabel Konfiguration ab und brachte eine bis dahin ungeahnte Fahrstabilität. Ein weiteres Novum: Luft-Ölgekühlter Boxerantrieb.
Die Optik war… sagen wir mal, polarisierend aufgrund des “Schnabels”, der ab sofort die Frontpartie des Motorrades schmückt. Der futuristische Look traf nicht jeden Geschmack, aber dafür punktete sie technisch auf ganzer Linie. Auf der Straße war sie sportlicher denn je, und im Gelände noch immer überraschend talentiert. Also alles richtig gemacht?
R 1150 GS Adventure: Eine Ikone für Globetrotter
Einen Riesenschub gab es mit der R 1150 GS Adventure, die 2001 erstmals eingeführt wurde. Ein Größerer Tank (30 Liter!), ein um 20 mm längerer Federweg, robusterer Motorschutz konnte man damals bei BMW konfigurieren und bestellen - sie wurde zur Ikone unter den Globetrottern, war mit ihrem 249 kg Leergewicht am absoluten Gewichts-Zenit der BMW Motorrad Modell Serie angelangt. Technik hat eben ihren Preis.
Ewan McGregor und Charley Boorman machten sie mit „Long Way Round“ weltberühmt.
Modernisierung: R 1200 GS K25 (2004)
Mit der R 1200 GS K25 kam 2004 eine tiefgreifende Modernisierung: 1170 cm³, anfangs 100 PS und 115 Nm, aber über 30 kg leichter als die Vorgängerin. Die GS wurde wieder agiler, sportlicher und einfacher im Handling - gerade für kleinere Fahrer ein echter Segen.
Der Schritt zur Wasserkühlung: R 1200 GS K50 (2013)
2013 folgte mit der K50 dann der große Schritt zum wassergekühlten Boxer. Die Leistung stieg auf satte 125 PS, das Drehmoment auf 125 Nm. Auch das Gewicht legte mit der K50 Konfiguration um knapp 10 kg zu. Die Laufkultur wurde geschmeidiger, und auch im Stau war das Motorrad aufgrund der besseren Kühlung nicht mehr so hitzeempfindlich.
Die Ausstattung war durch den BMW Konfigurator auf Wunsch gigantisch: TFT-Display, Kurven-ABS, Hill Start Control, adaptives Fahrwerk, Connectivity mit dem Smartphone - die GS wurde zur rollenden Kommandozentrale - was man nicht alles bei BMW konfigurieren und bestellen konnte. Der Preis dafür?
Die neueste Generation: R 1300 GS
Mit der R 1300 GS hat BMW Motorrad Deutschland die GS nochmal komplett neu gedacht. Weniger Gewicht, kompaktere Bauform, 145 PS Leistung bei einem Drehmoment von 149 Nm und ein nagelneues Fahrwerk machen sie zur sportlichsten, aber auch komfortabelsten GS aller Zeiten. Sie wiegt vollgetankt nur 237 kg- ein wahnwitziger Wert für eine große Reiseenduro mit so viel Technik an Bord.
Auch optisch wurde einiges modernisiert: Das Lichtmodul in X-Form sieht futuristisch aus, der Rahmen ist jetzt aus Aluminium, das Fahrverhalten nochmals präziser. Trotz allem bleibt sie eine echte GS - bereit für Sahara, Schwarzwald und eine lange Shoppingtour.
Der gemeinsame Spirit
Jede GS-Generation hat ihre eigene Geschichte, doch alle BMW Motorradmodelle verbindet ein gemeinsamer Spirit. Und genau dieser Spirit lebt weiter - bei jedem Kilometer, den du fährst. Mit einer BMW GS hast du das ideale Motorrad an deiner Seite, um die ganze Welt zu entdecken. Aber wohin soll es gehen?
10 prägende Modelle aus 100 Jahren BMW Firmengeschichte
Das Jubiläumsjahr 2023 begann für BMW mit einem Rekord: 202.895 Motorräder und Roller hat die Münchner Marke im vergangenen Jahr ausgeliefert - so viele wie noch nie in der exakt hundertjährigen Unternehmensgeschichte. Und anders als bei den Automobilen, wo für viele Hersteller inzwischen China der größte Absatzmarkt ist, gab es für BMW Motorrad einmal mehr auf dem Heimatmarkt Deutschland das beste Ergebnis: 24.129 Verkäufe standen zu Buche.
Der Höhenflug dürfte 2023 weitergehen, denn zum Jubiläum werden ein paar besondere BMW-Bike Highlights erwartet. GQ zeigt in einer Zeitreise auf zwei Rädern die Motorrad-Ikonen, die den Premium-Ruf der weiß-blauen Marke im vergangenen Jahrhundert geprägt haben.
BMW R 32 (1923)
In lediglich vier Wochen, so die Legende, konstruierte Max Friz, Ingenieur beim damaligen Flugmotorenhersteller BMW, das erste Motorrad des Unternehmens: die R 32. Ein schlankes Zweirad mit Zweizylinder-Boxermotor und Kardanwelle anstatt des üblichen Kettenantriebs. Beleuchtung, Hupe, Tacho und Soziussitz wurden ebenfalls angeboten, allerdings als Extras.
Bei Renneinsätzen holte die BMW R 32 mehrere Siege, rasch galt die Maschine als zuverlässig, schnell und wartungsarm. Dieses Bike beeinflusste die Motorradtechnik bei BMW für die nächsten Jahrzehnte.
BMW R 5 (1936-37)
Eine komplette Neukonstruktion von Rudolf Schleicher ist die BMW R 5 von 1936-37. Mit 24 PS bei 500 ccm ist sie auch dank des günstigen Gewichts eines der sportlichsten Motorräder der damaligen Zeit.
BMW R 68 (1952)
3.950 Mark kostete dieses Luxus-Sportmotorad bei seiner Premiere im Jahr 1952 - das war eine Menge Geld im Nachkriegsdeutschland. Ein Bestseller wurde die Maschine daher nicht, lediglich 1452 Exemplare wurden gebaut. Doch die R 68 setzte abermals technische Maßstäbe, und sie war zudem der erste „100-Meilen-Renner“ von BMW, also die erste Maschine, die eine Geschwindigkeit von gut 160 km/h erreichte.
BMW R 69 S
Das Wirtschaftswunder hatte Deutschland zum Blühen gebracht, immer mehr Menschen konnten sich ein Auto leisten. Für die heimische Motorradindustrie war das ein massives Problem. Und BMW setzte ein Zeichen! Die Münchner stellten die R 69 S vor, mit 175 km/h das damals schnellste deutsche Serienmotorrad. Eine Doppelsitzbank war serienmäßig, und zudem gab es die Maschine auch mit einer eleganten, bis dahin nur für Behördenmodelle reservierten, weißen Lackierung.
BMW R 90 S (1973)
Wieder so ein Knaller von BMW: 1973 stellten die Marke die R 90 S vor, ein neues Spitzenmodell. Einerseits gehörte die Maschine mit 200 km/h Toptempo zu den schnellsten Serienmotorrädern der Welt, andererseits wurde erstmals ein BMW-Bike von einem Designer gestaltet. Hans Muth schuf für die R 90 S die weltweit erste, am Lenker fest montierte Cockpitverkleidung. Und als besonderes Extra gab es ab 1975 auch die hinreißende Lackierung „Daytona-Orange metallic“.
BMW R 80 G/S (1980)
Diese Maschine war die erste Enduro mit Mehrzylindermotor und das erste BMW-Bike mit Einarmschwinge. Der Zweizylinder-Boxer leistete 50 PS, und BMW gewann mit dem Feger die Rallye Paris-Dakar in den Jahren 1981, 1983, 1984 und 1985. Dieses Motorrad begründete den Mythos der robusten, zuverlässigen und kaum zu stoppenden Reiseenduros von BMW.
BMW K1
Dieses Bike sorgte bei seiner Premiere für heftige Diskussionen. Noch nie zuvor hatte ein Serienmotorrad eine aerodynamisch derart ausgefeilte Karosserie getragen wie die K1. Das Vorderrad war umfassend verkleidet, es folgte eine Vollverkleidung für den Fahrerplatz und auch am Heck gab es etliche Karosserieteile. Der cW-Wert, der den Luftwiderstand klassifiziert, lag bei bis dahin unerreichten 0,36.
BMW R 100 GS Paris Dakar (1990)
Das Basismodell R 100 GS debütierte bereits 1987 als „hubraumstärkste Reiseenduro“ der Welt mit einem 980-Kubik-Zweizylinder-Boxermotor. Drei Jahre später dann kam die Variante „Paris Dakar“ auf den Markt.
BMW R 1200 GS (2012)
Diese völlig neu entwickelte Reiseenduro wurde 2012 auf der Zweiradmesse Intermot in Köln vorgestellt und ab dem folgenden Jahr verkauft. Charakteristisch an der Maschine ist der wie ein Schnabel weit nach vorn ragende Kotflügel für das Vorderrad. Der 1200-Kubik- Motor leistet 125 PS. Zur Ausstattung gehören unter anderem eine elektronische Fahrwerksanpassung, ABS und eine automatische Stabilitätskontrolle. Außerdem sind für die Maschine auch LED-Scheinwerfer verfügbar.
BMW "100 Years" Editionsmodelle (2023)
Für das Jubiläumsjahr hat BMW zwei Editionsmodelle „100 Years“ aufgelegt, den Roadster R nineT und den Cruiser R 18. Beide Modelle sind auf jeweils 1923 Exemplare limitiert. Klassische Elemente wie das Zusammenspiel von verchromten und lackierten Oberflächen, weiße Doppellinien am Tank und Vorderradabdeckung sowie eine zweifarbige Sitzbank prägen den Look beider Maschinen. Dazu gibt es für die Editionsmodelle etliche Extras schon ab Werk, etwa adaptives Kurvenlicht sowie beheizbare Lenkergriffe. Beide Modelle werden im BMW Motorradwerk in Berlin-Spandau produziert, wo seit 1949 Motorradteile und seit 1969 die Komplettmontage von BMW-Bikes stattfindet.
Weitere Meilensteine in der BMW Motorrad Geschichte
- 1935: Bei der R 12 und der R 17 hat BMW als weltweit erster Motorrad-Hersteller in der Serienfertigung die bisherige Blattfedergabel durch eine hydraulisch-gedämpfte Teleskop-Vorderradgabel ersetzt.
- 1937: Ernst Henne erreicht mit 279,5 km/h einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord auf der Autobahn Frankfurt-Darmstadt.
- 1938: Georg Meier gewinnt die Europameisterschaft auf einer 65 PS starken BMW Kompressormaschine.
- 1969: Gleichdruck-Vergaser und E-Starter für BMW R 75/5. Neukonstruktion des Boxers für die Baureihe /5 mit unterhalb von Kurbelwelle und Zylinder platzierter Nockenwelle und Stößelstangen. Comeback der Teleskopgabel.
- 1973: Die R 90 ist das weltweit erste Großserienmotorrad mit lenkerfest montierter Verkleidung.
- 1988: Einführung von Vierventil-Technik, DOHC-Zylinderkopf und der weltweit ersten digitalen Motorelektronik für Motorräder im Vierzylinder-Motor.
- 1993: Einführung des Vierventil-Boxers mit Saugrohr-Einspritzung und Dreiwege-Katalysator.
- 2004: In der BMW K 1200 S debütiert der neue, nun quer eingebaute Vierzylinder.
- 2007: Die BMW HP 2 Sport ist bis dato stärkster Serien-Boxer mit 133 PS.
- 2009: Der kurzhubige Vierzylinder-Motor der BMW S 1000 RR leistet 193 PS.
- 2012: Die jüngste Generation des BMW Boxer-Motors erhält eine Luft-/Flüssigkeitskühlung. Das Getriebe ist jetzt in den Motorblock integriert.
BMW R-Modelle: Eine Übersicht
| Modell | Baujahr | Merkmale |
|---|---|---|
| R 80 G/S | 1980 | Erste große Reiseenduro, luftgekühlter Boxer |
| R 1100 GS | 1994 | Telelever, Luft-Ölgekühlter Boxer |
| R 1150 GS Adventure | 2001 | Größerer Tank, längerer Federweg |
| R 1200 GS K25 | 2004 | Leichter, agiler |
| R 1200 GS K50 | 2013 | Wassergekühlter Boxer, mehr Leistung |
| R 1300 GS | Neueste Generation | Leichter, kompakter, sportlicher |
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