BMW Motorrad Reifendrucksensor Anlernen: Eine Anleitung

Alle aktuellen BMW Motorräder sind mit einem RDC (Reifendruckkontrolle) System ausgestattet, um Luftdruck und Temperatur im Reifen zu überwachen. Gerade bei Motorrädern ist der korrekte Reifendruck von großer Bedeutung in Fragen der Sicherheit und Performance.

Damit die Überwachung richtig funktioniert, muss das RDC Steuergerät die IDs von Reifendrucksensoren (RDKS) kennen. Das Anlernen von Reifendrucksensoren kann bei allen BMW Motorrädern mit Hilfe der MotoScan App erfolgen.

Erforderliche Werkzeuge

  • MotoScan App: Zur Steuerung des Anlernprozesses.
  • UniCarScan UCSI-2000/2100 oder OBDLink LX/MX/MX+ Adapter: Nur mit diesen Geräten wird die einwandfreie Funktionalität gewährleistet.
  • 10/16-Pol Adapterkabel für BMW Motorrad: Um den OBDLink Adapter an die Diagnosebuchse des Motorrades anzuschließen. Ab Modelljahr 2017 nicht mehr erforderlich, da die BMW Motorräder ab 2017 eine 16-Pol haben.
  • RDKS Aktivierungsgerät: Es gibt viele passende Geräte, die die RDK Sensoren von Schrader aktivieren können. Es sind Original BMW Test Tools mit Teilenummern 611671 mit LED-Anzeige und 611672 mit LCD-Display oder alternativ haben wir die ATEQ Tools VT5 und VT15 erfolgreich getestet. Unser Favorit ist jedoch das z.Z. preiswerteste Gerät von Orange Electronic mit der Bezeichnung EL-50448.

Warum ein Aktivierungsgerät notwendig ist

Beim Stillstand des Fahrzeuges, befinden sich die RDK Sensoren im Stand-by Modus und senden keine Daten, um die in dem Sensor integrierte Batterie (CR2032) zu schonen. Erst bei einer bestimmten Geschwindigkeit werden die Sensoren aktiv und senden die Daten mit der Betriebsfrequenz von 433 MHz an das RDC Steuergerät. Damit die RDK Sensoren angelernt werden können, müssen die Sensoren für eine kurze Zeit aktiviert werden. Dafür wird das Aktivierungsgerät benötigt, das mit einem 150 kHz Signal die Sensoren aktiviert.

Die Echtzeitdaten von RDK Sensoren können mit der MotoScan APP abgefragt werden. Damit die aktuellen Daten sehen zu können, müssen die Sensoren aktiviert werden.

Radsätze und RDC Steuergeräte

Je nach Motorrad Modell werden entweder 1 oder 2 Radsätze unterstützt. Die älteren Modelle, wie z.B. K25, K72 unterstützen 2 Sätze, so dass man die beiden anlernen kann und beim Bedarf einfach wechseln, ohne jedes Mal neu anzulernen. Bei neueren, ab K50, K48 etc. gibt es nur noch einen Satz und das Anlernen ist bei jedem Wechsel erforderlich.

Die Generation, wo kein Extra RDC Steuergerät mehr vorhanden ist und die RDC Funktionalität von dem SLZ Steuergerät übernommen wurde, gibt es wieder 2 Radsätze. Das sind z.B. Sobald der Sensor aktiviert ist und vom dem RDC Steuergerät erkannt wird, wird das Steuergerät die Sensor-ID aus dem Sensor auslesen und abspeichern.

Hinweise zum EL-50448 Aktivierungstool

Die meisten EL-50448 Geräte, die im Internet billig angeboten werden, sind keine Original Geräte und haben oft nur eine sehr schwache Sendeleistung, so dass man bei der Aktivierung die richtige Stelle an dem Rad/Sensor finden muss, wo die Aktivierung dann klappt. Falls die Sensoren noch nicht verbaut sind, dann ist es noch einfacher, da man das Tool direkt an dem Sensor halten kann.

Lebensdauer der RDKS-Sensoren

Die RDK-Sensoren besitzen eine integrierte Batterie, die in der Regel mindestens 5 Jahre halten sollte. Je nach Laufleistung des Motorrads und der Batterienqualität kann die Lebensdauer des Sensors jedoch zwischen 3 und 10 Jahren variieren. Falls der Sensor nicht mehr erkannt wird und mithilfe eines Aktivierungstools nicht aktiviert werden kann, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Batterie leer. Auf YouTube finden sich mehrere Anleitungen zum Austausch der Batterie.

Wichtige Hinweise zum Anlernen

  • Beim Anlernen des Sensors mit einem Aktivierungstool sollte das Tool seitlich am Reifen, in der Nähe des Sensors, und nicht am Ventil gehalten werden.
  • Wenn der Sensor bereits bei einem Rad - vorne oder hinten, im ersten oder zweiten Reifensatz - registriert ist, wird es nicht möglich sein, diesen Sensor einem anderen Rad zuzuweisen. Das RDC-Steuergerät wird die Registrierung ablehnen.

RDC Sensor Generationen

Stand 12-2024 hat BMW 3 Generation von den RDC Sensoren für Motorräder, die bei unterschiedlichen Modellen verwendet werden. Diese sind alle von dem Hersteller Schrader, jedoch nicht immer kompatibel. Achten Sie daher, dass beim Tausch des Sensors, das richtige Model verbaut wird.

Alternative Anlernmethoden

Die RDC-Sensoren können einzeln auch ohne Diagnosecomputer angelernt werden. Allerdings ist dieses Verfahren nicht unbedingt praxistauglich und wird daher von uns nicht empfohlen (es muss ein Sensor umgebaut werden und dann rund 10 bis 15 min. gefahren werden, bis dieser Sensor erkannt wird. Anschließend erfolgt das gleiche Prozedere mit dem zweiten Sensor. Bei Kunden, die Ihr Fahrzeug wechselweise mit einen zweiten Radsatz betreiben wollen, empfehlen wir daher ein zweites RDC-Steuergerät zu erwerben.

Verwendung eines Wake-Up-Tools eines Drittanbieters

Es wurden mehrere Wake-Up-Tools getestet und festgestellt, dass die Ateq-Einheiten in der Funktion überzeugen und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten. Leider wurde die Produktion des VT05 eingestellt, daher konnte dieser nicht getestet werden. Die VT15, VT30 und VT55 Modelle wurden an vielen BMW Motorrädern getestet und funktionieren problemlos. Der VT15 ist die kostengünstigste Option.

Beachten Sie bitte, dass mit dem VT15 nur der Sensor aktiviert wird und sonst über keine Funktionen verfügt wo hingegen der VT30 und VT55 auch Sensordaten anzeigen kann, sobald dieser aktiv ist.

Option 3: Sensor manuell aktivieren (nicht immer möglich!)

Da die Sensoren noch eine Weile aktiv sind, bevor sie schlafen gehen, wäre Ihr erster Gedanke, mit dem Fahrrad eine kurze Fahrt zu machen, um die Sensoren zu wecken und einen Sensor zu lernen. Dies ist jedoch NICHT DER RICHTIGE WEG! Dadurch werden beide Sensoren aufgeweckt, und wenn Sie Ihr RDC-Gerät anweisen, eine bestimmte Position zu lernen, z. B. Vorderrad, Set A, empfängt das Steuergerät Signale von beiden aktiven TPM-Sensoren und lernt möglicherweise nicht den richtigen, oder überhaupt keinen...

DIE RICHTIGE ALTERNATIVE, auch bekannt als "ALERT-Methode", besteht darin, die Luft schnell aus dem Rad abzulassen (wir drücken einfach das Ventil für ca. 10 Sekunden)...

RDC-Wake-Up-Tools Alternativen

Da natürlich nicht jeder ein spezielles BMW RDC Test-Tool in seiner Werkstatt hat, um Sensoren anzulernen, wurden einige Alternativen hierzu entwickelt.

Option 1: Der Ersatzsensor verfügt über zwei Barcodes (Einer davon ist die Sensor-ID)

Sollten Sich auf dem Sensor zwei Barcodes befinden, so ist der Barcode, welcher über die kürzere Nummer verfügt, die Sensor-ID. Anstatt den Sensor zu aktivieren und diesen anzulernen können Sie auf die Schaltfläche [Erweitert] klicken, wo Sie einen bestimmten Sensoreintrag löschen oder die Sensor-ID einer bestimmten Position zuordnen können. In diesem Fall könnten Sie die Sensor-ID mit der Nummer 282353 eingeben, wenn Sie den Sensor anlernen möchten.

Option 2: Verwendung eines Wake-Up-Tool eines Drittanbieters

Es wurden mehrere Wake-Up-Tools getestet und festgestellt, dass die Ateq-Einheiten in der Funktion überzeugen und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten. Leider wurde die Produktion des VT05 eingestellt, daher konnte dieser nicht getestet werden. Die VT15, VT30 und VT55 Modelle wurden an vielen BMW Motorrädern getestet und funktionieren problemlos. Der VT15 ist die kostengünstigste Option.

Beachten Sie bitte, dass mit dem VT15 nur der Sensor aktiviert wird und sonst über keine Funktionen verfügt wo hingegen der VT30 und VT55 auch Sensordaten anzeigen kann, sobald dieser aktiv ist.

Der VT15 verfügt nur über einen Start- und Stopp-Button. Die BMW Sensoren werden innerhalb von etwa 10 bis 12 Sekunden nach drücken des Übertragungs-/ Start-Buttons aktiviert werden (denken Sie daran, dass Sie ggf. eine Reihe von Weckmustern durchlaufen müssen, da es sich hierbei um ein generisches Werkzeug handelt.

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