Es sind oft kleine unscheinbare Accessoires, die einem ewig treu bleiben, die sich als unverwüstliche, nutzwertige und zuverlässige Begleiter erweisen. Die einem ans Herz wachsen. Keine Wegwerfartikel, sondern Produkte, die irgendwann eine eigene Seele entwickeln. Etwa als Protagonist in einer immer wieder gerne erzählten Anekdote. Oder weil einem so ein Teil in bestimmten Lebenssituationen die Haut gerettet hat, einem besonders dienlich war oder zu neuen Bekannt- oder Liebschaften führte. Männer lieben solche Teile - Spielzeuge für große Jungs, Handschmeichler, Technikwunder auf kleinstem Raum, multifunktionelle Alltagsretter. Kurzum: Teile, die mit einem durch Dick und Dünn gehen. Wenn sie dann auch noch gut aussehen, umso besser.
Accessoires für Motorradfahrer im Produkttest
Was sollte man auf seinem Motorrad unbedingt dabei haben? Wir haben nützliche, haltbare, leicht verstaubare und vor allem Freude machende Motorrad-Accessoires für vier Fahrertypen ausgesucht.
Kollege Hans-Jörg Götzl von der Schwesterzeitschrift Motor Klassik hat sein Buck-Messer seit fast 30 Jahren immer auf Tasche. „Gehört zu mir wie ein Körperteil“, sagt der Mann mit Faible für Teile mit Tradition. Auch die Steinhart-Uhr von MOTORRAD-Classic-Redakteur Uli Holzwarth läuft und läuft und läuft, und der Leatherman des Autors dieser Zeilen reiste mit ihm zusammen in über 50 Länder.
Geschenkideen für Männer
Typen - auch Motorradfahrer - sind aber verschieden. Vorlieben auch. Wir haben vier verschiedene Typen gezeichnet und uns überlegt, welche sieben Sachen zu ihnen wohl am besten passen würden. Dabei achteten wir darauf, dass die Produkte am Mann getragen werden können, und zwar in der zum jeweiligen Typen passenden Motorradklamotte. Logisch, dass der sportliche Heizer in knackengem Leder andere Accessoires mitnimmt als ein Tourenfahrer in seinem Wundertüte-Tausend-Taschen-Anzug. Dass der Klassik-Fan eher auf das Kultige, denn auf perfekte Funktion achtet, was wiederum dem Abenteurer ungeheuer wichtig sein wird. Wir recherchierten am ganzen Markt, im Netz, wälzten Kataloge und interviewten Freunde, Kollegen und Bekannte mit derselben Frage: „Männer, was habt ihr immer dabei?“ Und sammelten so Empfehlungen und Kauftipps.
Unbestritten, die Auswahl der Teile war willkürlich - da draußen finden sich bestimmt noch Hunderte, Tausende andere sinnvolle und schöne Männer-Accessoires. Um zu überprüfen, welchen tatsächlichen Praxiswert die Teile bieten, durchliefen diese ein paar taffe Tests. Der Preis des jeweiligen Utensils war dabei untergeordnet, nur Haltbarkeit und Nutzen zählten. Und ein wenig Luxus tut auch gut. Glauben wir. Genauso, wie wir glauben, dass unsere Kaufempfehlungen alle das Zeug zum langjährigen Begleiter haben. So sind wir uns sicher, richtig tolle Teile gefunden zu haben. Auch als Geschenkidee, über die sich Mann bestimmt mehr freut als über Musical-Karten.
Die verschiedenen Fahrertypen und ihre Accessoires
Je nach Fahrertyp variieren die Anforderungen an die Accessoires. Hier eine Übersicht:
- Der Sportler: Leicht und kompakt, cooles Aussehen, Kreditkarte und Gaaas!
- Der Abenteurer: Robust und zuverlässig, überlebenswichtig in Notsituationen.
- Der Klassik-Fan: Tradition und Kultstatus, Gewicht und Multifunktion spielen keine Rolle.
- Der Tourer: Beste Kondition und höchste Ausdauer, Zuverlässigkeit und Treue.
Beispiele für Accessoires
Einige Beispiele für Accessoires, die in den Tests berücksichtigt wurden:
- Aquapac Belt Case: Wasserdichte Hüfttasche
- ic! berlin 50 Arnouxstraße: Federleichte Brille
- Culon Black: Extravagantes Karbon-Portemonnaie
- Sony Xperia Z5 compact: Wasserdichtes Android-Smartphone
- Swisscard Nailcare: Multifunktionale Karte
- Fenix RC09Ti: Kompakte Hochleistungstaschenlampe
- Certina Podium DS Big Size: High-End-Quarzuhr
- Petzl E+Lite: Mini-Stirnlampe
- Gloryfy G3 Twice Lava Air: Unzerbrechliche Sportbrille
- Peli 0955 Sport Wallet: Wasserdichte Geldbörse
- Casio G-Shock Mudmaster: Robuste Outdoor-Uhr
- Leatherman Signal: Multifunktionswerkzeug mit Signalpfeife und Funkenstein
- Cyrus CS 30: Outdoor-Smartphone
- Zippo Handwärmer: Mit Feuerzeugbenzin betriebener Handwärmer
Test Motorrad-Schlösser
Wie testet man Schlösser am besten? Marktführer Abus hat ein eigenes Labor mit speziellen Anlagen eingerichtet, wo ein Schloss etwa seine Zugfestigkeit unter Beweis stellen muss. Schön und gut, wenn das Material erst nach soundsoviel Tonnen Zugkraft in die Knie geht. Was aber, wenn der Dieb den Schließmechanismus einfach überlisten kann? Ein realistischer, allerdings absurder Sicherheits-Check wäre es, zwei Dutzend attraktive Motorräder an einem der Redaktion leidlich bekannten Diebstahl-Brennpunkt in Südfrankreich abzustellen und mit den zu testenden Schlössern zu sichern um dann nach ein paar Tagen zu schauen, was noch dort steht.
Besser und ebenso realitätsnah ist es, seriösen Experten das Schlösserknacken zu überlassen. Dabei muss jedes Produkt unter Beweis stellen, wie sicher es tatsächlich vor Langfingern schützt. Eine meterlange, armdicke Kette mit einem Schuhkarton-großen Bügelschloss bietet ohne Zweifel riesengroße Sicherheit. Doch welcher Motorradfahrer wird so einen Diebstahlschutz mit sich führen wollen? Neben der Sicherheit spielen Hand- habung, Ausstattungsmerkmale wie Trans- porttasche, Ersatzschlüssel, Schlüsselanhänger oder Aufkleber in Signalfarben, die den Fahrer davor warnen, mit angehängtem Schloss loszufahren und nicht zuletzt der Preis beim Kauf eine entscheidende Rolle.
Und passen sollte das Teil auch noch bei Bremsscheibenschlössern deshalb unbedingt vorher ausprobieren, ob sie sich überhaupt am eigenen Motorrad anbringen lassen. Ebenso muss man beim Anket- ten die richtige Kettenlänge für seinen persönlichen Einsatzzweck auswählen. Bei dem großen Angebot auf dem Markt kann man allerdings schnell den Überblick verlieren. Allein auf den Katalogseiten von Polo stehen über 20 Schlösser zur Wahl, vom billigen Bremsscheibenschloss der Hausmarke bis zum hochwertigen und teuren Diebstahlschutz aus Edelstahl.
»Dort, wo die Kriminalitätsraten höher sind, verkaufen sich die höherwertigen Schlösser besser, dennoch ist auch für unsere günstigen Alternativen durchaus ein Markt vorhanden. Da geht eben doch viel über den Preis. Motorradfahrer investieren anscheinend gerne in ihr Motorrad, aber weniger in die Sicherung desselben«, erläutert Polo seine Erfahrungen. Hier zu Lande reicht es vielen, das Motorrad lediglich mit dem Zündschloss zu sichern. Doch auch wenn die Teilkasko den monetären Verlust ausgleicht, ist manch geklaute Maschine für den gefoppten Besitzer nicht ohne Wehmut zu ersetzen. Wem seine Maschine also etwas wert ist, der sollte am Schloss nicht sparen.
Die Testkandidaten wiesen erfreulicherweise überwiegend eine sehr hohe Qualität auf, und zwar nicht nur die teuren Spitzenprodukte. Von absoluten Billigangeboten wie den Bremsscheibenschlössern von Polo oder Louis für knapp zehn Euro kann man indes nur abraten, denn sie sind mit einfachen Methoden und ohne jegliches Fachwissen zu knacken. Schlösser wie das Trelock MS 650 oder das Xena XE-15 sind trotz ihrer ansonsten guten Qualität nicht empfehlenswert, da sich deren Schließmechanismus mit der für Kenner simplen Pick-Methode öffnen lassen. Gauner würden diese Sicherheitslücke sofort ausmachen und auch nutzen. Zumin- dest Xena hat zugesichert, das XE-15 in Zukunft mit einem wesentlich sichereren Mechanismus auszurüsten.
Während Tubular-Systeme in der Regel vergleichsweise einfach überlistet werden können, besitzen manche Schlösser wie das Xena XN-18 ein sehr seltenes System das passende Spezialwerkzeug zum Knacken ist ebenfalls selten, schwer erhältlich und entsprechend teuer. Für gängige Tubular-Systeme sind Werkzeuge dagegen problemlos zu bekommen und gehören zur Grundausstattung des ambitionierten Motorrad-Diebs.
Der US-Hersteller Kryptonite kam vergangenes Jahr durch eine Rückrufaktion von Schließzylindern mit Tubular-System in die Schlagzeilen. Laut Kryptonite arbeitet man gerade an einem neuen Schließsystem und kann deshalb nicht am aktuellen MOTORRAD-Test teilnehmen. Abus stattet seine hochwertigen Schlösser mittlerweile nur noch mit Scheibenzuhaltung aus, Tubular-Systeme sind aufgrund der Ergebnisse des letzten MOTORRAD-Schlössertests komplett aus dem Programm geflogen.
Insgesamt hat sich viel Positives getan seit dem letzten Test vor fünf Jahren. So stellt Aufsperrexperte Stefan Unterbuchberger fest: »Wir hattens mit den meisten Schlössern wirklich schwer. Und fairerweise muss man sagen, dass nur wenige Experten alle Spezialwerkzeuge und Fähigkeiten mitbringen, die Schlösser zu knacken. Es ist wie mit einem Klavier: Kaufen kann es jeder, um damit umzugehen, braucht es Übung.« Die Profi-Diebe leider haben.
Hier eine Übersicht einiger getesteter Schlösser:
| Schloss | Preis | Gewicht | Fazit |
|---|---|---|---|
| moto-detail Bremsschloss | 13,95 Euro | 540 Gramm | Außer der auffälligen Lackierung hat das billige Schloss nicht viel zu bieten. |
| Superdisc | 9,95 Euro | 400 Gramm | Als Attrappe erfüllt das Polo-Schloss seinen Dienst, als Diebstahlschutz eine Fehlinvestition. |
| moto-detail Profi Line Kombi | 49,95 Euro | 3678 Gramm | Hammerpreis, super Gegenwert! |
| Barrier | 29,90 Euro | 1520 Gramm | Topp Preis und Schließsystem, aber wenig Sicherheit bietende Stahlhülsen. |
| MK 900 | 99,90 Euro | 5100 Gramm | Sehr solider Diebstahlschutz mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. |
| Monster | 99,90 Euro | 680 Gramm | Ideales, sicheres Bremsschloss, zudem sehr gut ausgestattet. |
| Boss Alarm | 98,90 Euro | 940 Gramm | Prima Ausstattung, hochwertiges Schloss mit Alarmanlage. |
| XN-18 Kombi | 279,95 Euro | 7390 Gramm | Unverwüstliches, sehr hochwertiges Produkt, Tubular-Schloss bildet Sicherheitslücke. |
| MS 650 | 49,90 Euro | 2180 Gramm | Weder in der Handhabung noch in der Sicherheit überzeugend. |
| Bügelschloss | 70,89 Euro | 2220 Gramm | Als Wegfahrsperre gut geeignet, beim Anschließen indes nur sehr begrenzter Einsatzbereich. |
| Chain Lock 90 | 112,79 Euro | 5040 Gramm | Gute Sicherheit, Punktabzüge für die eher mäßige Handhabung. |
| Granit Power 58/140 loop | 115,95 Euro | 5540 Gramm | - |
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