BMW Motorrad Sommerjacken im Test: Schutz und Komfort für heiße Tage

Jacken für die Übergangszeit sind nicht nur im Alltag, sondern erst recht beim Biken gefragt. Wirklich gut gemachte, blitzsauber gearbeitete Motorradjacken im waschechten Freizeit-/Streetstyle sind uns bislang überraschenderweise nur wenige untergekommen. Entweder geriet die Motorrad-Funktionsoptik als zu üppig aufgetragen, so dass dem Einsatz in der Freizeit von vornherein enge Grenzen gesteckt waren. Oder der legere Auftritt wurde getrübt von so manchem gravierenden Verarbeitungs- oder Materialmangel.

BMW Motorrad hingegen macht mit der aktuellen Version seiner Textiljacke „Boulder“ alles richtig. Dem edel gemachten Teil sieht man so gut wie gar nicht an, dass es zum Biken taugt. Es pflegt vielmehr einen überaus lässig-souveränen, beinahe zurückhaltenden Stil - und trägt seine Schutzfunktionen als echte innere Werte.

Die BMW Boulder Jacke: Leichtigkeit und Schutz für den Sommer

Die „Boulder“ ist - bezogen auf ihren Einsatzzweck als Biker-Jacke - eine für den Sommer oder die Übergangszeit. Man kann zwar eine Steppjacke darunterziehen - BMW empfiehlt etwa die „Ride“ aus dem eigenen Klamotten-Sortiment -, hat dann aber immer noch ein vergleichsweise dünnes Schutztextil an. Das können Winterprofis klar besser. Gerade aber das fluffige, ausschließlich in hellem Anthrazit ausgelieferte Obermaterial - ein leichter, dennoch strapazierfähiger, gewachster Polyester-Baumwoll-Mix - darf, wenn es darauf ankommt, einen elementaren Vorteil gegenüber üppig gearbeiteten, vielfach in sattem Schwarz daherkommenden 3-Lagen-Membran-Textilien genüsslich ausspielen: Es liegt nicht wie Blei auf den Schultern, lässt dem Träger vielmehr ein luftig-duftiges Grundgefühl. Wenn beim Ampelhalt im Hochsommer die Sonne gnadenlos brennt, wird man diese Leichtigkeit des Seins schnell zu schätzen lernen.

Klimafreundlich und Anpassbar

Auch beim Fahren hält die „Boulder“ die Innentemperaturen niedrig - vor allem dann, wenn der Träger das sogenannte „AirVent“-System nutzt, heißt: Wenn er den Hauptreißverschluss entlang eines perforierten Zwischenstücks an der Front eingefädelt hat. Denn dann ist die „Boulder“ erst recht auf Durchzug gestellt. Und wer in einen spontanen Regenschauer gerät, muss ebenfalls nicht verzagen: Eine via Druckknöpfe und Schlaufen fix einknüpfbare Klimamembran, die wind- und wasserdicht ist, hält das T-Shirt darunter in präsentablem Zustand. Auch an einen Verbindungsreißverschluss für die Hose haben die BMW-Schneider gedacht.

Sehr positiv bewerteten wir neben dem grundlegend schlanken Schnitt auch die Tatsache, dass etwa Kragen und Ärmel der „Boulder“ mittels Klettverschlüssen an wirklich jeden Hals- oder Handgelenks-Umfang angepasst werden können - weil der Einstellbereich eben von vornherein sehr weit gewählt wurde. An solch vermeintlich banalen Details scheitern viele, selbst hochpreisige Jacken nach unserer Erfahrung regelmäßig.

Auch die Bestückung des Textils mit Taschen (vier außen, zwei innen, eine davon sehr großformatig und wasserdicht) geriet üppig.

Sicherheit auf der Höhe der Zeit

Was die passive Sicherheit angeht, fährt man mit der „Boulder“ auf der Höhe der Zeit. Die von BMW verbauten, großformatigen NPL-Protektoren an Schultern und Ellbogen geben sich durch den verwendeten visko-elastischen Polyurethan-Schaum als sehr weich und anschmiegsam. Schade nur, dass im Preis von 410 Euro (UVP) kein Rückenprotektor eingeschlossen ist. Kann man aber nachrüsten. Und nimmt man die Protektoren aus ihren solide genähten Innentaschen, ist ein schlanker Freizeitlook garantiert.

Motorrad-Meshjacken für heiße Tage im Test

Wir testen Motorrad-Sommerjacken, genauer Motorrad-Meshjacken, auf die Kombination aus luftiger Leichtigkeit und sicherem Schutz für den Oberkörper.

Im Sommer, wenn Lederkombi oder Touren-Textilanzug zwar zuverlässigen Schutz, doch nur wenig Belüftung bieten, greifen allzu viele Motorradfahrer zu T-Shirt, Sneakern und kurzer Hose. Bitte tun Sie das nicht! Denn Baumwolle löst sich bei Asphaltkontakt schnurstracks in Missfallen auf - verdreckte und schlecht heilende Schürfwunden sind die Folge. Die wesentlich bessere Alternative sind Meshjacken, die großflächig auf ein Netzgewebe aus Polyester oder Polyamid setzen. Diese versprechen beste Belüftung und dennoch ausreichend Schutz.

Können Löcher sicher sein?

Die mittlerweile für Motorradbekleidung gültige Norm EN 17092 soll es leichter machen, die zu erwartenden Schutzeigenschaften einer Jacke zu erkennen. Dazu findet sich auf dem Etikett einer von drei Buchstaben, nämlich C (Aufprallschutz), B (Abriebschutz) oder A (Aufprall- und Abriebschutz). Je nachdem, wie gut bzw. lange die Schutzkleidung bei einem (simulierten) Sturz hält, kann sie auch mit AA oder AAA ausgezeichnet sein. Letzteres erreichen robuste Textil- und Lederkombis sowie manche Jeans. Meshjacken hingegen sind in der Regel "nur" mit einem A zertifiziert.

Das Mindestmaß sieht so aus, dass Zone 3 (hellblau) gar nicht auf Abriebfestigkeit geprüft wird - also all jene Bereiche, die bei einer Mesh­jacke typischerweise aus Netzgewebe bestehen.

Solche Bekleidung soll laut Norm auf möglichst geringe Ergonomie- und Gewichtsbelastungen ausgerichtet sein und darf sich dafür auf ein Mindestmaß an notwendigem Schutz konzentrieren. Konkret sieht dieses Mindestmaß so aus, dass Zone 3 (siehe Grafik, hellblau) gar nicht auf Abriebfestigkeit geprüft wird - also all jene Bereiche, die bei einer Meshjacke typischerweise aus Netzgewebe bestehen. Von daher sollten Käufer auf vertrauenswürdige Materialien achten, zum Beispiel Polyamid oder robusteres Polyester (z. B. 600D).

Praxistest Sommeranzüge

Nach dem extrem heißen Sommer des vergangenen Jahres haben viele Motorradbekleidungs-Anbieter ihre Modellpaletten in dieser Saison um luftige Sommeranzüge erweitert. MOTORRAD testete acht Zweiteiler mit großflächigen Belüftungsöffnungen. In welchem dieser Anzüge bleiben Biker selbst bei großer Hitze wirklich cool?

Testergebnisse im Überblick

Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse einiger Sommeranzüge:

  • BMW AirFlow II: Plus - Hervorragende Verarbeitung, wirkungsvolle Belüftung, exakt positionierte Protektoren. Minus - Eingeschränkter Tragekomfort, zu kurzer Schnitt, dürftige Ausstattung. Urteil: befriedigend (61 Punkte).
  • FLM Airvent: Plus - Gute Verarbeitung, wirkungsvolle Belüftung, gut sitzende Protektoren. Minus - Kurzer Verbindungs-Reißverschluss, fummelige Verbindung von Jacke und Hose. Urteil: befriedigend (67 Punkte).
  • Hein Gericke Maxwell Summer II: Plus - Gute Verarbeitung, akzeptabler Tragekomfort, gute Bundweitenverstellung. Minus - Schwacher Front-Reißverschluss, Protektoren können verrutschen, Hose zu kurz. Urteil: befriedigend (64 Punkte).
  • Held Rouky/Zeffiro: Plus - Prima Verarbeitung, bequemer Schnitt, ideal platzierte Protektoren, effektive Belüftung. Minus: Kein Verbindungs-Reißverschluss, einfache Ausstattung. Urteil: gut (72 Punkte).
  • Louis Probiker Breeze: Plus - Gute Verarbeitung, legerer Schnitt, richtig platzierte Protektoren, effektive Belüftung, gute Bundweitenverstellung. Minus - Jacke ohne Verbindungs-Reißverschluss, einfache Ausstattung, erhöhte Flatterneigung. Urteil: gut (72 Punkte).
  • Richa Air Vent: Plus - Sehr gute Verarbeitung, körpernaher Schnitt, richtig platzierte Protektoren, hervorragende Weitenverstellung, effektive Belüftung, gute Ausstattung. Minus - Kurzer Verbindungs-Reißverschluss. Urteil: gut (79 Punkte).
  • Rukka APR 3: Plus - Hervorragende Verarbeitung, sehr gute Passform, angenehmer Tragekomfort, richtig platzierte Protektoren, sehr effektive Belüftung, sehr umfangreiche Ausstattung. Minus - Reißverschlüsse aus Kunststoff, erhöhte Flatterneigung an Oberschenkeln. Urteil: sehr gut (93 Punkte).
  • Stadler Traveler/Journey: Plus - Sehr hochwertige Verarbeitung, gute Passform, prima platzierte Protektoren, hervorragender Tragekomfort, wirkungsvolle Belüftung, komplette Protektorenausstattung. Minus - Wenig abriebfeste Kunststoff-Reißverschlüsse, Kragen und Jackenbund fallen etwas zu weit aus. Urteil: sehr gut (91 Punkte).

Motorradfahren bei großer Hitze - Interview mit Dipl.-Ing. Florian Schueler

Dipl.-Ing. Florian Schueler, Institut für Rechtsmedizin, Fachgebiet Technologische Biomechanik und Unfallforschung an der Universität Heidelberg, über Vor- und Nachteile von Sommeranzügen.

Gefahren und Alternativen

Unter einer korrekten Schutzkleidung verstehe ich einen Anzug mit maximalem Verletzungsschutz. Und der besteht nach wie vor aus geeignetem Leder mit eingearbeiteten Protektoren. Dies bedeutet jedoch an heißen Tagen, dass je nach Fahrsituation eine physiologische Temperierung des Körpers nicht mehr erfolgen kann. Stattdessen kommt es zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Aufheizung. Starkes Schwitzen beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden stark, sondern führt auch zu einer zunehmenden Kreislaufbelastung. Darunter leidet die aktive Fahrsicherheit, indem sowohl Konzentration als auch Reaktionszeit und Reaktionsqualität extrem beeinträchtigt werden können.

Sommeranzüge sind insofern eine Alternative, als sie die aktive Fahrsicherheit unterstützen und somit das Unfall- und Sturzrisiko verringern. Aber auch luftige Sommeranzüge können durch die Ausstattung mit Protektoren und abriebfesten Textil- und Armierungsfasern gegenüber Anprall- und Schürfeinwirkungen einen nennenswerten, je nach Unfallgeschehen auch sehr effizienten Verletzungsschutz bieten.

Belüftung und Unterkühlung

Die Gefahr von Zugluft und Unterkühlung besteht insbesondere dann, wenn man schon schwitzt, bevor der kühlende Fahrtwind wirkt. Deshalb sollte man unmittelbar nach dem Anziehen der Schutzkleidung mit mehr oder weniger geöffneten Belüftungseinlässen losfahren. Wie bei der Klimaanlage im Auto sollte die Luftkühlung allerdings nicht gleich maximal, sondern »homöopathisch« dosiert werden.

Sinken die Temperaturen bei längeren Ausfahrten deutlich ab, ist darauf zu achten, dass die Kleidung so dicht wie möglich verschlossen werden kann. Und im Zweifelsfall eine Zwischenbekleidung, beispielsweise ein Windstopper-Shirt, einziehen oder auf eine andere Schutzkleidung umsteigen. Wichtig ist vor allem, dass die Nierengegend sowie der Schultergürtel- und Halsbereich vor Zugluft geschützt sind.

Die ideale Motorradbekleidung für heiße Tage

Sommertaugliche Schutzkleidung ist ein Kompromiss, bei dem die Aufgabenteilung im Vordergrund steht. Dies gelingt am besten mit drei oder vier Schichten. Als direkte Körperschicht sollte die Unterwäsche nicht aus feuchtigkeitspeicherndem Material wie Baumwolle bestehen, sondern die Feuchtigkeit weitertransportieren. Darauf folgt die Schuppenschicht mit Protektoren an allen Sturz- oder unfallexponierten Körperstellen, die im Einwirkgeschehen lagestabil an der zu schützenden Körperstelle verbleiben müssen. Die Außenschicht sollte mit einer regulierbaren Belüftung versehen sein und einigermaßen vor Regen schützen. Diese Funktion könnte auch eine unter der Außenschicht getragene Funktionsmembran übernehmen.

BMW Motorrad Kollektionen für den Sommer

BMW Motorrad Clothing steht für hochwertige Motorradbekleidung, die perfekten Schutz, innovatives Design und außergewöhnlichen Komfort verbindet. Ob sportlich auf der Rennstrecke, gemütlich auf Tour oder mitten rein ins Gelände - wir bieten Dir alles, was Du für Deine nächste Ausfahrt benötigst. Von schützenden Helmen über funktionelle Jacken bis hin zu robusten Stiefeln ist hier für jede Ausfahrt etwas Passendes dabei.

Kollektions-Highlights

  • RideAndShare Kollektion: Jacke Bavella für Schutz bei jedem Wetter und leichte Sommerjacke Swartberg AIR.

Schutzkleidung für die Kurzstrecke

Auch wer mit dem Motorrad nur mal kurz ums Eck will, sollte das mit entsprechender Schutzkleidung tun. Dass die sich kaum noch von normaler Straßenkleidung unterscheidet, beweist BMW mit seiner Kollektion. Es ist keine Pflicht, aber durchaus schlau, sich auch auf der Kurzstrecke auf dem Motorrad mit entsprechender Kleidung zu schützen.

Die Raceflow Jacke: Sportlich und luftig

Dazu gehört zum Beispiel die Jacke mit dem schönen Namen "Raceflow", eine wirklich sportliche Herren-Textiljacke, die explizit für sommerliche Ausritte ausgelegt ist. Dank ihres Mesh-Gewebes an der Vorderseite und ähnlich offenen Materialeinsätzen an den Armen und am Rücken ist sie super luftdurchlässig. Also ideal für Fahrten an richtig heißen Sommertagen. Für die Sicherheit sorgen Protektoren an Schulter und Ellenbogen. Zudem sind die sturzgefährdeten Stellen mit doppelten Materialschichten versehen. Der NPL-Rückenprotektor muss und sollte selbst nachgerüstet werden, die entsprechende Einschubtasche ist jedenfalls bereits da.

Für den Tragekomfort sorgen dehnbare Gummieinsätze oberhalb der Ellenbogen und am Rücken unterhalb der Schultern. Ein echtes Highlight ist der weiche Saum am kurzen Stehkragen. Der sorgt nämlich dafür, dass an Hals und Nacken nichts scheuert. Der Jackenbund lässt sich mithilfe zweier Druckknöpfe in die jeweilige Passform des Bauchumfangs bringen.

Motorradjeans im Vergleich: Waterproof vs. Fivepocket

Leichter tut sich der Fahrer hier, wenn er die Jeans "Waterproof" nach einer Fahrt reinigen muss. Die ist nämlich - ihr Name verrät es bereits - wasserdicht. Auf den ersten Blick traut man das dem guten Stück gar nicht zu, sieht es doch aus wie eine ganz normale Five-Pocket-Jeans. Aber im Gegensatz zu der perlt das Wasser, das der liebe Petrus aus den Wolken schickt, einfach nur an dem Material ab.

Wer also bei großer Hitze nicht im eigenen Hosenbeinsaft kochen, aber dennoch mit einer schützenden Jeans unterwegs sein möchte, dem kann an dieser Stelle die "Fivepocket" für 220 Euro ans Bein gelegt werden. Die ist also nicht nur 70 Euro preiswerter als die "Waterproof", sondern hat dank abriebfestem Material und NPL-Protektoren an Knie und Hüfte auch die Schutzwerte. Als Plus kommt hier hinzu, dass der Codura-Stoff, also das Polyamidgewebe, nicht in der gesamten Hose vernäht wurde. Dadurch ist das Teil von sich aus luftdurchlässiger und die Schwitz-Orgien bei großer Hitze bleiben aus.

Sneaker für die Kurzstrecke: BMW Ride

Für Sicherheit sorgen innenliegende Verstärkungen an der Ferse und eine entsprechende Zehenkappe. Am linken Schuh gibt es einen zusätzlichen Schalthebelschutz. Und in beiden hoch aufragenden Schäften sind zusätzliche Knöchelprotektoren.

Für den Komfort sorgt im Innenschuh Mash, das die Feuchtigkeit absorbiert und die Luft, die durch das offenporige Rindsleder gelangt, auch an den Fuß lässt. Wer sich über die Schnürung des Schuhs einmal die passende Weite zurechtgezogen hat, der braucht für den Ein- und Ausstieg in Zukunft nur noch den Reißverschluss an der Innenseite zu benutzen.

Der Helm: BMW Race

Tatsächlich kommt da für sportliche Fahrer nur der "Race" infrage. Warum? Weil der Helm einfach universell einsetzbar ist. Seine Hauptqualität hat der ausgezeichnet sitzende Helm in jedem Fall auf dem Rundkurs. Aus einer GFK-Carbon-Mischung gegossen, ist er mit 1350 Gramm superleicht, bietet mit seinem großen Visier ein erstklassiges Blickfeld zur Seite und kann locker 300 km/h ab. Und das, ohne auf dem Weg dorthin durch Fahrtwindverwirbelungen dem Fahrer den Kopf abreißen zu wollen. Hinzu kommt, dass der "Race" ausgezeichnet belüftet ist.

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