BMW Motorrad richtig überwintern: Tipps und Tricks für eine optimale Winterpause

München, 04. November 2020. Für viele Motorradfahrer geht die Saison bereits im Oktober zu Ende. Es ist Zeit, sich Gedanken über die Einlagerung und eine optimale Winterpause zu machen. Hier sind Tipps zu Pflege und technischer Wartung im Winter.

1. Vorbereitung des Motorrads

Stellen Sie Ihr Motorrad bei Wintereinbruch auf keinen Fall einfach so in die Garage. An einem ohne vorherige Pflege für längere Zeit abgestellten Motorrad können beträchtliche Schäden auftreten. Ein richtig konserviertes und gepflegtes Bike hingegen lässt sich sogar nach mehreren Jahren einfach und kostengünstig reaktivieren.

Beachten Sie unbedingt auch die Wartungs- und Pflegehinweise in der Bedienungsanleitung sowie besondere Herstellerhinweise.

1.1. Motorrad säubern

Machen Sie das Motorrad vollständig sauber und trocknen Sie es gut ab. Der beste Platz zum Saubermachen ist ein Waschplatz. Mit dem Dampfstrahler niemals zu nah an das Motorrad gehen, damit das Wasser nicht an Stellen hineingedrückt wird, wo es nicht hinein soll.

Bei vollverkleideten Maschinen zählen hierzu besonders die Vorderseite des Motors und die Unterseite der Auspuffanlage. Bei Maschinen mit Kettenantrieb verteilt sich das Kettenfett gerne im Bereich des Ritzels auf dem Motorgehäuse und der Schwingenlagerung. Fette und Öle können in diesen Bereichen verharzen oder Schmutz aufnehmen. Soweit möglich sollten Sie Reste des alten Schmierstoffs entfernen und durch neues, nicht verharzendes Schmiermittel ersetzen.

1.2. Spezielle Pflege für Lack, Chrom und Plastikteile

Lackierte Flächen, Chromteile, Plastik-Komponenten und Sitzbank behandeln Sie gründlich mit auffrischenden oder konservierenden Pflegetinkturen - demontierte Verkleidungsteile am besten von beiden Seiten. Außerdem sollten Sie die über die Saison eingesammelten Steinchen aus dem Verkleidungsbug entfernen. Mittel, die beispielsweise für Lack gut sind, können eventuell für Metall schädlich sein.

Vorsicht bei Auspuffreinigern: Teilweise sind diese Mittel derart aggressiv, dass Sie immer mit Handschuhen und Schutzbrille arbeiten sollten. Doch der Aufwand lohnt sich, da am Ende die Edelstahl-Auspuffanlage wie neu erstrahlt.

1.3. Rostanfällige Bauteile warten

Sprühen Sie rostanfällige Bauteile wie Auspuff, Felgen, Speichen etc. sparsam mit Konservierungsmittel ein, und verteilen Sie dieses mit einem Lappen. Reiben Sie blanke Metallteile mit einem ölgetränkten Lappen (es eignet sich auch dünnflüssiges Petroleum), Gummiteile mit einem entsprechenden Pflegemittel aus dem Zubehörhandel ein.

Ist die Lackierung des Stahlrahmens beschädigt, kann dieser schnell Rost ansetzen. Besonders häufig tritt dies auf der Rahmenunterseite z.B. durch Steinschlag und am Heckrahmen unter der Sitzbank auf. Auch die Bereiche, an denen Kabelbäume, Bowdenzüge oder Motorradstiefel reiben, sind gefährdet. Nach dem Reinigen der Korrosionsstellen tragen Sie eine Grundierung und den Lack auf. Mit einem Konservierungsmittel kann eine dünne Schicht auf Felgen, Speichen, Auspuff aufgetragen werden und mit einem Lappen verteilt werden.

1.4. Kette und Ritzel reinigen

Kette und Ritzel sollten ebenfalls nicht nur vor dem Winterschlaf, sondern regelmäßig gesäubert werden. Das Kettenfett nimmt im Lauf des Betriebs Schmutzpartikel auf, die den Rollen, O-Ringen und den Zahnflanken von Kettenrad und Kettenritzel stark zusetzen. Im Winter sollten Sie Kette und Ritzel mit einem Reinigungsset säubern. Zuerst wird die Kette auf der innenliegenden Seite mit Kettenreiniger eingesprüht. Dieser soll mehrere Minuten einwirken, damit sich das alte Kettenfett bindet. Zum Abspülen von Schmutz und Reiniger genügt Wasser. Wichtig ist, dass das Kettenspray immer auf der innenliegenden Seite der Kette aufgetragen wird, damit durch die Fliehkraft das Fett automatisch nach außen getragen wird. Anschließend müssen die geputzten Teile mit Kettenspray geölt werden. Kontrollieren Sie die Ritzel auf Verschleiß. Sind die Zähne spitz und haben asymmetrische Flanken, am besten Kette und Ritzel im Set erneuern.

2. Technische Wartung

Wer sich richtig auskennt, kann die Wintermonate für eine intensive Analyse des technischen Zustands seiner Maschine nutzen. Sie haben ein Saisonkennzeichen? Kein Problem: Viele Händler bieten eine Abholung der Maschine an.

2.1. Motoröl wechseln

Lassen Sie das Motoröl aus dem warmen Viertaktmotor ab, wechseln Sie den Ölfilter, und befüllen Sie den Motor mit frischem Öl. Solange der Motor der Viertakt-Maschine noch warm ist, bietet es sich an, das Motoröl abzulassen, den Ölfilter zu tauschen und den Motor wieder mit frischem Öl zu befüllen. Drehen Sie den Motor mit dem Anlasser oder Kickstarter mehrmals durch, lassen Sie ihn aber nicht laufen. Entsorgen Sie das Altöl umweltgerecht bzw. geben Sie es beim Verkäufer des neuen Öls zurück.

2.2. Tank füllen oder entleeren

Einen Motorradtank aus Blech sollten Sie bis zum oberen Rand befüllen, wenn das Motorrad auf dem Mittelständer abgestellt wird, ansonsten entsprechend den Herstellervorschriften befüllen. Ein Tank aus Blech soll, je nach Herstellervorschrift, bis zum oberen Rand gefüllt sein, damit dieser nicht von innen rosten kann. Kunststofftanks hingegen sollten möglichst leer sein, da Kraftstoffbestandteile durch die Tankwand diffundieren können. Tank vollständig füllen: Benzintanks aus Metall sollten ‚bis zum Kragen‘ vollgetankt werden. Dies beugt der Korrosion und der Kondensatbildung vor.

2.3. Schwimmerkammern und Vergaser leeren

Bei längeren Standzeiten des Motorrads ist es entscheidend, dass sich so wenig Benzin wie möglich in den Schwimmerklammern und dem Vergaser befindet. Wenn möglich schließen Sie auf der letzten Fahrt den Benzinhahn rechtzeitig vor dem Abstellen des Motors. Andernfalls können Sie die Schwimmerkammern bei stehendem Motor mittels Ablassschraube leerlaufen lassen. Das Benzin fließt dann über lange Schläuche an der Motorradunterseite ab. Fangen Sie das Benzin dort auf, und schütten Sie es in den Tank. Nicht vergessen: Ablassschrauben der Vergaser-Schwimmerkammern wieder verschließen.

2.4. Kühlflüssigkeit kontrollieren

Überprüfen Sie den Flüssigkeitsstand und die Konzentration des Frostschutzmittels. Zur Kontrolle der Flüssigkeiten gehört auch die Kühlflüssigkeit dazu.

2.5. Batterie ausbauen und laden

Nachdem das Motorrad gesäubert, die Flüssigkeiten geprüft und das Zweirad nicht mehr groß bewegt werden muss, wird die Motorradbatterie ausgebaut und an einem trockenen Ort aufbewahrt. Über den Winter wird die Batterie an ein dafür vorgesehenes Ladegerät gehängt, um dauerhaft geladen zu werden. Laden Sie die Batterie von Zeit zu Zeit kurzfristig oder dauerhaft an einem speziellen Ladegerät (nur, wenn vom Ladegerät-Hersteller für dauerhaften Anschluss vorgesehen).

Bei herkömmlichen Batterien, deren Kammern nicht versiegelt sind, sollten Sie den Säurestand prüfen und sie gegebenenfalls bis zur oberen Füllhöhe mit destilliertem Wasser auffüllen. Alle wartungsfreien Batterien dürfen nicht geöffnet oder gar befüllt werden!

3. Stellplatz und Abdeckung

Stellen Sie das Motorrad in einem trockenen, gut belüfteten, nicht zu warmen Keller- oder Garagenraum ab, und decken Sie es mit einer Decke oder Stoffbahn ab. Verwenden Sie keine luftundurchlässige Plane, da sich darunter Schwitzwasser sammeln kann. Wer nicht über einen derartigen Stellplatz verfügt, sollte mit seinem Motorradhändler sprechen. Einige Firmen bieten für den Winter Abstellplätze an, teilweise sogar in Verbindung mit speziellen Pflegeprogrammen.

Ein guter Stellplatz ist trocken und gut belüftet. Am besten wird es dann mit einer wasserdichten, undurchsichtigen, bis zum Boden reichenden Pelerine geschützt. Verwenden Sie gegebenenfalls eine spezielle Motorradplane, die sich mit einem kleinen Bügelschloss anschließen lässt. Weil sich darunter leicht Feuchtigkeit verstecken kann, sollten Sie an trockenen Tagen den Wetterschutz abnehmen und die Maschine gut auslüften lassen. Bei derartiger Überwinterung sind die Rostschutzmaßnahmen besonders wichtig.

4. Zusätzliche Tipps

  • Reifendruck erhöhen: Erhöhen Sie den Reifendruck um ca. 0,5 bar und/oder unterbauen Sie Ihr Motorrad, zum Beispiel mit Getränkekisten, sodass kein Rad den Boden berührt.
  • Benzin stabilisieren: Heutige Benzine, die mit Ethanol versetzt sind, verlieren über die Zeit an Zündfähigkeit und der hohe Wasseranteil im Kraftstoff führt dazu, dass sich Benzin und Wasser separieren, wenn das Bike nicht bewegt wird. All dies lässt sich mit einem hochwertigen Fuel Stabilizer vermeiden, sodass das Motorrad auch nach einer längeren Standzeit ohne Probleme anspringt.
  • Bewegliche Teile schmieren: Bewegliche Teile und Gelenke müssen geschmiert werden. Hierfür empfiehlt sich ein Universalschmiermittel, das Feuchtigkeit unterwandert, verdrängt und einen hochwirksamen Schutzfilm hinterlässt.

5. Angebote zur Motorrad-Einlagerung

Viele BMW Motorrad Händler bieten eine professionelle Motorrad-Einlagerung an. Hier eine kleine Auswahl:

Händler Ort Leistungen
Klaus Mayer GmbH & Co. München Motorrad-Einlagerung in beheizter Halle, inkl.
Autohaus Pielmeier GmbH & Co. Regensburg Motorrad-Einlagerung, in beheizter Halle, inkl.
Autohaus Kühnert GmbH & Co. Plauen Motorrad-Einlagerung, in beheizter Halle, inkl.
Alfred Wahl GmbH & Co. Karlsruhe Motorrad-Einlagerung, in beheizter Halle, inkl.

Bitte beachten Sie, dass dies nur eine kleine Auswahl ist. Informieren Sie sich bei Ihrem lokalen BMW Motorrad Händler über die angebotenen Leistungen und Preise.

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