BMW Motorrad Werbung Analyse: Erfolgsfaktoren und Strategien

Der außergewöhnliche und anhaltende Markterfolg von BMW Motorrad hat viele Gründe. Ein besonders wichtiger ist die schlagkräftige Handelsorganisation.

BMW Motorrad hat in Österreich 27 Handelsbetriebe, die durch ihre Struktur und Arbeitsprozesse flexibel auf die Marktbedürfnisse reagieren können. Durchschnittlich verkauft ein BMW Motorrad Handelsbetrieb heute über 50 % mehr neue Motorräder als noch 1997. Diese rasante Entwicklung muss in den Betrieben bewältigt werden.

Qualitätsmanagement als Schlüsselfaktor

Ein wesentliches Hilfsmittel dazu ist das Qualitätsprogramm "BMW Motorrad QMA" (Qualitätsmanagement). Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein komplexes Managementsystem in Form eines interaktiven "Selbstlernprogramms".

BMW Motorrad QMA bietet dem Händler eine Anleitung zur Verbesserung und Optimierung aller relevanten Abläufe im Motorrad Handelsbetrieb. Vorrangiges Ziel des Programms ist es, die Kundenzufriedenheit zu steigern.

Als gezielte Verbesserungen durch dieses Programm werden auch eine Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit sowie eine Erhöhung der Profitabilität angestrebt.

Das Programm ist ein umfassendes Instrument zur Bestandsaufnahme, Analyse und Realisierung von Verbesserungen aller relevanten Abläufe im Handelsbetrieb. Es gibt Anleitung zur "Selbsthilfe" und stellt beispielhaft Musterlösungen zur Verfügung, lässt aber bewusst Freiraum zur individuellen Gestaltung und Optimierung der Abläufe. Ziel ist die Optimierung der Abläufe angepasst an die Gegebenheiten des einzelnen Handelsbetriebs.

Optimaler Betreuungsprozess

Und so könnte ein optimaler Betreuungsprozess aussehen: Der Kunde bringt sein Motorrad zum Service (Termin über Internet vereinbart), der Betreuer erwartet ihn schon (elektronischer Serviceplaner) und macht die Serviceberatung am Motorrad. Er empfiehlt, was zu machen wäre, weil er schon im Vorfeld weiß, was für das Bike gut ist (elektronische Fahrzeugakte).

Während das Motorrad gewartet wird (MoDiTech), kann der Kunde entweder auf sein Fahrzeug warten und einen Kaffee trinken (an der Bikers Bar) oder er probiert das neueste BMW Modell (Kundenersatzfahrzeug) und lässt sich ein individuelles Angebot auf den Leib schneidern (individuelle online Konfiguration).

Egal wie er sich entscheidet, sein Motorrad wird perfekt gewartet und steht in gereinigtem Zustand (Checkliste) für ihn bereit. Auch der schönste Sommer geht einmal zu Ende, und das Bike steht in der Garage oder beim Händler (Einwinterungsangebot) und wartet auf das Frühjahr.

Die Betreuung durch BMW ist ganzjährig (Vertriebsentwicklung). In diesem Rahmen erhält der Kunde zum Beispiel eine Karte mit den schönsten Motorrad-Strecken um seine Ausfahrten für das nächste Jahr planen zu können.

Der Kunde merkt es natürlich nicht, welche Rädchen und Personen im Hintergrund zusammenarbeiten müssen, damit seine Rundumbetreuung zur absoluten Zufriedenheit abläuft. Sowohl die kleinen als auch die großen Dinge müssen zu 100% funktionieren. Damit dies auch so ist, bilden die Mitarbeiter des Motorradhändlers ein Team, das mit vereinten Kräften dieses Ziel verfolgt.

Das Qualitätsmanagementprogramm von BMW Motorrad hilft ihnen dabei. Das Team von Denzel Klagenfurt hat als erster BMW Motorrad Vertragshändler dieses Programm umgesetzt und wurde dafür mit ausgezeichnetem Erfolg zertifiziert. Auch andere BMW Motorradbetriebe arbeiten an der Umsetzung und sichern damit den weiteren Erfolg der Qualitätsmarke BMW Motorrad.

Kein anderer Motorradproduzent bietet ein vergleichbares Qualitätsmanagement Programm zur Betreuung seiner Kunden.

BMW Motorrad QMA ermöglicht dem Motorradhändler, gewohnte Arbeitsprozesse zu analysieren und die Erkenntnisse daraus in seinen Betriebsalltag umzusetzen. Das Qualitätsmanagement Programm arbeitet dabei mit verschiedenen "Werkzeugen" wie Arbeitsblättern, Formularvorlagen, Leitfäden, Checklisten und Ablaufbeschreibungen.

Inhaltlich ist das Programm aufgeteilt in die Haupttätigkeitsbereiche Neue Motorräder, Gebrauchte Motorräder, Service, Teile und Zubehör, Fahrerausstattung sowie Finanzierung und Leasing. Daneben gibt es die Querschnittsbereiche Führung und Organisation, Rechnungswesen- und Controlling, Personal, Informationsverarbeitung, Marketing und E-Commerce.

BMW Motorrad Connectivity

Mit BMW Motorrad Connectivity nutzt Du Dein Smartphone dank der Vernetzung von Motorrad, Smartphone und weiterem Zubehör über Bluetooth auf Deinem Bike ganz selbstverständlich weiter.

Navigation, Telefonie und Musik - über den Multi-Controller, steuerst Du alles sicher, ohne die Hände vom Lenker nehmen zu müssen. Je nach Fahrzeug siehst Du relevante Informationen entweder auf dem kompakten 6,5“-Display oder auf dem brillanten 10,25“-Display.

Die BMW Motorrad Connected App eignet sich mit ihrer Routenplanung, Zielführung und weiteren Features perfekt zur Motorradnavigation: die Optionen „kurvige Route“ für eine besonders abwechslungsreiche Tour oder „effiziente Route“ für Elektrofahrzeuge sind nur zwei Optionen der zahlreichen durchdachten Anwendungsmöglichkeiten.

  • Auf dem 6,5 Zoll TFT-Display führt Dich eine Turn-by-Turn Pfeilnavigation zum Ziel.
  • Das 10,25“ TFT-Farbdisplay hingegen eröffnet Dir neue Welten. Und das nicht nur hinsichtlich Ablesbarkeit, Menüführung und Bedienkonzept. Sein Full-Screen-Modus bietet eine vollwertige interaktive Kartenansicht.

Mobil zu sein, heißt, andere zu erreichen - und erreichbar zu sein. Eben ganz BMW Motorrad Connectivity.

In Kombination mit einem Helm mit BMW Kommunikationssystem telefonierst Du während der Fahrt wie Du es gewohnt bist. Auf dem TFT-Display siehst Du sowohl Deine Kontakte aus dem Adressbuch deines Smartphones, wie auch eingehende Anrufe. Und über den Multi-Controller steuerst Du alle Funktionen, ohne die Hände vom Lenker nehmen zu müssen.

Du bestimmst den Rhythmus Deiner Fahrt: Hole Dir Deine Playlist auf Dein TFT-Display und steuere Deine Lieblingsmusik ganz unkompliziert. In Verbindung mit den Kommunikationssystemen wie zum Beispiel dem Kom V3 oder ConnectedRide Com U1 genießt Du Deine Songs auch im Helm und sogar zu zweit.

Mit unserer kostenfreien App holst Du Dein Smartphone per Bluetooth direkt ins Cockpit Deines Bikes. So hast Du Navigation, Adressbuch oder auch Musik während der Fahrt direkt vor Augen und kannst zudem auf weitere Features wie zum Beispiel Fahrzeugdaten zugreifen.

Marktsituation und zukünftige Ausrichtung

Sie sind ein echtes Phänomen, diese Bayern: Verkaufen Motorräder wie geschnitten Brot, obwohl der Markt seit Jahren weltweit schwächelt. Haben sich von der biederen Altherren-Boxer-Bude zur leistungsverliebten Hightech-Company hochgearbeitet, bieten in vielen Segmenten beachtliche Bikes, werden aber auch kritisiert.

Für ihre Arroganz. Die wechselnde Materialqualität. Eine allzu selbstbewusste Preispolitik. Das polarisierende Design. Trotzdem gewinnen sie reihenweise Tests. Fahren gut, bremsen bestens, waren die Ersten, die konsequent auf ABS am Motorrad setzten, liegen auch heute bei den Assistenzsystemen weit vorn. Ebenso in Sachen Ergonomie und Ausstattungsmöglichkeiten. Fast schon unheimlich.

Keine Frage, von außen betrachtet wirkt BMW Motorrad mächtig. Technologieführerschaft in den Segmenten Supersport, Touring und Reiseenduro. Einen Absatzrekord nach dem anderen. Und auch das Spannungsfeld zwischen Innovation und Tradition, die respektable Historie und der Erfolg eines einzigen Antriebskonzepts über 90 Jahre hinweg erzeugen Ehrfurcht.

Flexibilität im Berliner BMW-Werk Es muss aber noch andere Gründe geben für den Erfolg gegen den Trend. Engagieren sich die Mitarbeiter stärker, zeigen sie mehr Eigenverantwortung und Begeisterung als anderswo? Schwer zu sagen. Ein klarer Vorteil sind jedoch die „atmenden Strukturen“, mit denen der Konzern versteht, sich wechselnden Kundenwünschen und Marktgegebenheiten mittels flexibler Arbeitszeitmodelle anzupassen. Ist die Nachfrage hoch, wird reingeklotzt. Sind die Zeiten mau, bauen die Mitarbeiter Überstunden ab

Seit Anfang der Jahrtausendwende ­beflügelt der sportliche Anspruch mit Nachdruck die Motorradingenieure. Und spätestens seit Herbert Diess, der ehrgeizige Sanierer des britischen Mini-Werks, den Chefsessel von BMW Motorrad erklomm, hieß die neue Devise Hochleistung. Mit überraschender Härte gegenüber Mitarbeitern und Kritikern initiierte der Manager neue, attraktive Modelle und mit der S 1000 RR einen Supersportler, der der fassungslosen Konkurrenz die Butter vom Brot nahm.

Auch Schaller stellt sich diese Frage. Er will zwar das Kerngeschäft der dicken Bikes noch dichter besetzen, doch es reift die Erkenntnis, dass man nicht bis in alle Zukunft auf wachsenden Absatz großvolumiger Motorräder bauen kann.

Deswegen möchte man als zweites Standbein das starke Absatzpotenzial solcher Märkte wie Indien, Südostasien und Südamerika nutzen. In den dortigen Gesellschaften etabliert sich ein Mittelstand mit etwas Geld, der Motorräder nicht mehr nur als reines Transportfahrzeug, sondern auch als Lust- und Lifestyle-Mobil nutzen würde. Es gäbe pro Motorrad zwar weniger zu verdienen, aber die Absatzzahlen wären hoch, wie man am Beispiel von Honda sieht.

Die Kunst besteht darin, dieses Fahrzeug günstig herzustellen, auf den Premiumanspruch aber nicht zu verzichten.

Herausforderungen und Ausblick

Daher ist klar: BMW Motorrad muss sich so breit aufstellen wie noch nie. Auch, um eventuelle Geschäftsverluste besser ausgleichen zu können. Der Kampf um Marktanteile wird schärfer und das anvisierte ­Turbowachstum extrem schwierig.

Die Produktqualität darf genauso wenig auf der Strecke bleiben wie ein fairer Umgang mit den Kunden, die jeden Tag aufs Neue erfahren wollen, dass ihre Entscheidung für BMW richtig war. Wenn BMW Motorrad diese Herkulesaufgabe meistert, stehen die Chancen nicht so schlecht, dass die Weiß-Blauen auch in Zukunft ein Phänomen bleiben.

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