Knieprobleme sind typisch für Radsportler, gleichzeitig ist Radfahren das beste Heilmittel nach Knieverletzungen. Eine Knieprellung ist eine häufige Verletzung, die man sich bei einem Sturz oder Schlag auf das Knie zuzieht.
Ursachen und Risikofaktoren
Eine Knieprellung entsteht als Folge eines stumpfen Traumas (zum Beispiel ein Sturz oder Schlag). Mögliche Ursache der Prellung ist zum Beispiel ein Unfall oder eine Sportverletzung. Häufig entsteht eine Knieprellung beim Sport. Aber auch im Alltag ist es möglich, sich das Knie zu prellen, etwa wenn man auf der Treppe stolpert und mit dem Knie gegen eine Stufenkante schlägt.
Eine Knieprellung entsteht meist durch eine direkte, stumpfe Krafteinwirkung auf das Kniegelenk, beispielsweise durch einen Stoß oder Sturz. Auch Schläge oder Tritte können eine Ursache sein.
Durch den Aufprall wird weiches Gewebe gegen die Knochen oder die Gelenkkapsel im Knie gepresst. Diese Schäden unter der Haut entstehen, indem das weiche Gewebe durch die äußere Gewalteinwirkung gegen den Knochen oder die Gelenkkapsel gedrückt und zusammengepresst wird. Bei vielen Knieprellungen kommt es auch zu einer seitlichen Krafteinwirkung auf das Knie.
Symptome
Bei einer Knieprellung verspürt man, je nach Schweregrad, starke oder weniger starke Schmerzen am Knie. Typisch für eine Prellung am Knie sind meist lang anhaltende Schmerzen. Sie machen sich besonders beim Bewegen des Gelenks bemerkbar. Oft ist die Beuge- und Streckfähigkeit eingeschränkt. Auf der Haut ist unter Umständen eine Prellmarke oder ein Bluterguss sichtbar. Die geprellte Region ist manchmal auch etwas angeschwollen.
Eine Prellung ist schmerzhaft, besonders bei Bewegung oder Belastung der verletzten Stelle. Die Schmerzen können das vordere Knie rund um die Kniescheibe, die Kniekehle oder die Seiten des Kniegelenks betreffen. Es entstehen aber keine Einblutungen und keine wesentliche Schwellung. Solche Symptome treten erst bei einer starken Prellung (Kontusion) auf. Es kann zu einer Bewegungseinschränkung einhergehen, etwa bei einer Muskelprellung im Bereich des Oberschenkels (Oberschenkelprellung).
Kindern fällt es oft schwer, genau zu sagen, wo und wie sehr es wehtut.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
- Die Schmerzen sind sehr stark, das Knie kann schmerzbedingt kaum oder gar nicht belastet werden.
- Die Beschwerden verstärken sich, kommen wieder oder klingen auch nach Wochen nicht ab.
- Das Knie schwillt sehr schnell und stark an.
- Das Knie ist gerötet, geschwollen und fühlt sich ungewöhnlich warm an. Dann kann eine Entzündung dahinterstecken.
- Das Knie ist blockiert oder die Verletzung war von einem springenden oder reißenden Gefühl begleitet.
- Das Knie fühlt sich bei Belastung, zum Beispiel beim Stehen und Gehen, wacklig oder instabil an.
Deuten die Symptome auf eine weitergehende Verletzung hin, ist es wichtig, sie ärztlich abklären zu lassen.
Untersuchungen und Diagnose
Bei Verdacht auf eine Knieprellung oder andere Art der Knieverletzung wird der Arzt zunächst im Gespräch mit dem Patienten dessen Krankengeschichte erheben (Anamnese). Danach folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt tastet vorsichtig das verletzte Knie ab und prüft die Beweglichkeit und Stabilität des Gelenks. Mitverletzungen von Bändern oder der Kniescheibe lassen sich oft schon dabei erspüren.
Mit bildgebenden Verfahren lassen sich andere Ursachen für die Knieschmerzen ausschließen. So erkennt der Arzt etwa einen Knochenbruch (wie einen Bruch der Kniescheibe = Patellafraktur) auf einem Röntgenbild. Zur genaueren Diagnose (etwa zum Ausschluss von Bandverletzungen oder bei einer Gehirnprellung) ordnet der Arzt eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) an.
Behandlung
Ein geprelltes Knie wird konservativ behandelt durch Kühlung, Druckverband und schmerzlindernde Medikamente. Eine Knieprellung erfordert nicht zwingend einen Besuch bei einem Arzt.
Was hilft bei einer Knieprellung? Eine schnelle Erstversorgung kann oft schon schlimmere Folgen verhindern und eine Schwellung und die Schmerzen lindern. Zunächst sollte die Tätigkeit oder Belastungssituation, die zur Prellung der Kniescheibe geführt hat, gestoppt werden.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme wird das Kühlen der betroffenen Stelle empfohlen. Bei Bedarf kommen darüber hinaus Schmerzmittel in Form von Salben oder Tabletten zum Einsatz.
Die PECH-Regel
Die sogenannte PECH-Regel kann im Zuge dessen hilfreich sein, den Austritt von Blut und Lymphe (Flüssigkeit innerhalb der Lymphgefäße) in das Kniegelenk einzudämmen:
- P (Pause): Das bedeutet, das geprellte Knie zu schonen, kurzzeitig ruhigzustellen und vor Druck oder Stößen zu schützen. Manchmal sind auch vorübergehend Gehhilfen sinnvoll, um das Bein zu entlasten.
- E (Eis): Die Kontusion des Knies sollte nach dem Trauma 15-30 Minuten mit Eis, beispielsweise in Form eines Cool-Packs oder einem Eisbeutel, gekühlt werden. Wichtig ist dabei, die Eispackungen zuvor in ein Tuch einzuschlagen. Die Kälte führt zu Schmerzlinderung und zu einem Zusammenziehen der Blutgefäße, wodurch weniger Blut und Lymphe austritt.
- C (Kompression, englisch: „compression“): Das Auflegen eines Druckverbands, möglicherweise mit einer kühlenden und entzündungshemmenden Salbe verbunden, ist ferner relevant.
- H (Hochlagern): Es kann hilfreich sein, das Bein tagsüber immer wieder hochzulegen, damit es abschwillt.
Als nächstes heißt es: Kühlen. Nach dem Trauma der Prellung sollte die betroffene Stelle ca. 15-30 Min mit Eis oder einem Cool-Pack gekühlt werden. Wichtig: Den kühlenden Gegenstand in ein Tuch wickeln und nicht direkt auf die Haut bringen! Durch das Zusammenziehen der Blutgefäße tritt weniger Blut und Lymphe aus, die Schwellung wird eingedämmt und somit auch die Schmerzen reduziert.
Ergänzen kann man die Kühlung noch mit einem Druckverband, welcher um das Cool-Pack gewickelt wird. Auch abschwellende oder kühlende Salbe (z.B. Diclofenac) hilft gegen Prellungen. Diese einfach vor dem Verbinden auftragen. Allerdings sollte man darauf achten, den Verband nicht zu fest zu wickeln, um einen Blutstau zu vermeiden.
Zum Schluss noch das verletzte Bein hochlegen, um den Abtransport der ausgetretenen Gewebsflüssigkeiten zu verbessern. Bei weiterhin andauernden oder zu starken Schmerzen, eventuell auch ergänzend ein Schmerzmittel einnehmen.
Es empfiehlt sich, das verletzte Knie zu schonen und eventuell mit einem Verband ruhig zu stellen. Der Druck von außen wirkt einer Schwellung entgegen.
Falls notwendig, verordnet der Arzt dem Patienten Schmerzmittel zur Einnahme. Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
Weitere Behandlungsmethoden
Einige Patienten vertrauen bei Prellungen außerdem auf Hausmittel wie zum Beispiel Quarkwickel oder Lehmpackungen. Ob ein bestimmtes Hausmittel allerdings wirklich gegen eine Prellung hilft, ist häufig nicht wissenschaftlich belegt.
Demnach sollte man jegliche sportliche Aktivität pausieren, das Knie hochlegen und kühlen. Bei einer Prellung des Knies sollte man auf durchblutungsfördernde Sportgels verzichten. Stattdessen kann Franzbranntwein oder Retterspitz verwendet werden. Quarkwickel können ebenso Schmerzen und Entzündungen lindern.
Eine Massage am geprellten Knie hingegen ist nicht zu empfehlen, da die Flüssigkeit nicht abfließen kann. Falls Hausmittel und das Schonen bzw. das Ruhigstellen des Knies nicht ausreichen, kann man einen Salbenverband mit dem entzündungshemmenden Schmerzmittel Diclofenac anlegen.
Bei falschem Tragen oder einer schlechten Anpassung kann eine Orthese auch zu Verletzungen der Haut oder dem darunter liegendem Gewebe führen. Zu starker Druck fördert die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose) und Wassereinlagerungen (Ödemen). Deshalb ist die Beratung von einem Fachexperten so wichtig.
Radfahren als Therapie?
Zum Wiederaufbau der Muskulatur ist es definitiv die beste Therapie! Vor allem wegen der geführten Bewegung im mechanisch geschlossenen System, der geringen Gelenkbelastung und einer sehr guten Stoffwechselaktivierung. Das Gelenk wird insgesamt mobilisiert, Schwellungen werden durch die kreisende Bewegung schneller abgebaut.
Im Prinzip kann man mit dem Reha-Training beginnen, sobald das Knie wieder voll beweglich, reiz- und schmerzfrei ist. Lassen Schmerz und Beweglichkeit nicht einmal eine niedrige Belastung zu, muss der Patient noch warten.
Sehr wichtig ist, Sitzposition, Kurbellänge und Fußstellung auf dem Pedal genau anzupassen. Es kann sein, dass man am Anfang deutlich höher sitzen sollte als gewohnt. Und die aufs Knie einwirkenden Kräfte müssen überwacht werden - ein geschädigtes Knie kann noch nicht jedes Drehmoment verkraften, da muss man sehr aufpassen. Die Tretkraft und Trittfrequenz genau zu beobachten und zu dosieren, gelingt am besten über eine Wattanzeige auf einem Ergometer während des gesamten Reha-Trainings - am besten betreut von Fachleuten. Einfachaufs Rad setzen und losradeln wie gewohnt, ist nicht ratsam.
Das kommt auf die Art und Schwere der Verletzung an. Es hängt vom Heilungsprozess, dem Schmerz und der Schwellung ab. Es spielt auch eine Rolle, ob operiert oder konservativ behandelt wurde. Generell befürworte ich aber einen möglichst schnellen Wiedereinstieg. Viele fahren anfangs erst mal eine Weile im Leerlauf. Ab einem bestimmten Zeitpunkt muss man dann die Leistung wieder hochfahren, angepasst an den Heilungsfortschritt. Dabei sollten selbst in leichten Gängen die Trittfrequenzen nicht zu hoch sein. Begleitend muss man sich außerdem physiotherapeutisch um Stabilisation und Koordination des Knies und der umgebenden Strukturen kümmern.
Krankheitsverlauf und Prognose
Eine Knieprellung heilt im Allgemeinen von allein und folgenlos aus. Das Gleiche gilt normalerweise auch für eine starke Prellung (Kontusion). Nur ausnahmsweise entstehen bei letzterer narbige Veränderungen im Bereich der Einblutung.
Ein geprelltes Knie heilt für gewöhnlich komplikationslos aus. Die Heilungsdauer der Verletzung richtet sich nach dem Schweregrad der Prellung sowie nach möglichen Begleitverletzungen.
Die Heilungsdauer bei einer banalen Prellung beträgt meist zwei bis drei Wochen, in leichten Fällen auch nur wenige Tage. Bei einer Kontusion, die mit narbigen Veränderungen einhergeht, dauert die Heilung unter Umständen vier Wochen und länger.
Generell ist die Bewegungsfähigkeit des Gelenks eingeschränkt, sodass die Beuge- und Streckfähigkeit des Knies nicht möglich oder schmerzhaft ist.
Oft ist nach einem halben bis dreiviertel Jahr wieder mit einer Wettkampftauglichkeit zu rechnen.
Vorbeugung
Um einer Knieprellung vorzubeugen, empfiehlt sich bei sportlichen Aktivitäten das Tragen geeigneter Schutzkleidung. Um einer Knieprellung vorzubeugen, empfiehlt sich bei sportlichen Aktivitäten das Tragen geeigneter Schutzkleidung. So wird empfohlen, etwa beim Radfahren, Skifahren und Inline-Skaten einen Helm und beim Hockey und Fußball Schienbeinschützer zu tragen. Für Snowboarder und Mountainbiker werden Rückenprotektoren empfohlen.
Am wichtigsten ist hierbei die korrekte Anpassung. Zum Schutz oder zur Entlastung handelt es sich meist um Bandagen aus elastischem Material oder Schaumstoff. Um das Knie zu stabilisieren, fixieren oder sogar unbeweglich zu machen (Immobilisierung), werden Orthesen aus Kunststoffteilen und verstellbaren Metallstäben verwendet. In diesen Fällen müssen gegebenenfalls auch einzelne Komponenten an den Patienten, seine Größe und den jeweiligen Funktionszweck angepasst werden. Die elastische Variante, die Bandage, erlaubt dem Träger die größtmögliche Bewegung. Zusätzlich wirkt sie durch Wärme und leichten Druck gegen Entzündungen und unterstützend bei einer leichten Instabilität. Zur Schmerztherapie gibt es auch sogenannte Patellarsehnenbandagen.
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