Bontrager verspricht mehr Geschwindigkeit und höheren Komfort für die Aeolus RSL- und Pro-Laufräder. Erreichen will Bontrager das durch ein breites Felgenprofil, das eine bessere aerodynamische Einheit mit den Reifen bilden soll und geringere Luftdrücke für mehr Komfort erlaubt. Mit den Bontrager Aeolus RSL- und Pro-Laufrädern stellt Bontrager neue Varianten der Aeolus-Serie vor.
Bontrager ist überzeugt, dass es die schnellsten Modelle der Firmengeschichte sind! Zusätzlich sollen sie leicht sein und die Anfälligkeit für Seitenwind reduzieren. Um die Performance der neuen Laufräder auf Herz und Nieren zu prüfen, waren die WorldTour-Profis des Teams Trek-Segafredo um Ex-Weltmeister Mads Pedersen und Jasper Stuyven bereits auf den neuen Laufrädern unterwegs.
Die neuen Varianten der Bontrager Aeolus Laufräder
Die vorgestellten Laufräder umfassen drei Varianten auf RSL-Level, der Speerspitze der Serie. Sie unterscheiden sich lediglich in der Felgentiefe, kommen ansonsten aber mit der gleichen Technologie: OCLV RSL Carbon, DT Swiss 240-Nabe mit Ratchet EXP 36-Freilauf, DT Swiss DT Aerolite-Speichen und DT Swiss Pro Lock-Nippel. Dazu kommt ein neues Laufrad mit 51 mm Felgentiefe auf Pro-Level, der etwas abgespeckten und günstigeren Version. Bei ihm kommt OCLV Pro Carbon zum Einsatz, das etwas schwerer ist. Außerdem unterscheidet es sich mit der ebenfalls schwereren DT Swiss 350-Nabe von seinen teureren Brüdern.
Alle vier Laufräder auf RSL- und Pro-Level sind nur als Tubeless-Ready-Clincher-Versionen mit Scheibenbremse verfügbar, haben eine Innenweite von beachtlichen 23 mm und 24 Speichen vorne und hinten. Außerdem ist ab Werk ein 11-fach-Freilauf montiert, die Laufräder rollen auf 12-mm-Steckachsen und die Bremsscheiben werden auf einem Centerlock-Flansch montiert. Adapter für 15-mm-Steckachsen und Schnellspanner sind separat erhältlich, ebenso wie 12-fach-Freiläufe. Im Lieferumfang enthalten sind Tubeless-Felgenbänder, Tubeless-Ventile und ein herkömmliches Felgenband.
Technologie und Entwicklung der Aeolus Laufräder
Um in neue Geschwindigkeitsbereiche vordringen zu können, hat Bontrager sich die beiden größten Bremskräfte vorgenommen, die auf Laufräder wirken: Luft- und Rollwiderstand. Die Aufgabe war es, diese beiden Faktoren zu minimieren. Dazu hat Bontrager den Entwicklungsprozess optimiert und auf eine softwarebasierte 3D-Simulation gesetzt. Das System hat laut den US-Amerikanern über Monate hinweg zahllose Felgenprofile evaluiert, immer als System mit dem montierten Reifen, und bei jedem Durchgang dazugelernt.
Zusätzlich wurden Prototypen der Laufräder auf Testfahrten geschickt, bei denen Windsensoren den Anströmwinkel des Winds aufgezeichnet haben. Die Fahrer der Bikes notierten Situationen, in denen sich das System instabil anfühlte. Diese zusätzlichen Informationen wurden ebenfalls in die 3D-Simulation eingespeist. Ziel dieses Prozesses war, ein Felgenprofil zu entwickeln, das nicht nur den Luft- und Rollwiderstand reduziert, sondern bei Seitenwind stabil bleibt.
Das Ergebnis der 3D-Simulation laut Bontrager: Ein Felgenprofil mit 23 mm Innenweite und 30 mm Außenbreite erzielt in Kombination mit einem 25-mm-Reifen die besten Ergebnisse bei Luft- und Rollwiderstand. 28-mm-Reifen können ebenfalls gefahren werden. Sie schneiden im System beim Luftwiderstand etwas schlechter ab, haben dafür aber Vorteile beim Rollwiderstand. Laufräder mit dieser Breite können mit weniger Druck gefahren werden und sorgen so für etwas mehr Komfort. Mads Pedersen fährt seine Aeolus RSL-Laufräder mit Pirelli Tubeless Clinchern sowie 6 bar vorne und 6,2 bar hinten.
Performance und Vorteile der Aeolus RSL Laufräder
Bei einem Sprint mit 1.500 W verbraucht ihr laut Bontrager mit den Aeolus RSL 62-Laufrädern durchschnittlich 30,6 W weniger, um gegen die Luft anzukämpfen, und 3,3 W weniger, um den Rollwiderstand zu überwinden, als mit den Bontrager XXX 6 Tubular-Laufrädern. Die eingesparten 33,9 W können in zusätzliche Geschwindigkeit umgewandelt werden und verschaffen euch einen Vorteil von 1,6 m in einem typischen Sprintfinale. So weit zumindest die Mathematik des Herstellers. Das könnte reichen, um als Erster über die Ziellinie zu sprinten.
Aeolus RSL 51-Laufräder brauchen durchschnittlich 2 % weniger Leistung als Bontrager XXX 4 Tubular-Laufräder, um die gleiche Geschwindigkeit zu halten. Der Hauptvorteil ist jedoch die große Innenweite der Laufräder. Das Volumen der montierten Reifen nimmt zu und kann für mehr Komfort sorgen.
Trends und Erkenntnisse aus der Aeolus RSL- und Pro-Vorstellung
Die Erkenntnisse aus der Aeolus RSL- und Pro-Vorstellung sind vielfältig und bestätigen Trends, die sich bereits abgezeichnet haben. Als Erstes fällt der Trend zu breiteren Laufrad-Reifen-Systemen auf. Nachdem DT Swiss bei der ARC 1100-Serie bereits seit einer Weile auf eine Innenweite von 20 mm setzt, die Roval Rapide CLX- und Alpinist CLX-Laufräder eine Innenweite von 21 mm haben und ENVE ebenfalls verschiedene Modelle mit 21 mm anbietet, legt Bontrager mit 23 mm noch mal ordentlich drauf.
Die breiten Formen sind laut Hersteller schneller, da sie Luft- und Rollwiderstand reduzieren. Die Möglichkeit, dadurch mit weniger Reifendruck zu fahren und auf diese Weise mehr Komfort zu erzeugen, ist jedoch vor allem für Nicht-Profis eine erfreuliche Entwicklung - Performance und Komfort gehen zukünftig (noch intensiver) Hand in Hand. Die zweite Erkenntnis ist, dass Clincher unaufhaltsam Einzug in den Profizirkus halten.
Während ein Großteil der Pro-Peloton-Fahrer noch immer auf Schlauchreifen unterwegs ist, haben die Fahrer der Teams Trek-Segafredo, Deceuninck-Quick-Step und Bora-Hansgrohe - zumindest offiziell - keine Wahl mehr: Die neuesten Laufräder der Ausrüster Bontrager und Roval gibt es ausschließlich als Clincher-Version. Die Hersteller können also auf die parallele Entwicklung einer Clincher-Version für den Massenmarkt und einer Schlauchreifen-Version für die wenigen Profis und Enthusiasten verzichten - die Zeit der Schlauchreifen scheint auch bei den Profis abzulaufen.
Und während die Gegenwart der Clincher bei Roval Rapide CLX und Alpinist CLX noch einen Schlauch benötigt, ist sie bei Bontrager Aeolus RSL und Pro bereits tubeless. Die letzte Erkenntnis ist, dass die Kundenbindung einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Dafür bietet Bontrager mit dem Carbon Care-Programm eine lebenslange Garantie für seine Carbon-Laufräder und zusätzlich kostenfreien Ersatz für Laufräder, die in den ersten zwei Jahren im Einsatz beschädigt werden. Ähnliche Programme gibt es auch bei DT Swiss und Roval.
Test: Bontrager Aeolus RSL 51 TLR
Die Bontrager Aeolus RSL 51 sollen Allrounder mit 50 mm tiefen Felgen sein. Mit 2.599 € pro Satz liegen die Bontrager Aeolus RSL 51 etwas unter dem Durchschnitt der getesteten Laufräder. Mit 1.425 g (ohne Freilauf) liegen die Räder etwas über dem Durchschnitt. Mit 24 mm Maulweite, 31 mm Felgenbreite und einer gemessenen Tiefe von 52 mm stimmen zumindest die Eckdaten mit dem aktuellen Trend zu breiteren Felgen überein.
Im Gegensatz zu den meisten Aero-Felgen sind die Bontrager Aeolus RSL 51 weniger bauchig und erinnern eher an spitz zulaufende Modelle der vergangenen Jahre. Neben einer lebenslangen Garantie für Erstkäufer gibt es ein zweijähriges Loyalitätsprogramm. Das äußerst ruhige und berechenbare Fahrverhalten wird durch ein perfektes Level an Compliance ergänzt. Am Berg zeigt sich allerdings das etwas erhöhte Gewicht. Die Ergebnisse aus dem Windkanal bestätigen diesen Eindruck.
Überraschend ist allerdings die Performance bei geringen Gierwinkeln bis etwa 5°. Hier schlägt der Bontrager Aeolus RSL 51 teilweise sogar den Testsieger Syncros Capital SL Aero. Im gemittelten Ergebnis kommen die Bontrager Aeolus RSL 51 auf Platz 5 und liegen damit knapp 2 Watt hinter dem Testsieger und knappe 1,5 Watt vor der Konkurrenz von CADEX und HUNT.
Compliance und Fahrgefühl sind ein perfekter Kompromiss für alles zwischen langer Trainingsfahrt und Renneinsatz. Direktheit im Antritt und ein hohes Maß an Sicherheit machen die Räder zu einem Laufrad für jede Bedingung. Auch die Performance im Windkanal ist überraschend.
Grundlagen: MTB Laufräder
Die Laufräder sind das zentrale Element, wenn es um die Fahrqualität geht. Die Auswahl deiner Laufräder sollte sich je nach Fahrstil, Terrain und bevorzugte Fahrdisziplin richten. Ein Fahrradlaufrad besteht aus vier Hauptkomponenten, die alle einen Einfluss auf das Gewicht, die Leistung und die Haltbarkeit haben.
- Felge: Die Felge befindet sich an der Außenseite des Laufrads und hat bei den meisten Mountainbike-Laufrädern die Aufgabe, den Reifen zu halten.
- Nabe: Die Nabe befindet sich in der Mitte des Rades und bildet die Drehachse.
- Speichen: Das Material, das Nabe und Felge miteinander verbindet.
- Nippel: Die Speichen werden mit einer speziellen Mutter, dem Nippel, am Laufrad befestigt.
Felgenmaterialien: Aluminium vs. Carbon
Die meisten Einsteiger- und Mittelklasse-Laufräder sind mit Aluminium-Felgen unterschiedlicher Qualität ausgestattet, während hochwertige Laufräder in der Regel Felgen aus Carbon haben, die das Gewicht reduzieren und gleichzeitig die Steifigkeit erhöhen.
Aluminium ist das beliebteste Felgenmaterial für Mountainbike-Laufräder der Einstiegs- und Mittelklasse. Laufradsätze aus Carbon erfreuen sich in allen Mountainbike-Disziplinen immer größerer Beliebtheit. Das liegt vor allem an den sinkenden Preisen und dem besseren Verhältnis zwischen Steifigkeit und Gewicht sowie der höheren Festigkeit, die sie bieten.
Reifentypen: Drahtreifen vs. Tubeless
Mountainbike-Reifen sind entweder Drahtreifen oder Tubeless-Reifen und auf dem Laufrad ist angegeben, mit welchem Reifen es kompatibel ist.
- Drahtreifen: Sie sind häufig bei Fahrrädern der Einstiegsklasse zu finden. Drahtreifen benötigen einen Schlauch, um die Luft aufzupumpen und zu halten.
- Tubeless: Wie der Name schon sagt, benötigen schlauchlose Reifen keinen Schlauch, sondern verlassen sich auf enge Toleranzen und Luftdruck, um eine luftdichte Abdichtung zu schaffen.
Gewicht der Laufräder
Das Gewicht eines Laufradsatzes kann eine Reihe von Auswirkungen darauf haben, wie sich dein Fahrrad auf dem Trail anfühlt: Handling, Festigkeit und Komfort. Für Rennfahrer oder Fahrer, die häufig bergauf fahren, ist die Investition in einen leichten Laufradsatz sicherlich eine Erleichterung, während Enduro- und Downhill-Fahrer wahrscheinlich eher von einem schwereren, stärkeren Laufradsatz profitieren werden.
Radabmessungen: Größe, Breite und Tiefe
Größe
Es gibt drei Hauptgrößen von Mountainbike-Laufrädern:
- 26-Zoll-Laufräder
- 27,5-Zoll-Laufräder (650B)
- 29-Zoll-Laufräder (29er)
Breite
Der Trend geht zu breiteren Felgen, was den Komfort durch ein größeres Luftvolumen im Reifen erhöht. Traditionell war 17 mm eine beliebte Innenbreite für Mountainbike-Laufradsätze, doch in letzter Zeit hat sich der Trend hin zu breiteren Felgen verschoben, da sie mehr Stabilität, Aufstandsfläche und Luftvolumen bieten.
Tiefe
Die Tiefe der Felge wirkt sich auf die Seitensteifigkeit des Laufrads und das Fahrverhalten des Fahrrads aus. Im Gegensatz zu ihren Vettern auf der Straße ist die Felgentiefe nicht so sehr ein Knackpunkt, da die aerodynamischen Vorteile eines tieferen Laufradsatzes nicht so sehr im Vordergrund stehen. Die meisten Laufradhersteller bieten eine maximale Tiefe von 30 bis 35 mm an.
Speichen
Die Gesamtzahl, die Form und das Material der Speichen an einem Laufrad variieren. Eine hohe Speichenanzahl (viele Speichen) erhöht die Robustheit und Langlebigkeit des Laufrads, bringt aber auch einen Gewichtsnachteil mit sich. Die Speichenanzahl von Vorder- und Hinterrad variiert, wobei Hinterräder oft mehr Speichen haben, da mehr Kräfte wirken (Antriebskräfte und zusätzliche Gewichtsbelastung).
Normale Stahlspeichen sind entweder "straight pull" oder "J-bend". Doppelt konifizierte Speichen sind in der Regel stärker und haltbarer als Speichen mit einem Durchmesser, da sie Ermüdungserscheinungen besser abfedern.
Naben
Die Naben sind ein wichtiger Bestandteil. Sie sind der Ankerpunkt für die Speichen und ermöglichen das Drehen der Räder. Während Vorderradnaben in der Regel recht einfach sind, sind Hinterradnaben komplexer und verfügen über eine Freilaufnabe. Die Freilaufnabe erfüllt zwei Funktionen: Sie treibt das Hinterrad an und ermöglicht den Freilauf.
Moderne Mountainbike-Hinterradnaben haben in der Regel eine Breite von 135 mm, 142 mm oder 148 mm. 142 mm ist der Standard bei vielen Mountainbikes in einer Reihe von Fahrdisziplinen, 148 mm (auch Boost-Spacing genannt) wird jedoch immer beliebter.
SRAM vs. Shimano: Die Unterschiede
SRAM bietet eine Mischung aus 11- und 12-Gang-Gruppen an, für die ein spezieller Freilauf (XD Driver Body) an der Hinterradnabe erforderlich ist, um die dazugehörigen 10-42er oder 10-50er Kassetten zu verwenden. Alle Mountainbike-Kassetten mit dem kleinsten Ritzel von 11T, egal ob acht, neun, zehn oder elf Gänge, passen auf den Standard-Freilaufkörper mit Shimano-Keilnaben.
6 Loch vs. Center Lock
Die beiden Designs der Scheibenbremsscheiben sind weitgehend identisch und erfüllen die gleiche Funktion, aber es ist die Art und Weise, wie sie an der Nabe befestigt werden, die die beiden Designs voneinander unterscheidet. Wie der Name schon sagt, werden die 6-Loch-Rotoren mit sechs Schrauben an der Nabe befestigt, während die Center Lock-Rotoren direkt an einer Verzahnung der Nabe befestigt und mit einem speziellen Sicherungsring gesichert werden.
Engagement Speed
Engagement Speed bezieht sich darauf, wie schnell der Ratschenmechanismus des Hinterradfreilaufs aktiviert wird, wenn du nach dem Ausrollen in die Pedale trittst.
Bontrager Kovee RSL
Die neuen Bontrager Kovee RSL sind mit 1199 Gramm die bisher leichtesten MTB-Laufräder der Firmengeschichte. Die neu designten Carbon-Felgen mit jetzt 29 Millimeter Innenweite bauen flacher, das spart Material und somit Gewicht. Das flachere Felgenprofil soll Fahrbahnunebenheiten nachgiebiger abfedern können, das erhöht den Komfort. Die jetzt weiter auseinander liegenden Felgenhörner sind zusätzlich verstärkt, das reduziert die Pannenanfälligkeit gegen Durchschläge und steigert die Haltbarkeit der Felge.
Neben dem Topmodell RSL 30 umfasst die 2023er-Kovee-Familie zwei weitere Carbon-Laufradsätze, die allesamt mit demselben Felgendesign und Boost-Standard in 29 Zoll angeboten werden. Ebenfalls gemeinsam haben sie die lebenslange Garantie für Erstbesitzer und die fehlende Gewichtsbeschränkung für Fahrer. Durch unterschiedlich wenig Materialeinsatz bei den Felgen sowie verschiedene Naben und Speichen kommen die ab sofort erhältlichen Kovee-Carbon-Laufräder auf Gewichte von 1585 bis 1199 Gramm und Preise zwischen 950 und 2500 Euro pro Satz.
MTB Laufräder im Test: Carbon vs. Aluminium
Laufräder sind nicht nur Blickfang, sondern auch wichtiger Teil des Fahrwerks. Sie bestimmen mit ihrer Breite, welche Form der Reifen annimmt und mit welchem Luftdruck dieser gefahren werden kann. Mit den aktuellen Breitfelgen - im Test liegt das mittlere Innenmaß bei rund 30 Millimetern - lässt sich der Druck senken, Komfort und Grip steigen. Das sind starke Argumente, alte Schmalspurlaufräder in Rente zu schicken und ans Zweit- oder Drittrad zu verbannen und in neue Technik zu investieren.
Im Test wurden folgende MTB-Laufradsätze berücksichtigt:
- Carbon-Laufräder: 9th Wave Dirt-SW27, Acros A-Wheel ED Race Boost Carbon 27,5, Bontrager Line Pro 30, Bulls Hattori, Castle CC Morgenstern 27,5", Syntace C33i Straight Carbon
- Aluminium-Laufräder: DT Swiss M1700 Spline 30, E*Thirteen TRS+, Mavic XA Elite 27.5 Green 2.35, Newmen Evolution SL A.30, Spank Oozy Trail 345 Wheelset Boost, Sun Ringlé Düroc 30 Expert AL, Veltec ETR-ExtraDrei 27,5", Whizz Wheels LRS DT 350 Boost / ZTR Flow MK3
In Sachen Steifigkeit profitieren alle Räder von der Boost-Bauweise. Systemräder, also speziell aufeinander angepasste Naben, Speichen und Felgen realisieren dabei etwas niedrigere Gewichte als konventionelle Aufbauten. Die Radsätze drücken mit 1400 bis 1950 Gramm auf die Waage, wobei sich das Alu-Modell von Newmen mit 1597 Gramm zwischen die Carbon-Räder mischt, die das Gewichts-Ranking naturgemäß anführen.
Große Unterschiede offenbart der Crashtest. Hier zeigt die Carbon-Felge von Syntace (1600 Gramm) extreme Nehmerqualitäten und bleibt auch unter harter Überlast intakt, die Alu-Felgen einknicken lässt wie ein leere Dose Bier. Alle anderen Carbon-Felgen versagen viel früher, spätestens bei der Schlagstufe 5; zeigen teilweise aber auch schon vorher kleine Schäden, die nicht immer leicht zu entdecken sind, aber eine Keimzelle für den Totalausfall sein können.
Alu ist diesbezüglich ehrlicher. Das Material ist homogen, und ein dicker Schlag zieht immer eine Beule nach sich. Kleinere Beulen kann man auch wieder rausbiegen, aber wenn die Flanke bricht, wie bei Sun Ringlé, ist die Tour zu Ende. Newcomer Newmen ragt in dieser Disziplin bei Alu-Rädern heraus und holt sich auch ein "Super" als Endurteil. Die Beulresistenz ist sehr viel besser als bei allen anderen Felgen, dank einer leicht ausgestellten Flanke, abgeschaut vom Motocross-Bereich.
Die mittlere Innenweite der Felgen liegt bei 30 Millimetern, das erlaubt niedrige Reifendrücke. Das breite Boost-Einbaumaß - 110 mm vorne, 148 mm hinten - macht die Laufräder steif. Alle Felgen im Test sind für Schlauchlosbetrieb geeignet. Die effektiven Durchmesser aber schwanken.
Ein Schlagversuch simuliert, was passiert, wenn Alu oder Carbon harten Bodenkontakt bekommen. Mit einem Schlagtest wurde überprüft, was die Felge wegstecken kann. Dazu wurden die Laufräder 20 Grad geneigt aufgespannt und ein 7,5 Kilogramm schwerer Kunststoffhammer aus fünf Höhen auf das Felgenhorn donnern lassen.
Alu-Felgen bekommen dabei schnell Beulen, deren Tiefe vermessen wurden. Carbon-Felgen wurden auf sichtbare Schäden kontrolliert und auf der höchsten Schlagstufe bis zu fünf Versuche an fünf unterschiedlichen Stellen unternommen. Manchmal gehen vier Versuche schadlos gut, und beim fünften bricht die Felge. Bewertet wurde bei Carbon die höchste schadensfreie Stufe, bei Bruch wurde zusätzlich um eine Stufe abgewertet. Bei Alu wird die Stufe bewertet, bei der die Verformung unter einem Millimeter bleibt.
Testergebnisse im Überblick
Die Testergebnisse verschiedener Laufräder im Überblick:
9th Wave Dirt-SW27
Leichte, asymmetrische Breitfelge, teilt aber auch deren Schlagempfindlichkeit. Sehr guter, homogener Aufbau. Sehr gute Steifigkeit.
Acros A-Wheel ED Race Boost Carbon 27,5
Leichtester Laufradsatz im Test. Dünne Speichen und asymmetrische Carbon-Felge drücken Gewicht und Trägheit bei sehr guter Steifigkeit. Für felsiges Terrain nicht ausreichend schlagfest.
Bontrager Line Pro 30
Top für tubeless: Profiliertes Kunststoffband und ausgeprägtes Tubeless-Horn/Bett lassen den Reifen fest im Oversized-Reifensitz einrasten. Frühe Delamination kostet Punkte.
Bulls Hattori
Die voluminöse Breitfelge sitzt steif zwischen den Flanschen, ist aber nicht sehr schlagfest. Zudem ist die Einspeichung recht ungleichmäßig. Felge scheint baugleich mit Castle.
Castle CC Morgenstern 27,5"
Die Felge scheint baugleich mit Bulls, ist im Schlagtest aber etwas besser. Solider Aufbau, aber etwas weich.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bontrager MTB Laufräder, insbesondere die Aeolus RSL- und Pro-Modelle, eine vielversprechende Option für Mountainbiker darstellen. Die breiten Felgen und die Tubeless-Technologie bieten Komfort und Performance-Vorteile. Bei der Wahl des richtigen Laufradsatzes sollten jedoch die individuellen Fahrbedürfnisse und Präferenzen berücksichtigt werden.
| Laufrad | Material | Gewicht (Satz) | Felgenweite (innen) | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Bontrager Aeolus RSL 51 TLR | Carbon | 1425 g | 24 mm | 2599 € |
| 9th Wave Dirt-SW27 | Carbon | 1518 g | 29.4 mm | 1299 € |
| Acros A-Wheel ED Race Boost Carbon 27,5 | Carbon | 1405 g | 29.4 mm | 1199 € |
| Bontrager Line Pro 30 | Carbon | 1642 g | 28.6 mm | 1200 € |
| Bulls Hattori | Carbon | 1614 g | 31.8 mm | 1199 € |
| Castle CC Morgenstern 27,5" | Carbon | 1491 g | 31.7 mm | 1499 € |
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