Bosch E-Bike Akku Kapazität Messen: Eine Anleitung

Die Kapazität eines Akkus ist ein Maß für die Energiemenge, die ein Akku speichern und bereitstellen kann. Je höher die Kapazität, desto länger kann der Akku betrieben werden, bevor er wieder aufgeladen werden muss. Gerade richtig in Fahrt gekommen und schon ist der E-Bike-Akku leer? Das kann an einer falschen Ladestandanzeige liegen. Selbst die modernsten Batterie-Management-Systeme brauchen manchmal Nachhilfe.

Jeder Akku hat eine bestimmte Maximalkapazität, die er pro Ladezyklus aufnehmen kann. Über komplexe Messvorrichtungen überprüft ein Batterie-Management-System, wieviel Ladung der Akku gerade im Verhältnis zu seiner maximalen Aufnahmefähigkeit hat. Diese Messungen sind zwar ziemlich genau, können allerdings von der Realität abweichen. Beim Akku kalibrieren werden Messsystem, Anzeige und Akku wieder auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Oft wird dieser Vorgang auch Akku refreshen genannt.

Methoden zur Messung der Akku-Kapazität

Die Kapazität eines Akkus kann auf verschiedene Arten gemessen werden:

  • Überprüfen Sie die technischen Daten: Die Kapazität des Akkus sollte in den technischen Daten angegeben sein.
  • Verwenden Sie ein Multimeter: Stellen Sie das Multimeter auf die Messung von Spannung und Stromstärke ein und verbinden Sie es mit dem Akku.
  • Professionelle Testausrüstung: Viele Fachhändler bieten professionelle Tests an, um den aktuellen Zustand des Akkus zu messen.

Kalibrierung des E-Bike Akkus

Ein kalibrierter Akku hat zwar weder mehr Reichweite noch lässt er sich regenerieren. Die Kalibrierung hat jedoch den großen Vorteil, dass sich der Anwender ab sofort wieder auf die Anzeige zum Akkustand verlassen kann.

Die Kalibrierung eines E-Bike-Akkus ist wesentlich einfacher als der Akku-Refresh von Notebooks oder Handys. Insbesondere nach der Überwinterung des E-Bike-Akkus ist es eine gute Idee, ihn vor dem Start in die Fahrsaison zu kalibrieren.

Akkupflege und Lebensdauer

Yamaha oder Bosch E-Bike-Akkus gelten als langlebigste Vertreter ihrer Kategorie. Auch günstigere Nachbauten, die sich nach dem Marken-Bauplan richten, erreichen eine hohe Gesamtlebensdauer. Die Gesamtlebensdauer (jedes Akkus) ist nur ein Näherungswert. Je nach Akkupflege, Lager- und Ladeverhalten liegt die tatsächliche Lebensdauer meist darunter.

Um die Akku-Kapazität besser zu nutzen, können Sie den Akku regelmäßig testen. Vermeiden Sie übermäßige Entladung: Übermäßige Entladung kann die Lebensdauer des Akkus verkürzen. Vermeiden Sie Überhitzung: Überhitzung kann die Lebensdauer des Akkus verkürzen. Grundsätzlich muss jeder Akku gut gepflegt und sollte keinen außergewöhnlichen Bedingungen ausgesetzt werden.

Lithium-Ionen-Akkus haben keinen Memory Effekt. Allerdings gilt auch, dass jeder Ladevorgang einem Ladezyklus entspricht. Jeder Lithium-Ionen-Akku fühlt sich bei einem Ladestand zwischen 30 und 70 Prozent am wohlsten.

Fehlercodes und Akku-Reset

Ein E-Bike ist mehr als ein einfaches Rad mit ein bisschen Antrieb. Der Bordcomputer zeigt mitunter Fehlercodes an, die E-Bikern Rätsel aufgeben, aber relativ häufig sind. Dieser Fehler verweist darauf, dass das Bike und sein Akku nicht mehr richtig miteinander reden können. Der Klassiker Akku rausnehmen und wieder einsetzen kann hier oft schon helfen.

Die Akkukalibrierung ist zwar keine Garantie gegen Fehlermeldungen. Sie sorgt allerdings für eine realistischere Kommunikation zwischen den Komponenten. Die häufigsten Fehlercodes am E-Bike (und was zu tun ist) haben wir im Ratgeber Was tun, wenn mein Bosch E-Bike unverhofft streikt? Der Akku-Reset ist kein Reparatur-Tool.

„Spinnt“ die Anzeige auch nach der Neuausrichtung, ist davon auszugehen, dass etwas mit Akku oder Ladegerät nicht stimmt. Manchmal bringen extreme Temperaturen die Anzeigen durcheinander, manchmal ist das Akkusystem einfach erschöpft. Fällt der Ladestand bei der Akku-Nutzung ungewöhnlich schnell ab, ist vermutlich der Akku defekt oder erschöpft. Springt die Ladestandanzeige beim Be- oder Entladen hin und her, gilt es zunächst, die Fahrradelektronik bzw.

Selbsttest und professionelle Analyse

Zweifelst du an der Leistung deines E-Bike-Akkus? Ein Selbsttest ist möglich, aber ohne die richtige Ausrüstung oft ungenau. Du kannst den Akku deines E-Bikes grundsätzlich selbst testen, allerdings ist die Zuverlässigkeit solcher Tests ohne spezielle Ausrüstung meist begrenzt. Mit der Zeit verschleißt ein Akku und verliert an Kapazität.

Als Alternative kannst du die Ladezeit deines Akkus beobachten. Angenommen, dein Ladegerät lädt mit 2A und der Akku benötigt 6 Stunden für eine vollständige Ladung - dann beträgt die aktuelle Kapazität etwa 12Ah. Wenn dein Akku ursprünglich 14Ah hatte, zeigt das bereits einen gewissen Kapazitätsverlust.

Du hast das Gefühl, dass dein E-Bike-Akku nicht mehr einwandfrei funktioniert und möchtest eine zuverlässigere Analyse als eine einfache Eigenmessung? Dann kannst du deinen Akku gerne von uns testen lassen. Mit unserer professionellen Testausrüstung messen wir schnell und objektiv den aktuellen Zustand deines Akkus.

Gebrauchte E-Bikes und Akku-Checks

Die Fahrradsaison startet. Wer sich jetzt überlegt, ein gebrauchtes E-Bike (Pedelec) zu kaufen, den Akku des eigenen Rads auszutauschen oder zu reparieren, sollte die folgenden Tipps unbedingt beherzigen. Wer Klarheit über das Leistungsvermögen der Batterie haben möchte, der kann durch eine Bestimmung der Restkapazität des Akkus beim Händler oder in der Werkstatt Gewissheit bekommen - und manche Akkus lassen einen Kurzcheck auch ohne Werkstattbesuch zu.

Der ADAC rät, vor dem Kauf eines gebrauchten E-Bikes eine solche Messung durchführen zu lassen. Hier sind einige Möglichkeiten, die Batterie zu überprüfen:

  1. Batterie-Informationen direkt am Akku auslesbar: Diese Möglichkeit bieten vor allem japanische Modelle, zum Beispiel von Panasonic oder Yamaha. Hier kann durch das längere Drücken der "Powertaste" am Akku eine Auskunft über die vom Batterie-Management-System (BMS) errechnete Restkapazität getätigt werden.
  2. Battery-Tester: Für manche Akkus benötigt der Händler spezielle Adapter, um die Restkapazität des Akkus messen zu können.
  3. Nur für Bosch-Batterien: Battery-Capacity-Tester: Bosch hat sein eigenes System entwickelt, um die Restkapazität seiner Akkus zu bestimmen. Das entsprechende Messgerät - bestehend aus einer PC-Software, Testgerät und Verkabelung - bezeichnet Bosch als "Capacity Tester".

Mit einer Probefahrt können Sie schon eine Menge über den Zustand des Akkus erfahren. Ein typisches Anzeichen für einen alternden Akku ist eine deutlich kürzere Reichweite als in der Produktbeschreibung angegeben.

Reparaturen und Ersatzakkus

Diverse Werkstätten versprechen eine Wiederbelebung des Akkus durch einen Zellentausch. Der ADAC hat sich dazu mit Herstellern, Fachverbänden und Werkstätten ausgetauscht, und die Empfehlung ist eindeutig: Finger weg von der Reparatur des Akkus. Die Brandgefahr durch Fehler ist zu hoch. Außerdem verliert man jegliche Gewährleistungsansprüche.

Auch wenn es schmerzlich teuer ist: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte sich für einen Original-Akku entscheiden. Nur der Akkuhersteller hat die Möglichkeit, das Batterie-Management-System (BMS) sauber auf die verwendeten Batteriezellen abzustimmen.

Wichtige Tipps für Verbraucher

  • Eine reduzierte Reichweite kann an einer schlecht gewarteten Fahrradmechanik liegen. Deshalb unter anderem regelmäßig Kette ölen und Luftdruck korrekt einstellen.
  • Die richtige Pflege und Lagerung der Akkus verlängern die Lebensdauer und ersparen unnötige Ausgaben. Deshalb: Die Herstellerhinweise genau beachten. Im Übrigen muss der Akku auch nicht vor jeder Fahrradtour voll geladen sein.
  • Tiefenentladung auf jeden Fall vermeiden. Sie ist laut ADAC Untersuchung die häufigste Ursache dafür, dass ein Akku getauscht werden muss.
  • Wer wissen will, wie gut sein Akku ist, sollte die Batterie-Restkapazität messen lassen.
  • Ersatzakkus vom Originalhersteller sind Nachbauten vorzuziehen.
  • E-Bike-Akku-Reparaturen sind nicht zu empfehlen - außer der Hersteller bietet dies an.
  • Vor dem Kauf eines gebrauchten E-Bikes ein Messprotokoll einfordern.
  • Insgesamt sollte der Akku äußerst pfleglich behandelt werden.

Checkliste zur Akku-Überprüfung beim Gebrauchtkauf

Beim Kauf eines gebrauchten E-Bikes sollte der Akku eine wichtige Rolle spielen. Hier ist eine Checkliste, um den Zustand des Akkus zu überprüfen:

  • Zustand des Akkus: Fragen Sie nach dem Alter des Akkus und wie er gelagert wurde.
  • Spannung messen: Überprüfen Sie die Spannung des Akkus mit einem Multimeter.
  • Kapazität prüfen: Nutzen Sie spezielle Tools oder Apps, um die verbleibende Kapazität zu überprüfen.
  • Probefahrt: Machen Sie eine Probefahrt, um die Reichweite des Akkus zu testen.

Durch diese Maßnahmen können Sie den Zustand Ihres E-Bike-Akkus besser einschätzen und sicherstellen, dass Ihr E-Bike jederzeit volle Leistung bringt.

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