Das neue Jahr beginnt mit guten Nachrichten für E-Bike-Fahrende, deren E-Bike auf einem Smart System-Antrieb von Bosch basiert. Wer sein E-Bike liebt, empfindet kaum etwas als schlimmer als den Diebstahl des eigenen Gefährts. Sowohl Bosch als auch die meisten anderen Hersteller von E-Bike-Antrieben schützen ihre Akkus durch ein mechanisches Schloss.
Bis vor ein paar Jahren konnten wir bei der Frage, warum es eigentlich nicht möglich ist, E-Bikes über den Motor “abzusperren”, nur mit den Schultern zucken, denn kein Hersteller hatte so eine Funktion implementiert. Inzwischen ist das möglich und wir zeigen dir heute, wie das E-Bike Lock bei Bosch funktioniert.
Was ist das Bosch E-Bike Lock?
Das E-Bike Lock sperrt das Bike nicht im eigentlichen Sinne ab und blockiert auch nicht den Antrieb, sondern deaktiviert lediglich die Unterstützung des Motors. Deshalb sollte die Funktion auch nur als Ergänzung zu einem herkömmlichen Schloss benutzt werden.
Kleiner Trost für all diejenigen, die auf einem E-Bike mit einem Antrieb von Bosch unterwegs sind: Sowohl bei den älteren Motoren als auch beim aktuellen Smart System wird der Motor für Diebe uninteressant, sobald in der jeweiligen App die entsprechende Lock-Funktion aktiviert ist. Dem möchte Bosch künftig einen Riegel vorschieben. Dieser ist digital, nennt sich „Battery Lock“ und soll einen auf diese Weise gestohlenen Akku für Diebe wertlos machen.
Wie funktioniert das Ganze?
Hast du das E-Bike Lock aktiviert, muss sich, je nach Konfiguration, dein Smartphone in der Nähe befinden oder das Display des Bikes montiert sein, wenn du das Bike einschaltest, damit die Motorunterstützung aktiviert werden kann. Dabei ist es nicht notwendig, die App jedes Mal erneut zu öffnen, um die Sperre zu deaktivieren. Das Bike verbindet sich automatisch via Bluetooth und entsperrt das System.
Sollte das Smartphone allerdings einmal nicht vom E-Bike erkannt werden, kannst du die Sperre trotzdem manuell in der App deaktivieren. Entsprechende Signaltöne weisen darauf hin, dass das E-Bike Lock aktiviert bzw. deaktiviert ist. Die Warntöne kannst du auch deaktivieren, falls sie dich stören sollten.
Durch die deaktivierte Motorunterstützung wird Dieben eine schnelle Flucht und der Wiederverkauf des Bikes erschwert.
Battery Lock: Der digitale Schutz von Bosch
Bei der Neuheit von Bosch handelt es sich um einen digitalen Schutz. Er ergänzt die mechanischen Maßnahmen. Mit dem Ausschalten eures E-Bikes sperrt ihr gleichzeitig dessen Akku. Gelingt es Dieben, die mechanische Sperre zu umgehen und den Akku in ein anderes E-Bike einzusetzen, wird dort laut Bosch der Motor automatisch deaktiviert. Damit ist für die Diebe an einem gestohlenen E-Bike sowohl der Motor als auch der dazugehörige Akku nicht mehr nutzbar - weder für sich selbst noch für andere.
Aktivierung und Nutzung von Battery Lock
- Initial müsst ihr „Battery Lock“ in der Bosch eBike Flow App aktivieren.
- Danach könnt ihr mehrere Schlüssel in der App bestimmen.
- Wer einen oder auch mehrere Akkus des E-Bikes zusammen mit anderen nutzt, kann dies weiterhin tun.
- Ja, nach Aussage des Herstellers erstreckt sich die Funktion auf alle E-Bike installierten Akkus.
E-Bike Lock einrichten und Modi
Bevor du das E-Bike Lock einrichten kannst, musst du die Bosch Flow App herunterladen und sowohl dich wie auch dein Bike registrieren. Anschließend kannst du unter dem Menüpunkt “Schlüsselbund” auswählen, ob das E-Bike Lock mit dem Smartphone, dem Display oder beidem entsperrt werden kann.
Du hast auch die Möglichkeit, mehrere Displays als Schlüssel zu verwenden, sollte das Bike von mehreren Personen genutzt werden. Aktuell kann allerdings nur ein Smartphone gekoppelt werden. Das war auch schon die ganze Einrichtung. Jetzt wird das System jedes Mal gesperrt, wenn du das Bike ausschaltest und kann nur mit den konfigurierten “Schlüsseln”, also Smartphone oder Display, entsperrt werden.
Bonus mit Flow+
Schließt man das kostenpflichtige Flow+ Abo ab, bekommt man noch zwei weitere Funktionen freigeschaltet. Der Bike-Alarm erkennt Bewegungen des gesperrten E-Bikes und gibt im entsprechenden Fall Warntöne, wie bei der Alarmanlage eines Autos, von sich. Das zweite Feature sind Benachrichtigungen per Smartphone, die auftauchen, wenn das E-Bike im abgesperrten Modus bewegt wird.
Zusätzliche Informationen und Tipps
- Zusätzlichen Diebstahlschutz bieten mechanische Lösungen wie das katt’fix Akkuschloss. Dabei handelt es sich um eine Banderole aus Edelstahl, die Rahmen und Akku gemeinsam umschließt und eine weitere Barriere für Diebe darstellt.
- „Battery Lock“ soll ab dem kommenden Sommer in der App verfügbar sein.
- Genau wie „eBike Alarm“ erfordert auch „Battery Lock“, dass ihr die eBike Flow App als kostenpflichtiges Abo Flow+ nutzt.
Hinweis
Wenn du dein Smartphone als E-Bike Lock Schlüssel konfigurierst, solltest du unbedingt sicherstellen, dass du dein Smartphone auch wirklich immer dabei hast und nicht zufällig im Urlaub im Hotel zurücklässt, wenn du mit deinen Freunden auf eine Enduro-Runde startest.
Das E-Bike bleibt zwar entsperrt, wenn du es in Gegenwart des Smartphones einschaltest, solltest du es aber einmal zwischendurch ausschalten, wenn dein Handy nicht mehr in Reichweite ist, wird das E-Bike Lock logischerweise aktiviert. Denk also daran und deaktiviere den E-Bike Lock im Zweifelsfall lieber, bevor du irgendwo in den Bergen ohne Unterstützung festhängst.
eBike Lock der zweiten Entwicklungsstufe
Durch das Update erhält die eBike Flow App in der Version 1.15 nun die Funktionen von eBike Lock. An einem E-Bike mit einem entsprechenden Antrieb lässt sich dort mit einem Kiox-Display oder einem Nyon-Display der zweiten Generation die Motorunterstützung aktivieren und deaktivieren, in dem ihr das Display aufsteckt oder eben abnehmt. Exakt das Gleiche wird nun in der Welt des Smart System möglich.
Einfach einen Regler in den Einstellungen der App verschoben und schon entriegelt sich der Motor eures E-Bikes erst in dem Moment, in dem das Kiox 300 oder das jüngst auf zur Saison 2024 vorgestellte Kiox 500 im Halter einrastet.
Details und Vorteile der neuen Umsetzung
Bei der jetzigen Umsetzung hat Bosch aus der Vergangenheit gelernt und ein paar Details besser gelöst als bei den vorherigen Antrieben. Das beginnt beim Preis. Kostete eBike Lock als Premiumfunktion in der eBike Connect App einmalig 9,99 Euro, so ist das Feature in der eBike Flow App nun kostenfrei.
Außerdem lassen sich in der eBike Connect App mit einem Account vier E-Bikes mit der Funktion versehen. Das erweist sich vor allem dann als Vorteil, wenn ihr ein E-Bike gemeinsam mit einer anderen Person nutzt. Das jeweilige Display könnt ihr in den Einstellungen des Accounts, in dem das E-Bike registriert ist, hinzufügen.
Wer die Variante mit dem Smartphone bevorzugt, braucht diese nicht abwählen, sondern kann die Option mit dem Display einfach ergänzen. Bosch erlaubt an der Stelle eine Mehrfachauswahl. Gleichzeitig könnt ihr in dem Zuge das automatische Entsperren deaktivieren.
In der Vergangenheit führte das mitunter zum ungewollten Entsperren, wenn man sich in der Nähe des E-Bikes aufhielt, aber gar nicht damit fahren wollte. Setzt dafür die Funktion „Automatisch entsperren“ außer Kraft.
Mit dem Update verbunden sind zudem weitere Freiheiten im Umgang mit den genannten Displays. Genauer gesagt, geht es um die Display-Screens. Was diese anzeigen und in welcher Reihenfolge sie im Kiox 300 oder im Kiox 500 erscheinen, lässt sich stärker individualisieren.
Maximal drei der Kacheln auf einem Screen sowie 13 Screens könnt ihr je nach eigenen Wünschen verändern. Bei insgesamt 30 verschiedenen Angaben, aus denen ihr auswählen könnt, ergeben sich da zahlreiche Kombinationen.
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