Die Lebensdauer und Wartung von Bosch E-Bike Motoren

E-Bikes sind im Alltag anfällig für Defekte. Das betrifft sowohl kleine Probleme wie undichte Ventile als auch schwerwiegende Ausfälle des Motors. Unternehmen wie der Versicherer Wertgarantie untersuchen regelmäßig, welche Teile und Komponenten am häufigsten kaputtgehen und warum.

E-Bike-Reparatur-Studie 2021

Wertgarantie hat zum zweiten Mal nach 2020 die Ergebnisse einer Befragung rund um das Thema E-Bikes vorgestellt. Der "Defektteufel" rangiert erneut auf Platz eins der Ursachen für einen Schaden. Etwa jeder fünfte Befragte wurde von einem technischen Defekt heimgesucht, wobei häufig der Motor und der Akku betroffen sind. Als mögliche Gründe nennen die Autoren Fehler in der Herstellung, unsachgemäßen Umgang mit den Komponenten, unzureichende Pflege und falsche Handgriffe bei Reparaturen in der privaten Werkstatt.

Die zweithäufigste Ursache für einen Schaden ist mit rund 16 Prozent ein Unfall mit dem E-Bike, wobei am ehesten der Lenker in Mitleidenschaft gezogen wird. Im Vergleich dazu setzt der "Totalschaden" durch den Verlust eines E-Bikes noch einen drauf. Glücklicherweise sinkt der Anteil derjenigen, denen ein E-Bike gestohlen wurde, leicht um rund drei Prozent, während der Diebstahl einzelner Komponenten im selben Maße steigt.

Schadenverteilung bei E-Bike-Komponenten

Besonders interessant an der Studie ist der Blick auf die Schadenverteilung der essenziellen Komponenten Motor, Akku und Display. Ein Schaden kann auf einen technischen Defekt, einen Unfall oder einen Diebstahl zurückgehen. Bei der Betrachtung des Motors wurden Diebstähle explizit ausgenommen. Die Werte korrelieren stark mit den Erfahrungen aus dem Alltag.

Aufgrund der wenigsten Nennungen schneiden bei den Motoren der Fischer Silent Drive, der Bosch Performance Line und der Giant SyncDrive Sport am besten ab. Der Spitzenwert entfällt auf den PW-ST von Yamaha. Im Mittelfeld tummeln sich weitere Aggregate von Bosch zusammen mit dem Impulse Evo sowie weit verbreiteten Modellen von Shimano. Mit über 40 Prozent tauchen die Namen des Drive S Mag von Brose sowie des Steps 6100 von Shimano mit Abstand am häufigsten auf.

Wer bei den Schadensursachen sich ausschließlich die technischen Defekte ansieht, stellt fest, dass sich der Akku dort als am auffälligsten erweist. Immerhin sinkt der Anteil um rund fünf Prozent im Vergleich zu 2020. Am besten schneidet der Panasonic SF-06-S ab, während der Steps BT-E8014 von Shimano auf dem letzten Platz rangiert.

Bei den Displays ist Bosch der Sieger: Kiox, Intuvia und Purion belegen nicht nur Rang 1, 2 und 4, sondern bleiben dabei zudem in mehr als 90 Prozent der Fälle von einem Schaden verschont.

Selbstreparatur vs. Fachhandel

Fast 45 Prozent der Teilnehmenden äußern sich in der vorliegenden Studie so, dass sie kleinere Reparaturen am E-Bike selbst durchführen. Das sind sogar etwas mehr als 2020. Der Anteil derer, die alles am eigenen Gefährt selbst reparieren, sinkt dagegen um gut ein Viertel auf jetzt 17 Prozent. Das Vertrauen in die Fähigkeiten des Fachhandels scheint auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Um die 35 Prozent der Menschen bringen Ihr E-Bike zu diesem Zweck in eine professionelle Werkstatt.

Verschleiß als Hauptursache für Schäden

Ganz allgemein betrachtet gehören technische Defekte und Verschleiß zu den wesentlichen Faktoren, die für den Schaden an einem E-Bike verantwortlich sein können. Ab 2023 gibt es eine Trennung zwischen beiden Ursachen. In dem Jahr landen beide auch auf Platz 1 und Platz 2 der Auslöser für einen Schaden. Mit rund 33 Prozent liegt der Verschleiß jedoch deutlich vor den technischen Defekten, für die lediglich rund 22 Prozent zu Buche stehen.

Verschleiß ist tatsächlich der größte "Feind" eines voll funktionstüchtigen E-Bikes. Im Dauerbetrieb leistet ein typischer E-Bike-Motor 250 Watt, hinzu kommt die Leistung, die ihr beim Treten generiert. Im Grunde ist es so, als ob ständig zwei Erwachsene auf Schaltung, Bremsen, Kettenblätter, Ritzel, Kette, Reifen und Co. einwirken. Zudem wiegen zahlreiche E-Bikes heutzutage immer noch mehr als ihre entsprechenden Pendants ohne elektrische Unterstützung.

Das E-Bike-System, bestehend aus Motor, Akku, Display, Bedieneinheit, Sensorik und weiteren Teilen sorgt seltener als früher für Probleme. Vor allem der Anteil von 12,5 Prozent aus der Studie für 2024 macht deutlich, dass sich im Laufe der Jahre diesbezüglich etliches verbessert hat. Klar, die Hersteller entwickeln stets weiter. Neue Systeme und neue Komponenten können anfällig für neue Defekte sein.

In den Untersuchungen von Wertgarantie landet der Akku stets auf Platz 1 der Defektliste. Meist versagen einzelne Akkuzellen. Aus Sicherheitsgründen melden die E-Antriebe in der Regel jedoch einen Ausfall des gesamten Akkus. Der beste Schutz vor einem Defekt für den Akku eines E-Bikes ist das Beachten der Gebrauchsanweisung.

Kein Hersteller baut fehlerlose Motoren. Daher streikt beim E-Antrieb m zweithäufigsten tatsächlich der Motor. Oftmals liegt die Ursache des Problems mit einem E-Bike-Motor übrigens im unregelmäßigen Laden des Akkus. Zudem raten wir dazu, Fehlercodes bereits beim ersten Erscheinen ernst zu nehmen.

Verschleißteile und ihre Lebensdauer

Als eine der ersten Komponenten am E-Bike zeigt eine Kette Verschleiß. Nach wie vielen Kilometern das der Fall ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Dafür sind dabei zu viele Faktoren im Spiel. Abhängig von diesen Bedingungen kann eine Kette bereits nach 1.500 Kilometern bis 2.000 Kilometern gewechselt werden müssen oder vielleicht erst nach 5.000 Kilometern.

Zum einen hält eine Kette definitiv länger, wenn ihr aktiv die Schaltung an eurem E-Bike nutzt. Zum anderen lohnt sich die Anschaffung speziell für E-Bikes konzipierter Fahrradketten wie sie Shimano mit seiner Linkglide-Gruppe anbietet. Ob eine Fahrradkette getauscht werden muss, könnt ihr zuhause mithilfe einer Kettenlehre prüfen. Wer rechtzeitig die Fahrradkette wechselt, sorgt dafür, dass auch die Kettenblätter und Ritzel der Kassette am E-Bike länger durchhalten. Kommt dazu noch eine regelmäßige Pflege, sind mehrere Tausend Kilometer für diese Komponenten durchaus erreichbar.

Primär das höhere Gewicht von E-Bikes im Vergleich zum Fahrrad ohne E-Antrieb trägt dazu bei, dass die Reifen stärker belastet werden und schneller abbauen. Daher lässt sich auch hier kein allgemeingültiger Richtwert nennen, wie lange ein Reifen an euren E-Bike standhält. Spätestens, wenn in der Reifenflanke Risse erkennbar werden, solltet ihr handeln.

Was bisher über den Verschleiß der jeweiligen Komponenten gesagt wurde, gilt gleichermaßen für die Abnutzung von Bremsbelägen und Bremsscheiben einer Scheibenbremse. Höhere Fahrgeschwindigkeiten und größere Massen des E-Bikes setzen das Material gehörig unter Druck. Für gewöhnlich bietet sich ein Wechsel der Scheibenbremsbeläge an, wenn deren Materialstärke weniger als 0,5 Millimeter beträgt. Diese sollten nicht dünner als 1,5 Millimeter werden.

Wartung und Inspektion von Bosch E-Bike Motoren

E-Bikes müssen regelmäßig einem Update unterzogen werden und benötigen eine Wartung bzw. Instandsetzung. Wer von seinem Bosch betriebenen E-Bike lange Zeit Freude haben möchte, sollte regelmäßig ein Update bei Motor, Akku und Display machen und eine Wartung durchführen. Durch Updates werden regelmäßige Sicherheitspatches eingespielt. Fahrrad Leasing Firmen setzen eine regelmäßige Wartung und Updates beim E-Bike voraus.

Ein E-Bike nutzt sich mit und ohne Benutzung ab. Dies gilt vor allem für den Akku. Die Technik wird von Bosch kontinuierlich verbessert und wird Leistungsfähiger. Eine E-Bike Bosch Inspektion sollte alle 1000km oder 1 mal im Jahr erfolgen. Allerdings wird einem nicht wie beim Auto der Inspektions-Intervall angezeigt. Selbst mit dem Auto ertappt man sich, dass man noch ein ganzes Weilchen mit einer brennenden Service Lampe herum fährt.Einen dringenden Service sollte unbedingt jeder machen, der einen Bosch Antrieb der 1. oder 2. Generation hat.

Die heutigen Motoren wie der Marktführer Bosch Performance CX sind Drehmoment-stärker und ein paar hundert Gramm leichter. Inzwischen können die Leistungsprofile der Motoren bei einigen Herstellern ganz "smart" per App individualisiert werden. Und manche Motoren (Bosch ab 2022, Shimano EP8) können Softwareupdates heute "over the air" erhalten, wie bei vielen Elektroautos.

Die Motoren lassen sich offenbar nicht perfekt abdichten - hier spielen evtl. auch die Steckverbindungen und Sensoren eine Rolle. Sprich: Wasser ist der Endgegner eures Motors - speziell des Mittelmotors! Fahrten im Regen stellen wohl kein Problem dar. Beim Brose Motor gab es nach einigen Garantiefällen in 2021 für 2022-er Modelle eine Änderung in der Software, um Belastungsspitzen abzufangen.

Ansonsten erreichen die Mittelmotoren (Tretlagermotoren) von Pedelcs und S-Pedelecs durchaus Laufleistungen von 10.000 bis weit über 20.000 Kilometer. So gibt es bei Bosch z.B. Reparatursets für Tretlagerschäden, die um die 20.000 Km Laufleistung herum auftreten können. Solche Lagerschäden kündigen sich durch reibende, mahlende oder klackende Motorengeräusche an.

Erfahrungen von E-Bike-Fahrern

Einige E-Bike-Fahrer berichten von ihren Erfahrungen mit Bosch Motoren:

  • Ein Fahrer hatte bei knapp 20.000 km ein defektes Hauptlager, das für etwa 100 Euro repariert wurde.
  • Ein anderer Fahrer hatte ähnliche Kilometerleistung, aber mehrere defekte Lager und Wassereintritt, was fast zu einem Totalschaden führte.
  • Es wird empfohlen, den Bosch Motor bei spätestens 20.000 km von einem Fachmann überprüfen und revidieren zu lassen.

Neben dem Motor altern natürlich Verschleißteile wie Kette und Ritzel und auch der Akku. Die Akku-Lebensdauer scheint auch beruhigend hoch zu sein. In welchem Modus (Eco, Sport, Turbo …) man die Motoren fährt, hat nach meinem Überblick wenig Auswirkung auf die Fahrleistung.

Eine genaue Lebensdauer für den Motor eines Bosch E-Bikes kann nicht bestimmt werden, da sie abhängig ist von mehreren Faktoren wie Nutzungsintensität, Wartung und Umgebungsbedingungen.

Einige Fahrer berichten von deutlich höheren Laufleistungen: Ein Bosch E-Bike mit 45.000 km hatte noch den ersten Gates Riemenantrieb.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0