E-Bikes sind der am stärksten wachsende Sektor der Fahrradindustrie weltweit. Die Elektro-Unterstützung wird Jahr für Jahr mit neuen Technologien leichter, leistungsstärker und effizienter gemacht. Einer der Pioniere im E-Bike-Segment ist der Industrieriese Bosch mit seinen eBike-Antriebssystemen, die heute in den Bikes von über 70 namhaften Herstellern verbaut werden.
Die Grundlagen des Bosch E-Bike Antriebs
Für viele Laien ist es immer noch das größte Missverständnis rund um das E-Bike: Wer fahren will, muss selber treten und kann sich nicht nur auf den Motor verlassen. Sensoren registrieren deine Tretbewegungen und schalten den Antriebsassistenten wohldosiert zu, so funktionieren auch Bosch eBike Systeme. Es muss also erst ein Kraftimpuls vom Fahrer erfolgen, damit das Antriebssystem aktiviert wird und einen Geschwindigkeitsschub beschert.
Dies hat auch rechtliche und versicherungstechnische Gründe: Wenn man nur mit reiner Motorleistung fahren könnte, würde das Pedelec als Kraftfahrzeug klassifiziert und müsste unter anderem mit einem Kennzeichen versehen und angemeldet werden.
Bosch hat aktuell fünf Antriebssysteme im Angebot, die speziell an die Anforderungen von verschiedenen Fahrradtypen angepasst wurden. Eines ist bei allen gleich: 250 Watt Leistung und fünf Antriebsmodi unterstützen dich bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h (optional auch 45 km/h für S-Pedelecs).
Die verschiedenen Bosch Antriebssysteme
Bosch bietet verschiedene Antriebssysteme an, die jeweils auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind:
- Bosch Performance Line CX: Das Top-Modell in Sachen Leistung, speziell für E-Mountainbikes entwickelt. Er wurde speziell für die extremen Anforderungen am E-Mountainbike entwickelt und macht sämtliche Offroad- und Trailabenteuer mit. Der Kraftprotz lässt krachen mit dem höchsten Drehmoment (75 Nm) im Sortiment und liefert höchste konstante Performance. Das CX Modell wurde zusätzlich noch besser vor äußeren Einwirkungen geschützt und bietet ein Metallgehäuse statt Plastik. Als Bonus ist der Performance CX noch 200 Gramm leichter als die anderen E-Bike-Systeme von Bosch.
- Bosch Performance Line: Der vielseitig einsatzbare E-Bike Motor eignet sich perfekt für sportliche Bikes jeder Art. Mit einem konstanten Drehmoment das von 60 Nm auf 65 Nm aufgestockt wurde, ist er nicht ganz so drehfreudig wie die CX-Version, dafür aber durch seine höhere Laufruhe besser geeignet für die Fahrt auf befestigten Wegen und Straßen.
- Bosch Active Line: Die gemächlichste Variante im Bosch E-Bike Segment, die 40 Nm an Drehmoment abliefert. Der Motor ist besonders sparsam und laufruhig und überzeugt mit einer dynamischen, homogenen Leistungsentfaltung, die für Sicherheit und Vertrauen sorgt. Deswegen eignet sich das System vor allem für gemütliche Stadtfahrten und Pendler, die mit Genuss an die Arbeit fahren wollen. Der Active Line ist der kleinste, leichteste und leiseste Motor, den Bosch im Angebot hat.
- Bosch Active Line Plus: Etwas mehr Drehmoment bieten die Motoren der Active Line Plus Linie. Mit 250 Watt Leistung, 50 Nm Drehmoment und 4 Unterstützungsstufen kann ein Active Line Plus Motor alles was sein kleiner Bruder aus der Active Line kann, benimmt sich allerdings etwas spritziger, auch beim Anfahren. Für Tagestouren oder leichtes Trekking ist er optimal.
Die Unterstützungsstufen im Detail
Jeder der Bosch Motoren ermöglicht fünf unterschiedliche Unterstützungsstufen:
- Turbo: Turbo ist der schnellste Modus und gibt die volle Leistung und das maximale Drehmoment wieder. Für sportliche Fahrer die erste Wahl, vor allem in Kombination mit einer hohen Kadenz.
- Sport: Immer noch ordentlich Power und Drehmoment bietet die Sport-Stufe, auch wenn sie nicht ganz so hoch dreht.
- Eco: Auf Abschnitten, an denen du mit deinen eigenen Kräften gut zurechtkommst, hält sich der Motor dezent zurück. Mit einer Unterstützung wie im Eco-Modus steht die eigene Tretkraft im Vordergrund.
- Tour: Ist dagegen eine anspruchsvolle Steigung zu bewältigen, greift der Motor im Tour+-Modus stärker unterstützend unter die Arme.
- eMTB: Der neue Modus ist nicht stärker, aber die Kraft entfaltet sich dynamisch, nicht linear. Der Pedelec-Antrieb wechselt zwischen den Modi Tour und Turbo, greift so auf eine viel größere Bandbreite zurück und gibt immer nur so viel Power, wie der Trail erfordert.
Der neue Tour+-Fahrmodus
Mit Tour+ bietet Bosch, neben dem bereits seit einiger Zeit bekannten eMTB-Modus, einen weiteren dynamischen Fahrmodus. Der neue Modus soll ein energieeffizienteres Fahren ermöglichen und damit die Reichweite des e-Bikes spürbar erhöhen. Auf Abschnitten, an denen du mit deinen eigenen Kräften gut zurechtkommst, hält sich der Motor dezent zurück.
Je kräftiger bergauf in die Pedale getreten werden muss, desto größer wird die Motorunterstützung. Schließlich kommt es zu einem stufenlosen Übergang in den Turbo-Modus. Im Hintergrund erfassen Sensoren am Motor ständig alle Informationen, die der Tour+-Modus benötigt, um den Fahrer optimal zu unterstützen.
Der Tour+-Modus erfordert vom Fahrer oder der Fahrerin etwas mehr Einsatz und eigene Kraft als der eMTB-Modus. Bei Tour+ steht die komplette Power des Motors erst dann zur Verfügung, wenn auch kräftig in die Pedale getreten wird.
Volle Kontrolle mit den Bordcomputern
Wie das Cockpit im Auto versorgen dich die Bosch E-Bike Bordcomputer mit allen wichtigen Informationen zu deinem E-Bike und deiner aktuellen Fahrt. Akkustand, aktueller Modus, Geschwindigkeit, Reichweite und auch die Kilometer bis zum nächsten Service lassen sich anzeigen. Bosch bietet mit Intuvia, Nyon und Purion drei Bordcomputer für seine Antriebssysteme an.
Bosch Bordcomputer im Überblick
- Intuvia: Der Intuvia Bordcomputer ist leicht und intuitiv zu bedienen und abzulesen. Der Fahrer hat in jeder Situation alle wichtigen Daten im Blick und hat auch dank des hohen Kontrasts bei schwierigen Lichtverhältnissen vollen Durchblick.
- Nyon: Der Bosch Nyon ist die All-in-One-Kommunikationslösung für E-Bike Fahrer. Neben dem Bordcomputer stellt das System auch ein Online-Portal und eine App bereit, sodass du voll vernetzt bist und dir keine Informationen mehr verloren gehen.
- Purion: Mit dem Purion-Bordcomputer setzt Bosch auf ein minimalistisches Design, das trotzdem auf der Funktionalität des bewährten Intuvia-Display basiert. Purion soll vor allem sportliche Fahrer ansprechen, die eine pragmatische und kompakte Lösung suchen.
- Kiox: Das gestochen scharfe Farbdisplay ist kompakt, aufgeräumt und bietet eigene Integrationsmöglichkeiten für die Fahrradhersteller. Der neue Kiox Lock dient außerdem als Schlüssel.
- COBI.Bike System: Du parkst dein Handy mittig am Lenker in einer Halterung - die es ganz nebenbei lädt und einen sensorgesteuerten Scheinwerfer beheimatet - und schon wird es zur Schaltzentrale.
- SmartphoneHub: Eine Kombination aus der COBI-App, deinem Smartphone und dem SmartphoneHub macht dein E-Bike zur fahrenden Schaltzentrale.
Die eBike Flow App
Mit der eBike Flow App von Bosch können Nutzer die vier Unterstützungsstufen selbst wählen. Je kraftvoller die Unterstützung, desto mehr Akkuleistung wird benötigt und desto geringer die Reichweite. Mithilfe der eBike Flow App hat der Radfahrer die Möglichkeit, noch weitere Einstellungen und Funktionen zu nutzen, denn sie vernetzt sozusagen die Elemente des Antriebs. Das maximale Drehmoment, die Höchstgeschwindigkeit oder die Dynamik - per Schieberegler lassen sich die Parameter individuell anpassen.
Weitere Funktionen im Überblick:
- eBike Lock: Hiermit wird das Smartphone zum digitalen Schlüssel des E-Bikes.
- Routenplanung und Navigation: Die Nutzung der Navigationsfunktion ist entweder mit dem Smartphone direkt oder mithilfe der Displays Kiox 300 und 500 möglich.
- Kopplung mit Lieblings-Apps: Wer gerne seine Fitness-Daten trackt und teilt oder komoot nutzt, kann diese Apps mit der eBike Flow App verbinden.
- eBike Alarm mit Flow: Neben der Lock-Funktion bietet sie zusätzlichen Diebstahlschutz.
- eBike Pass: Neben der Seriennummer des Rads und Informationen zu den Komponenten kann der Nutzer in der App auch weitere Daten zum E-Bike hinterlegen.
Akkus und Wattstunden
Bei jedem Bosch E-Bike Antrieb hatte bisher der Käufer die Wahl zwischen drei Akkutypen - 300Wh, 400Wh und 500Wh. Mit der DualBattery, einer Komination aus zwei hintereinandergeschalteten Akkus, sind laut Bosch bis zu ca. 200 km ungetrübter Fahrspaß ohne Nachladen möglich.
Alle Batterien werden entweder am oder im Unterrohr oder am Gepäckträger angebracht und nutzen wieder aufladbare Litium-Ionen Akkus. Sie lassen sich leicht aus ihrer Verankerung herausnehmen und verfügen an der Seite über eine Anzeige der verbleibenden Akkuleistung.
Bosch Akku-Modelle
Hier eine Übersicht der verschiedenen Akku-Modelle von Bosch:
| Akku-Modell | Kapazität | Gewicht (Rahmenakku) | Ladezeit |
|---|---|---|---|
| Bosch Power Pack 300 | 295 Wh | 2,5 kg | 2,5 Std. / 5 Std. |
| Bosch Power Pack 400 | 395 Wh | 2,5 kg | 3,5 Std. / 6,5 Std. |
| Bosch Power Pack 500 | 482 Wh | 2,6 kg | 4,5 Std. / 7 Std. |
| Power Tube 500 | 482 Wh | 2,8 kg | 4,5 Std. / 7 Std. |
| Power Tube 625 | 625 Wh | 3,5 kg | ca. 5 Std. |
Smartes Schalten mit eShift
E-Bikes mit Bosch-Antrieb erleichtern dir auch das Schalten. Jedes System verfügt über einen eingebauten Schutzmechanismus, sodass die Kette beim Schalten nicht springt oder komplett flöten geht. Der Motor erkennt einen Schaltvorgang aufgrund der sich ändernden Kettenspannung und setzt vorsätzlich aus, bis der Gangwechsel abgeschlossen ist, um danach mit einem zusätzlichen Leistungsschub wieder einzusetzen und den verlorenen Kraftfluss wieder gut zu machen.
Eine Stufe weiter geht das eShift System für E-Bike Antriebe. Das System arbeitet mit den automatischen Schaltungen von Shimano (Di2) und SRAM (DD3 Pulse) zusammen und sorgt für reibungsfreies Schalten zum optimalen Zeitpunkt.
Verwandte Beiträge:
- Bosch E-Bike Unterstützungsstufen anpassen – Ultimative Tipps für das perfekte Fahrerlebnis!
- Damen E-Bike mit Bosch Motor: Test, Kaufberatung & Modelle
- Günstiges E-Bike mit Bosch Motor: Top Modelle im Vergleich
- Shimano EP8 vs. Bosch CX: E-Bike Motor Vergleich 2024 – Welcher ist besser?
- Unverzichtbare Regeln für Kreisverkehr, Zebrastreifen & Radfahrer – So bleibst du sicher!
- Radtour Slowenien & Kroatien: Traumhafte Küsten- & Bergstrecken
Kommentar schreiben