Bosch Navigation für Fahrräder: Ein umfassender Test

Insbesondere vor dem Kauf eines neuen E-Bikes mit Bosch-Antrieb sollte man überprüfen, ob das verbaute E-Bike-Display zur geplanten Nutzung passt. Allerdings gibt es auch im Nachhinein die Möglichkeit einer Umrüstung oder eines Upgrades.

Verschiedene Bosch Systeme im Überblick

Seit der Einführung des ersten Bosch-HMI-Displays 2011 sind das Intuvia, Nyon 1 (2013), Purion, Kiox, Nyon 2 (2020) und das Smart System mit dem Intuvia 100, Purion 200, Kiox 300 und Kiox 500 dazugekommen. Jeder Bordcomputer eignet sich dabei für verschiedene Einsatzzwecke und besitzt daher auch einen unterschiedlichen Funktionsumfang.

Das Smart System

Beim neuen Smart System sagt der Name schon (fast) alles. Konkret steht „Smart“ hierbei für Funktionen, die im Zusammenspiel mit dem eigenen Smartphone ermöglicht werden. Über die Bluetooth-Verbindung kannst du dir in der Flow-App Informationen wie gefahrene Kilometer oder den Akkustand anzeigen lassen, die Unterstützungsmodi anpassen oder Software-Updates aufspielen. Absehbar ist, dass in den nächsten Jahren weitere neue Features und Verbesserungen hinzukommen werden. Auch bei der Sicherheit hat das Smart System technologisch die Nase vorn. Die Funktion „eBike Lock“, mit der das eigene Smartphone zum Schlüssel für die Motorunterstützung wird, ist nun Standard. Zudem kann ab Werk das neue Bosch eBike ABS angeschlossen und über das optionale ConnectModule ein Alarm sowie GPS-Tracking nachgerüstet werden.

Für die Fülle an Features hat Bosch allerdings alle Anschlüsse überarbeiten müssen. Somit ist kein Bauteil mit dem Vorgänger-System kompatibel - leider auch das Ladegerät nicht. Darüber hinaus folgt das System einer neuen Logik. Alleinstellungsmerkmal des Smart Systems sind zudem die neuen, größeren Akkus mit 725 oder 750 Wattstunden. Die dazugehörigen Motoren wurden - abgesehen von etwas mehr Drehmoment beim Performance Line - nur im Hinblick auf die Anschlüsse verändert.

Das System 2

Den Nachfolger des ersten Bosch eBike Systems, das System 2, gibt es seit 2013 und es wurde seitdem stetig weiterentwickelt. So kamen nach und nach stärkere und kompaktere Motoren mit mehr Drehmoment (Bosch Performance Line CX), integriertem Akku (Powertube) und smarte Displays wie das Nyon oder Kiox hinzu.

Grundsätzlich ist der Umbau jedes Displays innerhalb der zwei Systeme möglich. Bei dem eBike System 2 ist hierfür häufig Spezialwerkzeug notwendig, da man die Verkabelung zwischen Display und Motor tauschen muss. Bei dem System 2 ist die Umrüstung zu anderen Bordcomputern jedoch etwas aufwendiger, da hierfür meist auch das Display-Kabel, das durchgängig bis zum Motor führt, ausgetauscht werden muss. Derartige Umbauten sollten nur von einem Fachhändler durchgeführt werden.

Die verschiedenen Bordcomputer im Detail

Im Bezug auf die Fahreigenschaften gibt es bei den verschiedenen Bordcomputern wenig Unterschiede. Je nach Motor (wie etwa Active oder Performance Line) stehen verschiedene Fahrmodi (Eco, Tour(+), Sport/E-MTB, Turbo) und die Schiebehilfe zur Verfügung.

Intuvia und Purion

Sowohl das Intuvia als auch das Purion punkten mit einer sehr guten Übersichtlichkeit und einfachen Bedienung. Das Bosch Purion ist dabei besonders platzsparend, da es als einziges Display Bedieneinheit und Display kombiniert. Aufgrund der flachen Bauform ist das Purion auch eine gute Wahl für E-Mountainbikes, da es weniger Angriffsfläche bietet - wenn doch mal ein kleiner Ausrutscher oder Sturz passiert. Das Purion lässt sich zudem mit den Displays des Smart System oder dem SmartphoneHub um eine zweite Anzeige erweitern. Das Intuvia ist, wie der Name schon sagt, besonders leicht zu bedienen und aufgrund der separaten Bedieneinheit sehr ergonomisch.

Die Smart System-Displays Intuvia 100 und das Purion 200 haben zwar die jeweiligen Namen und die grobe Form der beiden Vorgänger, sind allerdings grundlegend überarbeitet worden und mit allen smarten Features - wie der Verbindung mit dem Smartphone über die eBike Flow-App - kompatibel.

Kiox und Nyon

Das Bosch Kiox und das Nyon besitzen hochauflösende Bildschirme und ermöglichen somit die Anzeige von detaillierteren Fahrdaten und Navigation. Die Bordcomputer können außerdem mit Smartphones verbunden werden, um Daten über die eBike Connect App auszutauschen. Das Bosch Kiox wurde 2019 eingeführt und ist mit seinem gut lesbaren Display sowie einem besonders schlanken Design für den Einsatz an sportlichen E-MTBs oder E-Trekkingbikes optimiert.

2015 legte Bosch mit dem ersten Nyon den Grundstein für die neue Generation der E-Bike-Bordcomputer. Der hochauflösende Farbbildschirm beeindruckte mit einer völlig neuen Bedienoberfläche, die mit einem Joystick bedient wurde. Zudem wurde mit der Einführung der eBike Connect App unter anderem die Navigation ermöglicht. 2020 ersetzte das neue Nyon 2 die ersten Generationen. Das Nyon 2 ist nun auch über einen Touchscreen bedienbar und bietet unter anderem eine verbesserte Benutzeroberfläche und Routenplanung.

Basierend auf dem „Ur-Kiox“ hat Bosch für das Smart System das Kiox 300 und Kiox 500 entwickelt.

Smartphone Integration

Diejenigen, die ein aktuelles Smartphone besitzen, können dies seit 2018 mithilfe des COBI.Bike-Hub anstelle des Bosch Intuvia oder Nyon auf die Displayhalterung stecken. Das innovative System wurde 2019 von Bosch eBike Systems aufgekauft und in Form des SmartphoneHub auch als Erstausrüster-Display umgesetzt. Das Smart System bietet ebenfalls die Möglichkeit, das eigene Smartphone als Display zu nutzen. Hierfür benötigt man den separat erhältlichen „SmartphoneGrip“.

Mit der Handyhalterung SmartphoneGrip kann anstelle des Kiox 300 Displays das Smartphone an den Lenker wandern. Die beiden Systeme nutzen die gleiche Befestigung, können also nach Bedarf schnell getauscht werden. Mit Kiox auf den Trail, mit dem Smartphone zum Pendeln oder über Schotterpassagen, zum Beispiel. Alle relevanten Fahrdaten können auf dem Handy-Screen über die eBike-Flow-App von Bosch angezeigt werden, die Steuerung läuft über die LED-Remote.

Funktionen des SmartphoneGrip:
  • Einfacher Wechsel mit dem Kiox 300
  • Bedienung über LED-Remote
  • Ladefunktion inklusive (per Kabel oder induktiv)

Kritik am SmartphoneGrip: Die Fahransicht „Ride Screen“ in der eBike-Flow-App bietet nicht mehr als eine Standardansicht für die Unterstützung und eine Karte mit Navigation. Die Navigation in der App ist zudem etwas hakelig und kann nicht vom Ride Screen gestartet werden. Der SmartphoneGrip hält das Handy nur im Querformat, was störend sein kann.

Bosch eBike Flow App Update (Version 1.23)

Zur Eurobike 2024 in Frankfurt am Main hat Bosch im Juli verschiedene digitale Neuerungen vorgestellt. Ein Teil davon wird jetzt mit dem Update der Bosch eBike Flow App auf die Version 1.23 umgesetzt. Zudem bringt der neue Softwarestand etwas mit, von dem auf der Messe noch nicht die Rede war.

Wichtige Hinweise:

  • Der Großteil der Funktionen setzt ein Flow+ Abonnement voraus.
  • Das E-Bike benötigt zur Unterstützung der Funktionen ein Bosch ConnectModule (GPS-Tracker für das Bosch Smart System).

Neuerungen und Funktionen des Updates

  1. Detailliertere Kartendarstellung: Was aus Sicht von Bosch aktuell möglich ist, holt der Hersteller ab sofort aus seiner Kartendarstellung auf den Displays Kiox 300 und Kiox 500 heraus. Straßen und Wege werden so umfangreich und so detailliert dargestellt, wie es die Bluetooth-Verbindung zur App erlaubt. Mithilfe der zusätzlichen Informationen war das Orientieren und Navigieren an einem E-Bike mit Bosch-Antrieb noch nie so komfortabel.
  2. Akkuladestandsanzeige über ConnectModule: Dank der App jederzeit zu wissen, zu wie viel Prozent der Akku eures E-Bikes gerade aufgeladen ist, klingt nicht nur vorteilhaft, sondern wird mit dem Update auch Realität. Über das im ConnectModule enthaltene Kommunikationsmodul erreicht die Information euer Smartphone. Die dafür nötige Datenverbindung gehört zum Leistungsumfang des Flow+-Abo dazu.
  3. Anzeige der Leistungsaufteilung und Nutzung der Fahrmodi: Radfahren soll in erster Linie Spaß bereiten. Für manche gehört dazu, sich nach der Fahrt ein paar Daten anschauen und vergleichen zu können. Zum Beispiel, wer eigentlich den größeren Teil fürs Vorangekommen beigetragen hat - der Motor oder ich? Dieses Rätsel löst demnächst die App für euch anschaulich mithilfe eines Kreisdiagramms auf. Meist hat man nach einer beendeten Tour ein bestimmtes Gefühl dafür, welcher Modus an diesem Tag der eigene Favorit gewesen ist. Ob das stimmt, lässt sich nun in der Anzeige „Nutzung Fahrmodi“ überprüfen.

    Wichtig: Damit ihr die Verteilung der Fahrmodi einsehen könnt, muss die App während der Fahrt mit dem E-Bike verbunden sein. War dies nicht der Fall, steht auch die Anzeige nicht zur Verfügung.

  4. Installation neuer Fahrmodi: Anlässlich der Eurobike präsentierte Bosch unter anderem mit dem Eco+ einen neuen Fahrmodus. Dieser wird auf einigen neuen E-Bikes serienmäßig installiert sein. In dem Fall könnt ihr die Unterstützungsstufe jetzt ganz einfach mithilfe der App auf eurem E-Bike installieren. Auf der entsprechenden Ansicht in der App erscheinen dann alle auswählbaren Modi. Maximal vier davon könnt ihr am Ende auf eurem E-Bike aufspielen.

    Hinweis: Einige Fahrmodi sind von vornherein an bestimmte Motoren gekoppelt. Hinzukommt, dass die Fahrradhersteller von sich aus ausgewählte Fahrmodi von der Konfiguration ausschließen können.

  5. Speicherung der Daten in der Cloud: Mit dem Wechsel auf die Version 1.23 der eBike Flow App ändert Bosch zusätzlich die Art, wie und vor allem wo bestimmte Daten der App abgelegt werden. Bisher passierte das alles bei euch auf dem Smartphone. Von nun an gelangen alle Einstellungen und Verbindungen zu E-Bikes, die ihr über die App hergestellt habt in eine Cloud und werden dort gespeichert. Das erweist sich dann als großer Vorteil, wenn ihr auf ein anderes Smartphone wechselt.

COBI.Bike und SmartphoneHub

2014 hat Bosch den umfangreichen Nyon Bordcomputer vorgestellt. Im gleichen Jahr wurde COBI.Bike gegründet. COBI.Bike ist mit dem Ziel angetreten, das Smartphone selbst als intelligentes Cockpit für Fahrräder nutzbar zu machen. Für Nutzer eines klassischen Fahrrads, gibt es COBI.Bike in Kombination mit fernsteuerbarem Front- und Rücklicht. Bei Bosch E-Bikes sollten vorhandene Bordcomputer durch das COBI System komplett ersetzt werden.

Der Smartphone Hub von Bosch eBike Systems ist die Weiterentwicklung des COBI.Bike Systems. COBI steht für Connected Biking. Das E-Bike wird also über das Smartphone mit der digitalen Welt verbunden. Es spricht viel dafür, anstelle des Bordcomputers, das Handydisplay alle relevanten Informationen anzeigen zu lassen. Die Displaytechnologie ist mittlerweile häufig gut genug, dass die Lesbarkeit auch bei Sonneneinstrahlung gegeben ist. Zudem sind moderne Smartphones leistungsstarke Computer mit effizienter GPS-Funktion und lassen sich insofern optimal zur Navigation nutzen.

Das COBI.Bike System ist mit allen Bosch E-Bikes mit Active oder Performance Line Motoren ab 2014 kompatibel. Bei E-Bikes mit Nyon oder Intuvia Display wird die COBI Smartphone Halterung einfach anstelle des vorhandenen Displays auf das Rad gesteckt.

Nach Installation und Einrichtung der COBI.Bike App (für Android und iOS erhältlich) kann die Fahrt mit COBI.Bike oder Smartphone Hub beginnen. Die Datenübertragung funktioniert über Bluetooth und funktioniert bei uns sehr zuverlässig. Das passgenaue Case für das iPhone macht einen soliden Eindruck und verfügt über einen integrierten Ladeanschluss. Durch diesen wird unser iPhone während der Fahrt über den E-Bike Akku geladen.

Mit dem vorhandenen Bosch Daumencontroller wird nun die COBI.Bike App auf dem Smartphone gesteuert. Die Bedienung ist sehr intuitiv und man kann durch die umfangreichen Anzeigemodi und Funktionen schalten, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen. Die Unterstützungsstufe des Antriebs wird dabei wie gewohnt über die Plus- und Minustaste gewählt. Im Navigationsmodus kann man über die beiden Tasten bequem die Vergrößerung bzw.

Funktionen:
  • Integration der Fahrradnavigation Komoot
  • Fitness-Funktion zur Anzeige von Trittfrequenz und Leistung
  • Export der Daten in Fitness App Strava
  • Integration von Musik Apps wie Spotify
  • Versenden von vorgefertigten Textnachrichten inklusive aktuellem Standort

Bosch Nyon im Detail

Bosch ist mit dem Nyon Gen2 eine gute Weiterentwicklung gelungen. Ansprechende Optik und in meinen Augen ist das Display groß genug. Bei der Software und da vor allem der Routenberechnung hätte ich mir mehr Weiterentwicklung gewünscht. Die Fitness Funktionen sind interessant in der Auswertung auf dem Bosch Portal. Mit einer in komoot geplanten Strecke hat die Navigation gut geklappt. Insgesamt eine sehr gute eBike Navigation für Touren und Trekking Biker. Tolle Hardware und zuverlässige Führung entlang geplanter Strecken. Die Interne Routenberechnung erfüllt die Erwartungen aber nicht. Der Nachrüstsatz für ältere Bosch eBikes ist für einen akzeptablen Preis erhältlich.

Funktionen des Nyon

  • Nyon als Bordcomputer: Nyon ist ein kleiner, vielseitiger Bordcomputer von Bosch, der die Steuerung deines E-Bikes, GPS-Navigation und Fitness-Tracking in einem Gerät vereint. Es ist kompatibel mit Performance Line, Performance Line CX und Active Line und kann bei allen E-Bikes ab Modelljahr 2014 nachgerüstet werden.
  • Navigation und Routenplanung: Mit dem Bosch Nyon System kannst du deine Routen einfach und effizient planen. Der Bordcomputer zeigt Points of Interest (POI) wie Restaurants und Ladestationen auf der Karte an. Der aktuelle Standort kann gespeichert werden, um jederzeit zurück navigieren zu können. Zusätzlich erhältst du Live-Wettervorhersagen direkt auf dem Display.
  • Fitness-Tracking und Gesundheit: Das Nyon-System fungiert als persönlicher Fitness-Trainer. Es zeigt Kalorienverbrauch, Distanz und Höhenmeter an und ermöglicht es dir, persönliche Fitnessziele zu setzen und zu verfolgen. Die Daten können mit Apple Health und Google Fit synchronisiert werden, sodass du stets einen Überblick über deine Performance hast.
  • Premium-Funktion Lock: Die kostenpflichtige Funktion Lock bietet zusätzlichen Schutz vor Diebstahl, indem sie die Motorunterstützung deaktiviert, sobald der Bordcomputer entfernt wird.
  • eShift und elektronische Schaltlösungen: Nyon unterstützt eShift, die integrierte elektronische Schaltlösung, die in Zusammenarbeit mit Schaltungsherstellern wie enviolo, Rohloff und Shimano angeboten wird.
  • Software-Updates: Software-Updates und neues Kartenmaterial können bequem over-the-air heruntergeladen und installiert werden, sodass dein Nyon stets auf dem neuesten Stand bleibt.
  • Intelligente Vernetzung mit der Bosch eBike Flow & eBike Connect App: Eine wichtige Komponente des Nyon-Systems ist die Vernetzung mit der eBike Connect App. Diese ermöglicht es dir, Ziele und Strecken zu erstellen und sie nahtlos auf den Bordcomputer zu übertragen. Für detaillierte Streckenplanungen steht dir das eBike Connect Portal zur Verfügung. Die App erlaubt auch individuelle Anpassungen wie Tourenzieleingabe und Screen-Design nach deinen Wünschen.
  • Inviduell einstellbare Benutzeroberfläche: Die Benutzeroberfläche des Nyon kann individuell angepasst werden, um Uhrzeit, Geschwindigkeit, Reichweite, Distanz, Schaltempfehlung, Akku-Ladestand und Trittfrequenz anzuzeigen.

Montage und Umrüstung auf Nyon 2

  • Umrüstung von KIOX auf Nyon 2: Du musst den Halter am Cockpit tauschen.
  • Umrüstung von SmartHub auf Nyon 2 Du musst den Halter am Cockpit tauschen. Lenker-Fernbedienung und Kabel passen.
  • Umrüstung von Intuvia auf Nyon 2 Du musst den Halter am Cockpit tauschen. Die Lenker Fernbedienung aus dem Nachrüst-Set muss montiert werden und das Kabel zum Motor ersetzt werden.
  • Umrüstung von Nyon 1 auf Nyon 2 Du musst den Halter am Cockpit tauschen. Die Lenker Fernbedienung aus dem Nachrüst-Set muss montiert werden und das Kabel zum Motor ersetzt werden.
  • Umrüstung von Purion auf Nyon 2 Du musst den Halter am Cockpit tauschen. Die Lenker Fernbedienung aus dem Nachrüst-Set muss montiert werden und das Kabel zum Motor ersetzt werden.

Vergleich verschiedener Bosch Displays

Der E-Bike Antrieb kann sein volles Potenzial erst dann ausspielen, wenn er sich komfortabel bedienen lässt. Bosch hat für jeden Anspruch das richtige Display im Programm. Wir haben die drei beliebtesten Modelle verglichen.

Purion - Klein aber fein

Das minimalistische Purion lenkt den Blick auf das Wesentliche. Als einziges der Bosch Displays ist das Purion Bildschirm und Remote Control zugleich. Denn es wird direkt am Lenkergriff montiert. Die Plus-Minus Taster sind am abschrägten Gehäuse leicht mit dem Daumen erreichbar. Außerdem sitzt an der Unterseite der Taster für die Schiebehilfe.

Fazit: Ganz im Sinn des Namens ist das Purion „pur“ und spartanisch ausgestattet. Das Display sitzt außen am Lenker und damit im Vergleich zu den anderen Bosch Displays nicht ganz optimal im Blickfeld. Wer keinerlei spezielle oder hippe Anzeigen braucht, kann ein Purion Display natürlich auch an einem sportlichen E-Bike einsetzen. Ein weiteres Argument ist sicher der günstige Preis.

Kiox - Modern und Kompakt

Seit kurzem gibt es das Kiox in zwei Versionen: Einmal das ursprüngliche Modell (System 2) mit zwei Bedientasten unterhalb des Displays, und als Kiox 300, kompakter und ohne die beiden Tasten. Das 300 ist Teil des neuen, voll vernetzten Smarten Systems. Beide Kiox bestehen aus dem Display, das ideal in der Mitte des Lenkers sitzt, und der Remote Control Fernbedienung außen am Lenkergriff.

Fazit: Das Kiox System 2 ist ein kompakter Allrounder, der mit seinen Fitness-Features vor allem sportliche E-Biker unterstützt. Eine gute Wahl auch fürs E-Mountainbike, denn sein kompaktes Gehäuse und das kratzfeste Displayglas halten selbst harte Geländeeinsätze aus.

Nyon - Vielseitige Kommandozentrale

Auf dem großen Screen des Nyon hat man stets alle Daten im Blick. Das Nyon ist von den Abmessungen her das größte der Bosch Displays. Vom 3,2 Zoll großen Bildschirm profitiert vor allem seine Funktion als vollwertiges Navigationssystem. Aber nicht nur die Ablesbarkeit von Landkarten ist damit besser, auch alle anderen Screens lassen sich deutlich aufgeräumter und übersichtlicher darstellen.

Fazit: Mit seinem großen Screen und den komfortablen Navigations-Features ist das Nyon eine gute Wahl für Tourenfahrer und Reiseradler auf Asphalt und befestigten Untergründen. Via Smartphone und App lassen sich individuelle Screens konfigurieren. Sportliche Fahrer freuen sich über die Aufzeichnung und Analyse von Fahr- und Fitnessdaten.

Das Smarte System

Bereits im letzten Jahr mit Kiox 300 und der LED-Remote eingeführt, wird das „Smarte System“ nun ständig durch Geräte erweitert. Aktuell ist es das brandneue Intuvia 100 Display, das wir euch in Kürze hier im Magazin vorstellen werden. Beim smarten System wird das Smartphone zur zentralen Steuerzentrale. Die eBike Flow App entlockt dem Antriebssystem viele weitere Features.

Navigationsgeräte im Test

Um neue Wege zu erkunden, ohne sich Sorgen über den Rückweg zu machen, lohnt sich ein GPS-Navigationsgerät. Auch wer den schnellsten Weg von A nach B sucht, kommt um eine Navigationshilfe nicht herum.

Smartphone als Navi

Die dritte und derzeit wohl beliebteste Möglichkeit, das E-Bike um eine Navigationsfunktion zu erweitern, ist das eigene Smartphone zu benutzen. Entweder spannt man das Smartphone in eine gewöhnliche Smartphone-Halterung oder man schaut sich nach einer Lösung um, die das Smartphone mit dem E-Bike-Motorsystem koppelt. Aktuell sind die Bosch-Systeme mit dem COBI.Bike Sport oder dem Bosch SmartphoneHub die Benchmarkt.

Routenplanung

Für eine breite Masse von E-Bikern gilt: Der Weg ist das Ziel und nicht das Ziel ist das Ziel. Das haben auch die Hersteller aller Navigationsgeräte im Test beherzigt und die einfachste und kürzeste Verbindung zwischen dem Standort und dem Ziel um weitere Routenempfehlungen erweitert.

Die Navigationsfeatures des Bosch Nyon 2021, des Bosch SmartphoneHub und des COBI.Bike Sport sind einfach zu bedienen. Um mit einem dieser drei Navis individuelle Touren anzulegen oder Zwischenziele zur Route hinzuzufügen, muss man im Vorfeld GPX-Dateien oder Routen aus Komoot und Co. importieren.

Reichweitenbasierte Navigation

Das Bosch Nyon 2021 beherrscht eine praktische reichweitenbasierte Navigation auf Grundlage des Akkustands, der gewählten Motorunterstützung und der Distanz zum Ziel sowie der Topographie der gewählten Route. Das SmartphoneHub und das COBI.Bike Sport gleichen eine geplante Route ebenfalls mit der Akkureichweite ab, gehen dabei aber nicht auf die Topographie ein.

Diebstahlschutz

Das COBI.Bike Sport bietet als zusätzliches Feature einen Diebstahlalarm an. Einen speziellen Diebstahlschutz für E-Bikes besitzt in unserem Test nur das Bosch Nyon 2021. Erwirbt man einmalig bei Bosch die Premiumfunktion Lock für 10 €, werden alle Motorfunktionen deaktiviert, sobald man das Nyon-Display vom E-Bike abzieht.

Kompatibilität mit Motoren

Ein Schock für viele Bosch-Kunden: E-Bikes mit Motorsystemen von Bosch sind für Drittanbieter gesperrt. Um Motordaten wie die Unterstützungsstufe oder den Akkustand über das Navigationsgerät auslesen zu können, ist man an eine Bosch-zertifizierte Lösung oder an Bosch-eigene Geräte wie das SmartphoneHub oder das COBI.Bike Sport gebunden.

Display und Bedienung

Ein Touchdisplay macht das Durchsuchen und Zoomen auf einer Karte um ein Vielfaches einfacher als eine Oldschool-Tastenbedienung. Beim Bosch Nyon 2021, Bosch SmartphoneHub und COBI.Bike Sport kann die Zoomfunktion zusätzlich über die Lenker-Remote bedient werden, wodurch man keine Hand vom Lenker nehmen muss.

Bosch Nyon 2021 im Test

Das Bosch Nyon-Display ist die zweite Generation der Bosch-eigenen Navigationslösung, die in das Bordsystem eines E-Mountainbikes integriert ist. Um die Navigation nutzen zu können ist es zwingend notwendig, das Nyon mit einem WLAN-Netzwerk zu verbinden. So gelangen Karten und Updates auf das Fahrrad-Navi. Sind die Karten auf dem Gerät, braucht ihr noch ein Bosch eBike Connect-Konto, danach kann es mit der Routenplanung und der Verwaltung eurer Aktivitäten losgehen!

Routenoptionen

Für die Navigation zum Ziel bietet das Bosch-Gerät die Routenoptionen „schnell“, „schön“ und „MTB“ an. „Schnell“ ist die kürzeste Verbindung, die das Navi findet, „schön“ vermeidet Hauptverkehrsstraßen und „MTB“ kann auch ausgewiesene Trails auf eurer Route umfassen.

Reichweitenberechnung

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal des Nyon ist die geschätzte Restreichweite, die auch topografische Gegebenheiten mit einberechnet. Noch vor dem Start einer Tour gibt das Nyon eine Schätzung darüber ab, ob die komplette Tour mit Motorunterstützung gefahren werden kann und berücksichtigt dabei die gewählte Unterstützungsstufe, die Distanz, die Topografie der geplanten Strecke und den Ladezustand des Akkus.

Zusatzfunktionen

Durch die Integration in das Motorsystem punktet das Display mit der besten Ansicht aller motorrelevanten Daten. Die Trittfrequenz, der Anteil an Eigenleistung und die Geschwindigkeit werden ohne zusätzliche Sensoren aus dem Motor heraus an das Display gesendet. Mit der Premiumfunktion Lock für 10 € wird ein Diebstahlschutz auf dem Nyon-Display aktiviert. Das Entfernen des Displays sperrt dann alle Motorfunktionen des E-Bikes - nur dasselbe Display kann sie wieder reaktivieren.

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