Bosch vs. Shimano E-Bike Motoren: Ein Vergleich

Der Markt an E-Motoren ist in den letzten Jahren ziemlich unübersichtlich geworden. Neben den beiden großen Playern Bosch und Shimano buhlen auch andere Marken um die Gunst der Käuferschaft - was die Anzahl der reinen Motorenhersteller ganz locker hoch zweistellig werden lässt. Grund genug für uns, hier einmal Licht ins Dunkel zu bringen! Was taugen die Aggregate von Bosch und Shimano? Und wie schlagen sich die Konkurrenten wie Pinion, Yamaha, Brose und Co.?

Daher widmen wir uns an dieser Stelle den momentan angesagtesten Antrieben in Kurz-Porträts samt Pro-und-Kontra-Liste der jeweiligen Motoren-Reihe. Diese Übersicht versteht sich daher wirklich nur als diese: als Übersicht. Ferner beschränken wir uns dabei auf Mittelmotoren - also Motoren, die anstelle des Tretlagers sitzen - und diese auch nur bis zu einer Tretunterstützung von maximal 25 km/h. S-Pedelecs und Hecknabenmotoren widmen wir uns aus Platzgründen an anderer Stelle.

Bosch-Motoren im Überblick

Direkt mit der ersten Bosch "Drive Unit" 2011 wurden die Schwaben zu einem der beiden Marktführer im E-Bike-Sektor. Mittlerweile hat Bosch für jeden Einsatzzweck ein geeignetes Aggregat, eine Fülle an großen wie kleinen Akkus und sinnvolle Peripherie in petto. Unterschieden wird dabei zwischen drei Modellreihen: Bosch Active Line, Bosch Cargo Line und Bosch Performance Line - diese werden jeweils wiederum in eigene Unterkategorien eingeteilt. Exklusive dem S-Pedelec-Motor "Performance Line Speed" hat Bosch nun 13 alte wie neue und teils recht verschiedene Aggregate im Portfolio.

Bosch Active Line: Die Motoren für den Alltag

Der Active-Line-Motor versteht sich als Einstieg in das Bosch-Universum und findet vorrangig in Trekking- und City-Rädern Verwendung. Mit 40 (Standard-Modell) respektive 50 Nm (Plus-Modell) Drehmoment ist der Einsteigs-Bosch bereits schön kräftig, wird aber klar von der potenteren "Performance Line" in den Schatten gestellt - selbst wenn die maximale Leistungsausbeute von bis zu 600 Watt beim Active Line Plus identisch ausfällt. Cool: Volle Integration in den Smart-Kosmos inklusive verschiedener Display-Optionen, großen, bis zu 750 Wh fassenden Akkus und hervorragender App-Anbindung inklusive Navigation. Je nach Hersteller optional mit Rücktritt und ABS verfügbar.

  • Vorteile: starker Motor mit zeitgemäßer Konnektivität, große Auswahl an sinnvoller Peripherie, riesengroßes Händlernetz
  • Nachteile: nicht mit Fremdhersteller Akkus kompatibel, Motor besonders in unterstützungsstarken Modi deutlich hörbar

Bosch Cargo Line: Der Lastenbeförderer

Der Name ist Programm: Der Cargo-Line-Motor wird überall dort verbaut, wo Lasten- oder Personen befördert werden sollen. Entsprechend bestehen die Motor-Innereien aus dem großen Performance-Line-Motor, nur eben mit spezieller Software und Thermo-Management-Anpassungen, um den erhöhten Leistungsanforderungen gerecht zu werden. Entsprechend deftig fällt die Leistungsabgabe aus: 100 Nm Drehmoment schieben auch schwere Ladungen richtig gut vorwärts, maximal 750 Watt leistet der Motor kurzzeitig. Optional mit ABS verfügbar.

  • Vorteile: Bärenstarker Motor mit gutem Thermo-Management, große Auswahl an sinnvoller Peripherie, perfekte Konnektivität
  • Nachteile: nicht mit Fremdhersteller Akkus kompatibel, Motor kein Leisetreter (bis 2025)

Bosch Performance Line: Power für Trail und Tour

Einmal ein E-Bike mit Bosch-Motor bitte: Wer mit diesem Satz auf den Lippen in den Radladen geht, wird meist einen dieser Motoren meinen. Die Performance-Line-Motoren sind die Top-Produkte von Bosch - und finden sich entsprechend in sehr vielen E-MTBs, sportiven Trekking-Rädern und neuerdings auch "leichten" E-Bikes wieder. Moment - leichte E-Bikes? Ja: Denn mit dem Performance Line SX flankiert ein sogenannter "Light"-Motor und treibt Bikes in der Gewichtsklasse unterhalb der 20-Kilo-Marke an - mit auf 60 Nm reduziertem Drehmoment und rund einem Kilo weniger Gewicht. Darüber residieren weiterhin die großen Motoren mit dem Beinamen CX: Bei ihnen liegen nun bis zu 100 Nm Drehmoment an, in der limitierten "Race"-Ausführung steigt die Unterstützung auf bis zu 400 %, sonst sind meist 340 %. Während der Performance Line CX oder der neue, etwas schwächere PX in sehr vielen E-MTBs aller Federwegs-Klassen zu finden ist, gibt es den "CX Race" nur in selektierten High-End-E-MTBs.

Shimano-Motoren im Überblick

Zunächst 2010 mit einem Front-Motor fulminant gescheitert, geben die Japaner seit 2014 mit ihrem Steps-System auf dem Markt neben Bosch den Ton an. Kein Wunder: Auch Shimano setzt auf Mittelmotoren - und stimmt diese wie Bosch auf den jeweiligen Einsatzzweck ab. Bei der Leistungsausbeute liegt Shimano auf Augenhöhe mit Bosch. Wo die Japaner aber die Nase vorn haben, ist bei der Akku-Auswahl - Shimano erlaubt hier nämlich Fremdhersteller-Designs. Das verhilft beispielsweise Canyons E-MTBs mit Shimano EP8 zu sagenhaften 900 Wh! Ein kleiner Nachteil für Touren-Freunde: Shimano ist besonders im Infotainment-Bereich merklich konservativer unterwegs, große Farbdisplays mit Navi-Funktion sucht man hier derzeit vergebens. Dafür gibt's Automatik-Schaltungen (übrigens auch für E-MTBs), bei manchen Motoren sogar Rücktritt und ABS-Systeme in Kooperation mit Blubrake.

Brandneu: Shimano EP5 und E5100

Mit den neuen Modellen EP5 und E5100 modernisiert Shimano seine Motorenflotte für Einsteiger-Pedelecs.

Shimano E6100 und E5000: Der Einstieg ins E-Touren-Segment

Shimanos sanfter Einsteiger-Antrieb E5000 eignet sich ideal für den Einsatz im Stadtgebiet, zum Pendeln oder für Kurzstrecken. Dies schließt aber eine Verwendung für eine entspannte Radtour auf keinen Fall aus. Bei sanften 40 Nm maximalem Drehmoment unterstützt der "kleinste" aus der Shimano-Familie mit einer Spitzenleistung von max. 420 W. Die prozentuale Charakteristik im aktuellen Comfort-Level der Unterstützungsstufen baut sich wie folgt auf: Im Eco-Modus gibt der E5000 nochmal 40% zur eigenen Tretleistung hinzu, im Normal-Modus sind’s 100% und im höchten Level 200% zusätzlich zur eigenen Tretleistung, allerdings ist dann bei 420 W Schluss. Der neue Sport-Charakteristik-Modus unterstütz im eco-Level mit 60%, im Normal-Modus mit 125 % und im High-Level mit 200 %.

Die Vorteile des E5000 liegen der Verwendung unterschiedlicher Komponenten gerade für Stadträder. So ist der 5000er kompatibel mit den Bremssystemen V-Brakes, Rollenbremsen, Scheibenbremsen und Rücktritt. Spannend ist gerade für Touren im urbanen Umfeld die vollautomatische Schaltfunktion der Nexus Inter 5 Nabenschaltung. Damit kann man sich voll und ganz aufs Radfahren konzentrieren, den Rest macht das Rad. Und mit rund 2300 Kg ist der sanfte Mittelmotor auch noch recht leicht.

Als sanften Tourenantrieb darf man den E6100 durchaus bezeichnen. Mit etwas mehr Wumms als der kleine E5000 geht der Nachfolger des E6000 an den Start. je nach voreingestellter Fahrcharakteristik liefert der 6100er im sportiven Modus bis zu 60 Nm und im comfort Modus bis zu 50 Nm ab. Mit einer maximalen Leistung von 500 W liegt er über dem E5000, bietet seinem Pedaleur dabei maximal 200 % zusätzliche Unterstützung zur eigenen Tretleistung.

  • Vorteile: komfortabler, sanfter und effizienter Antrieb für genüßliche Touren, Kombatibilität mit allen Bremssystemen und vielen Schaltsystemen, Fahrcharakteristik mit E-Tube Projekt individualisierbar
  • Nachteile: für Bergtouren weniger geeignet, Display mit puristischem Informationsgehalt

Shimano EP8(01) Cargo, EP600 Cargo und E6100 Cargo: Starke Lastenträger

Transportieren ist das große Thema im Rahmen der modernen Mobilität. Für E-Bikes mit Systemgewichten braucht man kräftige Motoren, die ein beladenes Rad aus dem Stand beschleunigen oder eine Steigung nicht zum Alpenpass erwachsen lassen. Die Anforderungen sind im Vergleich zu den City-/Touren- oder Sportantrieben deshalb anders: Hier ist eher die Kraft respektive Leistung in den unteren Drehzahlbereichen gefragt. Mit den Modellen EP801 CRG, EP600 CRG und E6100 CRG hat Shimano drei verschiedene Transportantriebe im Programm. Während alle drei Varianten max. 500 Watt Leistung bei 250 W Nenndauerleistung zur Verfügung stellen, liefern die beiden EP8 und EP6 Cargo jeweils maximal 85 Nm Spitzendrehmoment, der City-Transporteur E6100 CRG dagegen max. 60 Nm.

  • Vorteile: Leistungskurve speziell für den Einsatz für Cargobikes abgestimmt, drei Varianten für unterschiedliche E-Bike-Anwendungen und -Preispunkte

Shimano EP8(01), EP600 und E7000: Power für den Uphill

Mit Volldampf voraus: Dank maximal 85 Nm Drehmoment und bis zu satten 400 % Unterstützung katapultieren dich die Motoren der EP8- und EP6-Generation nach vorn. Einzig der etwas in die Jahre gekommene E7000 ist mit 60 Nm etwas schwächer motorisiert. Aber das macht nichts: Alle Antriebe fahren sich flott und treten sich sehr natürlich, haben auch in technischen Uphill-Passagen eine prima Leistungsabgabe. Wie schon Boschs Performance Line stehen auch Shimanos EP-Motoren vorrangig für E-MTBs und kräftige Tourer bereit. Das beste dabei: Shimano hat ein vergleichsweise offenes System, weswegen viele Rad-Hersteller eigene Akkus verbauen können - derzeitiger Spitzenreiter sind hier Canyons E-MTBs mit Shimano EP8 mit bis zu 900 Wh. Schade jedoch: Wie die anderen Shimano-Motoren ist die verfügbare Peripherie eher dezent gehalten, Infotainment wie bei Bosch gibt's hier leider nicht. Dafür bieten die beiden neuen EP801- und EP600-Motoren optional mit Auto- und Freeshift automatisiertes Schalten.

  • Vorteile: sehr kräftiger Motor, Offenheit bei der Akku-Wahl seitens Hersteller, riesengroßes Händlernetz
  • Nachteile: Display-Peripherie eher dezent bis altbacken, bei hohen Drehzahlen keine Leisetreter

Vergleich von Bosch Performance Line CX und Shimano EP8

Mit der Einführung der Generation-4-Motoren im vergangenen Jahr hat Bosch seine Spitzenposition zementiert. Denn der E8000 von Shimano galt als Auslaufmodell. Jetzt, nach bangen Monaten des Wartens, hat auch Shimano seinen neuesten E-Antrieb vorgestellt. Kann der nagelneue EP8 dem Performance CX das Wasser reichen?

Shimano-Motor 400 Gramm leichter als Bosch Performance CX

Augenfälligste Neuerung ist die abgespeckte Figur des Shimano-Antriebs. Zehn Prozent kleiner und auch deutlich leichter als sein Vorgänger geht der EP8 ins Rennen. Der Vergleich zu Bosch: Über 400 Gramm spart der Japaner ein, auch die Abmessungen sind eine ganze Ecke schlanker. Zweiteres ist primär ein optisches Argument, denn was den Bauraum und die Freiheit bei der Konstruktion eines E-MTBs angeht, schränken beide Antriebe die Entwickler kaum ein. Ein E-MTB mit 430er-Kettenstreben? Mit diesen beiden Antrieben ist das machbar. In dieser Disziplin stehen Bosch und Shimano im Bereich der kräftigen E-Bike-Motoren gemeinsam an der Spitze, die Konkurrenz um Brose und Yamaha nimmt mehr Bauraum in Anspruch.

Doch entscheidend für die Antriebsleistung sind die Innereien der Motoren. Dazu gehört auch die Software. Wie wichtig die Programmierung ist, hat Bosch kurz vor dem Erscheinen des EP8 gezeigt. Die Schwaben haben ihrem Performance CX mal eben einen Power-Boost verpasst, als hätten sie dieses Ass bewusst in der Hinterhand gehalten. Ohne ein Bauteil des Antriebs zu verändern, liefert der Motor plötzlich noch mehr Drehmoment und fährt sich noch geschmeidiger. Kaum zu glauben, dass die Anpassung im Datenblatt - 85 statt 75 Newtonmeter - so kurz vor der EP8-Premiere Zufall war. Egal, für unser Duell kommt sie auf alle Fälle gerade recht: zwei Konkurrenten auf Augenhöhe.

Die E-MTB-Motoren im Fakten-Check:

Motor Gewicht (EMTB-Messung) Fahrstufen Max. Drehmoment auf dem EMTB-Prüfstand
Shimano EP8 2,52 Kilo 3 (individuell via App anpassbar) 79 Newtonmeter
Bosch Performance CX 2,96 Kilo 4 (nur mit Nyon-Display anpassbar) 79 Newtonmeter

Sportlich, kompakt und minimalistisch: Auch mit dem neuen EP8-Display hält Shimano an dieser Philosophie fest. Die Vorteile sind ein exzellenter Schutz vor Beschädigung, eine dezente Optik und gute Bedienbarkeit. In Sachen Zusatzfunktionen hat Shimano das Nachsehen. Größtes Manko: die ungenaue Akku-Stand-Anzeige ohne Prozentwerte.

Boschs Kiox-Display bietet seit dem letzten Update noch mehr Funktionen, darunter die Darstellung einer Komoot-Navigation. Allerdings ist das Kiox deutlich sperriger als die EP8-Variante und die Ergonomie des Bedienteils nur mäßig. Einige Hersteller greifen deshalb zum etwas altbackenen Purion-Display.

Full-Power Motoren im Vergleich

In unserem Vergleich von Full-Assist Motoren hat sich Zweiradmechanikermeister Leon drei verschiedene Modelle im Detail angesehen.

Bosch Performance Line CX Brose Drive S Mag Shimano EP801
Gewicht ca. 2,9 kg ca. 2,9 kg ca. 2,7 kg
Drehmoment 85 Nm 90 Nm 85 Nm
Besonderheiten Energiegeladene Beschleunigung, stabile Performance Höheres Drehmoment, präzise Kontrolle, leiser Ausgeglichene Leistung, geschmeidiges Fahrerlebnis

In Sachen Gewicht ist der EP801 Motor von Shimano mit knappen 2,7 Kilogramm der leichteste Motor unseres Full-Power Motorenvergleichs. Der EP801 hat zusätzlich Kühlrippen und kommt im Gesamten auch optisch fortschrittlich modern daher. Dicht darauf folgen die beiden anderen Motoren, der Bosch Performance Line CX und der Brose Drive S Mag mit nur knappen 200 Gramm mehr und damit etwa 2,9 Kilogramm. Dabei fällt auf, dass alle Motoren gewichtsmäßig sehr dicht beieinander liegen.

Optisch gesehen erwecken der Bosch CX Motor sowie der Shimano Motor einen eher sportlichen und technischen Eindruck. Der Brose Drive S Mag ist aufgrund des verbauten Riemens etwas größer im Aufbau.

Während der Bosch und Shimano Motor beim Arbeiten eine hörbare Geräuschkulisse erzeugen, ist der Brose Drive S Mag aufgrund des Riemens deutlich leiser.

Lediglich der Brose Drive S Mag fällt hier nach oben aus der Reihe und liefert satte 90 Nm Unterstützung, die dennoch beeindrucken präzise kontrolliert werden können. Mit diesem höheren Drehmoment bietet der Brose Motor nicht nur eine starke Beschleunigung, sondern ermöglicht auch eine souveräne Bewältigung anspruchsvoller Steigungen.

Der Bosch-Motor punktet vor allem mit einer energiegeladenen Beschleunigung und einer stabilen Performance in unterschiedlichen Geländearten. Der Shimano Motor sichert eine ausgeglichene Leistung und trägt zu einem geschmeidigen Fahrerlebnis bei. Alle drei Motoren bieten jedoch eine spannende Bandbreite an Leistungsoptionen für e-Bike-Enthusiasten.

Der Bosch CX hat einen sehr geringen Tretwiderstand ohne Unterstützung. Selbiges gilt für den Brose Drive S Mag, was Leon demonstriert, indem er die Antriebswellen leicht manuell betätigt.

Du suchst einen sehr langlebigen Motor mit einer ausgezeichneten Ersatzteilversorgung? Dann solltest du dir den Bosch Motor einmal näher ansehen. Der Shimano EP801 eignet sich besonders gut für e-Bike Neulinge, da er eine sehr angenehme Kraftverteilung sowie eine gute Dosierbarkeit hat. Auch das elektrische Schalten - ganz ohne Treten - kann in Verbindung mit dem Motor überzeugen. Der Brose Drive S Mag überzeugt durch die größte Kraft, bzw. das größte Drehmoment.

Damit du für dich persönlich entscheiden kannst, ob einer der Motoren für dich geeignet ist, kannst du eine Probefahrt bei einem e-motion Shop in deiner Nähe machen und das Bike in Sachen Fahrempfinden, Geräuschentwicklung und vielem mehr direkt testen.

Die Mitbewerber: Was können Brose, Fazua, Pinion, Yamaha Co.?

Yamaha: Die Stimmgabel schlägt zurück!

Ohne viel Aufsehen zu erregen, krempelt Yamaha sein gesamtes E-Bike-Motorenprogramm auf links - und zielt mit einem Dreigestirn aus Full-Power-, Alleskönner- und Light-Motor voll auf Mitbewerber Bosch. Drei Mittelmotoren gibt es nun, von E-MTB bis Light, von 100 Nm (PW-X4) bis 60 Nm (PW-L1).

Power aus der Hauptstadt: Brose Drive

Brose baut sein Motorenportfolio mit dem neuen Drive 3 Peak fürs Modelljahr 2024 aus. Die Berliner reduzieren ihr bisheriges Housing abermals und versehen den Drive 3 Peak mit einem neuen Design. Technisch bietet der Neue nunmehr über satte 95 Nm maximales Drehmoment. Die Betriebsspannung liegt bei 48V und der Top-Motor unterstützt dann mit maximal 410 % bei einem Gewicht von 2,9 kg. Die ersten Bikes mit diesem Motor werden voraussichtlich 2024 ausgeliefert.

Klein, stark und hybrid: Fazua Ride 50 und 60

Mit dem Ride 50 entwickelten die Münchener das bislang im E-Bike-Markt einzigartige Konzept des hybriden Antriebs. Beim Ride 50 Antriebssystem steckt alles in einer Patrone: Motor, Getriebe, Elektronik und Akku! Die kann nach Belieben herausgenommen und gegen eine leere Hülle getauscht werden; aus dem E-Bike wird ein Fahrrad! Mit dieser revolutionären Idee konnte Fazua von Beginn an die Fahrradindustrie und sportive Radfahrer begeistern, die nur eine "kleine" Unterstützung suchen.

Mit dem Ride 60 verließen die Bayern den Ansatz des hybriden Antriebs und entwickelten einen fest verbauten Mittelmotor. Ohne die Idee des smarten und leichten Antriebs aufzugeben, entwickelte Fazua den ride 60 mit dem Ziel, beim Pedelec deutlich unter der 20-Kilo-Marke bleiben zu können. Fazua stellt auch mit seinen "Ride 60"-Antrieben passende Aggregate zur Verfügung - welche rund 60 Nm leisten und auf Knopfdruck während der Fahrt in höchster Stufe für 12 Sekunden lang 450 Watt leisten. Gespeist wird das System mit einem 430-Wh-Akku, optional gibt es einen Range-Extender. Häufig in Light-E-MTBs oder an leichten City-E-Bikes verwendet.

Die Zahnfee: Pinion Motor Gearbox Unit ("MGU")

Pinions erster Motor ist wohl die Neuheit des Jahres: Die Schwaben vereinen erstmals ihre bewährte Getriebe-Technik mit einem leistungsstarken E-Motor. Herausgekommen ist dabei eine trotz bis zu zwölf integrierten Schaltstufen recht kompakte Antriebseinheit - die es so auf dem Markt derzeit kein zweites Mal gibt. Löblich zudem: Die MGU wird zukünftig in vielen verschiedenen Bikes zum Einsatz kommen - von vollgefedertem E-MTB bis hin zu Cargo- und Trekking-Bikes.

Totgeglaubte leben länger: Brose Qore

Mit dem System Qore wagt Brose einen Neustart im E-Bike-Segment - inklusive neuen Namen, modularer Architektur und ersten Partner-Bikes.

Das Drehmoment-Wunder: Sachs RS

Sagenhafte 112 Nm Drehmoment verspricht Sachs für seinen RS-Motor - in dieser Übersicht ein klarer Rekord! Generell versteht sich der Motor aus dem Automobil-Zulieferer-Kosmos von ZF als offenes System - Akku und Displays sind frei wählbar. Wird momentan eher in exotischen Pedelecs verbaut.

Mini-Maße, Mega-Power: TQ HPR-50

Auch TQ versucht sich am Thema "Light"-E-Bikes: Gewicht spart man in dieser Klasse vor allen Dingen beim Motor - wie TQ eindrücklich beweist. Der HPR-50 wiegt mit 1850 Gramm rund ein Kilo weniger als die Full-Size-Konkurrenz, liefert aber 55 Nm Drehmoment und kurzzeitig bis zu 300 Watt. Gepaart wird das System mit einem kleinen 360-Wh-Akku und wird optional um einen Range-Extender erweitert. Vorrangig in Light-E-MTBs eingesetzt, vereinzelt auch in E-Rennrädern und E-Gravelbikes zu finden.

Power vom Drohnen-Profi: DJI Avinox

Als neuer Player steigt zukünftig Drohnen- und Kamera-Spezialist DJI in den Mittelmotoren-Markt ein. Ihr "Avinox" getauften System verspricht 850 Watt Spitzenleistung und 105 Nm Drehmoment - und sensationell schnelles Laden ihres Akkus.

ZF CentriX: Neues vom Bodensee

Etwas größer als eine 0,33er-Cola-Dose und dennoch stärker als Bosch CX und Shimano EP8: Mit dem CentriX-Motor attackiert Getriebe-Riese ZF die großen Motorenhersteller und will Light-E-Bikes mit dickem Drehmoment möglich machen.

BH präsentiert mit dem BHZ by SEG

BH stellt in Zusammenarbeit mit SEG einen neuen, hauseigenen Light-Assist Motor vor, der in den Modellen iLynx Trail, iLynx Race und den iGravelX zum Einsatz kommt. Der Motor soll durch seine kompakte Bauweise und ein Gewicht von nur 2,1 kg überzeugen.

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