E-Bikes sind der am stärksten wachsende Sektor der Fahrradindustrie weltweit und werden Jahr für Jahr mit neuen Technologien bedacht, welche die Elektro-Unterstützung noch leichter, leistungsstärker und effizienter machen. Einer der Pioniere im E-Bike-Segment ist der Industrieriese Bosch mit seinen eBike-Antriebssystemen, die heute in den Bikes von über 70 namhaften Herstellern verbaut werden.
Bosch eBike Systeme im Überblick
Bosch hat aktuell fünf Antriebssysteme im Angebot, die speziell an die Anforderungen von verschiedenen Fahrradtypen angepasst wurden. Eines ist bei allen gleich: 250 Watt Leistung und fünf Antriebsmodi unterstützen dich bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h (optional auch 45 km/h für S-Pedelecs).
- Bosch Performance Line CX: Das Top-Modell in Sachen Leistung, speziell für E-Mountainbikes entwickelt.
- Bosch Performance Line: Vielseitig einsetzbar für sportliche Bikes jeder Art, geeignet für Tourenfahrer, Mountainbiker und sportliche Pendler.
- Bosch Active Line: Die gemächlichste Variante, besonders sparsam und laufruhig, geeignet für gemütliche Stadtfahrten und Pendler.
- Bosch Active Line Plus: Bietet etwas mehr Drehmoment und ist spritziger, auch beim Anfahren, optimal für Tagestouren oder leichtes Trekking.
Bosch eBike System 2: Der Klassiker
Der Nachfolger des ersten Bosch eBike Systems, das System 2, gibt es seit 2013 und es wurde seitdem stetig weiterentwickelt. So kamen nach und nach stärkere und kompaktere Motoren mit mehr Drehmoment (Bosch Performance Line CX), integrierte Akkus (PowerTube) und smarte Displays wie das Nyon oder Kiox hinzu. Mit dem SmartphoneHub beziehungsweise COBI.Bike kann man auch das Smartphone als Display verwenden. Je nach Display kann also auch das „alte“ System durchaus als „smart“ bezeichnet werden.
Ein entscheidender Unterschied zu dem neuen Smart System ist jedoch, dass bei dem eBike System 2 nur die Displays „smart“ sind. So können Updates der Motorsoftware nur über den Fachhändler aufgespielt werden.
Das Bosch Smart System (BES3): Die Zukunft der E-Bikes
Bei dem neuen Smart System sagt der Name schon (fast) alles. Konkret steht „Smart“ hierbei für Funktionen, die im Zusammenspiel mit dem eigenen Smartphone ermöglicht werden. Über die Bosch eBike Flow App kann man das Smartphone über Bluetooth mit dem E-Bike verbinden und Daten austauschen. So kann man sich etwa Informationen wie gefahrene Kilometer oder den Akkustand in der Flow-App anzeigen lassen, die Unterstützungsmodi - innerhalb der gesetzlichen Vorgaben - anpassen oder Software-Updates aufspielen.
Auch bei der Erweiterbarkeit und der Sicherheit hat das Smart System die technologische Nase vorn. So kann von Werk aus das neue Bosch eBike ABS angeschlossen und über das optionale ConnectModule ein Alarm sowie GPS-Tracking nachgerüstet werden. Für die Fülle an Features hat Bosch allerdings alle Anschlüsse überarbeiten müssen. Somit ist kein Bauteil mit dem Vorgänger-System kompatibel - leider auch das Ladegerät nicht.
Darüber hinaus folgt das System einer neuen Logik. Das Gehirn der Bedieneinheit ist nun die LED-Remote, das Purion 200 oder der System Controller. An diesen Bauteilen lässt sich ein E-Bike mit Bosch Smart System leicht erkennen.
Einer der größten Vorteile des Smart Systems ist, dass die Displays nun deutlich einfacher getauscht werden können.
Bosch E-Bike System und Smart System (BES3) im Vergleich:
| Merkmale | Bosch eBike System 2 | Bosch Smart System (BES3) |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | Seit 2013 | Seit 2022 |
| Konnektivität, Personalisierung und smarte Funktionen | Eingeschränkt, über eBike Connect App | Umfangreich, über eBike Flow App |
| Upgrademöglichkeiten | Ja, aber teils aufwendig | Ja, sehr einfach per Plug-and-Play |
| Over-the-Air-Updates | Nein | Ja |
| Kompatibel mit ConnectModule | Nein | Ja |
| größtmögliche Akkukapazität (PowerPack) | 500 Wattstunden | 800 Wattstunden |
| größtmögliche Akkukapazität (PowerTube) | 625 Wattstunden | 750 Wattstunden |
| Mit Light-Motor erhältlich | Nein | Ja, Performance Line SX |
| Mit ABS erhältlich | Nein | Ja |
| Kompatibel mit eShift und Schaltautomatik | Nein | Ja |
Volle Kontrolle mit den Bordcomputern
Wie das Cockpit im Auto versorgen dich die Bosch E-Bike Bordcomputer mit allen wichtigen Informationen zu deinem E-Bike und deiner aktuellen Fahrt. Akkustand, aktueller Modus, Geschwindigkeit, Reichweite und auch die Kilometer bis zum nächsten Service lassen sich anzeigen. Bosch bietet mit Intuvia, Nyon und Purion drei Bordcomputer für seine Antriebssysteme an.
- Intuvia: Leicht und intuitiv zu bedienen, bietet alle wichtigen Daten im Blick.
- Nyon: Die All-in-One-Kommunikationslösung mit GPS-Navigation, Fitness-Tracking und detaillierter Reichweite.
- Purion: Minimalistisches Design, pragmatische und kompakte Lösung für sportliche Fahrer.
- Kiox: Der neue Bordcomputer ist definitiv ein Hingucker: Das gestochen scharfe Farbdisplay ist kompakt, aufgeräumt und bietet eigene Integrationsmöglichkeiten für die Fahrradhersteller.
- COBI.Bike System: Du parkst dein Handy mittig am Lenker in einer Halterung - die es ganz nebenbei lädt und einen sensorgesteuerten Scheinwerfer beheimatet - und schon wird es zur Schaltzentrale.
- SmartphoneHub: Eine Kombination aus der COBI-App, deinem Smartphone und dem SmartphoneHub macht dein E-Bike zur fahrenden Schaltzentrale.
Vernetzte Displays und Bordcomputer
Vernetzte Displays und Bordcomputer können entweder über die Bosch-eBike-Connect-App oder die Bosch-eBike-Flow-App mit dem Smartphone verbunden werden. Bei dem System 2 ist die Umrüstung zu anderen Bordcomputern jedoch etwas aufwendiger, da hierfür meist auch das Display-Kabel, das durchgängig bis zum Motor führt, ausgetauscht werden muss. Derartige Umbauten sollten nur von einem Fachhändler durchgeführt werden.
Seit der Einführung des ersten Bosch-HMI-Displays 2011 sind das Intuvia, Nyon 1 (2013), Purion, Kiox, Nyon 2 (2020) und das Smart System mit dem Intuvia 100, Purion 200, Kiox 300 und Kiox 500 dazugekommen.
Smartphone statt Display
Neu kannst du statt einem Display auch dein Smartphone nutzen. Bosch nennt das Smartphone Grip. Diese Lenkerhalterung ist kompatibel mit der Display-Aufnahme und macht es möglich, statt des Kiox 300 dein Smartphone als alternatives Display und Steuerzentrale zu nutzen. Damit du dein Smartphone als Display einsetzen kannst, befestigst du einen Adapter am Lenker. Auf diesem befindet sich der Display-Halter. Und darauf wird dann die eigentliche Aufnahme für das Smartphone geklickt. So machst du dein Smartphone ganz einfach zum E-Bike-Display.
Mehr Sicherheit mit zusätzlichen Funktionen
- E-Bike ABS: Bosch hat kürzlich das erste Antiblockiersystem für Pedelecs vorgestellt.
- Smartes Schalten mit eShift: E-Bikes mit Bosch-Antrieb erleichtern dir auch das Schalten.
- eBike Lock: Die Funktion „eBike Lock“, mit der das eigene Smartphone zum Schlüssel für die Motorunterstützung wird, ist nun Standard.
- eBike Alarm: Dieser digitale Service ermöglicht dir in Verbindung mit eBike Lock einen noch umfangreicheren Schutz vor Diebstahl.
Akkus und Wattstunden
Bei jedem Bosch E-Bike Antrieb hatte bisher der Käufer die Wahl zwischen drei Akkutypen - 300Wh, 400Wh und 500Wh. Mit der DualBattery, einer Komination aus zwei hintereinandergeschalteten Akkus, sind laut Bosch bis zu ca. 200 km ungetrübter Fahrspaß ohne Nachladen möglich.
Die eBike Flow App
Das zentrale Element des Bosch Smart System ist die E-Bike Flow App. Diese ermöglicht dir eine vernetzte E-Bike-Welt mit neuen Fahrimpulsen. Die App schlägt quasi die Brücke zwischen dem Nutzer oder der Nutzerin und dem E-Bike. Es vernetzt die Drive Unit, den Akku, das Display und den Controller. Die App ermöglicht dir, dein E-Bike genau an deine Wünsche anzupassen, zu erweitern und aktuell zu halten.
Beispielsweise kannst du ausgewählte Fahrmodi neu an deine Bedürfnisse anpassen. Hat eine deiner Unterstützungsstufen (Eco, Tour, Sport, Turbo) zu viel oder zu wenig Power? Stell dir deine Fahrmodi individuell ein.
In der Flow App ist es auch möglich, neue Features oder Services ganz einfach herunterzuladen. Updates werden dir ebenfalls angezeigt und über Bluetooth installiert. So bleibt dein E-Bike auf dem neuesten Stand und wird mit neuen Funktionen erweitert.
Die wichtigsten Flow App Updates auf einen Blick
- Update 1.26.9: Ein Account, mehrere E-Bikes: Ab sofort kannst du bis zu sechs E-Bikes zu deinem Account hinzufügen.
- Update 1.24: Seit Oktober 2024 kannst du zwei Funktionen des Flow+ Abos ohne ConnectModule nutzen.
- Update 1.22: Mit «Range Control» kannst du jetzt auswählen, wie voll dein Akku bei der Ankunft noch sein soll.
- Update 1.21.3: Neu kannst du den Ride Screen mit allen wichtigen Fahrdaten auch im Hochformat nutzen.
- Update 1.20: Re-Routing: Bosch hat das sogenannte Re-Routing von importierten Routen verbessert.
- Update 1.18: Dynamische Displays: Bosch führt mit dem Update die „dynamische Anzeige“ ein.
- Update 1.16: Neu lässt sich durch das Schnellmenü im Ride Screen während der Fahrt sogar das Navigationsziel ändern.
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