Braune Motorrad Lederjacke: Pflege-Tipps für ein langes Leben

Eine braune Motorradlederjacke ist mehr als nur ein Kleidungsstück - sie ist ein Statement, ein treuer Begleiter auf jeder Tour. Damit Ihre Jacke auch nach vielen Kilometern noch gut aussieht und ihren Zweck erfüllt, ist die richtige Pflege entscheidend. Hier finden Sie umfassende Tipps zur Reinigung, Trocknung und Aufbewahrung Ihrer braunen Motorradlederjacke.

Die Grundlagen der Lederjackenpflege

Bevor es mit der Reinigung und Pflege losgehen kann, musst du erst mal wissen, welches Leder vor dir liegt. Es gibt zwei verschiedene Arten, die unterschiedliche Eigenschaften haben und auch unterschiedlich gereinigt werden sollten. Denn auf rauem Leder zieht Wasser ein, auf Glattleder nicht. Mit einer Ausnahme: "Anilinleder zählt zu den Glattledern, absorbiert aber trotzdem Tropfen", erklärt Experte Jörg Rausch vom Lederzentrum in Roßdorf bei Göttingen. Wenn du eine Glattlederjacke hast, solltest du also nachsehen, ob es sich um Anilinleder handelt. Wenn nicht, kannst du deine Jacke wie jedes andere Glattleder behandeln.

Echtleder erkennen

Erstes Indiz: das Echt-Leder-Etikett. Problem: Es ist nicht Pflicht und es sagt auch nichts über die Qualität aus. Wirklich sicher ist man erst, wenn man die Jacke getragen hat. Leder dehnt sich mit der Zeit, ist atmungsaktiv.

Lederarten im Überblick

Das „beste“ Leder in diesem Sinn gibt es nicht. Es kommt auf die gewünschten Eigenschaften an. Lammleder und Schafsleder sind sehr weich und recht leicht. Außerdem lassen sie sich vergleichsweise stark dehnen. All das sorgt für exzellenten Tragekomfort, sofern es nicht auf höchste Robustheit ankommt. Rindsleder ist dicker, schwerer und weniger dehnbar als Lammleder, jedoch extrem widerstandsfähig. Es eignet sich ausgezeichnet für besonders robuste Lederjacken und echte Motorradjacken. Andere Lederarten spielen bei Lederjacken eine untergeordnete Rolle. Sämtliche Leder kommen als Glattleder und als Veloursleder zum Einsatz. Veloursleder, auch als Wildleder bekannt, verfügt über eine aufgeraute Oberfläche. Sie fühlt sich warm und samtig an, zudem ist sie besonders atmungsaktiv.

Reinigung von Glattleder

Flecken und Schmutz bekommst du bei Glattlederjacken relativ leicht raus. "Du kannst die Jacke trocken mit einer weichen Bürste oder nass mit Lederreiniger säubern", sagt Rausch. Im zweiten Fall gilt: Den Reiniger erst an einer verdeckten Stelle ausprobieren. "Verwende das Mittel zur Sicherheit von Naht zu Naht, damit die Fläche einheitlich bleibt", so der Experte.

Flecken aus Rauleder entfernen

Für raues Leder empfiehlt Rausch: "Wenn der Fleck frisch ist, saugst du die Feuchtigkeit mit einem Papiertuch auf, ohne zu reiben." Trockene Flecken und Schmutz solltest du nicht nass reinigen. "Dadurch bilden sich meist Fleckenränder", weiß der Leder-Experte. Daher empfiehlt Rausch, sich bei Flecken, die sich nicht entfernen lassen, an einen Fachmann zu wenden.

Maschinenwäsche - Ja oder Nein?

Wenn die Jacke eine Grundreinigung braucht, kannst du die Lederjacke auch in der Waschmaschine reinigen. "Dafür benötigst du ein pH-neutrales und rückfettendes Lederwaschmittel", so Rausch. Bei Applikationen sollte die Jacke vor dem Waschen auf links gedreht werden. "Folge unbedingt der Waschanleitung", rät der Experte. Seiner Erfahrung nach überstehen die meisten Jacken das Waschen in der Maschine zwar gut. „Wenn du aber mehrere Tausend Euro für das Stück ausgegeben hast, solltest du es professionell reinigen lassen“, so Rausch. Auch bei Lederjacken mit verschiedenfarbigen Teilen empfiehlt der Experte die Fachreinigung. "Die Farben könnten sonst ausbluten und sich gegenseitig verfärben." Gib das gute Stück in eine Reinigung, dann am besten in eine mit dem RAL-Gütezeichen der deutschen Lederbekleidungsindustrie.

Trocknung und Pflege

Trocknen sollte die nasse Jacke an der Luft im Schatten oder mit dem Kaltprogramm im Trockner. Wenn das Leder nicht mehr feucht ist, fühlt sie sich steifer an. "Ich empfehle, die Jacke durchzukneten und zu ziehen, damit sie wieder weicher wird“, so Rausch. „Bei einer Motorradmontur ist das schon eine Trainingseinheit."

Leder bügeln? Nur mit Vorsicht!

Nur sehr vorsichtig, mit einem trockenen Tuch darüber und bei mittlerer Temperatur. Versuchen Sie es zunächst am Innenbesatz. Wenn es nicht unbedingt sein muss, dann aber lieber Finger weg vom Bügeleisen.

Regelmäßige Pflege ist das A und O

Mit der Zeit verliert Leder an Fett und Feuchtigkeit und wird trocken. Für glatte Lederjacken rät der Experte daher: "Trage regelmäßig sparsam Lederfett oder -öl auf." Damit ist die Jacke auch gegen Nässe geschützt. Raues Leder hingegen sollte imprägniert werden, am besten direkt nach dem Kauf. Aber Achtung: "Auch mit Imprägnierung solltest du die Jacke lieber nicht bei Regenwetter anziehen", so Rausch.

Was tun bei Regen?

Lege Leder nie auf die Heizung. Besser: an die Luft hängen, aber nicht direkt in die Sonne. Das Licht macht das Material hart und brüchig und bleicht die Farben aus. Wasserflecken kannst du mit einer Gummibürste in Faserrichtung ausreiben.

Die richtige Aufbewahrung

"Lederjacken sollten locker hängen", sagt Rausch. Muss die Jacke in den Koffer, rät der Experte: "Glatt einpacken und dann bald herausholen. Sonst entstehen Falten." Damit das Leder nicht schimmelt, sollte die Jacke nicht in Plastik oder im feuchten Keller aufbewahrt werden. Und noch ein Tipp vom Experten: "Geölte Jacken können abfärben und sollten deshalb besonders von heller Kleidung fern gehalten werden."

Weitere Tipps und Tricks zur Lederjackenpflege

  • Zur Pflege und optimalen Aufbewahrung deiner Lederjacke ist es zuerst einmal wichtig, diese richtig aufzubewahren.
  • Damit die Form nicht leidet, solltest du deine Lederjacke immer auf einen Bügel hängen.
  • Das Leder muss atmen können und sollte luftig und trocken aufbewahrt werden.
  • Das Leder dabei nicht in Kunststoffbeuteln aufbewahren!
  • Achte auch darauf, dass deine Lederjacke vor intensiven Licht- oder Sonnenstrahlen geschützt ist.
  • Außerdem solltest du daran denken, dass du deine Lederjacke nie bei Arbeiten trägst, bei den sie mit Schmutz in Berührung kommt.

Imprägnierung: Ja oder Nein?

Manche Lederjacken sind schon herstellerseitig imprägniert oder so gefärbt, dass die Oberfläche wasserabweisend ist. Andernfalls ist es sinnvoll, die Jacke mit einem für Leder geeigneten Imprägnierspray zu behandeln. Insbesondere bei Veloursleder sowie helleren Farben solltest du keinesfalls darauf verzichten. Wichtig: Teste das Spray zur Sicherheit an einer unauffälligen Stelle und beobachte, ob sich das Leder verändert.

Was tun bei Nässe?

Normalerweise stellt Regen kein Problem dar. Wichtig ist jedoch, dass das Leder bei normaler Temperatur und guter Belüftung trocknet. War Glattleder lange und/oder stark durchnässt, kann es danach rau und trocken sein. Der Grund liegt in den ausgewaschenen Fetten und Ölen. Um die Lederjacke zu pflegen und aufzufrischen, greifst du am besten zu einer Lederlotion oder einer Ledermilch für Glattleder. Vorsicht: Diese Produkte eignen sich nicht, um Wildlederjacken zu pflegen - diese werden dadurch speckig.

Reparatur von Lederjacken

Reparaturen an Lederjacken führen spezielle Lederschneidereien und ausgewählte Änderungsschneidereien durch. Ein kaputtes Futter oder aufgegangene Nähte lassen sich problemlos beheben. Manche Dienstleister bieten darüber hinaus die Reparatur von Rissen und Löchern im Leder an.

Umgang mit Flecken: Schnelles Handeln ist gefragt

Für viele der Supergau. Aber auch hier können wir dich beruhigen: mit speziellen Fleckenspray für Leder kannst du bei schnellem Handeln den Flecken den Gar ausmachen.

Hausmittel vs. Spezialprodukte

Es gibt zwar einige Hausmittel, die für die natürliche Lederpflege geeignet sind. Leider sind diese Hausmittel nicht für alle Lederarten uneingeschränkt empfehlenswert und bewirken außerdem meist entweder nur die Reinigung oder aufgrund der rückfettenden Wirkung die Pflege von Ledermaterialien. Wenn Sie Flecken von Ihrer Lieblingslederjacke entfernen oder Ihre wertvollen Ledersitze im Auto reinigen möchten, sind Sie im Zweifelsfall mit einer speziellen Lederpflege immer besser beraten. Den besten Effekt werden Sie erzielen, wenn Sie sowohl die Pflegehinweise des Herstellers als auch die Hinweise auf dem Pflegemittel beachten und aufeinander abstimmen.

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