Breckerfeld Priorei Motorrad Treffen: Ein Überblick

Die Prioreier Straße (L701) ist eigentlich ein Traum für Motorradfahrer: Viele lang gezogene, nicht zu enge Kurven, die sich aneinanderreihen. Doch das macht die Landstraße zwischen Breckerfeld und dem Hagener Ortsteil Priorei auch extrem gefährlich.

Unfälle und Sperrungen

Mitte Juni war dort ein 22-jähriger Motorradfahrer nach Erkenntnissen der Polizei zu schnell unterwegs, stürzte in einer Rechtskurve, geriet in den Gegenverkehr und starb. Die Prioreier Straße gilt schon seit Jahrzehnten als Unfallschwerpunkt, war jahrelang für Motorräder gesperrt.

Doch 2022 entschied ein Gericht nach Klage von Motorradfahrern, dass die Sperrung aufgehoben werden muss. Nach der Öffnung zählte die Polizei schon in den ersten sechs Monaten neun Zweiradunfälle mit sieben Verletzten. Deshalb entschied der Ennepe-Ruhr-Kreis im November vergangenen Jahres, die Straße an Wochenenden erneut für Motorräder zu sperren. Auch dagegen klagte ein Motorradfahrer.

Das Oberverwaltungsgericht Münster bestätigte die Sperrung aber in einer Eilentscheidung. Das Hauptverfahren steht noch aus. Jetzt will der Ennepe-Ruhr-Kreis Motorräder wieder dauerhaft von der Prioreier Straße verbannen. Ab wann ist noch unklar, jetzt müssen Polizei und Straßen NRW erstmal eine Stellungnahme abgeben.

Am 14. August hat das Verwaltungsgericht Arnsberg entschieden, dass die Sperrung der Priorei (L701 zwischen Breckerfeld und Hagen) rechtens ist. Im Urteil steht: „Im Zuge der Aufhebung einer bereits früher angeordneten Sperrung der Strecke für Motorradfahrer (Verwaltungsgericht (VG) Arnsberg, Beschluss vom 19. Mai 2021 -7 L 274/21-, Urteil vom 31. Hier nimmt das Gericht den alten Sachstand von 2021/2022 als Grundlage.

Doch aktuell sind die Fakten andere: Die Fahrbahnmarkierung ist äußerst stark angegriffen und teilweise nicht mehr sichtbar. Das Thema hatte die örtliche Presse vor einigen Wochen aufgegriffen. Das fand bei der Urteilsfindung offenbar keine Berücksichtigung.

Das BVDM-Mitglied, das durch unseren Verband unterstützt wurde, hat den Prozess verloren, wir werden die Kosten tragen und beraten ob und wie wir weiter vorgehen. Nach wie vor gilt unsere Feststellung: Streckensperrungen lösen keine Probleme, sie verlagern sie nur. Aber eine Sperrung ist natürlich der deutlich bequemere Weg.

Ende Juni gab der Ennepe-Ruhr-Kreis bekannt, dass die zwar landschaftlich schöne, aber auch gefährliche Landstraße (L701) zwischen Breckerfeld und Hagen für Motorräder komplett gesperrt werden soll. Wenige Wochen zuvor war dort ein 22-jähriger Motorradfahrer nach Erkenntnissen der Polizei zu schnell unterwegs, stürzte in einer Rechtskurve, geriet in den Gegenverkehr und starb.

Nachdem sich der Kreis zum Thema Sperrung in den vergangenen Wochen mit allen anderen verantwortlichen Behörden verständigt hatte, läuft es nun offensichtlich auf einen Kompromiss hinaus. Denn eine komplette Sperrung für Motorräder ist vom Tisch. „Mit dieser Entscheidung werden die ursprünglichen Überlegungen für eine komplette Sperrung der Prioreier Straße für Motorräder nicht umgesetzt“, erklärt der Ennepe-Ruhr-Kreis am Freitag.

Grundsätzlich sei die Verwaltungsbehörde verpflichtet, bei ihren Entscheidungen immer die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu prüfen, um das mildeste Mittel zu wählen, welches zum Erreichen des Ziels - hier die Vermeidung weiterer Unfälle - führt.

Diskussionen und Meinungen

Tempo 50 ist nur ein kleines Stück wenn du von Priorei aus kommst. Das schönste Drittel der Strecke ist sogar offen (100). Wobei ich selbst die dort nicht mal ausreize. Einige andere müssen leider testen was geht.

Ich selbst fände eine permanente Tempoüberwachung per Section Control in diesem Sektor gut. Damit wären alle Versuche für Rekordzeitfahrten unterbunden. Temporäre Kontrollen nutzen gar nichts weil sich diese asozialen Egoisten gegenseitig warnen.

Die alte Sperrung wurde erfolgreich weg geklagt, weil sie von 30 oder 40 Jahren eingerichtet wurde und seitdem nie mehr geprüft wurde, ob sie noch gerechtfertigt sei.

Die Straße ist wirklich sehr schön, bin ich diesen Monat zwei Mal gefahren aus dem Sauerland kommend. Ich bin sehr gespannt was die sich dort jetzt einfallen lassen...Sperrung für Motorräder am WE eventuell, oder Tempo 50 komplett für Zweiräder ? Wir werden es sehen...

Ich finde man muss leben und leben lassen. Schön dass man die Motorradfahrer "sperrt" aber alle anderen Idioten fahren lässt. Deppen gibts leider in jeder Fraktion, traurig. Ich finde die sollten die Strasse ganz zuschütten und sperren. Nur noch Fußgänger. Ist auch umweltfreundlicher. Die Gerechtigkeit hat gesiegt! Das Verwaltungsgericht hat die komplette Sperrung für unzulässig erklärt.

BVDM-Engagement und Gerichtsentscheidungen

Vor über drei Jahren hatte ich ein zufälliges Treffen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Hagen, Herrn Erik O. Es folgte ein kleiner Schriftwechsel mit ihm und seiner Behörde. Also beschlossen wir seitens des Vorstands, die Streckensperrung gerichtlich anzugehen.

Im ersten Schritt stellte das Verwaltungsgericht fest, dass zumindest auf Hagener Stadtgebiet diese Sperrung nicht legal sei. Die Schilder auf Hagener Gebiet sind mittlerweile abgebaut bzw. Es lohnt sich, sich nicht alles gefallen zu lassen.

Auf der BVDM Homepage fand ich gerade den Hinweis, dass die Sperrung der Priorei nach 40 Jahren zwischen Hagen und Breckerfeld nach einer Gerichtsentscheidung aufgehoben wurde.

Nach langer Zeit haben die Behörden es endlich geschafft, alle Schilder die auf eine Sperrung für Motorräder hinweisen sind endlich entfernt.

Weitere Maßnahmen und Perspektiven

Wegen einer Häufung tödlicher Unfälle war die Prioreier Straße in Breckerfeld seit 1981 für Motorräder gesperrt. Nachdem ein Mitglied des Bundesverbandes der Motorradfahrer (BVDM) gegen diese Sperrung geklagt hatte, wurde dieser kurvenlastige Abschnitt der L701 zwischen Breckerfeld und Volmetal per Gerichtsbeschluss im Sommer 2022 wieder für Kradfahrer freigegeben.

Diese Datenlage könnte sich schnell aktualisieren: In diesem Jahr gab es allein im vergangenen Mai bereits zwei - offiziell bekannte - Unfälle, bei denen Motorradfahrer verunglückten und sich schwer beziehungsweise lebensgefährlich verletzten.

Dies bestätigte Michael Schäfer, Fachbereichsleiter Ordnung und Straßenverkehr beim Straßenverkehrsamt Schwelm, gegenüber LokalDirekt: „Eine durchgängige Sperrung der Prioreier Straße für Motorräder ist erst dann möglich, wenn dort nachweislich eine so genannte Unfallhäufungslinie besteht.“

Heißt konkret: Erst wenn innerhalb eines Abschnitts von 500 Metern drei Motorradunfälle gleichen Grundtyps passieren, sei dort von einem erhöhten Unfallrisiko auszugehen und eine Sperrung gerechtfertigt. „Das heißt aber nicht, dass wir abwarten wollen bis noch mehr passiert“, betont Michael Schäfer.

Erdwälle an den so genannten ‚Applauskurven‘ sollen eine Zufahrt zu den Park- und Ausweichbuchten an der Prioreier Straße verhindern und Raser-Publikum fern halten. Die erste Maßnahme ist die bauliche Sperrung der Parkplätze und Buchten: „Mitarbeiter der Kreisverwaltung waren kürzlich vor Ort und berichten von Dutzenden, zumeist jüngeren Motorradfahrern, die auf der Prioreier Straße mehrmals hintereinander hoch und runter donnern, sich mehr als waghalsig in die Kurven legen und dabei von Gleichgesinnten filmen lassen“, sagt Schäfer.

Langfristig sei geplant, die Buchten beziehungsweise Parkplätze an den ‚Applauskurven‘ komplett zu entsiegeln: „Wir brauchen diese Flächen nicht“, so Andreas Berg von der Pressestelle Straßen.NRW.

Sowohl das Straßenverkehrsamt und Straßen.NRW als auch die zuständige Unfallkommission sind sich einig, dass nach den beiden letzten Motorradunfällen dringender Handlungsbedarf besteht. Eine Absenkung des Tempolimits stände jedoch nicht zur Diskussion: „Erfahrungen mit anderen Strecken wie zum Beispiel in Herscheid auf der Nordhelle haben gezeigt, dass sie nichts bringen“, so Michael Schäfer.

Die Prioreier Straße, seit 1981 wegen einer Häufung tödlicher Unfälle zwischen Breckerfeld und Volmetal für Motorräder gesperrt, ist wieder offen. Mitte Mai standen die Verbotsschilder allerdings immer noch.

Der Gerichtsbeschluss kam zustande, nachdem ein Mitglied des BVDM geklagt hatte.

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